Archiv der Kategorie: Bibliothek: Kundenorientierung

US-Studie: Bibliothekskunden wollen Bücher und Technologie

Eine neue Untersuchung des Pew Research Centers in den USA zeigt, dass der freie Zugang zu Technologien in Bibliotheken für Amerikaner ab 16 Jahren genauso wichtig ist wie Bücher und Auskunftsservice. Die Studie mit dem Titel “Library Services in the Digital Age” zeigt, dass 80 Prozent der mehr als 2200 Interviewten die Buchausleihe und die Beratung durch Bibliothekare als „sehr wichtig“ einstuften, während 77 Prozent dem Zugang zu PCs und dem Internet annähernd die gleiche Wichtigkeit beimaßen.

Mit 53 Prozent sagten mehr als die Hälfte der Befragten, die Bibliotheken sollten “definitiv” ein größere Auswahl von E-Books anbieten. 58 Prozent gaben darüber hinaus an, gern E-Reader mit bereits vorinstallierten E-Books ausleihen zu wollen. Auch Fortbildungen zum Herunterladen von E-Books auf mobile Geräte mit 57 Prozent und generelle Einführungen in mobile Lesegeräte mit 51 Prozent standen hoch im Kurs.

Larra Clark, Programdirektorin beim Office for Information Technology Policy an der American Library Association, führte dazu aus: “Dies ist eine unglaubliche Gelegenheit, unser Verständnis der öffentlichen Wahrnehmung und der Erwartungen an Bibliotheken im digitalen Zeitalter zu verbessern.”

Weitere Informationen und Link zum Download der Studie:
http://americanlibrariesmagazine.org/news/01222013/public-library-users-want-both-books-and-technology

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Kleiner IFLA-Rückblick (2): Kurt Hirn – „Myllypuro Media Library Helsinki“

Im Rahmen des vergangenen IFLA-Kongresses stellte Kurt Hirn die Myllypuro Media Library vor. Die Bibliothek war 1997 ursprünglich als „Reading Room“ und recht kleine Nachbarschaftsbibliothek im Stadtteil Myllypuro gegründet worden. Im Zuge des technologischen Wandels wurde die Bibliothek grundlegend neu gestaltet – dabei war es auch ein wichtiges Ziel, digitale Spaltung und Nachteile bei der Versorgung sozial bedürftiger Stadtteile zu vermeiden.

Die Veränderung machen jetzt die neuen Angebote deutlich:

  • Die Bibliothek bietet jetzt nicht nur E-Zeitungen und E-Books an, sondern vermittelt dies auch aktiv an ihre Nutzer. Neben dem klassischen, stationären Bibliotheks-PC werden jetzt auch Notebooks, iPads und andere Tablet-PCs sowie E-Reader angeboten, verbunden mit entsprechenden Einführungen und Trainings.
  • Nutzer können jetzt auch Videokameras ausleihen, die entstandenen Filme dürfen im bibliothekseigenen Ton- und Videostudio oder auf „Media-Notebooks“ vor Ort bearbeitet werden.
  • Es werden zehn Samsung-Tablet-PC mit jeweils sechs vor-installierten E-Books ausgeliehen. Alle Geräte wurden von Firmen gesponsert. Ziel dieses Teilprojektes ist es, die Medienkompetenz der Nutzer zu erhöhen.
  • Die Bibliothek hat einen „Laptop-Club“ gegründet, in dem gegenseitiges Lernen mit neuen Medien ermöglicht werden soll
  • Im Sommer 2012 hat die Bibliothek gemeinsam mit dem Jugendamt der Stadt einen Workshop zum Thema „Skateboard-Videoaufnahmen und –bearbeitung“ durchgeführt.
  • Besonders beliebt ist das Angebot, alte Videokassetten in der Bibliothek zu digitalisieren und auf DVD zu brennen.
  • Zum Ausleihangebot der Bibliothek gehören jetzt auch Schrittzähler, Pulsmesser und diverse Kompasse

Erwähnenswert ist die Tatsache, dass ein enormes Umdenken und ein breit angelegtes Fortbildungsangebot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek erforderlich waren und sind. Kurt Hirn dazu: „Since many traditional library skills are becoming insufficient it is necessary to try to find new ways for staff development. The aim of the Media Library is to serve as a learning environment also for the library staff in building new skills and competences.”

Link: http://conference.ifla.org/sites/default/files/files/papers/wlic2012/173-hirn-en.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Weltkongress der Bibliotheken mit mehr als 3000 Teilnehmern

Vom 11. bis zum 17. August fand unter dem Motto „Libraries Now! – Inspiring – Surprising – Empowering“ im finnischen Helsinki der 78. Weltkongress der Bibliotheken statt. Der Veranstalter International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) zeigte sich zufrieden mit der Akzeptanz: Präsidentin Ingrid Parent sprach in der Generalversammlung von mehr als 3000 Teilnehmern. In weit über 200 „Sessions“ stellte der Weltverband die Vielfalt der globalen Bibliothekswelt unter Beweis: Leseförderung, multikulturelle Bibliotheksarbeit, digitale Projekte, wissenschaftliche Literaturversorgung im 21. Jahrhundert, neue Standards für Metadaten, Bildungsförderung durch Gefängnisbibliotheken, Bibliotheksarbeit für Obdachlose oder die Bibliothek als Ort waren nur einige der Themen. Nachhaltige Eindrücke haben neben anderen die folgenden Vorträge beim Autor hinterlassen:

Im Rahmen des Kongresses verlieh die Bill and Melinda Gates Foundation erneut den „Access to Learning Award„, mit dem in diesem Jahr die Community Technology Centers in der Dominikanischen Republik ausgezeichnet wurden.

Die Stimmung im durchweg sonnigen Helsinki war überaus positiv und die finnischen Kollegen organisierten die Veranstaltung mit höchster Professionalität.  Auf Wiedersehen 2013 in Singapur! Der IFLA-Kongress 2014 wird übrigens im französischen Lyon stattfinden.

Link: http://conference.ifla.org/ifla78

Beitrag von Andreas Mittrowann

Vancouver Public Library mit Initiative zur Bibliothekszukunft

Unter dem Motto „Free for all“ hat die kanadische Vancouver Public Library ein partizipatives Projekt zur Gestaltung der lokalen Bibliothekszukunft gestartet. Dabei stehen vier zentrale Themen im Mittelpunkt der Kampagne:

•    Public places and learning spaces
•    Future directions of library collections including digital formats;
•    The role of the library supporting children and families;
•    The role and purpose of public programming and training.

Die Initiative dient unter anderem auch dazu, den kommenden Strategieplan 2013-2015 der Bibliothek vorzubereiten. Dazu ist auf der entsprechenden Webseite die folgende Aussage zu finden:

“There are many possible futures for the VPL to pursue. A blended approach would attempt to meet many community needs; unfortunately, being all things to all people is not a viable strategy. The Library could position itself as the centre for free research in Vancouver, as the largest informal learning institution in the City, as a centre for dialogue and debate, or as the curators of the diverse manifestations of the world’s knowledge, whether they are owned or not. The ultimate direction must be informed by the broader community. VPL staff must also be able to understand the future vision of the library and be a part of its creation and realization.”

Das Projekt arbeitet unter anderem auch mit „Conversation Kits“, um einerseits die Kreativität beim Nachdenken über die Bibliothekszukunft zu fördern, andererseits auch konkrete Angaben von den Teilnehmern zu erhalten. Ein Beispiel findet sich hier: http://pwp.vpl.ca/freeforall/files/2011/11/InteractiveConversationKit_publicspace.pdf

Zum Thema “Public Spaces & Learning Places” ist auch bereits ein erster Bericht erschienen, der hier veröffentlicht ist: http://pwp.vpl.ca/freeforall/files/2011/11/PublicPlacesandLearningSpaces2.pdf

Link:
http://pwp.vpl.ca/freeforall

Beitrag von Andreas Mittrowann

Irland: Preise für Barrierefreiheit verliehen

Die irische „National Disability Authority“ hat am 3. Februar erneut ihren Preis „Exzellenz durch Erreichbarkeit“ verliehen. Von den 13 Auszeichnungen konnten auch drei von öffentlichen Bibliotheken errungen werden: Die Filialen Pearse St Library und Cabra Library der Dublin City Public Libraries erhielten sogenannte „Quality Level Awards“, während die Bunclody Library des Wexford County Council einen der zwei vergebenen „Excellence Level Awards“ erhielt.

Die Preise wurden verliehen für Erreichbarkeit und Barrierefreiheit in den Kategorien Gebäude und Einrichtung, Veröffentlichungen, Websites, Kundenservice, personelle Ausstattung und Beschaffungsprozesse. Staatsminister John Moloney sagte zur Ausrichtung der Preise: „People with disabilities are not some separate group. People with disabilities are us, our families and our friends. People with disabilities are entitled to be able to access the same public services as everyone else”.

Link: http://www.library.ie/2011/02/04/excellence-through-accessibility-2011

Beitrag von Andreas Mittrowann

Online zahlen in Kanada

Die kanadische Greater Victoria Public Library bietet ihren Kunden neben vielen anderen öffentlichen Bibliotheken die Möglichkeit zur Online-Zahlung an. Nach dem Einloggen in das Bibliothekskonto können ausstehende Gebühren angezeigt und mit VISA oder Mastercard beglichen werden. Die akzeptierten Summen bewegen sich zwischen 5,00 und 500,00 kanadischen Dollar. Auch eine entsprechende Quittung kann über den heimischen Drucker ausgegeben werden.

Zu den weiteren zahlreichen Bibliotheken, die einen ähnlichen Service anbieten, gehören u. a. die Houston Public Library in Texas (USA), die Rochester Public Library in Minnesota (USA) oder die Akron-Summit County Library in Ohio (USA), die für ihre Kunden sogar eine entsprechende Video-Anleitung in’s Netz gestellt hat.

Auch die Online-Beantragung eines Bibliotheksausweises wird von diversen Bibliotheken ermöglicht, so u. a. von der New York Public Library oder der Fairfax County Library in Virginia (USA). Die Boston Public Library gibt für ihre Kunden eine zusätzliche, sogenannte „eCard“ für die digitalen Services aus.

Link: http://www.gvpl.ca/services/how-to-pay-online

Beitrag von Andreas Mittrowann

Seattle Public Library startet Zukunftsdebatte

Die US-amerikanische Seattle Public Library wurde in den letzten Jahren durch ihren spektakulären Neubau von Rem Kohlhaas weltbekannt – in der internationalen Fachszene breitete sich im letzten Jahr umso mehr Entsetzen aus, als die Bibliothek aufgrund akuten Finanzmangels für eine Woche schließen musste. Jetzt blickt die Bibliotheksleiterin Susan Hildreth gemeinsam mit ihrem Team nach vorn und startet eine Reihe stadtweiter Diskussionen mit der Öffentlichkeit zur Zukunft der Bibliothek.

„Wir wollen eine Balance zwischen Print- und Non-Print-Beständen herstellen und erspüren, welche Beziehung die Menschen zur Bibliothek haben“, so Hildreth und fügt hinzu, dass sie über den Sommer mit dem Bibliotheksteam einen Entwurfsplan auf Basis der jetzt stattfindenen fünf öffentlichen Diskussionen entwickeln wird, um im Herbst dazu Rückmeldungen zu erhalten. Anschließend sollen dann erste konkrete Entscheidungen zur weiteren Zukunftsplanung gefällt werden.

Besonders interessant erscheint an dieser Meldung die Tatsache von insgesamt fünf Diskussionen mit der kommunalen Öffentlichkeit. Hier wird offensiv das Feedback der Kunden und Nichtkunden der Bibliothek gesucht, um über Statistiken und demographische Daten hinaus ein Gespür für den Bedarf der Menschen zu entwickeln.

Link: http://seattletimes.nwsource.com/html/localnews/2011178241_seattlelibrary25m.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Britische Bibliotheken mit Hausaufgabenhilfe

Die sogenannten „Homework Clubs“ in den Bibliotheken des Londoner Westminster-Bezirks liegen im Trend und werden von mehr und mehr Menschen aufgesucht, die sich private Hausaufgabenhilfe nicht (mehr) leisten können. Aktuelle Zahlen belegen, dass in 2008 und 2009 ingesamt mehr als 3.200 Kinder die Homework Clubs der Bibliotheken genutzt haben. Dies ist gegenüber dem Erfassungszeitraum 2007 und 2008 eine Steigerung um 30 Prozent. Das Angebot wird von Schülern aller Altersgruppen genutzt und wird in neun Bibliotheken an fünf Abenden angeboten. Eine „Session“ dauert rund zwei Stunden und ist kostenlos.

Bibliotheksleiter Ed Argar sagt dazu: „Unsere Hausaufgabenclubs werden immer beliebter, besonders vor dem Hintergrund des aktuellen wirtschaftlichen Klimas, und sie leisten vielen Kindern der Stadt einen wertvollen Dienst“.

Quellen:
http://www.londoninformer.co.uk/london-news/london-local-news/2009/10/28/library-after-school-classes-cheaper-than-tutors-113489-25038645/

http://www.westminster.gov.uk/services/libraries/children/homeworkclubs/

[Via http://www.libraryweb.info]

Houston Public Library liefert Medien ans’s Auto

Die Houston Public Libraries starten mit einem neuen Service für ihre Kunden: Bücher und andere Medien werden direkt an das vor der Bibliothek parkende Auto gebracht. Der neue Service wird zunächst mit einem Test in der Looscan Neighborhood Library und der McGovern-Stella Link Library begonnen. Die Dienstleistung war aus einer Kundenbefragung hervorgegangen, bei der sich die Bibliotheksnutzer wiederholt über die sehr eingeschränkten Parkmöglichkeiten an Bibliotheken beklagt hatten. Die Medien werden zunächst vorbestellt – nachdem der Kunde eine Benachrichtigung erhalten hat, fährt er zur Bibliothek, ruft aus seinem Wagen an und erhält dann die Medien direkt an’s Auto geliefert.

Diese Dienstleistung ist nicht der einzige Weg, mit dem in Houston versucht wird, den Anschluss an das „iPhone-Zeitalter“ zu halten. So fährt ein mit PCs ausgerüsteter Kleinstransporter regelmäßig benachteiligte Stadtteile an. Darüber hinaus hat die Bibliothek den „Info Quest“-Service eingeführt, mit dem Wissensfragen über das Handy an die Bibliothekare übermittelt und innerhalb weniger Minuten beantwortet werden sollen.

Link: http://www.chron.com/disp/story.mpl/metropolitan/6594373.html
Via: http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=2458

Beitrag von Andreas Mittrowann

Helsinki verleiht Sportgeräte

Libraryweb berichtet: Die Zweigstellen in Roihuvuori and Herttoniemi der Helsinki City Libraries werden für den kommenden Winter Skier verleihen. Bereits während des Sommers war es durch die Unterstützung der städtischen Sportbehörde für die Bibliothekskunden möglich geworden, Ausrüstungen für Sommer- und Freizeitaktivitäten zu nutzen. Einer der Ausleihrenner war dabei das Equipment für Baseball. Die Leihfrist beträgt jeweils eine Woche, für die Ausleihe ist die Hinterlegung eine Pfandbetrages notwendig.

Wie zu erwarten, folgte eine Diskussion über die Notwendigkeit dieses Angebots sowie die entstehenden Kosten auf dem Fuße.  Bibliotheksleiterin Maija Berndtson betonte daraufhin, dass für ihr Haus keine Kosten entstanden seien, da alle Geräte gespendet oder von der Sportbehörde zur Verfügung gestellt worden seien. Die Stadtbibliothek Helsinki hatte bereits in der Vergangenheit über das klassische Angebot hinaus neuartige Dienstleistungen angeboten, unter anderem den Verleih von Breitbandanschlüssen.

Link: Artikel in Helsingin Sanomat

Beitrag von Andreas Mittrowann