Archiv der Kategorie: Bibliothek: Partner

Irische Bibliothek erhält Europäischen Sprachpreis

Die irische Offaly County Library hat am 25. September als erste Bibliothek neben weiteren Preisträgern den diesjährigen European Award for Languages (EAL) erhalten. Der EAL wird an Projekte vergeben, die auf herausragende und kreative Weise die Qualität von Sprachlehre verbessern, Schüler motivieren und die vorhandenen Ressourcen auf dem besten Weg nutzen. Das Projekt in Offaly bestand aus einer Zusammenarbeit der Bibliothek und vier Grundschulen, die ihrerseits an der „Modern Language Primary Schools Initiative“ (MLPSI) teilnehmen.

Konkreter Bezugspunkt für den Preis war eine Aktion mit dem Titel „Europäischer Kulturmorgen“ am Europäischen Tag der Sprachen am 26. September 2008. Zu Beginn führten die Schüler kleine Theaterstücke in einer modernen Sprache – Französisch, Spanisch oder Irisch – auf. In einem zweiten Teil waren die Schüler aufgefordert, einen Parcours von zehn in der Bibliothek aufgebauten Arbeitsstationen zu durchlaufen, bei denen es u .a. um Bibliothekskompetenzen, Informationssuche, Spracherkennung, Sprachverständnis, kulturelles Bewusstsein, geographische Kenntnisse und Informationskompetenz ging. Verschiedene Lehrmethoden unterstützten dabei den individuellen Lernerfolg. Im Ergebnis konnte die Bibliothek als wertvolle Ressource im Bewusstsein der Lehrenden, der Schüler und der Eltern im Kontext von Spracherwerb verankert werden.

Link: http://www.offaly.ie/eng/Services/Libraries/Documents/Birr_Library_Wins_European_Award.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Kopenhagen und Aarhus starten Kooperation

Die Stadtbibliotheken in Kopenhagen und Aarhus (Dänemark) haben eine Vereinbarung zur Kooperation abgeschlossen. Die Zusammenarbeit umfasst sowohl Entwicklungsprojekte als auch die gemeinsame Ausschreibung von Akquisitionen in den Bereichen Medien und Informationstechnologie. Darüber hinaus sollen gemeinsame Dienstleistungen zu den Themen digitale und physische Medien sowie Projekte zur Rationaliserung und Steigerung der Wirksamkeit gestartet werden.

„Viele Probleme betreffen beide Bibliotheken und wir sind davon überzeugt, dass diese Vereinbarung zu einer Dynamik bei Entwicklungen und beim Teilen von Wissen führen wird“, so der Kopenhagener Bibliotheksdirektor Jens Ingemann. „Wir können jeder den anderen inspirieren und noch bessere Bibliotheken schaffen – zum Nutzen der Bürger in den zwei größten Städten Dänemarks.“

Bei der Vereinbarung handelt es sich um eine professionell gestaltete Absichtserklärung. „Es ist wichtig anzumerken, dass wir die Entwicklung in allen dänischen Bibliotheken fördern wollen und nicht nur Kopenhagen oder Arhus im Fokus stehen“, sagte Rolf Hapel, Direktor des Services für Bürger und Bibliotheksdienste in Aarhus. „Aus diesem Grund hat die Vereinbarung nicht die Form einer exklusiven Kooperation und wir sind offen für die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern.“

Diese Vorgehensweise der dänischen Kollegen halte ich für weitsichtig und clever – die Kooperation bringt beide Bibliotheken in eine deutlich bessere Position gegenüber den Kommunen und enthält die Chance für zukunftsträchtige Dienstleistungen mit einem weiteren Aktionsradius für die Bibliotheken.

Quelle: E-Mail von Rolf Hapel und Jens Ingemann

Beitrag und Übersetzung von Andreas Mittrowann

Finalkandidaten für „LiS Libraries Change Lives Award“ nominiert

Die Projekte „Nunny TV“ des North East Lincolnshire Library Service, „Time2Give“ der Kent Libraries & Archives sowie das „Bradford/CareTrust Libraries Partnership Project“ der Bradford Libraries sind die diesjährigen Finalisten des „Libraries Change Lives Award“. Hinter „Nunny TV“ verbirgt sich unter anderem eine Initiative für Bürger zum Umgang mit Digitalschnitt, Videokameras und zur Filmherstellung, um ihrer Kommune ein „Gesicht“ zu geben – inklusive einer Bibliothekssendung für den Regionalkanal. „Time2Give“ konzentriert sich auf den Einbezug von Freiwilligen in ehrenamtliche Bibliotheksservices und das Bradford-Projekt hat seinen Fokus auf die Integration von Menschen mit Lernbehinderungen mittels der Möglichkeiten in der öffentlichen Bibliothek gelegt. Wir sind gespannt auf die Preisverleihung am 23. April!

Link: http://www.cilip.org.uk/aboutcilip/medalsandawards/LibrariesChangeLives/lclfinalists2008.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

US-amerikanisches Partnerkonzept in Spanien

Das US-amerikanische Urban Libraries Council (UCL) unterstützt die spanische Regierung beim Aufbau von Partnerkonzepten zwischen Kommunen und Bibliotheken. ULC-Präsident Martin Goméz und Ratsmitglied Rick Garcia aus Denver City haben über dieses Thema auf der spanischen Konferenz “El Segundo Encuentro Bibiliotecas y Municipio: Contruyendo un servicio público de calidad y accesible: la biblioteca municipal“ am 15. November in Madrid gesprochen. Goméz und Garcia waren zu diesem Zweck eigens vom spanischen Kultusministerium eingeladen worden.

Die Veranstaltung ist dem US-Vorbild Partners for Successful Cities Conference nachgestaltet, in dem kommunale Entscheider und Bibliothekare zusammenkommen, um die Rolle der Bibliotheken in der Stadtentwicklung zu stärken. Denver ist dafür ein gutes Beispiel, siehe hierzu auch frühere Globolibro-Artikel zu Bibliotheksaktivitäten in Denver. Garcia und Goméz stellten auf der Konferenz insbesondere Beispiele erfolgreiche Zusammenarbeit aus der Publikation „Making Cities Stronger“ vor (siehe hierzu auch https://globolibro.wordpress.com/2007/03/14/usa-der-beitrag-von-bibliotheken-zur-wirtschaftsentwicklung)

Link: http://www.urbanlibraries.org/oct292007spain.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Studie zu australischen Schulbibliotheken

Seit der Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse vor mehreren Jahren hat die Bedeutung der Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule neue Würdigung erfahren. Allerorten sprießen Projekte zur Zusammenarbeit der beiden Partner. Passend dazu gibt es auch eine gesteigerte Wahrnehmung zur Bedeutung von Schulbibliotheken in Deutschland. Aber wie viele deutsche Schulen verfügen eigentlich über eine entsprechende Bibliothek und wie ist diese ausgestattet? Eine Frage, die bisher nur in einem sehr groben Rahmen beantwortet werden kann. Allgemein spricht man von Bibliotheken an 15 Prozent aller deutschen Schulen.

Die australische Bibliotheksvereinigung „Australian Libary and Information Association“ (ALIA) sieht für ihren Kontinent offensichtlich ein ähnlich gelagertes Problem und hat nun selbst die Initiative ergriffen, um den Daten-Missstand zu beheben: Vom 15. Oktober bis zum 16. November werden die beiden Befragungen „Australian School Libraries – state of the nation“ und „Australian School Library Personnel and roles“ durchgeführt. Verantwortlich für die Befragung ist eine gemeinsame Kommission der ALIA und der Australian School Library Association. Partner dabei ist die Edith Cowan University. Erst eine klare Datenbasis kann die Grundlage für eine aussichtsreiche Strategie bilden – wir gratulieren den australischen Kolleginnen und Kollegen zu dieser Initiative!

Link: http://www.chs.ecu.edu.au/portals/ASLRP/index.php

Beitrag von Andreas Mittrowann

„Open Content Alliance“ versus Google Book Search

Brewster Kahle ist der Gründer und Direktor des „Internet  Archive„, das seit 1996 Internetseiten archiviert. Das „Open Content Alliance“ Projekt arbeitet mit ca. 80 Bibliotheken zusammen und scannt – wie Google – Bücher ein, um diese der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Gerade hat sich die Boston Public Library entschieden, nicht mit Google zusammenzuarbeiten, sondern mit OCA. Google bezahlt den Bibliotheken für die gescannten Bücher, OCA dagegen verlangt von den Kunden, dass sie das Buch selber scannen. Die Mehrzahl der Bücher ist frei von Copyright Ansprüchen, d.h. von vor 1922.

OCA hat sich zum Grundsatz gemacht, dass die Bücher in allen Suchmaschinen gefunden werden können, was bei Google nicht funktioniert. Außerdem verlangt Google von seinen Partner-Bibliotheken, dass sie technologisch die Suche auf Google beschränken, d.h. andere Suchmaschinen blockiert werden.

Zum Teil arbeitet OCA mit  Microsoft und Yahoo zusammen, allerdings sind diese Bücher dann nur in der Suchmaschine „Live Search“ zu finden.

Mehr zu diesem Titel finden sie in der New York Times vom 22. Oktober: „Libraries Shun Deals to Place Books on Web“ von  Katie Hafner.

Beitrag von Kirsten Heinrich 

Was können Bibliotheken für ihre Kommune tun?

Die US-amerikanische Autorin und Bibliothekarin Marylaine Block hat auf der Konferenz der Rhode Island Library Assocation einen Vortrag mit dem Titel „WHAT THRIVING LIBRARIES DO RIGHT: HELP THEIR COMMUNITIES ACHIEVE THEIR ASPIRATIONS“ gehalten.

Die Präsentation greift wichtige kommunale Themen wie Gesundheit, Wirtschaftsförderung, Sicherheit oder Erziehung auf und beleuchtet die Rolle, die Bibliotheken in dem jeweiligen Feld übernehmen können.

Quelle: Librarweb UK
Link: http://marylaine.com/doright.html

Beitrag von Andreas Mittrowann 

Mehr Kultur für bedürftige Familien in Toronto

Die Toronto Public Library ist eine Partnerschaft mit der Stadt Toronto, dem Lebensversicherer Sun Life Financial und verschiedenen Museen der kanadischen Metropole eingegangen, um bedürftigen Familien mehr Zugang zu Kultur zu ermöglichen. Der neue „Museums- und Kunstpass“ kann in der Bibliothek mit einem gültigen Bibliotheksausweis ausgeliehen werden und verschafft einer Familie mit zwei Erwachsenen und fünf Kindern u. a. den kostenlosen Zutritt zu Museen wie der Art Gallery of Ontario, dem Bata Schuhmuseum oder dem kanadischen Textilmuseum.

Bibliotheksleiterin Josephine Bryant: „Eines der strategischen Schlüsselziele der Bibliothek ist es,  den Zugang für die Bürger von Toronto zum städtischen und kulturellen Leben zu erweitern. Aus diesem Grund sind wir natürlich begeistert, dass wir unseren Nutzern gemeinsam mit unseren Partnern neue Wege eröffnen können, um die Welt der Wissenschaft, der Künste, der Geschichte und so viel mehr zu entdecken“.

Link: Juli-Newsletter der Toronto Public Library

Beitrag und Übersetzung des Zitates von Andreas Mittrowann

Patienten-Service in Helsinki

Die Helsinki City Library in Finnland würdigt die bibliothekarische Arbeit für Patienten in einem Sonderartikel auf ihrer Webseite. So unterhält die Bibliothek beispielweise „Service Center Desks“ in allen städtischen Zentren für Senioren und in Krankenhäusern. Allerdings erfuhr der Service in den vergangenen Jahren auch deutliche Einschnitte durch weniger Fördermittel, so dass selbst im bibliotheksfreundlichen Finnland neue Wege gefunden werden mussten. So wird zum Beispiel der Bibliotheksservice im HUS-Kinderkrankenhaus seit dem Jahr 2003 von der Firma Pfizer gesponsort. Für die Einrichtung einer eigenen Bibliothek reichten die Mittel allerdings nicht, so dass diese Dienstleistung weiterhin auf mobilen Bücherwagen basiert.

Dafür erstrecken sich die Angebote aber auch auf Orte wie die Rehabilitationsklinik in der Hangonkatu-Straße in Helsinki, wo Services durch einen Bibliothekar an zwei Tagen in der Woche angeboten werden können. Dies wird ergänzt durch einen weiteren Tag, der durch die engagierte Mitarbeit des Krankenhauspersonals möglich ist. Insgesamt wurden durch Helsinkis Patientenbibliotheken und -services in 2006 mehr als 60.000 Ausleihen erzeugt. Ein Service, der auch in Deutschland mehr Beachtung und Engagement verdient.

Link: Artikel zu Helsinkis Patientenbibliotheken

Beitrag von Andreas Mittrowann

Helsinkis Multicultural Library mit 60 Sprachen

Die Multicultural Library in der Helsinki City Library (Finnland) bietet Medien mittlerweile in 60 Sprachen an. Zusätzlich zu den weniger verbreiteten europäischen Sprachen gehören dazu auch ausgebaute Bestände u. a. in Chinesisch, Arabisch, Persisch oder Vietnamesisch. Die Aktivitäten der MCL bauen auf ihrem Leitbild auf. Dazu gehören die Vermittlung von Medien für Menschen mit einer ursprünglich anderen Muttersprache, der Aufbau von Kontakten zu lokalen und internationalen Kooperationspartnern sowie die Information und die Beratung zu allen seltenen fremdsprachigen Materialien.

Das finnische Erfolgsmodell ist typisch für die nordischen Länder, denn auch Norwegen, Schweden und Dänemark verfügen über ähnliche Projekte und kooperieren untereinander.

Link: The Multicultural Library helps people…

Link: http://www.lib.hel.fi/en-GB/ulkomaalaiskirjasto/

Beitrag von Andreas Mittrowann