Archiv der Kategorie: Bibliothek: Gebäude

Aus Chicago: Impressionen vom IFLA Satellite Meeting „Collaborative Strategies for Successful Library Design and Innovative Use“

Wissen Bibliothekar/innen auf Basis ihrer Erfahrungen, was „richtig“ für ihre Besucher ist? Reichen die Erfahrungen von Architekt/innen seit dem Bau der Bibliothek von Alexandria bis heute nicht aus, um die perfekte Bibliothek zu gestalten? Unsere Welt ist so viel komplexer geworden, die Gesellschaft deutlich facettenreicher, die Technologie dynamischer und unsere Werte unterliegen einem deutlichen Wandel, wie man beispielsweise in der Kindererziehung deutlich beobachten kann. 

Für den Bau und die Gestaltung von Bibliotheken bedeutet dies, dass unter anderem der Einbezug der KundInnen oder BenutzerInnen eine deutlich wichtigere Rolle spielt als in vergangenen Zeiten. Da wir das Zeitalter der Universalgenies hinter uns gelassen haben und heute jeder nicht mehr „alles“ wissen kann, ist es umso notwendiger, möglichst viele Perspektiven und Erfahrungen in den Designprozess einfließen zu lassen. Genau diesem Thema widmet sich das aktuell in Chicago durchgeführte IFLA Satellite Meeting „Collaborative Strategies for Sucessful Library Design and Innovative Use“, das in der Galvin Library des Illinois Institute for Technology stattfindet. Unter der Regie der wunderbaren Gastgeberinnen Sharon Bostick und Diane Koen standen am ersten Konferenztag die Schwerpunkte „Student engagement and collaboration“, „Stakeholder engagement“ sowie „Collaboration for a successful master plan“ und „Inkrementeller Opportunismus / User driven design“ (Letzteres mit Olaf Eigenbrodt aus Hamburg) im Mittelpunkt. Dabei ist es den Organisatorinnen gelungen, gleichermaßen Menschen aus wissenschaftlichen sowie öffentlichen Bibliotheken und aus der Architekturprofession auf die Bühne der Galvin Library zu bringen.

Ein paar Kernaussagen des ersten Tages (so wie ich sie verstanden habe) von den hervorragenden Referentinnen und Referenten:

  • Bibliothekar/innen müssen viel aggressiver ihre Sache in den Gremien vertreten! Seien Sie mehr involviert, sitzen Sie an jedem (Entscheidungs)Tisch, machen Sie mehr Lobbyarbeit! Wissen Ihre Entscheider eigentlich, wo genau die Bibliothek ist und wie es darin aussieht? „Advocacy is the top competency librarians must have“
  • Schaffen Sie durch den Einbezug der Kunden und durch die Gestaltung der Bibliothek einen Sinn für Gemeinschaft
  • Es ist ein gutes Zeichen, wenn man einen Raum betritt und nicht sofort klar ist, welche Funktion wo vorgesehen ist
  • Machen Sie Bibliotheken zu dem Ort, wo die „Action“ ist
  • Erwerben Sie ein grundlegendes Verständnis dafür, was Lernen heute für Schüler und Studenten bedeutet
  • Es werden nur zwei Typen von Gebäuden überleben: Der sehr „einfache“ Typus und der hochentwickelte Typus
  • Gutes Design vermittelt den Bibliotheksbesuchern Wertschätzung (!!!)
  • Studenten heute wollen sozial orientierte Räume für projektbasiertes Arbeiten
  • Das heutige Analogon für Bibliotheken ist eher das Labor, das Studio, der Kreativitätsraum als die Mediensammlung, BIbliotheken sind und bleiben aber auch Orte der „intellektuellen Kontemplation“
  • Immer mehr Bibliotheken reduzieren den Raum für Medien zugunsten von Raum zum Lernen und Begegnen
  • Schaffen Sie Bereiche für das „Ich“ (individuelles Lernen), das „Wir“ (Gruppenlernen) und das „Uns“ (plenare Veranstaltungen)

Die zahlreichen Beispiele, die für den Einbezug von Nutzergruppen präsentiert wurden, lassen sich im Programm hier nachvollziehen: http://docdro.id/x9wFU8q

Ein Highlight der Veranstaltung war der nachmittägliche Workshop mit Marie Østergard vom DOKK1 in Aarhus sowie Elif Tinaztepe von Schmidt Hammer Lassen Architects. Unter ihrer Moderation schufen die Teilnehmer in Dreiergruppen zunächst „Personas“. Eine Persona stellt einen Prototyp für eine Gruppe von Nutzern dar, mit konkret ausgeprägten Eigenschaften und einem konkreten Nutzungsverhalten. Anschließend wurde der Gang der geschaffenen Persona durch einen vorgegebenen Bibliotheksgrundriss simuliert und sowohl die vermuteten positiven als auch negativen Effekte nachvollzogen. Durch die vielen geschaffenen Personas entsteht ein eindrucksvoller Prozess des „systematischen Hineinversetzens“ – die Bibliothek wird aus Sicht der Kunden erlebt. Diese Methode kann beispielsweise hervorragend in Workshops mit Bürgern eingesetzt werden – nicht nur bei Neubauten, sondern bei allen geplanten Veränderungen in der Innenraumgestaltung. Ein wirklich sehr lohnender Tag!

Mit herzlichen Grüßen aus Chicago

Ihr Andreas Mittrowann

Bibliotheken bauen mit Social Media: Surrey City Centre Library in Kanada

Die Architektur-Website Dezeen.com stellt die Surrey City Centre Library des Architektenbüros Bing Thom in einem Beitrag mit eindrucksvollen Fotos vor. Dabei ist sofort erkennbar: Diese Bibliothek in der Nähe von Vancouver macht ein Statement! Der schiffsartige Bug aus Beton wird in seiner Dynamik und schwungvollen Eleganz durch gebogene, große Glasflächen unterstützt. Dabei erinnert er ein wenig an die Filiale „The Shard“ der britischen Birmingham Public Library mit ihrer ebenfalls prägnanten „Nase“.

Das Innere des Gebäudes wird dominiert von weißen Regalen, Flächen aus Naturholz bei den Sondermöbeln sowie einem terrakottafarbenen Teppich. Die kurvenreiche Linienführung der Außengestaltung setzt sich hier fort in der Gestaltung der Treppenaufgänge und Formensprache der verschiedenen Ebenen. Die Verfasser betonen als Besonderheit den starken Einbezug der Bevölkerung über die sozialen Medien bei dem bereits im Jahr 2011 fertiggestellten Gebäude und etikettieren es als „first public building in the world to be designed with the aid of social media.“

http://www.dezeen.com/2016/05/18/bing-thom-architects-surrey-library-vancouver-canada-concrete

 

Fotos aus Bibliotheken weltweit

Ob Madrid, Birmingham oder gerade eben erst Genf: In den vergangenen Jahren hatte ich die Möglichkeit, vorwiegend öffentliche Bibliotheken weltweit und natürlich auch in Deutschland zu besuchen. Einige der Fotoimpressionen aus diesen Bibliotheken habe ich jetzt auf der Plattform Flickr unter dem Link www.bibliowelten.de für Sie zusammengestellt, liebe Fachkolleginnen und -kollegen.

Vielleicht sind ein paar Inspirationen für Ihr nächstes Einrichtungsprojekt dabei oder Ideen für eine angenehmere Raumatmosphäre in Ihrer Bibliothek?
Direktlink: https://www.flickr.com/photos/67365955@N02/albums

Viel Spaß beim Betrachten und Umsetzen wünscht Ihnen
Ihr Andreas Mittrowann

P.S. Zum Thema „Flickr“ siehe auch http://www.bibliotheksportal.de/themen/web20/flickr.html#c5002

Daten- und Wissensvisualisierung in Bibliotheken

Im Zeitalter von „Big Data“ nimmt die Visualisierung von Daten auch in Bibliotheken einen immer größeren Raum ein. Bibliotheken bauen dies im wissenschaftlichen Bereich teilweise zu einem Serviceangebot aus und bieten ihren Kunden Unterstützung bei diesem Thema an, beispielsweise die North Carolina State Libraries  oder die Harvard Law School Library in den USA.

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) hat in Zusammenarbeit mit dem Diplom-Medieninformatiker Mirko Clemente für ihr Foyer eine ganz andere, spannende Form der Datenvisualisierung entwickelt. Das Weblog der SLUB berichtet zu einer entsprechenden, neuen Installation in ihrem Foyer: „Auf der großen Projektionsfläche sehen Sie, wie sich aus den Recherchen im Katalog live ein Sternensystem von Fachdisziplinen und Themenbereichen entwickelt. Jeder Aufruf im SLUB-Katalog wird zu einem Teilchen in der Galaxie. Wir nennen das „Wissenskosmos“. Wenn Sie die in Dauerrotation laufenden Fachdisziplin-Sternbilder eine Weile beobachten, dann gewinnen Sie ein Gefühl dafür, was am heutigen Tag in der SLUB recherchiert wird.“

Weitere Informationen:
http://blog.slub-dresden.de/beitrag/2016/01/25/live-visualisierung-im-foyer-wissenskosmos/

http://mirkoclemente.net/installation/wissenskosmos.html

 

 

Die Eroberung des Raums: drei internationale Beispiele zur Innengestaltung von Bibliotheken

Trotz der weltweit fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft erhalten Bibliotheken als physische, nicht-kommerzielle Orte eine steigende Bedeutung. Was bewegt Bibliotheken und internationale Architekturbüros bei der Einrichtung und beim Design? Drei subjektiv ausgewählte, aktuelle Quellen zeigen Trends und Entwicklungslinien an:

  1. Die Online-Ausgabe von American Libraries zeigt mit dem Schwerpunkt „2015 Library Design Showcase“ neue Einrichtungen aus den USA. Neben sehr klassisch orientierten Beispielen aus wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken („Regale, Stühle, Tische“) wird bei der Sawyer Library des Williams College ein Akzent auf die Aufenthaltsqualität deutlich. Der Anbau eines historischen Gebäudeteils zeichnet sich durch luftige Strukturierung und dynamische Formen aus, in der Kombination mit hellem Holz und grünen Akzenten bei Teppichboden und Polstermöbeln wird hier die Aussage getroffen: „Lernen, Entspannen, anregen lassen“. Das Mitchell Park Library and Community Center zeigt durch leuchtend-blaue, großzügige Sofaflächen und entsprechende Teppiche seinen Anspruch als „öffentliches Wohnzimmer“. Die Main Library im Monroe County hingegen steht in der Fotoauswahl für den Trend hin zur kreativen Bibliothek: Ein digitales Tonstudio lädt zum Musizieren ein und bietet dabei gleichzeitig eine Teilantwort auf die Frage nach der Zukunft der Musikabteilung in Bibliotheken.
    Link: http://americanlibrariesmagazine.org/2015/09/01/2015-library-design-showcase/
  1. Das Feature „10 beautiful Canadian libraries“ in der Septemberausgabe des Canadian Geographic stellt den Aspekt der „neuen Bibliothekskathedralen“ in den Vordergrund. Vielerorts werden Bibliotheksneubauten heute für ein architektonisches Statement genutzt. Zur „ewigen Liste“ zählt hier schon länger die Vancouver Public Library mit ihrer Schneckenform und der großen Glaspassage, die auch gern schon mal für Hollywoodfilme genutzt wird. Besonders augenfällig ist die Halifax Central Library, die mit ihren gegeneinander verschobenen Stockwerk-Riegeln ein urbanes Statement setzt und durch innenlaufende Galerien sowie zeitgemäße Möblierung einen Wohlfühlcharakter vermittelt. Welche Wirkung auf die Stadtgesellschaft das lobenswerte, kommunale Engagement für diese neue Bibliothek erzeugt hat, zeigt dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=dg2qE5aebMo. Ein hervorragendes Beispiel für innovative Zweigstellenarchitektur bildet die Edmonton Public Library Jasper Place Branch.
  1. Eine „bibliotheksarchitektonische Disruption“ zeigt die Website „Weanthecolor“ mit der Einrichtungsrealisierung der Conarte Library im mexikanischen Monterrey durch die Designagentur Anagrama. Mission der Bibliothek: „The Conarte Library is known as the council for culture and art in the city of Monterrey, Mexico. The library stimulates artistic expression. In addition they support the preservation and enrichment of culture.“ Hier wurden die klassischen Regale gebogen und bis zur Decke hin über einer breiten Treppe in eine domartige Dachstruktur gebracht, die gleichzeitig schützend wirkt und dabei auch Bücher aufnimmt. Kontrastiert wird dies durch klare, weiße Präsentationsregale an den Wänden in einem anderen Gebäudeteil sowie rechteckige, langgezogene Regale im freien Raum. Link: http://weandthecolor.com/conarte-library-interior-design-concept-by-anagrama/58864

Alle genannten Beispiele zeigen, dass zeitgemäße Bibliotheksarchitektur sowie Innenraumgestaltung lebendig, dynamisch und durchaus anspruchsvolle Aufgaben sein können, die dann am erfolgreichsten gelöst werden, wenn sie aus einer engen Zusammenarbeit von Bibliothekaren und Architekten hervorgehen. Die Bürger sind jederzeit bereit, solche Ergebnisse mit einer hohen Besuchsfrequenz zu belohnen.

Beitrag von Andreas Mittrowann

Schwedische Kista Public Library als internationale Bibliothek des Jahres ausgezeichnet

Die Dänische Agentur für Kultur und die Softwarefirma Sytematic haben in Kooperation mit dem Weltverband der Bibliotheken IFLA die schwedische Kista Public Library als internationale Bibliothek des Jahres auf der IFLA-Jahrestagung im südafrikanischen Kapstadt ausgezeichnet.

„Schweden hat die beste öffentliche Bibliothek, wenn es nach Architektur, Innenraumgestaltung, der Nutzung digitaler Technologie sowie der lokalen Bürgerbeteiligung geht“, so die Jury. Insgesamt waren fünf Bibliotheken aus Spanien, Kenia, Australien, Neuseeland und Schweden nominiert.

Morten Lautrup-Larsen, der stellvertretende Direktor der Dänischen Agentur für Kultur ist sehr zufrieden mit der Schaffung des neuen Preises, mit dem Dänemark die Verbreitung fundamentaler demokratischer Werte durch Bibliotheken fördern will. In diesem Jahr wird der Preis in Zusammenarbeit mit der Public Library Section der IFLA verliehen und ist mit 5000 US-Dollar dotiert.

Link: http://modelprogrammer.kulturstyrelsen.dk/det-sker/public-library-of-the-year-award-2015/#.VdCw25eHqf-

Ein paar schöne Fotoimpressionen finden sich hier: https://www.flickr.com/photos/stockholms_stadsbibliotek/albums/72157646602157123

Danke an die Kollegen von www.bib-info.de für den Hinweis!

Beitrag von Andreas Mittrowann

Österreichischer Bibliothekartag: PreConference zum Thema Bibliotheksbau

Am Dienstag, den 15. September 2015 findet im Vorfeld des Österreichischen Bibliothekskongresses eine Vorkonferenz mit dem Titel „Die Bibliothek als Marke. Bibliotheksbau im 21. Jahrhundert“ statt. Die Veranstaltung ist in die Blöcke

  • „Bibliotheksbau als Marketingstrategie“,
  • „Bibliotheksbau als Chance“ und
  • „Aktuelle Entwicklungen im Bibliotheksbau“

gegliedert. Referenten sind u.a. Nikolaus Berger vom Library and Learning Center WU Wien, Olaf Eigenbrodt von der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Patrick Lüth  vom Architekturbüro Snøhetta (Oslo), Werner Schlacher,  Universitätsbibliothek Graz
sowie Dr. Klaus Ulrich Werner von der FU Berlin.

Weitere Informationen:
https://bibliothekartag2015.univie.ac.at/preconference/detailprogramm/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Neuer Report „Future Libraries“ erschienen

Das weltweit tätige Ingenieurbüro ARUP hat einen wegweisenden Bericht zur Zukunft der Bibliotheken veröffentlicht. Die Grundlage des Dokuments bildet eine Serie von Workshops zu verschiedenen inhaltlichen Facetten: Während eine Teilnehmergruppe in Sydney den Fokus auf die Rolle und Funktion von Bibliotheken gelegt hat, ging es in San Francisco eher um Fragen des Designs und um das Bibliotheksgebäude. Weitere Veranstaltungen fanden in Melbourne und London statt, wo ARUP auch seinen Hauptsitz hat. Die Teilnehmer der Workshops stammten aus unterschiedlichen beruflichen und gesellschaftlichen Feldern – natürlich auch aus dem Bibliotheksbereich, unter anderem vertreten durch Diana Richards von der Australian Library & Information Association, Vicky McDonald von der State Library New South Wales, Mark Taylor vom britischen Bibliotheksverband CILIP und Jennifer Burrell von der australischen Blacktown Public Library.

Die Verfasser machen zu Beginn deutlich, dass die Unterschiede bei der internationalen Entwicklung von Bibliotheken fundamental sind. Während in Südkorea von 2009 bis 2013 493 Mio. US-Dollar für neue Bibliotheken investiert wurden, stehen viele andere Häuser vor der Herausforderung, mit weniger Mitteln mehr Aufgaben bewältigen zu müssen. Die Stichworte sind hier „digitale Umwälzungen“ und „gesellschaftliche Veränderungen“. Der Report arbeitet mir vier großen Themenfeldern, die gemeinsam ein „Ecosystem for Future Libraries“ beschreiben sollen:

  1. Participatory Knowledge Preservation
  2. Enabling Collaboration and Decision-making
  3. Hubs for Community Wellbeing
  4. Seamless Learning Experiences

Anhand von fiktiven Fallbeispielen werden die Felder anschließend mit Leben gefüllt: Wir lernen die australische Schauspielerin Caitlin kennen, die im Ruhestand lebt und einen Beitrag für die Erhaltung von Filmmaterial leisten möchte. Sie unterstützt die Filmbibliothek bei der Digitalisierung von Material (Participatory Knowledge Preservation). Die 27-jährige Architektin Susan hat den Auftrag, eine „Grüne Mauer“ für Singapur zu projektieren und wird vom Bibliotheksteam mit einer Liste der dafür 20 passenden Pflanzenarten sowie vom Roboter mit möglichen Materialien für den Bau beliefert – die Bibliotheksdrone räumt dann abends den gemeinsamen Arbeitsbereich auf, den Susans Team in der Bibliothek für die Ideenentwicklung genutzt hat … (Enabling Collaboration and Decision-making).

Der Bibliothekar Loh Ki aus Taipei wird demnächst mit seiner Bibliothek umziehen und möchte ganz sicher gehen, dass der neue Ort den Erwartungen der künftigen Kunden entspricht. Der Report beschreibt einen Kunden-Workshop und die positiven Folgen (Hubs for Community Wellbeing). Schließlich lernen wir auch den Finnen Pete kennen, der sich aufgrund seiner Lebenssituation eine berufliche Auszeit nimmt und mit Unterstützung der Bibliothek Programmieren lernt – von der Nutzung der entsprechenden Lernressourcen und einer digitalen Community bis hin zu einer abendlichen Lernrunde  gemeinsam mit anderen Kursteilnehmern in der lokalen Bibliothek (Seamless Learning Experiences).

Fazit der Autoren: „The role of libraries will significantly change in the coming years, driven by demographic changes, rising urban migration and technological advances. In the future, libraries will serve more culturally diverse and physically dense communities under the pressure of limited resources. Integrating a wider range of public and commercial services in their offering will help libraries remain vital and relevant to their communities, especially in more isolated contexts. Physical interaction will remain a key demand of users, despite the opportunity for ubiquitous and constant information access offered by technology.“

Fazit des Verfassers dieses Blogbeitrags: Sehr lesenswert!

Link: http://publications.arup.com/Publications/F/Future_Libraries.aspx

Beitrag von Andreas Mittrowann

Kanada: Interview mit Lyn Rice über die Bibliotheksarchitektur der Zukunft

Das Architekturbüro Rice+Lipka hat unter anderem vor kurzem das Hamilton Grange Library Teen Center in New York gestaltet – die erste Bibliothek in New York, die der Zielgruppe ein komplettes Stockwerk widmet. Grund genug für die Website „Ottawa Citizen“, ein Gespräch mit Rice über die anstehende Planung in Ottawa und die Gestaltungsprinzipien für die Bibliotheksarchitektur der Zukunft zu führen.

Er betont darin insbesondere die Bedeutung der Bibliothek als „civic hub“ und unterstreicht, dass es von diesen öffentlichen Begegnungsräumen immer weniger gäbe. Teilweise hätten auf dem nordamerikanischen Kontinent Starbucks oder die Buchhandelskette Barnes and Noble diese Funktionen übernommen. Hinzu komme der nach wie große Bedarf nach zusätzlicher unterrichtsbezogener Betreuung, Programmen zur Leseförderung, Angeboten für ältere Menschen und einem Ort für Treffen der Gemeinschaft. Über das klassische medienbezogene Angebot hinaus sieht Rice Raum für die Unterstützung bei der Erforschung des Internets und Gaming.

Weitere Informationen und Statements direkt im Interview:
http://ottawacitizen.com/news/local-news/q-and-a-shedding-light-on-the-library-of-the-future

Beitrag von Andreas Mittrowann

Erste öffentliche digitale Bibliothek eröffnet in Nebraska

Im US-amerikanischen Omaha wird im Herbst 2015 die erste rein digitale öffentliche Bibliothek des Staates Nebraska eröffnen. Dabei wird es sich – ähnlich wie im texanischen San Antonio – um ein ergänzendes Angebot zur bereits vorhandenen klassischen Bibliotheksstruktur handeln. In Omaha wird die neue Bibliothek vom Community Information Trust der Heritage Services, einer eigens für diesen Zweck gegründeten Non-Profit-Organisation, finanziert und betreut werden. Die Stadtbibliothek Omaha und das lokale Community College beraten bei der Gründung, Durchführung und der Ausbildung des ehrenamtlichen Personals.

„Menschen wünschen sich Zugang zu nutzbringender Technologie und als Gemeinschaft sollten wir den Zugang zu den entsprechenden Ressourcen schaffen“, so Walter Scott, der Vorsitzende der Heritage Services. „Die digitale Bibliothek, eine Bibliothek des 21. Jahrhunderts, wird Omaha zu einer der führenden Kommunen beim Verständnis der digitalen Welt machen, in der wir alle leben“.

Die digitale Bibliothek Omaha wird sich in einem ehemaligen „Borders-Bookstore“ befinden und soll für alle Altersgruppen Services bieten, von Menschen ohne Zugang zu Technologie bis hin zu Existenzgründern, die Unterstützung brauchen, um ihre Ideen auf den Weg zu bringen. Beispiele für die geplanten Angebote sind individuelle PC-Stationen mit Zugriff auf weltweite Bibliotheksdatenbanken, spezielle Kinderzonen für interaktive Geschichtenstunden, Innovationslabore für die Erstellung digitaler Inhalte sowie 3D-Drucker.

Link: http://www.infodocket.com/2014/12/03/plan-to-open-omahas-first-digital-library-announced-omaha-public-library-will-be-a-partner/

Beitrag von Andreas Mittrowann