Archiv der Kategorie: Bibliothek: Finanzen

Philadelphia Free Library schafft Millionen-Dollar-Nutzen

Das Magazin „American Libraries“ berichtet in seiner Online-Ausgabe von einer Studie des Fels Institute of Government an der University of Pennsylvania, nach der erneut der „Return on Investment“ (ROI) für eine Bibliothek nachgewiesen wurde. Die Untersuchung trägt den Titel The Economic Value of the Free Library of Philadelphia und kommt zu dem Schluss, dass die Bibliothek im Jahr 2010 einen Nutzen in Höhe von 30 Millionen Dollar geschaffen hat.

Die Autorin Beverly Goldberg betont, dass dies insbesondere für die Bereiche Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung gilt – so sind nach der Studie ingesamt 8600 Betriebe in einen direkten Zusammenhang mit den Dienstleistungen der Bibliothek zu bringen. Geschätzter Wert: 4 Millionen US-Dollar.

Link: http://americanlibrariesmagazine.org/news/01192011/spread-word-there-s-new-evidence-libraries-roi

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Aktion für Bibliotheken in Nordirland

Die nordirischen Bibliotheken haben unter dem Motto „Speak up for your library“ auf ihrer Website eine Aktion gestartet, um dem Bürgerprotest gegen Kürzungen der Bibliotheksbudgets eine Stimme zu geben.

Das Prinzip ist ganz einfach: Bei einem Klick auf das entsprechende Banner öffnet sich ein kleines Online-Formular, in das der Name und ein entsprechender Text eingetragen werden können. Die Verfasser schlagen dabei vor, das folgende Statement zu ergänzen: „I am concerned about the proposed budget cuts. My library matters to me because…”.

Link:  http://www.librariesni.org.uk/welcome/customer-feedback

Beitrag von Andreas Mittrowann

New York Public Library gewinnt NonProfit PR Awards

Konfrontiert mit einer Budgetkürzung von 37 Millionen US-Dollar im Frühjahr 2010 entschloss sich die New York Public Library zur Kampagne „Don’t close the book on libraries“, zu der unter anderem eine Briefaktion und eine Unterstützer-Website gehörten. 130.000 Briefe wurden an den Rat der Stadt geschrieben und 144.000 US-Dollar an Mitteln eingeworben.  Im Ergebnis konnten von den geplanten 37 Millionen Dollar an Einschnitten 27 Millionen „gerettet“ und es musste keine Stadtteilbibliothek geschlossen werden.

Für diese Kampagne erhielt die NYPL Anfang des Monats den 2010 NonProfit PR Award. Lobende Erwähnungen erhielten unter anderem auch die Kampagnen „Maintaining Canada’s Library Book Rate“ der Canadian Library Association und die “Speak Up for Education & Kids Campaign” der National Education Association

Link: http://www.prnewsonline.com/pr_awards/nonprofit/2010-NonProfit-PR-Awards-Advocacy-CampaignLobbying_14314.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Friends of Library Australia fordern besseres Bibliothekssystem

Alan Bundy, der Präsident der Friends of Library Australia (FOLA), fordert im aktuellen Newsletter der Organisation „bessere und leichter erreichbare Bibliotheken für alle in Australien.“ Der Artikel greift die Tatsache auf, dass derzeit pro Tag nur 9 australische Cent (= 6,3 Eurocent) pro Einwohner in Bibliotheken investiert werden, obwohl 60 Prozent der Bevölkerung dieses Angebot regelmäßig nutzen.

Dr. Bundy weiter: „Australia should now be setting as a target an investment in its public library system to at least match that of best practice countries such as Denmark. This would be a total of about $2.4 Billion, rather than the current meagre $800 Million“. Zum Vergleich: In Deutschland wurden im Jahr 2008 848 Millionen Euro (= 1205 Millionen australische Dollar) investiert, das sind pro Einwohner pro Jahr 10,37 Euro und pro Tag 2,8 Eurocent. Um allein das derzeitige australische Niveau zu erreichen, wäre also hierzulande deutlich mehr als das Doppelte an Investitionen für Bibliotheken erforderlich.

Weitere Schwerpunktthemen des Newsletters sind u. a. die Entwicklung von Friends Groups, die FOLA Awards 2010 und das National Year of Reading. Ein guter Einblick in aktuelle Entwicklungen im australischen Bibliothekssektor!

Link: http://www.fola.org.au/pdfs/fola59_18.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Finanzlage der Bibliotheken in den USA

Auch die US-amerikanischen Bibliotheken sind von der Finanzkrise auf unterschiedliche Weise betroffen. In einem Artikel in „American Libraries“ wird die aktuelle Lage anhand einiger konkreter Beispiele beschrieben. So konnte in New York die geplante Budgetkürzung von 37 Mio. Dollar dank eines vielstimmigen öffentlichen Protestes abgemildert und der 5-Tage-Service aufrecht erhalten werden, in Queens wurden die geplanten Kürzungen von 17 Mio. Dollar ebenfalls weitgehend verhindert. Offen ist aber noch die Höhe der staatlichen Zuschüsse. Im Staat New Jersey werden die Budgets um 6 statt um 10,4 Mio. gekürzt. Auch in Boston, Los Angeles und in Charlotte konnten Budgetkürzungen im größeren Ausmaß verhindert werden.

Link: http://americanlibrariesmagazine.org/news/06302010/libraries-reach-fy2011-some-relieved-all-wary

Beitrag von Andreas Mittrowann

Mit der Bibliothek gegen die Rezession

Die britischen Warwickshire Libraries bieten auf ihrer Website Kundenberatung zur aktuellen Wirtschaftskrise an. Unter dem Motto „Beat the Recession“ wird unter anderem auf die folgenden Bibliotheksangebote hingewiesen:

  • Computer für die Arbeitsplatzsuche
  • Suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Neue (kostensparende) Interessen finden, um auf andere Gedanken zu kommen
  • Medien für die Nutzung daheim
  • Tipps zur kostensparenden Internetnutzung
  • etc.

Die Bibliothek glänzt auf dieser Webseite nicht nur mit guten Anregungen und Ideen, gleichzeitig präsentiert sie sich als unverzichtbarer Bestandteil des kommunalen Lebens und geizt auch nicht mit konkreten Informationen: So lernt der Leser unter anderem, dass die Bibliothek den örtlichen Steuerzahler nur 6 Pence pro Tag kostet.

Link: http://www.warwickshire.gov.uk/Web/corporate/pages.nsf/Links/F08EA0793F07E980802575A2003113E6

Beitrag von Andreas Mittrowann

Mehr Bibliotheksnutzung durch die Krise?

In einem Interview mit der US-amerikanischen „Park Rapids Enterprise“ berichtet die Zweigstellenleiterin Becky Walpole von einer steigenden Bibliotheksnutzung, die offensichtlich von der ökonomischen Krise ausgelöst ist: „With unemployment on the rise, many head to the library to file claims and conduct job searches, said branch manager Becky Walpole. Some who are feeling the pinch have elected to abandon cell phones and the Internet. They head to the library to check e-mails. Others have given up satellite or cable television reception and are checking out DVDs.“

Die Gemeinde Park Rapids liegt im Hubbard County im Bundesstaat Minnesota und hat knapp 3.300 Einwohner.

Link: http://www.parkrapidsenterprise.com/articles/?id=14939

Beitrag von Andreas Mittrowann

Und noch einmal: der (Mehr)Wert von Bibliotheken

Das US-amerikanische „Library Journal“ berichtet von einer Studie der Friends of the San Francisco Library, nach der die Kosten-Nutzen-Relation eines ausgeliehenen Buches bei 3,34 US-Dollar Nutzen für jeden investierten Dollar liegt. Die Studie wurde von der Fa. Berk & Associates durchgeführt, die eine ähnliche Untersuchung bereits für die Seattle Public Library vorgelegt hatte.

Die aktuelle Darstellung mit dem Titel „Providing for Knowledge, Growth and Prosperity: A Benefit Study of the San Francisco Public Library,“ folgt den Aussagen früherer, vergleichbarer US-amerikanischer Berichte, allen voran die Untersuchung „Worth their weight“, die hier bereits vorgestellt wurde.

Und auch San Franciscos Bürgermeister Gavin Newsom kann sich den Schlussfolgerungen der Studie nicht entziehen und merkt an: „Die Bibliothek repräsentiert nicht nur auf perfekte Weise die Prinzipien unseres Gemeinwesens; sie beantwortet die Bedürfnisse jedes einzelnen Bürgers von San Francisco. Sie ist öffentlich im besten Sinne des Wortes: von und für alle Menschen.“

Link: http://www.friendsandfoundation.org/press_release.cfm?id=41

Beitrag von Andreas Mittrowann

Australien: Sex, Lügen und Politik

Die Website „Friends of Libraries Australia“ (FOLA) hat ein Beitrag des anerkannten Bibliotheksexperten und –praktikers Alan Bundy mit dem Titel „Sex, Lügen und Politik: die Zukunft der Finanzierung öffentlicher Bibliotheken“ veröffentlicht. Das Papier basiert auf einem Vortrag auf der Konferenz „Brücken zum Wissen bauen“ der Queensland Public Library Association am 17. September 2007.

Bundy stellt in seinem Vortrag fest, dass die Aufwendungen für öffentliche Bibliotheken weltweit steigen und dies auch aufgrund des mittlerweile bewiesenen „return on invesments“ für Bibliotheken gerechtfertigt ist (siehe Globolibro vom 1. Juni 2007). Beklagt wird hingegen die Tatsache, dass in Australien bisher nur 8 australische Cent pro Einwohner für Bibliotheken aufgewendet werden. Für angemessen hält der Autor hingegen 60c pro Einwohner.

Was aber sind die Gründe für die chronische Unterfinanzierung der Bibliotheken? Bundy nennt hier insbesondere die „alten Männer in der Kommunalpolitik“, die aufgrund ihrer Geschlechts und ihres Status kein Interesse an Bibliotheken haben. Zudem sieht Bundy eine Ursache darin, dass viele dieser Entscheider in Staat und Politik eher einen privatwirtschaftlichen als einen „öffentlichen“ Hintergrund haben. Diese Fakten müssen dem Autor nach zusammen mit der Tatsache gesehen werden, dass der weitaus größte Teil der Mitarbeiter/innen öffentlicher Bibliotheken weiblich ist und dieser Bereich von den Politikern auch deshalb zuwenig gewürdigt wird.

Vor diesen Hintergründen deckt Alan Bundy in seinem spannenden Aufsatz im weiteren Verlauf auf, wie systematisch und ungerecht die Unterfinanzierung von Bibliotheken ist und wie negativ sie sich auf die Gesellschaft auswirkt. Interessante Thesen, die auch für die deutsche Diskussion interessant sind!

Link: http://www.fola.org.au/pdfs/Bundy%20paper.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Persönlicher Finanzkalkulator für Bibliotheksnutzung in Wellesley

Die Wellesley Free Library in Massachusetts (USA) bietet auf ihren Webseiten einen persönlichen Finanzkalkulator für die Bibliotheksnutzung an. Ziel ist es, den Bibliothekskunden den finanziellen Gegenwert ihrer individuellen Inanspruchnahme von Services deutlich zu machen. Konkret kann der Nutzer u. a. die Zahl der entliehenen Bücher, Magazine, Filme oder Hörbücher eingeben, darüber hinaus die Nutzungsformen vor Ort oder besuchte Veranstaltungen. Bücher werden beispielsweise mit 15 US-Dollar pro Exemplar berechnet, Magazine mit zwei USD, Filme mit vier USD. Der Besuch einer Veranstaltung für Kinder schlägt mit sechs Dollar zu Buche. In der Summe wird schnell deutlich, wie lohnend der Bibliotheksbesuch für den invididuellen Kunden ist, vom Mehrwert für das persönliche Leben ganz abgesehen.

Das verwendete Online-Formular ist keine eigene Kreation der Bibliothek, sondern wurde übernommen von einer Vorlage der Massachusetts Library Association aus dem Jahr 2004, auf das ein gesonderter Link verweist. Eine exzellente Idee, um eine wichtige Facette des Nutzens von Bibliotheken zu verdeutlichen!

Link: http://www.wellesleyfreelibrary.org/about/calculator.asp

Beitrag von Andreas Mittrowann