Archiv der Kategorie: Bibliothek: Leseförderung

Studie weist Zusammenhang von Schulbibliothekaren und Leseleistung nach

Eine neue Studie des „Library Research Services“ hat auf Basis von standardisierten Lesetests im US-Staat Colorado aus 2005 und 2011 einen Zusammenhang zwischen der Tätigkeit eines vollzeitbeschäftigten Schulbibliothekars bzw. einer -bibliothekarin und guten Leseleistungen bei den Schülern nachgewiesen: „There is a positive and statistically significant relationship between advanced reading levels and endorsed librarian staffing trends,“ so die Kernaussage der Untersuchung.

Demnach verbesserten 45 Prozent der Schüler der „Grades“ 3 bis 10 an Schulen, die eine/n Bibliothekar/in beschäftigen oder neu eingestellt hatten, ihre Leseleistung. Im Vergleich dazu konnten an Schulen ohne Bibliothekar/in nur 29 Prozent der Schüler ihre entsprechende Leistung verbessern.

Weitere Informationen:
http://www.schoollibraryjournal.com/slj/home/893803-312/full-time_school_librarians_linked_to.html.csp

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Kalifornien: Studenten lernen lieber mit Büchern

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Library Journal“ berichtet über eine Studie der US-amerikanischen University of California Libraries, nach der Studenten nach eigener Auskunft lieber mit Büchern lernen. Die Untersuchung wurde im Rahmen eines Springer E-Books-Projektes durchgeführt und bezog 2561 Befragte ein.

Gestellt wurde unter anderem auch die zentrale Frage: „Bevorzugen Sie für Ihre akademische Arbeit im Allgemeinen eher gedruckte Bücher oder E-Books ?“. Von den 273 Studierenden der „Undergraduates sagten daraufhin 53 Prozent, sie bevorzugten gedruckte Bücher. Library Journal hebt besonders die Tatsache hervor, dass als Grund hauptsächlich Konzentrations- und Erinnerungschwierigkeiten beim Lernen vor dem Computer angegeben wurde.

Quelle: Library Journal, Ausgabe Juli 2011, Vol. 136, No. 12, Seite 14f.

Link zur Studie: http://www.cdlib.org/services/uxdesign/docs/2011/academic_ebook_usage_survey.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Warum Bibliotheken immer noch zählen

Die Online-Zeitschrift „Salon“ setzt sich in einem lesenswerten Themenschwerpunkt mit der Notwendigkeit und dem Wert von Bibliotheken auseinander, denn: „Public libraries across the nation and the globe now face drastic funding cuts from politicians and administrators who often claim that they’re obsolete.” Die vielen von „Slate“ aus den vergangenen Monaten zusammengestellten Beispiele zeigen, wie lebendig und bedeutsam die Bibliotheken im US-amerikanischen Alltag für die Bürger an jedem einzelnen Tag sind:

  • Ein Bericht zum 100. Jubiläum der New York Public Library am 23. Mai beschreibt die Einzigartigkeit der „Institution Bibliothek“, ihre Unterstützung und Förderung von Menschen, die sich keine E-Reader und keinen heimischen Internetanschluss leisten können, den „Ort Bibliothek“ mit seiner unverwechselbaren Atmosphäre sowie die simple Tatsache, dass nicht jeder Wissensinhalt über einen Bildschirm transportiert und nicht jedes Lernerlebnis digitalisiert werden kann – mögen es der Schreibtisch von Charlotte Brontë, eine Orginalausgabe von Shakespeare, ein interaktives Lernszenario oder die Hausaufgabenhilfe in der Bibliothek sein.
  • In Camden, New Jersey sollen alle Zweigbibliotheken geschlossen werden – Interviews mit Beteiligten und Betroffenen zeigen, auf welche Werte und welchen Bildungsnutzen die dortigen Bürger demnächst verzichten müssen.
  • Wie kommt der Leser zum Buch? In einem Artikel zeigt Laura Miller, wie wichtig immer noch die Empfehlung von Mensch zu Mensch unter Umgehung sämtlicher Empfehlungsalgorithmen ist.
  • Wie veändern sich die Bibliothek und ihre Kunden, wenn sich der Standort mitten in einem Einkaufszentrum befindet? Ein Beispiel aus Dallas zeigt die Explosion der Besucherzahl und der Nutzung, wenn Bibliotheken sich genau am richtigen Ort befinden.

Viele weitere Beispiele finden sich unter dem folgenden Link:
http://www.salon.com/books/libraries_and_librarians/?story=/books/la

Beitrag von Andreas Mittrowann

Ein Loblied auf die Stadtbibliothek Turku

Jenni Roth beschreibt im Blatt »KINDERZEIT« in der heutigen Ausgabe der »ZEIT« die vielen Vorzüge der Stadtbibliothek im finnischen Turku aus der Perspektive der jüngsten Besucher. Ob »Marktplatz«, Schmökern in Mangas oder DVD-Ausleihe: »Die meisten gehen sowieso gern in die Bücherei«. Das hat natürlich auch etwas mit den Rahmenbedingungen zu tun, denn in Finnland sind die Kommunen dazu verpflichtet, eine Bibliothek zu unterhalten und der Staat hilft mit. Fazit: »So haben vielleicht all die tollen Bibliotheken dabei geholfen, Finnland zum Pisa-Weltmeister zu machen.«

Beitrag von Andreas Mittrowann

Britische Studie weist Zusammenhang von Bibliotheksnutzung und Lesekompetenz nach

Junge Bibliotheksnutzer sind doppelt so häufig überdurchschnittliche Leser wie vergleichbare Kinder und Jugendliche. Das ist das Ergebnis einer Studie des britischen „National Literacy Trust“, die kürzlich veröffentlicht wurde. Mehr als 17.000 britische Schüler zwischen 8 und 16 Jahren nahmen an der Untersuchung teil. Die zentralen Ergebnisse:

  • Mit 44 Prozent nutzen fast die Hälfte der Teilnehmer die öffentliche Bibliothek.
  • Unter den Bibliotheksnutzern lesen 47 Prozent auch außerhalb der Schule, während dieser Anteil bei den Nichtnutzern nur 22 Prozent beträgt.
  • 7 bis 11jährige nutzen die Bibliothek dreimal so häufig wie 14 bis 16jährige.
  • Über ein Drittel der bibliotheksaffinen jungen Menschen sind davon überzeugt, dass die Bibliothek zu ihrem Schulerfolg beiträgt.
  • Die beiden häufigsten Gründe für die Nichtnutzung: Familie und Freunde sind selbst keine Bibliothekskunden.

Jonathan Doyle, der Direktor des National Library Trust äußerte sich zu den Ergebnissen: „Unsere Studie hat gezeigt, welch wichtige Rolle die Bibliotheken bei der Unterstützung von Lesekompetenz spielen. Im heutigen Großbritannien hat einer von sechs Menschen Probleme mit dem Lesen, dem Schreiben und der Kommunikation, was Auswirkungen auf Gesundheit, Selbstsicherheit und Arbeitsmarktfähigkeit haben kann.“

Link: http://www.literacytrust.org.uk/news/2984_children_who_use_the_library_are_twice_as_likely_to_be_above_average_readers

Beitrag von Andreas Mittrowann

Australische Bibliothekspreise verliehen

Die Australian Library and Information Association ALIA hat ihre diesjährigen „Library Stars“ an ausgewählte Bibliotheken übergeben. Im Bereich „Kinder und frühe Leseerziehung“ haben die City of Greater Dandenong Libraries im Bundesstaat Victoria den Preis für ihre Aktivitäten zur multikulturellen Leseförderung erhalten – dazu gehören ein „Outreach-Program“ der Bibliothek mit Aktivitäten für junge Familien und zahlreiche Initiativen für Kleinst- und Kleinkinder, unter anderem mit Unterstützung durch zweisprachige Materialien. Der ACT Library and Information Service, die Northern Territory Library und die State Libraries of New South Wales, Queensland, South Australia, Victoria und Western Australia wurden für ihr Portal “MyLanguage” geehrt, das den Zugang zu Informationen in mehr als 60 Sprachen anbietet.

Weitere Gewinner sind die Logan City Council Libraries in Queensland zum Thema “Soziale Integration” sowie der Hills Shire Library Service in New South Wales zu „Gesundheit und Altern“: Dort wurde gemeinsam mit weiteren Partnern das „Festival of Active Living“ gegründet, das über den Verlauf von drei Tagen für die Teilnehmer Möglichkeiten zur Entwickung neuer Fähigkeiten und der Vernetzung mit anderen Bürgern bot.

Link: http://www.alia.org.au/governance/committees/public.libraries/librarystars2010/summary.winning.entries.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Irland: Bericht zur Kooperation von Bibliothek und Schule

Das Irish Library Council hat am 25. August den Bericht “The Public Library and the School: Policies and Prospects for Library Services to Primary Schools in Ireland” veröffentlicht. Das Dokument ist das Ergebnis eines umfangreichen Rechercheprojektes, an dem die bibliothekarischen Kolleginnen und Kollegen aus Stadt- und Kreisbibliotheken sowie Schulleiter/innen und Lehrkräfte  aus Kerry, Wicklow, Dublin und Wexford teilgenommen haben.

Ziel des Berichtes war es, die bestehenden Bibliotheksservices für Grundschulen zu untersuchen und Wege zur Verbesserung aufzuzeigen. Der Report schließt mit einer umfangreichen Analyse und Empfehlungen, daraus hier ein paar Zitate:

  • „The Schools Library Service (SLS) as delivered by the public library service internationally is a core element within education provision.“
  • „Provision of school library services to primary education in the Republic of Ireland is in line with international practice, in so far as public libraries are an integral partner with education and other bodies, regardless of the delivery model adopted.“
  • „There is currently no joint national policy on a SLS in the Republic of Ireland, although through its funding support for the SLS from 1971 to 2008 inclusive, the DES [Department of Education and Science, d. Verf.] has recognised the need for provision of a library service to schools.“
  • „A national SLS policy should clearly define the role of the public library system in supporting primary and secondary education and would require joint coordination at policy and senior levels […]“

Link zum Report: http://www.library.ie/2010/08/25/the-public-library-and-the-school-report-launched/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Britische Studie zu Schulbibliotheken

Das britische Chartered Institute of Library and Information Professionals (CILIP) stellt in einer aktuellen Studie fest, das die Kluft zwischen exzellenten und schlechten Schulbibliotheken immer größer wird. Über 1500 Bibliotheken wurden in die Befragung einbezogen, was unter anderem zu den folgenden Ergebnissen führte:

* 31 Prozent der Befragten gaben an, mit dem Bestand zufrieden zu sein, nur 15 Prozent waren mit den Websites und E-Publikationen zufrieden;

*  Zu viele Schulbibliotheken werden von unqualifiziertem Personal betreut;

* 32 Prozent der weiterführenden und 18 Prozent der Primarschulen berichten über Einschnitte in ihren Budgets.

Der Report mit dem Titel „School Libraries in the UK: a worthwile past, a difficult present  – and a transformed future?” kann unter dem u. a. Link abgerufen werden.

Link: http://www.cilip.org.uk/get-involved/special-interest-groups/school/Documents/strategic-school-libraries-report.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Schwedische Nationalbibliothek mit neuen Aufgaben

1300 Bibliotheken mit mehr als 70 Millionen Bibliotheksbesuchen pro Jahr: Rechzeitig zur diesjährigen Konferenz der International Federation of Library Associations (IFLA) im schwedischen Göteborg hat die Zeitschrift „Scandinavian Public Library Quarterly“ einen informativen Artikel zum öffentlichen Bibliothekswesen im skandinavischen Nachbarland veröffentlicht. Ein wichtiger Grund für den Beitrag ist auch die aktuelle Revision des „Library Service Act“ von 1996. Insgesamt werden in diesem Jahr mehr als 49 Millionen schwedische Kronen (5,16 Mio. Euro) an gesamtstaatlicher Unterstützung an die öffentlichen Bibliotheken fließen.  Es ist nun geplant, die Verantwortung für diese Mittel ab dem kommenden Jahr an die schwedische Nationalbibliothek zu delegieren und gleichzeitig einen Förderschwerpunkt auf die Kooperation zu legen – dabei sollen die besondere Bedeutung der Regionalbibliotheken berücksichtigt werden, die bereits seit den 1930er Jahren gesetzlich fundiert arbeiten. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der bibliothekarischen Arbeit soll auf die Aktivitäten zur Leseförderung gelegt werden.

Link: http://splq.info/issues/vol43_2/07.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

Bibliotheken und der Bildungserfolg

Heute mal etwas aus Deutschland: Die FAZ berichtet in ihrer Ausgabe vom 4. März auf Seite 8 mit der Überschrift „Verloren in Übergangssystemen“ über Nihat Sorgec, den Leiter eines Bildungswerkes in Berlin-Kreuzberg. Im Zentrum des Artikels steht die Frage: Woran liegt es eigentlich, dass es so viele „Bildungsverlierer“ in Deutschland mit Zuwanderungsgeschichte gibt? Und wie ließe sich das ändern?

Ganz sicher gehört dazu das Beherrschen der deutschen Sprache und als einen entscheidenden Erfolgsfaktor in seiner persönlichen Geschichte beschreibt Nihat Sorgec in diesem Zusammenhang den Gang in die lokale Stadtteilbücherei, nachdem er den Deutschunterricht in seiner „Ausländerklasse“ als „unterirdisch“ erlebt hatte: „Er ging schließlich in die Stadtteilbücherei, fand die ordentlich nach Altersgruppen sortierte Kinderabteilung und las sich dort einsam von den Büchern für die ABC-Schützen bis schließlich zu den Jugendbüchern durch. Danach konnte er Deutsch.“ Ein sehr lesenswerter Artikel von Regina Mönch.

Zu Nihat Sorgec siehe auch: http://www.aufstieg-durch-bildung.info/de/522.php

Beitrag von Andreas Mittrowann