Archiv der Kategorie: Bibliothek: Marketing

USA: NYPL mit Marketingkampagne am „Black Friday“

Die New York Public Library hat in den USA Aufsehen erregt mit einer (ironischen) Marketingkampagne am „Black Friday“ in den USA. Die Nutzung der NYPL ist kostenlos – das wissen viele Menschen allerdings nicht. Die Anzeige „All Books are free“ in der New York Times zog viel Aufmerksamkeit auf sich und sorgte für doppelt so viele Online-Anmeldungen wie an einem üblichen Freitag.

Carrie Welch, Officer Public Relations an der NYPL führte dazu aus: „“The crazy thing about consumerism around the holidays is it’s slightly out of control; there are so many messages about how to spend money and we felt that this was a great opportunity to say: ‘You can get so much [at the library] for no money at all“.

https://www.thedrum.com/news/2018/11/29/we-ve-become-more-creative-ny-public-library-s-marketing-chief-black-friday-spoof

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Mini-Porträt: Die Skokie Public Library stellt sich dem Wandel 

Nordöstlich von Chicago in den USA befindet sich die Stadt Skokie mit rund 67.000 Einwohnern, die seit den 1950er Jahren besonders von Zuzügen aus Chicago profitiert. Die Stadtbibliothek vor Ort wurde 1929 gegründet. 2003 erhielt die frühere Leiterin Carolyn Anthony die Auszeichnung „Bibliothekarin des Jahres“ der Illinois Library Association, 2013 bis 2014 wurde sie zur Präsidentin der Public Library Association gewählt. 2014 zählte die Bibliothek mit 5 Sternen zur Spitzengruppe im nationalen Bibliotheksranking.

So weit, so gut. Besonders interessant wird es allerdings, wenn wir einen Blick auf die Mitarbeiterseite im Internet werfen, denn hier zeigt sich, wie offen und innovativ die Bibliothek mit dem Wandel umgeht. Auf der Seite http://bit.ly/2gcvJwp lernen wir, dass die Bibliothek unter anderem über eine „Communications and Marketing Managerin“, eine „Community Engagement Managerin“, einen „Learning Experiences Manager“ sowie einen „Virtual Community Engagement Manager“ verfügt. Dass dies nicht einfach nur leere Worthülsen sind, sondern klare Indizien für eine zukunftsgerichtete Aufstellung, zeigt auch das Blog der Bibliothek. Dort stehen neben dem Bestand vor allen Dingen die Programmarbeit und die Zielgruppen im Vordergrund: Neben Veranstaltungen zu Inklusion und Migration finden wir Programme zu Online-Ressourcen und zu STEAM (Science, Technology, Engineering, Arts & Design) oder Events im Bereich „BOOMBox“, einer neuartigen, interaktiven Zone in der Bibliothek. Und natürlich fehlen auch klassische Aktivitäten wie ein Sommerleseclub nicht. Für ihr Engagement in der Programmarbeit und damit einem der wichtigsten zukünftigen Bereiche in der Bibliotheksarbeit erhielt die Bibliothek 2016 den ALA Excellence in Library Programming Award.

Der verstärkte Fokus hin zur Kommune und den in ihr lebenden Menschen, der sich in der Bezeichnung „Community Manager“ ausdrückt, macht vor dem Hintergrund der zurückgehenden (nicht: verschwindenden) Bedeutung des Bestandes besonders viel Sinn, wenn man sich die Ergebnisse der australischen Studie „Victorian Public Libraries: Our Future, Our Skills“ vergegenwärtigt. Dort wurden 2013 mehr als 1400 Bibliotheksmitarbeiterinnen des Public Libraries Victoria Network zu ihren erforderlichen zukünftigen Kompetenzen interviewt. Befragt nach der wichtigsten professionellen Fähigkeit in fünf Jahren, platzierten die meisten Mitarbeiterinnen das Thema „Community needs analysis“ auf Platz eins, direkt gefolgt von „Community engagement“ auf Platz 2 mit mehr als 60 Prozent Zustimmung der Mitarbeiter*innen und knapp 90 Prozent Zustimmung der Leiter*innen.

Auch hinter dem Thema „Marketing“ verbirgt sich ein ernsthafter Anspruch seitens der Skokie Public Library: So berichtet die Professorin Lisa Hinchcliffe auf Twitter, dass die Bibliothek bereits seit 2006 ihre Kundenbindung mit Direct Mailings stärkt und dieses Werkzeug bereits früh den Erfordernissen der Smartphone-Ära angepasst hat – so werden aktuell bis zu 70 Prozent der Mailings auf mobilen Geräten geöffnet.

Link: http://bit.ly/2ify7qv
Link: https://skokielibrary.info

Beitrag von Andreas Mittrowann

Die Mehrheit der US-Amerikaner hält Bibliotheken für wichtig

Drei Viertel aller Bürger gaben in einer Befragung an, dass Bibliotheken sie mit den von ihnen benötigten Ressourcen versorgen, zwei Drittel stimmten darüber hinaus der Aussage zu, dass eine Schließung der lokalen Bibliothek einen negativen Effekt auf ihre Kommune hätte.

An der Befragung des Pew Research Instituts hatten mehr als 1.600 Bürger ab 16 Jahren teilgenommen. 80 Prozent davon wünschten sich eine Beratung zu digitalen Werkzeugen wie Computern und Smartphones, 57 Prozent erwarten komfortable Bereiche zum Lesen und Arbeiten.

http://goodereader.com/blog/digital-library-news/the-majority-of-americans-think-libraries-are-important

Beitrag / Übersetzung von Andreas Mittrowann

 

Bibliothekszukunft gestalten: Praxisbeispiel aus Cedar Rapids

Auf welche Bedarfe müssen Bibliotheken künftig reagieren? Wie können Ressourcen wirksam eingesetzt werden? Einer der „Königswege“, um diese Fragen zu beantworten, ist immer noch das direkte Gespräch mit den Bibliothekskunden in Form von sogenannten „Fokusgruppen“. Diesen Weg beschritt nun auch die y Cedar Rapids Public Libray im Bundesstaat Iowa in den USA. Die Stadt mit rund 130.000 Einwohnern gehört zu 23 Orten in den USA, die einen intensiven Dialog mit ihren Nutzern zur Zukunftssicherung begonnen haben.

Die Situation vor Ort ist nicht untypisch für eine Bibliothek in einem westlichen, demokratischen Land: Aufgrund eines gescheiterten Wählervotums im vergangenen Jahr (in den USA werden lokale Budgeterhöhungen für Bibliotheken häufig über eine Bürgerabstimmung zur Erhöhung bspw. der Grundsteuer entschieden) stand die Bibliothek vor Budgetkürzungen und einer Reduktion der Öffnungszeiten. Wie damit umgehen? Offensichtlich passen die Angebote und das Programm nicht mehr so gut wie früher zum Bedarf der Bürger.

Als Antwort darauf führte die Bibliothek in Abstimmung mit den kommunalen Entscheidern eine Interviewrunde vor Ort mit mehr als 40 Bürgern durch, in denen Fragen wie „Was sind die wichtigen Schritte, um die Bibliothek erfolgreich zu machen“ oder „Welche Faktoren machen die Kommune lebenswert?“ eine Rolle spielten. Kernfrage der Gruppeninterviews: Warum ist die Bibliothek für mich persönlich wichtig? „Ich wünsche mir, dass die Bibliothek mehr nach Außen geht, um sich bei den Menschen bekannt zu machen und für ihren Service zu werben“, so bspw. Hassan Selin. „Ich denke, ein Teil des Problems ist die Tatsache, dass einfach zu wenig Menschen die Bibliothek kennen und wissen, wie großartig sie ist“, führt er weiter aus.

Dara Schmidt, die Leiterin der Bibliothek: „In Zeiten mit begrenzten Ressourcen müssen wir schwierige Entscheidungen darüber fällen, was wichtig ist“. Sie drückt darüber hinaus ihre Überzeugung aus, dass der Prozess der Bürgerbeteiligung zu neuen Partnerschaften, einer verbesserten Effizienz und eine großartigen Vision der Bibliothek als kommunaler Ressource führen wird.

Das „Library Board of Trustees“ wird die aus den Fokusinterviews gewonnenen Informationen für ein Treffen zur strategischen Zukunftsplanung nutzen. Ein Video auf der Webseite unter dem angegebenen Link illustriert den Bericht und zeigt Ausschnitte aus den Gruppenarbeiten.

http://www.kcrg.com/content/news/Library-uses-community-input-to-shape-future-361356241.html

Eine Hilfestellung zur Durchführung von Fokusgruppen findet sich unter dem folgenden Link ab Seite 69 ff.

http://www.bildungspartner.schulministerium.nrw.de/Bildungspartner/1.-Ebene-Material/Lesekompetenz/kooperation_macht_staerker.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann
Übersetzungen vom Autor

Schwedische Kista Public Library als internationale Bibliothek des Jahres ausgezeichnet

Die Dänische Agentur für Kultur und die Softwarefirma Sytematic haben in Kooperation mit dem Weltverband der Bibliotheken IFLA die schwedische Kista Public Library als internationale Bibliothek des Jahres auf der IFLA-Jahrestagung im südafrikanischen Kapstadt ausgezeichnet.

„Schweden hat die beste öffentliche Bibliothek, wenn es nach Architektur, Innenraumgestaltung, der Nutzung digitaler Technologie sowie der lokalen Bürgerbeteiligung geht“, so die Jury. Insgesamt waren fünf Bibliotheken aus Spanien, Kenia, Australien, Neuseeland und Schweden nominiert.

Morten Lautrup-Larsen, der stellvertretende Direktor der Dänischen Agentur für Kultur ist sehr zufrieden mit der Schaffung des neuen Preises, mit dem Dänemark die Verbreitung fundamentaler demokratischer Werte durch Bibliotheken fördern will. In diesem Jahr wird der Preis in Zusammenarbeit mit der Public Library Section der IFLA verliehen und ist mit 5000 US-Dollar dotiert.

Link: http://modelprogrammer.kulturstyrelsen.dk/det-sker/public-library-of-the-year-award-2015/#.VdCw25eHqf-

Ein paar schöne Fotoimpressionen finden sich hier: https://www.flickr.com/photos/stockholms_stadsbibliotek/albums/72157646602157123

Danke an die Kollegen von www.bib-info.de für den Hinweis!

Beitrag von Andreas Mittrowann

IFLA-Impressionen 2014 (Teil 2)

Ein ganz besonderes Highlight auf der IFLA 2014 in Lyon stellte der Vortrag am 18. August von H.R.H. Prinzessin Laurentien der Niederlande dar. Zu ihren vielfältigen Aufgaben gehört der Vorsitz der niederländischen Reading and Writing Foundation. Die Prinzessin begann ihren Vortrag auf sehr wirkungsvolle Weise mit Fragen an das Publikum: Wer denkt, dass Bibliotheken bedroht sind? Wer denkt, dass dies nicht der Fall ist? Wer ist der Meinung, die Probleme resultierten aus dem Unverständnis der Politiker und wer fände, das der Wandel aus den Bibliotheken selbst heraus gestaltet werden müsse? Bemerkenswert: Ausgerechnet bei der letzten Frage hoben sich im Publikum die meisten Hände…. Die Prinzessin führte aus, dass Bibliotheken hervorragende Arbeit voller positiver Überraschungen leisteten, die Bibliothekare selbst jedoch viel zu sanft und zu schüchtern seien. Die positiven Beispiele und die Beiträge der Bibliotheken zum individuellen Bildungserfolg müssten deutlich stärker nach außen transportiert werden und manchmal sei ein einminütiges, überzeugendes und emotional ansprechendes Video in seiner Wirkung eben stärker als ein zehnseitiges Textdokument….

Die Prinzessin gab drei zentrale Empfehlungen:

  1. Stell’ Dich bei Deiner Überzeugungsarbeit in die Schuhe der Menschen, die Du überzeugen willst und sprich sie in „ihrer“ Sprache an.
  2. Gehe wachsam durch die Welt und erkenne die sich Dir bietenden Gelegenheiten. Wenn Du mitbekommst, dass Banken das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen wollen, dann nimmt den Kontakt mit ihnen auf und schau, was ihr gemeinsam bewirken könnt.
  3. Überrasche Dein Publikum: Tue ungewöhnliche Dinge, die man zunächst vielleicht nicht von Dir erwarten würde, um Aufmerksamkeit zu erhalten.

Als Beispiel nannte Prinzessin Laurentien hier die ungewöhnliche Modenschau einer polnischen Bibliothek, die im Internet auf breite Resonanz stieß.

Und natürlich sei die Partnerfrage für Bibliotheken zentral, um Erfolge verbuchen zu können: „Regarding the „How“: Step out and seek each others cooperation! Join hands with other societal trends, i.e. environmental issues. Bring in the outside world to the inside of the community!“.

Das Publikum dankte für einen inspirierenden Vortrag mit standing ovations.

Fortsetzung folgt…

Beitrag von Andreas Mittrowann

Konferenzbericht: Public Library Futures in a global digital world

Am 12. und 13. August 2014 fand im britischen Birmingham die IFLA-Konferenz „Public Library Futures in a global digital world“ mit rund 150 Gästen statt. Organisiert von der Public Libraries Section des bibliothekarischen Weltverbandes IFLA sowie den britischen Vereinigungen CILIP sowie SCL, standen im Mittelpunkt der Veranstaltung die Fragen nach der zukünftigen Ausrichtung der öffentlichen Bibliotheken und der gegenwärtige Transformationsprozess. Star der Veranstaltung war allerdings die großartige neue Birmingham Public Library, in der die Konferenz auch stattfand. Einen Eindruck vom Gebäude vermittelt ein Film auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=fZ50SgXYkUg

Der erste Tag stand unter dem Motto „Breaking down barriers between physical and digital“ und wurde von Brian Gambles, dem Direktor der Birminghamer Bibliothek, eröffnet. Sein Vortrag unter dem Motto „Future City, Future Library“, fokussierte zunächst auf die industriell geprägte Geschichte Birminghams und die Notwendigkeit von Kreativitätsförderung und Bildungsangeboten für eine sehr junge Einwohnerschaft. Was ist eine Bibliothek im 21. Jahrhundert? Diese Frage beantworte Gambles mit Stichworten wie „Wissenszentrum“, „Social Learning Hub“, „Kultureller Austausch“ und „Empowerment Centre“.

Das Vorgehen im digitalen Bereich basiert in Birmingham auf einer dreigeteilten Strategie: Physischen Angeboten wie Touchtables und Monitoren in der Bibliothek, digitalen Services wie E-Lending und Lösungen für die mobile Gesellschaft. Grundsätzlich gelte allerdings: „Nothing is more important than free WiFi and good Coffee“. Gambles und auch seine Mitarbeiterin während der Führung betonten: „It is not our library, it is theirs“, um die große Offenheit gegenüber den Kundenwünschen und eine bisher nur sehr zurückhaltende Reglementierung zu begründen. Es müsse allen Bibliothekaren sehr klar werden, dass Innovation eine Daueraufgabe und nicht etwa mit einer Neueröffnung beendet sei. Für die Mitarbeiter sei das eine besondere Herausforderung und keine Stellenbeschreibung sei unverändert geblieben.

Ein Beispiel aus Deutschland für das Verschmelzen von Informationen aus der physischen und digitalen Welt stellten Sarah Dudek und Vera Binz aus der Zentral- und Landesbibliothek Berlin vor. Der dort eingerichtete „Topic Room“ adressiert aktuelle Themen wie den 1. Weltkrieg oder die Bundestagswahl und setzt darüber hinaus eigene Akzente wie beispielsweise beim Thema Märchen, das sich als Publikumsrenner erwies. Die beiden Vortragenden machten sehr schön deutlich, dass Innovation auch in der kontinuierlichen Überarbeitung des Erarbeiteten besteht – so sieht der aktuelle Topic Room nach einer Renovierungsmaßnahme anders aus als die erste Version  und enthält eine neue Möblierung sowie anders gestaltete Bildschirme und digitale Präsentationen inklusive einer eigens entwickelten App.

Ein Highlight des Tages war ganz sicher auch der Vortrag von Corinne Hill, Direktorin der Chattanooga Public Library und „Librarian of the Year 2014“. Die noch vor einigen Jahren unter der vorherigen Leitung stark kritisierte Bibliothek ist ein hervorragendes Beispiel für positiven Wandel. Hill präsentierte unter dem neu formulierten Mission Statement „To be the community’s catalyst for life long learning“ ein Bündel von Maßnahmen, die von einer sehr gezielten Teamentwicklung („Collaborate, Create, Control, Compete“) über Projekte wie ein Fablab und eine „Sandbox“ bis hin zur gemeinschaftlichen Ausräumung eines Möbellagers im 4. Stock der Bibliothek reichen, in dem ein völlig neuer Bereich für Events und experimentelle Maßnahmen geschaffen wurde: http://chattlibrary.org/4th-floor. Prägende Begriffe sind Transformation,  Zugang durch die Kunden („Customer Access“), technologische Plattformen und „Responsive Collections“. Hill ging auch auf ein immer wiederkehrendes Thema ein, das bereits von Brian Gambles adressiert worden war: Wie können Mitarbeiter für Wandel und Veränderung gewonnen werden? Während Gambles sich auf die 20-60-20-Regel berief (20 Prozent der Mitarbeiter ziehen bei Veränderungen mit, 60 Prozent sind offen und 20 Prozent dagegen), plädierte Hill für einen konsequenten und unmissverständlichen Stil („Don’t get in my way“), auch wenn sie generell sehr für kooperative Führung sei. Als richtige erkannte Entscheidungen müssten auch durchgesetzt werden – konkret äußert sich das beispielsweise u.a. in der deutlichen Reduktion von Kosten für kaum genutzte Datenbanken. Der so gewonnene Etat wird dem Printbereich zugeführt. Bei Hill wurde deutlich, dass der Wandel insbesondere über eine klare Strategie und die Gewinnung neuer, hoch motivierter Mitarbeiter gesteuert wird, während in Birmingham eine Strategie der „small steps to change“ eingesetzt wird: Eine komplette Neugestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation, ein „Customer Experience Pool“ sowie ein neues Corporate Design plus ein „Dress Code“ für alle Mitarbeiter sind einige der Elemente für den Wandel in Birmingham. Einen weiteren Höhepunkt des ersten Tages bildete der Vortrag von Laura Cole von der Bexar County Bibliotech Library, über die bereits an anderer Stelle berichtet wurde. Ein ähnlicher Vortrag findet sich hier.

Der zweite Konferenztag stand unter dem Motto „Libraries in the digital economy“ und wurde gleich zu Beginn durch einen hervorragenden Beitrag von Jens Thorhauge geprägt. Sein Vortragstitel „Transforming  public libraries in the knowledge society“ machte seine Überzeugung deutlich, dass ein völlig neues Modell notwendig sei, um die Bibliotheken für den schnellen Wandel fit zu machen. Im Zentrum seiner Präsentation stand daher folgerichtig das neue dänische Bibliotheksmodell mit den Schlagworten Innovation, Experience, Empowerment und Involvement, dass bereits an anderer Stelle ausführlich geschildert worden ist. Viele weitere Beispiele aus China, Spanien, Großbritannien, Australien und weiteren Nationen machten deutlich, dass der Wandel in Bibliotheken eine globale Aufgabe ist, die gemeinsam bewältigt werden kann.

Beitrag von Andreas Mittrowann

China: Automatenbibliotheken auf dem Vormarsch

Die Stadtbibliothek Köln hat vor kurzer Zeit den ersten Krimiautomaten einer öffentlichen Bibliothek vorgestellt. In China scheinen sich die „Automatenbibliotheken“ dagegen noch viel stärker durchzusetzen – auch, wenn sie eine echte Bibliothek mit kompetenten Mitarbeitern, Lern- und Austauschmöglichkeiten und einem breiten Informationsangebot nicht ersetzen können.

Die Website Xinhuanet berichtet nun vom verstärkten Einsatz dieser Selbstbedienungsmöglichkeit in Pekings Chaoyang Distrikt – dort wurden für die 2,9 Millionen Einwohner bereits 119 Automaten in 43 Vierteln aufgestellt. Nutzer können mit ihrem Personalausweis (!) gegen ein Pfand von 100 Yuan maximal fünf Bücher ausleihen. Die Automaten sollen unter anderem dazu beitragen, die Lesebegeisterung der Chinesen anzukurbeln, die laut dem Artikel aktuell durchschnittlich 4,39 Bücher pro Jahr lesen – in Deutschland liegt dieser Wert übrigens bei knapp neun Büchern.

Link:
http://news.xinhuanet.com/english/china/2013-08/28/c_132670649.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

National Libraries Day in Großbritannien

Die Website des britischen Bibliotheksverbandes CILIP berichtet von der sehr positiven Medienresonanz auf den britischen Bibliothekstag am 16. Februar. So berichteten unter anderem BBC 1 Breakfast, die „Chris Evans Radio 2 Show“ (mit 9.5 Millionen wöchentlichen Hörern) und es gab Interviews auf zahlreichen Lokalsendern sowie natürlich eine große Zahl an Zeitungsberichten.

CILIP-Präsident Phil Bradley weist allerdings auch auf die traurige Tatsache hin, dass einige Bibliotheken aus personellen oder anderen Gründen nicht in der Lage waren, teilzunehmen und dankt abschließend allen Beteiligten:
“Finally, I’d really like to thank everyone else who was involved with the day – all of the campaigners who spoke to the journalists, the campaign groups who really pushed the importance of saving their libraries, all the staff who got involved, everyone who tweeted, blogged, visited a library or told a friend and the celebrities who gave up their time as well. It was a great event, and here’s looking forward to next year!”

Der offensichtliche Erfolg der Veranstaltung vor dem Hintergrund der dramatischen Mittelkürzungen in britischen Bibliotheken macht Mut und lässt hoffen.

Link: http://www.cilip.org.uk/news-media/Pages/news130211.aspx

Beitrag von Andreas Mittrowann

Britische Preise für Exzellenz im Bibliotheksmarketing verliehen

Das “Chartered Institute of Library and Information Professionals” (CILIP) hat den diesjährigen Hauptpreis für Exzellenz im Bibliotheksmarketing an Kay Grieves and Michelle Halpin verliehen. Die beiden Kolleginnen von der University of Sunderland sind seit drei Jahren die ersten Gewinnerinnen und erhielten die goldene Auszeichnung für ihre Kampagne: Abenteuer in Konversation: Unser Qualitätsversprechen, mit der Bibliotheksmitarbeiter/innen sowie Kundinnen und Kunden zur Nutzung sozialer Medien ermutigt werden sollen, um die Kommunikation zu verbessern. Die Jury beschrieb das Design und die Markenbildung als herausragend und war besonders vom Marketingplan für die Kampagne beeindruckt.

Silber ging an Charlotte Heppell, Miggie Picton, Nick Dimmock und Fiona MacLellan von der Northampton University für ihre Initiative „Research Active“, in deren Rahmen die erste Bibliotheks- und Lernkonferenz in Northampton beworben wurde. Sarah Hassan erhielt Bronze für Norfolk County Councils Kampagne „Great Reading Takeaway“, in der mit ungewöhnlichen Partnern – beispielsweise Essensanbietern – das Lesen im Kontext verschiedener Kulturen und ihrer jeweiligen lokalen Küche beworben wurde.

Tonya Chirgwin, Vorsitzende von CILIPs Publicity and Public Relations Group unterstrich anlässlich der Preisverleihung die Bedeutung von Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg für Bibliotheken.

Link und weitere Informationen:
http://www.cilip.org.uk/news-media/Pages/news121127.aspx

Beitrag von Andreas Mittrowann