Archiv der Kategorie: Bibliothek: Finanzen

Der „Buchreport“ zur Bibliothekskrise in England

In einer aktuellen Meldung zur Bibliothekskrise in England titelt die Online-Ausgabe des „Buchreports„:

„Bibliothekskrise in England verschärft sich: Mit dem Rotstift abgezeichnet“

und schreibt weiter in der Einleitung:

„Auch in Deutschland ist die Lage der öffentlichen Bibliotheken alles andere als rosig, doch was sich seit einiger Zeit in Großbritannien abspielt, ist von einer ganz besonderen Qualität: Ein international viele Jahre als vorbildlich gepriesenes Bibliothekswesen wird von einem beispiellosen Kahlschlag heimgesucht.“

Weitere Informationen finden sich im Artikel unter http://www.buchreport.de/nachrichten/nachrichten_detail/datum/2013/01/29/mit-dem-rotstift-abgezeichnet-1.htm?no_cache=1&cHash=094e6bab75800d7253c3a82c94841eb7

 

Britischer Bibliotheksverband wendet sich gegen ehrenamtlich geführte Bibliotheken

Der britische Bibliotheksverband “Chartered Institute of Library & Information Professionals” (CILIP) hat Bedenken zu einem Report über ehrenamtlich geführte Bibliotheken („Community managed public libraries”) geäußert, die vom “Arts Council England” und der “Local Government Association” veröffentlicht wurde.

“Ich bin enttäuscht vom Bericht und der Hektik seitens der Regierung, mehr ehrenamtlich geführte Bibliotheken einzurichten, ohne sich über die Konsquenzen im Klaren zu sein“, sagte CILIP-Präsident Phil Bradley, der auf diese Weise auf das Dokument mit dem Titel „”Community libraries – Learning from experience: guiding principles for local authorities“ reagierte. „Ohne ausgebildete Mitarbeiter/innen ist die Bibliothek ein Schatten ihres früheren Selbst. Sie wird der Gemeinde nicht auf die richtige Art dienen. […] Ich bin tief besorgt, dass dieser Report dazu benutzt werden wird, weitere Bibliotheksschließungen zu rechtfertigen und unseren Kommunen größeren Schaden zuzufügen.“

Weitere Informationen: http://www.cilip.org.uk/news-media/Pages/news130125.aspx

Bericht von Andreas Mittrowann

Fayetteville Free Library mit Entdeckungslabor

Der Bibliothekar David Lee King von der Topeka & Shawnee County Public Library in den USA berichtet in seinem Weblog über einen Vortrag der Kollegin Lauren Britton zu den neuen Möglichkeiten, die von der Fayetteville Free Library im Rahmen ihres “Makerspace” geschaffen worden sind.
Bei einem „Makerspace“ handelt es sich um eine Ort oder einen Raum, in dem Menschen zusammenkommen, um gemeinsam Dinge zu kreieren oder Wissen zu teilen. Die Bibliothek stellt in diesem Kontext wie in einem Labor oder einer Werkstatt die Werkzeuge und Ressourcen dafür bereit. In Fayetteville ist nun vor einiger Zeit der erste permanente „Makerspace“ unter dem Namen „Fab Lab“ entstanden.

Im Zentrum der Aktivitäten stehen zwei sogenannte „Makerbots“  – dabei handelt es sich um spezielle dreidimensionale Drucker, die man auch als „Minifabriken“ bezeichnen könnte, denn mit ihrer Hilfe lassen sich Objekte wie Spielzeuge, Alltagsgegenstände oder Modelle aus Kunststoff herstellen. Wer eine konkretere Vorstellung erhalten möchte, findet hier ein anschauliches Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=l-SsD_1d78I

Aber auch die Produktion des ersten, eigenen Buches gemeinsam mit Kindern oder das Untersuchen der Funktionsweise von Alltagsgegenständen wie einem Toaster gehören zu den Aktivitäten des Fab Lab, das sich damit in die noch junge Tradition der interaktiven Bibliotheken stellt. Für die Finanzierung hat Lauren Britton intensiv nach Sponsoren und Förderern gesucht und war auch mit innovativen Methoden wie der Unterstützung durch die Plattform „Indiegogo“ erfolgreich.

Quelle:
http://www.davidleeking.com/2012/03/23/cildc-the-fayetteville-free-library-a-fabulous-laboratory

Beitrag von Andreas Mittrowann

Bibliotheksnutzer sind Buchkäufer

Die Website „Digital Book World“ berichtet von einer Studie durch die Zeitschrift „Library Journal“ und die Firma Bowker, nach der ein signifikanter Anteil von Bibliotheksnutzern ihre Besuche dazu nutzen, um Bücher zu entdecken und sie anschließend zu kaufen.

Von 2000 befragten Bibliotheksnutzern in den USA kaufte ein Viertel anschließend das in der Bibliothek entdeckte Buch. Ein weiteres Viertel kaufte Bücher von Autoren, von denen Kenntnis durch einen Bibliotheksbesuch erlangt worden war. Bei besonders intensiven Nutzern lagen die Werte noch höher: Von ihnen kauften 40 Prozent anschließend das in der Bibliothek entdeckte Buch.

Quelle und weitere Informationen:
http://www.digitalbookworld.com/2012/library-patrons-buy-books-they-borrow-study-says/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Italiens Bibliotheken kämpfen

Zahlreiche italienische bibliothekarische Verbände protestieren in Zusammenarbeit mit Buchhändlern und dem bibliothekarischen Weltverband IFLA gegen die Kürzungen und den Niedergang des italienischen Bibliothekswesens. Die Petition „The night of libraries: A public plea in support of Italian libraries“ fordert die Öffentlichkeit zur Unterstützung des öffentlichen Aufrufs auf.

„A country deprived of efficient libraries turns into a country with no memory and no future. Every time a library closes down, democracy and freedom suffer a reduction of living space. A Government afraid of facing libraries and cultural issues – by transforming a public debate on their roles into a matter of public order – as happened last Tuesday, October 11th is a government of ignorance. In front of Rome’s National Library, people joined together to support and stand up for libraries, but they were welcomed by riot police and locked gates; this Government has betrayed the common interest and even denies the right to debate such problems.“

Weitere Informationen finden sich unter dem folgenden Link: http://www.aib.it/aib/cen/iniz/in1110e.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

Radiosendung zur Bibliothekslage in Kanada

Auch in Kanada stehen die Kommunen vor finanziellen Herausforderungen – dies gilt auch für die Hauptstadt Toronto und vor diesem Hintergrund findet aktuell eine Diskussion zur benötigten Anzahl von Bibliotheksfilialen statt.

Die Canadian Broadcasting Corporation widmet dem Thema eine Sendung in der Reihe „The Current“ mit Moderator Jim Brown, die im Internet abgerufen werden kann. Die Dauer beträgt rund 22 Minuten.

Link:
http://www.cbc.ca/thecurrent/episode/2011/08/02/whither-the-library/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Irland kündigt Investitionsprogramm für Bibliotheken an

Phil Hogan, der irische Minister für Umwelt, Kommunen und Lokalregierung hat am 19. Juli ein so genanntes „Capital Programme“ für Bibliotheken in Höhe von insgesamt 5,8 Millionen Euro angekündigt. Die Initiative wird eine ganze Reihe von neuen und renovierten Bibliotheksbauten sowie mobile Bibliotheken ermöglichen und insgesamt 4,8 Millionen Euro bereitstellen. Hinzu kommt eine Million Euro für ein Programm zur Erweiterung und Erneuerung der Bibliotheksbestände.

Der Minister erläuterte dazu: „Bei Ausgaben für Bibliotheken handelt es sich um gut investiertes Geld, das in den kommenden Jahren eine riesige Dividende in Bezug auf persönliche und kommunale Entwicklungen für Menschen aus allen Altersgruppen und mit allen Hintergründen erzielen wird.“ Gleichzeitig wies Phil Hogan auf die deutlich gestiegene Zahl der jährlichen Bibliotheksbesucher von inzwischen 16 Millionen Menschen hin. Hogan dankte auch allen irischen Bibliotheksmitarbeiterinnen und –mitarbeitern, die durch ihre Professionalität, Hingabe und ihren Enthusiasmus die „Qualität des bürgerschaftlichen Lebens in den Kommunen des Landes“ deutlich verbreitert haben.

Das Programm ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise und der aktuellen Auswirkungen auf Irland. Rechnet man die Investitionssumme auf die Einwohnerzahl Irlands von 4,3 Millionen um und überträgt das Ergebnis auf Deutschland, ergäbe dies eine Fördersumme von mehr als 110 Millionen Euro für die deutschen Bibliotheken.

Link: http://www.library.ie/2011/07/19/e5-8m-new-library-programme-announced

Beitrag von Andreas Mittrowann

Warum Bibliotheken immer noch zählen

Die Online-Zeitschrift „Salon“ setzt sich in einem lesenswerten Themenschwerpunkt mit der Notwendigkeit und dem Wert von Bibliotheken auseinander, denn: „Public libraries across the nation and the globe now face drastic funding cuts from politicians and administrators who often claim that they’re obsolete.” Die vielen von „Slate“ aus den vergangenen Monaten zusammengestellten Beispiele zeigen, wie lebendig und bedeutsam die Bibliotheken im US-amerikanischen Alltag für die Bürger an jedem einzelnen Tag sind:

  • Ein Bericht zum 100. Jubiläum der New York Public Library am 23. Mai beschreibt die Einzigartigkeit der „Institution Bibliothek“, ihre Unterstützung und Förderung von Menschen, die sich keine E-Reader und keinen heimischen Internetanschluss leisten können, den „Ort Bibliothek“ mit seiner unverwechselbaren Atmosphäre sowie die simple Tatsache, dass nicht jeder Wissensinhalt über einen Bildschirm transportiert und nicht jedes Lernerlebnis digitalisiert werden kann – mögen es der Schreibtisch von Charlotte Brontë, eine Orginalausgabe von Shakespeare, ein interaktives Lernszenario oder die Hausaufgabenhilfe in der Bibliothek sein.
  • In Camden, New Jersey sollen alle Zweigbibliotheken geschlossen werden – Interviews mit Beteiligten und Betroffenen zeigen, auf welche Werte und welchen Bildungsnutzen die dortigen Bürger demnächst verzichten müssen.
  • Wie kommt der Leser zum Buch? In einem Artikel zeigt Laura Miller, wie wichtig immer noch die Empfehlung von Mensch zu Mensch unter Umgehung sämtlicher Empfehlungsalgorithmen ist.
  • Wie veändern sich die Bibliothek und ihre Kunden, wenn sich der Standort mitten in einem Einkaufszentrum befindet? Ein Beispiel aus Dallas zeigt die Explosion der Besucherzahl und der Nutzung, wenn Bibliotheken sich genau am richtigen Ort befinden.

Viele weitere Beispiele finden sich unter dem folgenden Link:
http://www.salon.com/books/libraries_and_librarians/?story=/books/la

Beitrag von Andreas Mittrowann

ALA veröffentlicht “State of America’s Libraries report”

Die American Library Association hat ihren jährlichen Bericht zur Lage der Bibliotheken in den USA veröffentlicht. Demnach bewerten 31 Prozent aller Erwachsenen und 38 Prozent der Senioren die Bibliothek als ihre persönlich wichtigste steuerfinanzierte Institution. Die am meisten geschätzten Dienstleistungen stellen das Angebot freier Information und Programme der Bibliothek dar, die Bildung und lebenslanges Lernen unterstützen. 93 Prozent aller US-Amerikaner sind nach den Erkenntnissen des Reports davon überzeugt, dass Bibliotheken eine kostenlose Leistung sein sollten.

Der Bericht geht aber auch auf die zahlreichen Kürzungen ein, denen US-amerikanische Bibliotheken im vergangenen Jahr ausgesetzt waren. So standen in US-Kommunen die Öffnungszeiten, die Mitarbeiterzahl und einzelne Bibliotheksangebote auf Platz 2 der Streichungslisten in den lokalen Haushalten.

Link: http://tinyurl.com/alasalr2011

Quelle: http://themwordblog.blogspot.com/2011/04/2011-state-of-americas-libraries-report.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Britische Studie untersucht den Wert von Bibliotheken für die Forschung

Eine aktuelle Untersuchung der Institutionen „Research Libraries UK“ und „Research Information Network“ weist anhand einer systematisch durchgeführten Studie den Wert nach, den britische Bibliotheken für Forschende und ihre entsprechenden Organisationen erzeugen.

Die Ergebnisse werden in zehn Abschnitten geschildert, in denen die jeweils unterschiedlichen Mehrwerte dargestellt werden – dies reicht von der verstärkten Anziehungskraft für hervorragende Forscher über die Verbesserung fächerübergreifender Forschungsarbeit bis hin zur Qualitätssicherung der Inhalte.

Eine schöne Idee ist die zusammenfassende Darstellung der verschiedenen Mehrwerte in einer Karte mit den Dimensionen „Library behaviour or characteristic“, „Intermediate outcomes and benefits“ und „End benefits“.

Link: http://www.rin.ac.uk/our-work/using-and-accessing-information-resources/value-libraries-research-and-researchers

Beitrag von Andreas Mittrowann