China: Automatenbibliotheken auf dem Vormarsch

Die Stadtbibliothek Köln hat vor kurzer Zeit den ersten Krimiautomaten einer öffentlichen Bibliothek vorgestellt. In China scheinen sich die „Automatenbibliotheken“ dagegen noch viel stärker durchzusetzen – auch, wenn sie eine echte Bibliothek mit kompetenten Mitarbeitern, Lern- und Austauschmöglichkeiten und einem breiten Informationsangebot nicht ersetzen können.

Die Website Xinhuanet berichtet nun vom verstärkten Einsatz dieser Selbstbedienungsmöglichkeit in Pekings Chaoyang Distrikt – dort wurden für die 2,9 Millionen Einwohner bereits 119 Automaten in 43 Vierteln aufgestellt. Nutzer können mit ihrem Personalausweis (!) gegen ein Pfand von 100 Yuan maximal fünf Bücher ausleihen. Die Automaten sollen unter anderem dazu beitragen, die Lesebegeisterung der Chinesen anzukurbeln, die laut dem Artikel aktuell durchschnittlich 4,39 Bücher pro Jahr lesen – in Deutschland liegt dieser Wert übrigens bei knapp neun Büchern.

Link:
http://news.xinhuanet.com/english/china/2013-08/28/c_132670649.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

National Libraries Day in Großbritannien

Die Website des britischen Bibliotheksverbandes CILIP berichtet von der sehr positiven Medienresonanz auf den britischen Bibliothekstag am 16. Februar. So berichteten unter anderem BBC 1 Breakfast, die „Chris Evans Radio 2 Show“ (mit 9.5 Millionen wöchentlichen Hörern) und es gab Interviews auf zahlreichen Lokalsendern sowie natürlich eine große Zahl an Zeitungsberichten.

CILIP-Präsident Phil Bradley weist allerdings auch auf die traurige Tatsache hin, dass einige Bibliotheken aus personellen oder anderen Gründen nicht in der Lage waren, teilzunehmen und dankt abschließend allen Beteiligten:
“Finally, I’d really like to thank everyone else who was involved with the day – all of the campaigners who spoke to the journalists, the campaign groups who really pushed the importance of saving their libraries, all the staff who got involved, everyone who tweeted, blogged, visited a library or told a friend and the celebrities who gave up their time as well. It was a great event, and here’s looking forward to next year!”

Der offensichtliche Erfolg der Veranstaltung vor dem Hintergrund der dramatischen Mittelkürzungen in britischen Bibliotheken macht Mut und lässt hoffen.

Link: http://www.cilip.org.uk/news-media/Pages/news130211.aspx

Beitrag von Andreas Mittrowann

Britische Preise für Exzellenz im Bibliotheksmarketing verliehen

Das “Chartered Institute of Library and Information Professionals” (CILIP) hat den diesjährigen Hauptpreis für Exzellenz im Bibliotheksmarketing an Kay Grieves and Michelle Halpin verliehen. Die beiden Kolleginnen von der University of Sunderland sind seit drei Jahren die ersten Gewinnerinnen und erhielten die goldene Auszeichnung für ihre Kampagne: Abenteuer in Konversation: Unser Qualitätsversprechen, mit der Bibliotheksmitarbeiter/innen sowie Kundinnen und Kunden zur Nutzung sozialer Medien ermutigt werden sollen, um die Kommunikation zu verbessern. Die Jury beschrieb das Design und die Markenbildung als herausragend und war besonders vom Marketingplan für die Kampagne beeindruckt.

Silber ging an Charlotte Heppell, Miggie Picton, Nick Dimmock und Fiona MacLellan von der Northampton University für ihre Initiative „Research Active“, in deren Rahmen die erste Bibliotheks- und Lernkonferenz in Northampton beworben wurde. Sarah Hassan erhielt Bronze für Norfolk County Councils Kampagne „Great Reading Takeaway“, in der mit ungewöhnlichen Partnern – beispielsweise Essensanbietern – das Lesen im Kontext verschiedener Kulturen und ihrer jeweiligen lokalen Küche beworben wurde.

Tonya Chirgwin, Vorsitzende von CILIPs Publicity and Public Relations Group unterstrich anlässlich der Preisverleihung die Bedeutung von Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg für Bibliotheken.

Link und weitere Informationen:
http://www.cilip.org.uk/news-media/Pages/news121127.aspx

Beitrag von Andreas Mittrowann

Isländische Bibliothekskonferenz 2012

Durch Vermittlung des Goethe-Instituts Kopenhagen und der dortigen Bibliotheksleiterin Beate Detlefs durfte ich in der vergangenen Woche auf dem zweijährlich stattfindenden isländischen Bibliothekartag „Landsfundur Upplysingar“ des Bibliotheksverbandes „Upplysing“ („Informationsvereinigung“) einen Vortrag zum Thema „Bibliothek der Zukunft“ halten. Meine Schwerpunkte waren dabei die Themen demographischer Wandel, digitale Entwicklungen und die “Bibliothek als Ort”.

In Island mit seinen 320.000 Einwohnern gibt es insgesamt mehr als 550 Bibliothekarinnen und Bibliothekare, von denen knapp 200 an der professionell organisierten Zusammenkunft teilnahmen. Die Tagung fand in Kópavogur statt, einem Vorort von Reyjkjavik mit rund 30.000 Einwohnern. Im Ballungsraum Reykjavik wohnen rund zwei Drittel der Bevölkerung, deren Sprache sich seit rund 1000 Jahren kaum verändert hat. Somit ist im Prinzip jeder Isländer auch heute noch fähig, die Edda und den Codex Regius zu entziffern und zu verstehen. Neue Begriffe werden weitgehend in die Sprache integriert, so heißt “Computer” in der isländischen Sprache “Rechenhexe“. In Island werden Tradition und Innovation hervorragend vereint, das reicht von der Pflege des historischen Erbes bis hin zur Versorgung des Landes ausschließlich mit geothermischer und durch Wasser erzeugter Energie.

Die Konferenz stand unter dem Motto „Gagn og Gaman“ – „zur Nutzung und zur Freude“. Meine Co-Redner waren Ross Todd, Associate Professor an der School of Communication and Information der Rutgers University in den USA mit einem Vortrag zum Thema „Informations- und Medienkompetenz“ sowie Phil Bradley, der Vorsitzende des britischen Bibliotheksverbandes CILIP.

In einer echten „Brandrede“ berichtete Letzterer von der extrem kritischen Situation in Großbritannien: Insgesamt sind bzw. werden 600 Bibliotheken geschlossen und jeden Tag gibt zudem eine Buchhandlung auf – bisher sind es insgesamt 2000. Phil Bradley rief die Kolleginnen und Kollegen auf mitreißende und bewegende Weise zum Stolz auf ihre Profession sowie zur Stärke auf und riet dringend dazu, die Vermittlung von Informationen zum “Kernprodukt” der Bibliothek zu machen. Seine Ausgangsthese lautete, dass klassische Suchmaschinen wie Google bald ihr Ende erleben werden, da mittlerweile einfach zu viel Informationen im Internet verfügbar seien und dies von einer konventionellen Suchmaschine nicht mehr erledigt werden könne. Er brachte zahlreiche Beispiele zum „next big thing“, nämlich der „sozialen Suche“, die Netzwerke wie Facebook, Google+ und Twitter einbezieht. Unter anderem sagte er auch eine Suchmaschine von Facebook für das kommende Jahr voraus. Aufgabe der Bibliothekare sei es demzufolge, so vernetzt wie möglich zu arbeiten, um bei einer Suche alle verfügbaren Kontakte und sozialen Quellen einbeziehen zu können.

Das Publikum nahm die Rede begeistert auf und spendete viel Beifall. In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die dringende Notwendigkeit von Schulungsprogrammen, um die Kompetenzen im Berufsfeld weiterzuentwickeln sowie um die notwendige Verjüngung der Profession. Die Themen der Konferenz habe ich als topaktuell und fachlich sehr relevant empfunden, verbunden mit einer angenehmen, heiteren und professionellen Atmosphäre. Glückwunsch an die isländischen Kolleginnen und Kollegen!

Insgesamt habe ich im Rahmen des Aufenthaltes auch drei Bibliotheken besichtigt, dazu finden sich unter den folgenden Links ein paar kleine Impressionen:
-    Kopavogur Public Library
-    Nordic House Library (Kulturinstitut der nordischen Länder)
-    Reykjavik Public Library

Link zum Konferenzprogramm:
http://www.upplysing.is/displayer.asp?Page=460&p=ASP\Pg460.asp

Beitrag von Andreas Mittrowann

Kleiner IFLA-Rückblick (5): Rebecca Hope Renard, DC Public Library – “Jugend202″

In den Vereinigten Staaten spielen Telefonvorwahlen eine deutlich größere Rolle für die Identifikation mit der eigenen Stadt als in Deutschland. Kein Wunder also, dass ein Jugendprojekt in Washington DC die lokale Vorwahl „202“ zum Bestandteil des Projektnamens machte. Das Multimediaprojekt „Youth202“ der Washington Public Library wurde im Rahmen eines Sommerprogramms für Teenager im Jahr 2010 „geboren“ und hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche bei der Schaffung ihrer eigenen Inhalte und einer damit entstehenden Wissenswelt zu unterstützen. Im Zentrum steht dabei die Website http://www.youth202.org, zum Gesamtprojekt gehören aber auch ein Twitter-Feed und ein von den Jugendlichen gestaltetes Radioprogramm.

Natürlich sind die entsprechenden Inhalte entscheidend für den Projekterfolg:

  • Veranstaltungskalender für Jugendliche,
  • Angebote für Arbeitsplätze, Voluntariate, Praktika und Nachmittagsbetreuung,
  • Verknüpfungen mit Bibliotheksservices zur Hausaufgabenhilfe und entsprechende Datenbanken,
  • Rezensionen zu Büchern, Musik, Filmen und Spielen, die ausschließlich von Jugendlichen geschrieben wurden,
  • Links zu regionalen Beratungsangeboten und entsprechenden Onlinequellen bei familiären oder persönlichen Problemen,
  • Einer regelmäßigen Beratungskolumne (“Fragen Sie….”),
  • Volltextsuche und Tag Cloud für das schnelle Finden der gewünschten Inhalte.

Die Kollegin hat während ihres Vortrages besonders betont, dass diese Angebote eine wichtige Lücke füllen, denn die meisten Informationsangebote richten sich an Erwachsene. Die Bibliothek hat das Projekt insbesondere durch ein Schulungsprogramm für die Jugendlichen begleitet, in dem die wesentlichen Prinzipien für die Informationsvermittlung trainiert wurden. Im Mittelpunkt stand dabei die RADCAB-Methode.

Rebecca Hope Renard ist Pädagogin und hat sich bereits intensiv in ihrer Vergangenheit mit Multimediapädagogik beschäftigt. Es handelt sich offensichtlich um eine Initiative mit vielen Beteiligten, die ein hohes Maß an Vernetzung erforderlich macht, aber es lohnt sich:

„By pairing youth with adult library and community media professionals who are skilled in working with teens and who are experts in the information and media fields, Youth202 supports teens’ youth development needs, while developing their 21st century literacy
skills. With our community partner, Radio Rootz, a non-profit organization specializing in youth radio, teens are trained in research, information analysis, digital audio production, interviewing, online writing, “cyber-marketing”, and a host of other skills,
while working collaboratively to create content that they share with their peers.“

Link: http://conference.ifla.org/sites/default/files/files/papers/wlic2012/141-renard-en.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Weltkongress der Bibliotheken mit mehr als 3000 Teilnehmern

Vom 11. bis zum 17. August fand unter dem Motto „Libraries Now! – Inspiring – Surprising – Empowering“ im finnischen Helsinki der 78. Weltkongress der Bibliotheken statt. Der Veranstalter International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) zeigte sich zufrieden mit der Akzeptanz: Präsidentin Ingrid Parent sprach in der Generalversammlung von mehr als 3000 Teilnehmern. In weit über 200 „Sessions“ stellte der Weltverband die Vielfalt der globalen Bibliothekswelt unter Beweis: Leseförderung, multikulturelle Bibliotheksarbeit, digitale Projekte, wissenschaftliche Literaturversorgung im 21. Jahrhundert, neue Standards für Metadaten, Bildungsförderung durch Gefängnisbibliotheken, Bibliotheksarbeit für Obdachlose oder die Bibliothek als Ort waren nur einige der Themen. Nachhaltige Eindrücke haben neben anderen die folgenden Vorträge beim Autor hinterlassen:

Im Rahmen des Kongresses verlieh die Bill and Melinda Gates Foundation erneut den “Access to Learning Award“, mit dem in diesem Jahr die Community Technology Centers in der Dominikanischen Republik ausgezeichnet wurden.

Die Stimmung im durchweg sonnigen Helsinki war überaus positiv und die finnischen Kollegen organisierten die Veranstaltung mit höchster Professionalität.  Auf Wiedersehen 2013 in Singapur! Der IFLA-Kongress 2014 wird übrigens im französischen Lyon stattfinden.

Link: http://conference.ifla.org/ifla78

Beitrag von Andreas Mittrowann

Entscheider in die Bibliothek!

Ihre lokalen Politiker interessieren sich nicht für die Stadtbibliothek? Die US-amerikanische Journalistin und Expertin für Bibliotheksmarketing Kathy Dempsey weist im Blog „The ‚M‘ Word – Marketing Libraries“ auf ein Webinar der American Library Association hin, das genau bei der eingangs gestellten Frage ansetzt: „Getting Decision Makers Into Your Library“ will Wege und Methoden aufzeigen, um die Entscheider auf die beste Art und Weise zu überzeugen:  Indem man sie in die Bibliothek holt.

Die Seminarbeschreibung weist auf Studien hin, nach denen persönliche Besuche vor Ort durch Entscheider klare Faktoren für den Bibliothekserfolg darstellen.  Kathy Dempsey nennt als konkretes Beispiel den Aufsatz „Inviting Legislators into School Libraries“, der hier abgerufen werden kann. Übrigens: Beim Lesen englischer Texte im Internet kann es sehr hilfreich sein, den Google Dienst „Translate“ zu nutzen. Wählen Sie einfach die zu übersetzende Sprache aus und kopieren die URL der betreffenden Seite in das entsprechende Feld – fertig. Zwar ist das Ergebnis nur begrenzt aussagekräftig, aber die wesentlichen Inhalte des Textes werden oft deutlich.

Zurück zum ALA-Webinar: Die Inhalte können Sie in hier in einem rund einstündigen Video nachträglich verfolgen.

Link: http://themwordblog.blogspot.de/2012/07/webinar-tomorrow-getting-decision.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Kanadische Bibliothekskonferenz gewinnt bekannte Persönlichkeiten

Die jährliche Bibliothekskonferenz der Canadian Library Association findet vom 30. Mai bis zum 2. Juni in Ottawa statt und kann sich 2012 mit bekannten kanadischen Journalisten und Buchautoren als Impulsredner schmücken. Evan Solomon, Rob Russo und Lawrence Martin gaben Zusagen für Beiträge zur Veranstaltung. Interessant dabei ist, dass die Beiträge von der Gewerkschaft „Canadian Union of Public Employees“ gesponsert werden.

Der Konferenz gehen „Pre-Conference Sessions“ voraus unter anderem zu den Themen „Advocacy“ – also das systematische Eintreten für Bibliotheksbelange -, Urheberrecht sowie Bibliothekskooperationen. Besonders spannend dürfte die Nachmittagsveranstaltung “CLA on the Hill – Advocacy Afternoon” auf dem Parliament Hill werden: Den Konferenzteilnehmern wird die Chance geboten, Mitglieder des Parlaments sowie Senatoren und ihre Mitarbeiter zu treffen und mit Ihnen die aktuellen Herausforderungen der Bibliothekswelt zu besprechen.

Die Veranstaltung selbst bietet das übliche, breit aufgestellte Konferenzprogramm, unter anderem mit Vorträgen zu den Themen

  • Community Impact: Transforming Lives through Libraries mit Troy Anderson, Customer Education Specialist bei Gale, part of Cengage Learning; Stephen Abram, Vice President, Strategic Markets and Partnerships, ebenfalls bei Gale und Nader Qaimari, Senior Vice President, Marketing, Cengage Learning,
  • Making a Lasting Impression: Building our Brand in our Branches mit Tina Thomas, Director, Marketing and Fund Development, Edmonton Public Library oder
  • E-Book Licensing: Sharing Best Practices and Imagining Future Strategies mit Tara Wong, Coordinator, Digital Services, Ottawa Public Library,  Colleen Neely, Head, Technical Services, Carleton University,  Louise White, Associate University Librarian (Marine, Music & Education) Memorial University of Newfoundland und Scott Wasinger, Senior Director of Sales, eBooks and Audiobooks bei EBSCO Publishing.

Weitere Informationen und das Gesamtprogramm finden sich hier:
http://bit.ly/H9m6qv und http://www.cla.ca/conference/2012/

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

 

Sieger des „CILIP Libraries Change Lives”-Preises stehen fest

Das Kent County Council gewinnt mit seinem Projekt “Making the Difference” den CILIP Libraries Change Lives Award 2011. Ziel des Preises des britischen Bibliothekverbandes “Chartered Institute for Library and Information Professionals” ist es, innovative Bibliotheksprojekte in ihrer Wirkung und Bedeutsamkeit sichtbar zu machen. Im Fokus des diesjährigen Gewinnerprojektes stehen Menschen mit Lernbehinderungen in Bibliotheken und die damit verbunden Ausrichtung, ihnen ein aktiveres Leben in der Kommune zu ermöglichen.

Seit April 2010 haben mehr als 1000 Menschen an dem Projekt teilgenommen und von der „Informationsbibliothek“ profitiert, die von Menschen mit Lernbehinderungen betrieben wird, die von ihnen ausgewählten Bestände mit niedrigen Zugangsschwellen genutzt sowie die speziellen Möglichkeiten für die freiwillige Mitarbeit und Hospitationen getestet.

Der CILIP Award wird nun im zwanzigsten Jahr vergeben und beinhaltet ein Gewinner-Preisgeld für 4000 britische Pfund und jeweils weitere 1500 Pfund für den zweiten und den dritten Platz.

Weitere Informationen: www.cilip.org.uk/lcla

Beitrag von Andreas Mittrowann

Warum Bibliotheken immer noch zählen

Die Online-Zeitschrift „Salon“ setzt sich in einem lesenswerten Themenschwerpunkt mit der Notwendigkeit und dem Wert von Bibliotheken auseinander, denn: „Public libraries across the nation and the globe now face drastic funding cuts from politicians and administrators who often claim that they’re obsolete.” Die vielen von “Slate” aus den vergangenen Monaten zusammengestellten Beispiele zeigen, wie lebendig und bedeutsam die Bibliotheken im US-amerikanischen Alltag für die Bürger an jedem einzelnen Tag sind:

  • Ein Bericht zum 100. Jubiläum der New York Public Library am 23. Mai beschreibt die Einzigartigkeit der „Institution Bibliothek“, ihre Unterstützung und Förderung von Menschen, die sich keine E-Reader und keinen heimischen Internetanschluss leisten können, den „Ort Bibliothek“ mit seiner unverwechselbaren Atmosphäre sowie die simple Tatsache, dass nicht jeder Wissensinhalt über einen Bildschirm transportiert und nicht jedes Lernerlebnis digitalisiert werden kann – mögen es der Schreibtisch von Charlotte Brontë, eine Orginalausgabe von Shakespeare, ein interaktives Lernszenario oder die Hausaufgabenhilfe in der Bibliothek sein.
  • In Camden, New Jersey sollen alle Zweigbibliotheken geschlossen werden – Interviews mit Beteiligten und Betroffenen zeigen, auf welche Werte und welchen Bildungsnutzen die dortigen Bürger demnächst verzichten müssen.
  • Wie kommt der Leser zum Buch? In einem Artikel zeigt Laura Miller, wie wichtig immer noch die Empfehlung von Mensch zu Mensch unter Umgehung sämtlicher Empfehlungsalgorithmen ist.
  • Wie veändern sich die Bibliothek und ihre Kunden, wenn sich der Standort mitten in einem Einkaufszentrum befindet? Ein Beispiel aus Dallas zeigt die Explosion der Besucherzahl und der Nutzung, wenn Bibliotheken sich genau am richtigen Ort befinden.

Viele weitere Beispiele finden sich unter dem folgenden Link:
http://www.salon.com/books/libraries_and_librarians/?story=/books/la

Beitrag von Andreas Mittrowann