Eine neue Strategie für Irlands Öffentliche Bibliotheken

Das irische Ministerium für Entwicklung im kommunalen und ländlichen Raum sowie das Entwicklungskomitee für Bibliotheken der Local Government Management Agency bereiten aktuell einen neuen Strategieplan für Irlands Öffentliche Bibliotheken für den Zeitraum 2018 bis 2022 vor.

Auch hier steht – ähnlich wie im US-amerikanischen Projekt „Libraries Transform“ – der Begriff der „Transformation“ im Vordergrund, denn auch in Irland wandeln sich Bibliotheken immer stärker von „Ausleihstationen“ hin zu Orten der Kommunikation, Begegnung und des Lernens und damit zu lebendigen Zentren jeder Stadt und Gemeinde. Entsprechend heißt es gleich zu Beginn des Dokumentes:

„The ambition of this five-year strategy is to transform libraries so that every community in Ireland has access to an attractive, vibrant, multi-functional library service. Libraries will be mainstream centres for information, learning, local culture and community“.

Konkret sind dabei unter anderem die Verdoppelung der Nutzer („active membership“) von 15 auf 30 Prozent der Bevölkerung, die Beseitigung von Zugangsbarrieren inklusive der Abschaffung von Ausweis- und Mahngebühren (!), die umfassende Wandlung der Gebäude hin zu attraktiven Orten, die deutliche Erhöhung der Etats sowie eine nationale und lokale Marketingkampagne geplant. Botschaft: Es lohnt sich für jede Kommune, in Bibliotheken zu investieren!

Zur Erreichung der Ziele sind drei große Strategieprogramme vorgesehen, nämlich „Lesen und Leseförderung“, „Lernen und Information“ sowie „Gemeinschaft und Kultur“. Fünf „Key Actions“ bilden dabei die Hebel, um die Strategieprogramme mit Leben zu füllen:

  • Infrastruktur und Servicebereitstellung
  • Entwicklung des Bibliotheksteams
  • Promotion und Marketing
  • Bestände
  • Finanzierung

Eine übersichtliche und einprägsame Grafik auf Seite 9 des Entwurfs zeigt die wesentlichen Bausteine des Projektes. Kritisch darf vielleicht angemerkt werden, dass Begriffe aus der aktuellen Diskussion um öffentliche Bibliotheken wie „Gamification“, „Makerspaces“ oder „Design Thinking“ keine Rolle spielen. Die Entwicklung innovativer, kundengerechter Angebote gemeinsam mit den Bürger*innen hätte vielleicht eine weitere „Key Action“ verdient. Schön ist es daher, dass im Strategieprogramm „Community and Culture“ das Ziel formuliert wird: „Support connected, informed communities and promote civic participation.“

Sollte das Programm wie geplant zum Tragen kommen, darf man Irland beglückwünschen zu einem großen Schritt mit den richtigen Prioritäten für Bibliotheken im 21. Jahrhundert.

Der als „vertraulich“ markierte Entwurf ist öffentlich einsehbar unter: http://bit.ly/2FOChzT

Beitrag von Andreas Mittrowann

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