Archiv der Kategorie: Bibliothek: Mitarbeiter

Mini-Porträt: Die Skokie Public Library stellt sich dem Wandel 

Nordöstlich von Chicago in den USA befindet sich die Stadt Skokie mit rund 67.000 Einwohnern, die seit den 1950er Jahren besonders von Zuzügen aus Chicago profitiert. Die Stadtbibliothek vor Ort wurde 1929 gegründet. 2003 erhielt die frühere Leiterin Carolyn Anthony die Auszeichnung „Bibliothekarin des Jahres“ der Illinois Library Association, 2013 bis 2014 wurde sie zur Präsidentin der Public Library Association gewählt. 2014 zählte die Bibliothek mit 5 Sternen zur Spitzengruppe im nationalen Bibliotheksranking.

So weit, so gut. Besonders interessant wird es allerdings, wenn wir einen Blick auf die Mitarbeiterseite im Internet werfen, denn hier zeigt sich, wie offen und innovativ die Bibliothek mit dem Wandel umgeht. Auf der Seite http://bit.ly/2gcvJwp lernen wir, dass die Bibliothek unter anderem über eine „Communications and Marketing Managerin“, eine „Community Engagement Managerin“, einen „Learning Experiences Manager“ sowie einen „Virtual Community Engagement Manager“ verfügt. Dass dies nicht einfach nur leere Worthülsen sind, sondern klare Indizien für eine zukunftsgerichtete Aufstellung, zeigt auch das Blog der Bibliothek. Dort stehen neben dem Bestand vor allen Dingen die Programmarbeit und die Zielgruppen im Vordergrund: Neben Veranstaltungen zu Inklusion und Migration finden wir Programme zu Online-Ressourcen und zu STEAM (Science, Technology, Engineering, Arts & Design) oder Events im Bereich „BOOMBox“, einer neuartigen, interaktiven Zone in der Bibliothek. Und natürlich fehlen auch klassische Aktivitäten wie ein Sommerleseclub nicht. Für ihr Engagement in der Programmarbeit und damit einem der wichtigsten zukünftigen Bereiche in der Bibliotheksarbeit erhielt die Bibliothek 2016 den ALA Excellence in Library Programming Award.

Der verstärkte Fokus hin zur Kommune und den in ihr lebenden Menschen, der sich in der Bezeichnung „Community Manager“ ausdrückt, macht vor dem Hintergrund der zurückgehenden (nicht: verschwindenden) Bedeutung des Bestandes besonders viel Sinn, wenn man sich die Ergebnisse der australischen Studie „Victorian Public Libraries: Our Future, Our Skills“ vergegenwärtigt. Dort wurden 2013 mehr als 1400 Bibliotheksmitarbeiterinnen des Public Libraries Victoria Network zu ihren erforderlichen zukünftigen Kompetenzen interviewt. Befragt nach der wichtigsten professionellen Fähigkeit in fünf Jahren, platzierten die meisten Mitarbeiterinnen das Thema „Community needs analysis“ auf Platz eins, direkt gefolgt von „Community engagement“ auf Platz 2 mit mehr als 60 Prozent Zustimmung der Mitarbeiter*innen und knapp 90 Prozent Zustimmung der Leiter*innen.

Auch hinter dem Thema „Marketing“ verbirgt sich ein ernsthafter Anspruch seitens der Skokie Public Library: So berichtet die Professorin Lisa Hinchcliffe auf Twitter, dass die Bibliothek bereits seit 2006 ihre Kundenbindung mit Direct Mailings stärkt und dieses Werkzeug bereits früh den Erfordernissen der Smartphone-Ära angepasst hat – so werden aktuell bis zu 70 Prozent der Mailings auf mobilen Geräten geöffnet.

Link: http://bit.ly/2ify7qv
Link: https://skokielibrary.info

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Internships in French libraries

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
gern geben wir die folgende Information unserer französischen Kollegen an Sie weiter:

„The Bpi (Bibliothèque publique d’information / Public information Library) and the French ministry of Culture offer internships at the Bpi or in French public libraries …. To apply for these internships „Profession Culture“ you need to read and speak French…

Les stages « Profession Culture », organisés par la Bibliothèque Publique d’Information (Bpi) sous l’égide du Ministère français de la Culture et de la Communication s’adressent à des bibliothécaires étrangers exerçant des responsabilités dans les bibliothèques publiques de leur pays d’origine.

Ils offrent la possibilité d’une formation pratique à travers un stage de 6 à 8 semaines, sur un thème proposé par le candidat et validé par la Bpi. Les stages ont lieu à la Bpi ou dans une bibliothèque publique française.

Ils ont pour but de former des professionnels étrangers mais se veulent aussi le point de départ de coopérations durables entre la Bpi ou les bibliothèques territoriales d’accueil et la bibliothèque d’origine du stagiaire.

Conditions et modalités

  • Les candidats doivent présenter un projet solide fondé sur l’échange de connaissances et de savoir-faire.
  • Les candidats doivent écrire et parler le français.
  • Le voyage est à la charge du candidat ou de son établissement d’origine. Il peut faire l’objet d’une demande auprès des services de coopération et d’action culturelle des ambassades de France.
  • L’hébergement et les transports en France sont financés par la Bpi.
  • Une bourse calculée sur la base de 1000€ par mois (soit le plus souvent 1500€ pour 6 semaines)
  • La couverture sociale (maladie, responsabilité civile, rapatriement) est prise en charge par la Bpi.

Pour postuler :

A message from:
Annie Dourlent
Déléguée à la coopération nationale et internationale – Head of national
and international cooperation Department

Konferenzbericht: Public Library Futures in a global digital world

Am 12. und 13. August 2014 fand im britischen Birmingham die IFLA-Konferenz „Public Library Futures in a global digital world“ mit rund 150 Gästen statt. Organisiert von der Public Libraries Section des bibliothekarischen Weltverbandes IFLA sowie den britischen Vereinigungen CILIP sowie SCL, standen im Mittelpunkt der Veranstaltung die Fragen nach der zukünftigen Ausrichtung der öffentlichen Bibliotheken und der gegenwärtige Transformationsprozess. Star der Veranstaltung war allerdings die großartige neue Birmingham Public Library, in der die Konferenz auch stattfand. Einen Eindruck vom Gebäude vermittelt ein Film auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=fZ50SgXYkUg

Der erste Tag stand unter dem Motto „Breaking down barriers between physical and digital“ und wurde von Brian Gambles, dem Direktor der Birminghamer Bibliothek, eröffnet. Sein Vortrag unter dem Motto „Future City, Future Library“, fokussierte zunächst auf die industriell geprägte Geschichte Birminghams und die Notwendigkeit von Kreativitätsförderung und Bildungsangeboten für eine sehr junge Einwohnerschaft. Was ist eine Bibliothek im 21. Jahrhundert? Diese Frage beantworte Gambles mit Stichworten wie „Wissenszentrum“, „Social Learning Hub“, „Kultureller Austausch“ und „Empowerment Centre“.

Das Vorgehen im digitalen Bereich basiert in Birmingham auf einer dreigeteilten Strategie: Physischen Angeboten wie Touchtables und Monitoren in der Bibliothek, digitalen Services wie E-Lending und Lösungen für die mobile Gesellschaft. Grundsätzlich gelte allerdings: „Nothing is more important than free WiFi and good Coffee“. Gambles und auch seine Mitarbeiterin während der Führung betonten: „It is not our library, it is theirs“, um die große Offenheit gegenüber den Kundenwünschen und eine bisher nur sehr zurückhaltende Reglementierung zu begründen. Es müsse allen Bibliothekaren sehr klar werden, dass Innovation eine Daueraufgabe und nicht etwa mit einer Neueröffnung beendet sei. Für die Mitarbeiter sei das eine besondere Herausforderung und keine Stellenbeschreibung sei unverändert geblieben.

Ein Beispiel aus Deutschland für das Verschmelzen von Informationen aus der physischen und digitalen Welt stellten Sarah Dudek und Vera Binz aus der Zentral- und Landesbibliothek Berlin vor. Der dort eingerichtete „Topic Room“ adressiert aktuelle Themen wie den 1. Weltkrieg oder die Bundestagswahl und setzt darüber hinaus eigene Akzente wie beispielsweise beim Thema Märchen, das sich als Publikumsrenner erwies. Die beiden Vortragenden machten sehr schön deutlich, dass Innovation auch in der kontinuierlichen Überarbeitung des Erarbeiteten besteht – so sieht der aktuelle Topic Room nach einer Renovierungsmaßnahme anders aus als die erste Version  und enthält eine neue Möblierung sowie anders gestaltete Bildschirme und digitale Präsentationen inklusive einer eigens entwickelten App.

Ein Highlight des Tages war ganz sicher auch der Vortrag von Corinne Hill, Direktorin der Chattanooga Public Library und „Librarian of the Year 2014“. Die noch vor einigen Jahren unter der vorherigen Leitung stark kritisierte Bibliothek ist ein hervorragendes Beispiel für positiven Wandel. Hill präsentierte unter dem neu formulierten Mission Statement „To be the community’s catalyst for life long learning“ ein Bündel von Maßnahmen, die von einer sehr gezielten Teamentwicklung („Collaborate, Create, Control, Compete“) über Projekte wie ein Fablab und eine „Sandbox“ bis hin zur gemeinschaftlichen Ausräumung eines Möbellagers im 4. Stock der Bibliothek reichen, in dem ein völlig neuer Bereich für Events und experimentelle Maßnahmen geschaffen wurde: http://chattlibrary.org/4th-floor. Prägende Begriffe sind Transformation,  Zugang durch die Kunden („Customer Access“), technologische Plattformen und „Responsive Collections“. Hill ging auch auf ein immer wiederkehrendes Thema ein, das bereits von Brian Gambles adressiert worden war: Wie können Mitarbeiter für Wandel und Veränderung gewonnen werden? Während Gambles sich auf die 20-60-20-Regel berief (20 Prozent der Mitarbeiter ziehen bei Veränderungen mit, 60 Prozent sind offen und 20 Prozent dagegen), plädierte Hill für einen konsequenten und unmissverständlichen Stil („Don’t get in my way“), auch wenn sie generell sehr für kooperative Führung sei. Als richtige erkannte Entscheidungen müssten auch durchgesetzt werden – konkret äußert sich das beispielsweise u.a. in der deutlichen Reduktion von Kosten für kaum genutzte Datenbanken. Der so gewonnene Etat wird dem Printbereich zugeführt. Bei Hill wurde deutlich, dass der Wandel insbesondere über eine klare Strategie und die Gewinnung neuer, hoch motivierter Mitarbeiter gesteuert wird, während in Birmingham eine Strategie der „small steps to change“ eingesetzt wird: Eine komplette Neugestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation, ein „Customer Experience Pool“ sowie ein neues Corporate Design plus ein „Dress Code“ für alle Mitarbeiter sind einige der Elemente für den Wandel in Birmingham. Einen weiteren Höhepunkt des ersten Tages bildete der Vortrag von Laura Cole von der Bexar County Bibliotech Library, über die bereits an anderer Stelle berichtet wurde. Ein ähnlicher Vortrag findet sich hier.

Der zweite Konferenztag stand unter dem Motto „Libraries in the digital economy“ und wurde gleich zu Beginn durch einen hervorragenden Beitrag von Jens Thorhauge geprägt. Sein Vortragstitel „Transforming  public libraries in the knowledge society“ machte seine Überzeugung deutlich, dass ein völlig neues Modell notwendig sei, um die Bibliotheken für den schnellen Wandel fit zu machen. Im Zentrum seiner Präsentation stand daher folgerichtig das neue dänische Bibliotheksmodell mit den Schlagworten Innovation, Experience, Empowerment und Involvement, dass bereits an anderer Stelle ausführlich geschildert worden ist. Viele weitere Beispiele aus China, Spanien, Großbritannien, Australien und weiteren Nationen machten deutlich, dass der Wandel in Bibliotheken eine globale Aufgabe ist, die gemeinsam bewältigt werden kann.

Beitrag von Andreas Mittrowann

Isländische Bibliothekskonferenz 2012

Durch Vermittlung des Goethe-Instituts Kopenhagen und der dortigen Bibliotheksleiterin Beate Detlefs durfte ich in der vergangenen Woche auf dem zweijährlich stattfindenden isländischen Bibliothekartag „Landsfundur Upplysingar“ des Bibliotheksverbandes „Upplysing“ („Informationsvereinigung“) einen Vortrag zum Thema „Bibliothek der Zukunft“ halten. Meine Schwerpunkte waren dabei die Themen demographischer Wandel, digitale Entwicklungen und die „Bibliothek als Ort“.

In Island mit seinen 320.000 Einwohnern gibt es insgesamt mehr als 550 Bibliothekarinnen und Bibliothekare, von denen knapp 200 an der professionell organisierten Zusammenkunft teilnahmen. Die Tagung fand in Kópavogur statt, einem Vorort von Reyjkjavik mit rund 30.000 Einwohnern. Im Ballungsraum Reykjavik wohnen rund zwei Drittel der Bevölkerung, deren Sprache sich seit rund 1000 Jahren kaum verändert hat. Somit ist im Prinzip jeder Isländer auch heute noch fähig, die Edda und den Codex Regius zu entziffern und zu verstehen. Neue Begriffe werden weitgehend in die Sprache integriert, so heißt „Computer“ in der isländischen Sprache „Rechenhexe„. In Island werden Tradition und Innovation hervorragend vereint, das reicht von der Pflege des historischen Erbes bis hin zur Versorgung des Landes ausschließlich mit geothermischer und durch Wasser erzeugter Energie.

Die Konferenz stand unter dem Motto „Gagn og Gaman“ – „zur Nutzung und zur Freude“. Meine Co-Redner waren Ross Todd, Associate Professor an der School of Communication and Information der Rutgers University in den USA mit einem Vortrag zum Thema „Informations- und Medienkompetenz“ sowie Phil Bradley, der Vorsitzende des britischen Bibliotheksverbandes CILIP.

In einer echten „Brandrede“ berichtete Letzterer von der extrem kritischen Situation in Großbritannien: Insgesamt sind bzw. werden 600 Bibliotheken geschlossen und jeden Tag gibt zudem eine Buchhandlung auf – bisher sind es insgesamt 2000. Phil Bradley rief die Kolleginnen und Kollegen auf mitreißende und bewegende Weise zum Stolz auf ihre Profession sowie zur Stärke auf und riet dringend dazu, die Vermittlung von Informationen zum „Kernprodukt“ der Bibliothek zu machen. Seine Ausgangsthese lautete, dass klassische Suchmaschinen wie Google bald ihr Ende erleben werden, da mittlerweile einfach zu viel Informationen im Internet verfügbar seien und dies von einer konventionellen Suchmaschine nicht mehr erledigt werden könne. Er brachte zahlreiche Beispiele zum „next big thing“, nämlich der „sozialen Suche“, die Netzwerke wie Facebook, Google+ und Twitter einbezieht. Unter anderem sagte er auch eine Suchmaschine von Facebook für das kommende Jahr voraus. Aufgabe der Bibliothekare sei es demzufolge, so vernetzt wie möglich zu arbeiten, um bei einer Suche alle verfügbaren Kontakte und sozialen Quellen einbeziehen zu können.

Das Publikum nahm die Rede begeistert auf und spendete viel Beifall. In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die dringende Notwendigkeit von Schulungsprogrammen, um die Kompetenzen im Berufsfeld weiterzuentwickeln sowie um die notwendige Verjüngung der Profession. Die Themen der Konferenz habe ich als topaktuell und fachlich sehr relevant empfunden, verbunden mit einer angenehmen, heiteren und professionellen Atmosphäre. Glückwunsch an die isländischen Kolleginnen und Kollegen!

Insgesamt habe ich im Rahmen des Aufenthaltes auch drei Bibliotheken besichtigt, dazu finden sich unter den folgenden Links ein paar kleine Impressionen:
–    Kopavogur Public Library
–    Nordic House Library (Kulturinstitut der nordischen Länder)
–    Reykjavik Public Library

Link zum Konferenzprogramm:
http://www.upplysing.is/displayer.asp?Page=460&p=ASP\Pg460.asp

Beitrag von Andreas Mittrowann

Qualität in Bournemouth

Alle Bibliotheken in Bournemouth (Großbritannien) haben den Matrix Standard erreicht. Bei diesem Standard handelt es sich um ein nationales Qualitätszeichen für Organisationen, die Informationen, Beratung oder Hilfen beim Lernen und bei der Arbeit anbieten. Einmal erreicht, ist der Standard drei Jahre gültig und muss anschließend neu von der Bibliothek beantragt und erarbeitet werden.

Die mit der Erreichung des Standards verbundene Inspektion beinhaltet eine strenge Prüfung der Fähigkeiten aller Bibliotheksmitarbeiter sowie der angebotenen Informationsquellen durch einen externen Begutachter, der die in Frage stehenden Bibliotheken über vier Tage lang besucht. Darüber hinaus helfen die Bibliothekskunden bei der Bewertung des Services und geben dem Begutachter eine Rückmeldung zur vorgefundenen Qualität.

Link: http://www.bournemouth.gov.uk/Residents/Libraries/Whats_New/news.asp

Beitrag von Andreas Mittrowann

Besser hören in Florida

Nach einer Hörstudie aus dem Jahr 2000 haben 19 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren eine Hörminderung. Die Broward County Library in Florida (USA) präsentiert jetzt zusammen mit der „Broward County Commission Libraries Division & League for the Hard of Hearing“ den Mai als „Monat für besseres Hören und Sprechen – Lernen und Spaß für Jedermann“. Im Zentrum der Initiative steht der 19. Mai als Aktionstag mit den folgenden Themen:

– Präsentation „Frühe Intervention bei Kindern mit Hörverlust“
– Hören, Lernen und Leben in einer lauten Welt (inklusive iPods)
– Hör- und Sprechuntersuchungen
– Verteilung von spezialverstärkten Telefonen
– Ausstellung von Hörgeräten und hörunterstützenden Hilfen
– Aktivitäten für Kinder
– Kostenloser Imbiss

Die Aktionen werden mit Experten des „Joanne Parrish Knight Family Central Institute for the Deaf“ und der Washington University durchgeführt.

Link: http://www.co.broward.fl.us//library/newsrlse_betterspeech042307.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Pendler ahoi in Kanada

Die Kleinstadt Gibsons mit 4000 Einwohnern liegt im südwestlichen Teil des kanadischen British Columbia und direkt an der Küste am sogenannten „Strait of Georgia“. Dieser Wasserweg wird von den dortigen Bewohnern auch gern der „Golf von Georgia“ genannt. Gesellschaft und Wirtschaft sind vom Leben am und mit dem Wasser geprägt.

So ist es vielleicht auch kein Wunder, dass die Gibsons & District Public Library sich konsequent an den Bedürfnissen ihrer Kunden orientiert und ihre Services seit einem halben Jahr auch für Pendler auf der regelmäßig verkehrenden Fähre anbietet. Einmal pro Tag fahren Mitarbeiter der Bibliothek mit und bieten Bibliothekskunden DVDs und Bücher an, die Besitzer eines Bibliotheksausweises sofort mitnehmen können. Ein schönes Beispiel dafür, dass Bibliotheken sich verstärkt auf den Weg zu ihren Kunden machen sollten, wenn sie diese langfristig an sich binden wollen.

Link: http://www.gdpl.scrd.bc.ca/library/brochure/sept06bookshelf.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Kanada: Lyrikmonat April

Die Greater Victoria Public Library in Kanada hat den April zum Lyrik-Monat erklärt und schließt sich damit einem regionalen Programm an, das sich auf Poeten aus der Umgebung konzentriert. Als eigenes Projekt in diesem Kontext präsentiert die Bibliothek die Aktion „Capital Verse„, bei der lokale Autoren auf der Website der GVPL vorgestellt werden.

Für die Initiative werden interessante externe Quellen herangezogen: Neben dem „Planet Earth Poetry at Black Stilt Blog„- einem Blog, dass die regionalen Aktivitäten im Lyrik-Monat zusammenfasst und darüber berichtet – findet sich auf der Bibliotheks-Website ein Hinweis auf das höchst interessante „Poetry Archive„, das Gedichte zum Anhören bietet. Darüber hinaus wird auf das Online-Werkzeug „Poetry Tool“ hingewiesen, mit dem sich Gedichte englischsprachiger Autoren aufspüren lassen.

Link: http://www.gvpl.ca/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Fairfax: ein Lob den Freiwilligen

Die Fairfax County Library in Virginia (USA) wurde im Jahr 2006 von 3000 freiwilligen Helfern mit insgesamt 140.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit unterstützt. Die USA wären natürlich nicht die USA, wenn es nicht auch sogenannte „Star Volunteers“ gäbe, denen jedes Jahr im April die „Star Volunteer Awards“ verliehen werden. Neben den Menschen selbst gehören dazu aber auch Firmen wie Datatel oder Exxon, die ihre Mitarbeiter motivieren konnten, bei Bibliotheksveranstaltungen wie Bücherflohmärkten mitzuwirken oder Bücher für den Sommerleseclub zu spenden.

Will man Menschen für Bibliotheken begeistern, muss man ihnen konkrete Ansatzpunkte geben: Auf der umfangreichen Webseite für Freiwillige im Rahmen der Bibliotheks-Homepage können interessierte Bürger erfahren, wie genau sie der Bibliothek helfen können. Unter „Volunteer Openings“ finden sich gerade gesuchte Aufgabenbereiche („Teach MS Office Suite“; „keep the area free of litter and debris“; „Offer computer instruction“) und unter „Volunteer Position Descriptions“ kann jede/r nachvollziehen, welche Positionen für Freiwillige existieren. Ist das Interesse erst einmal geweckt, können Anwärter sofort ein Online-Formular mit Ihren Wünschen, Interessen und Zeitvorstellungen ausfüllen, die Bibliothek nimmt anschließend Kontakt mit ihnen auf. Vorbildlich!

Link: http://www.fairfaxcounty.gov/library/volunteer/

Beitrag von Andreas Mittrowann