Alexa, übernehmen Sie!? Künstliche Intelligenz und Bibliotheken (1)

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Foto: (C) Guillermo Fernandes, Public Domain Mark 1.0, http://bit.ly/2eLjY2F

Die Chicago Public Library hat in den Fokus ihres Veranstaltungsformates „Tomorrow’s Technology Today Panel“ das Thema Innovation gestellt, dazu gehören unter anderem auch Facetten wie Virtuelle Realität und Künstliche Intelligenz. Am 12. Juli trafen unter dieser Überschrift Chris Hammond von Narrative Science, Julie Freedman Steele von der World Future Society und Shelley Stern Grach von Microsoft zusammen. In Zusammenhang mit dem Diskussionspanel fand auch eine interaktive Ausstellung mit 3D-Druckern, Headsets, Drohnen und vielen anderen neuen Technologien statt. Die Verknüpfung dieser Formate und das Oberthema sind ein gutes Beispiel dafür, wie eine Bibliothek sich diesen Toptrends der digitalen Welt nähern kann. In Deutschland ist sicher die Stadtbibliothek Köln das herausragende Beispiel für die Auseinandersetzung mit solchen Inhalten – so unter anderem geschehen in der jüngst durchgeführten Veranstaltung „Robotik und Künstliche Intelligenz“.

Wie aber steht es mit dem anstehenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der bibliothekarischen Basisarbeit? Sind Bibliotheken in dieser nächsten großen Welle der Digitalisierung noch einmal stärker bedroht als durch die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre? Sind sie überhaupt bedroht oder kann diese Herausforderung als Chance für ein sinnvolles Fortschreiben des Paradigmenwandels in Bibliotheken genutzt werden? In einer kleinen Reihe in Globolibro (Gastbeiträge willkommen!) wollen wir uns diesem Thema widmen.

Zu Beginn ein wenig Theorie und ein erster Input aus Indien: Die Fachkollegin Dr. Shivaranjini S. Mogali hat bereits vor zwei Jahren auf der Konferenz „Information Technology – Yesterday, Today, and Tomorrow“ im Delhi einen instruktiven Vortrag zum  Thema „Artificial Intelligence and its Applications in Libraries“ gehalten. Darin skizziert sie unter anderem neben der Strukturierung von KI in die drei Felder Expertensysteme, Natürliche Sprachverarbeitung und Mustererkennung diverse Anwendungsmöglichkeiten in Bibliotheken. Dazu zählen zunächst einmal die klassisch bibliothekarischen Felder Auskunftsdienst, Katalogisierung, Systematisierung und Indexierung. In allen Bereichen existieren bereits erste, von ihr im Aufsatz beschriebene Anwendungen, die auf lange Sicht voraussichtlich mehr und mehr Arbeitsanteile vom Menschen übernehmen werden.

Dabei ist der Auskunftsdienst sicher eine besonders spannende Komponente, denn kann der „menschliche Touch“ bei der Beratung überhaupt durch ein Expertensystem ersetzt werden? Welche Rolle spielt beispielsweise die Intuition des Beratenden bei einem Kundengespräch, wenn es dabei um lebensbedrohende Krankheiten in Verbindung mit Medien zum Thema Freitod geht? Bibliothekar*innen sind keine Therapeuten, aber sie können menschliche Verbindungen herstellen. Muss eine digitale Assistentin wie Alexa von Amazon – auch noch einmal technologisch fünf Jahre weitergedacht – in solchen Situationen nicht kläglich versagen? An dieser Stelle öffnet sich ein breites Feld mit ethischen Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind….  Es bleibt spannend für Bibliotheken!

Weiter geht es demnächst mit Beispielen aus den USA und den Niederlanden.

Beitrag von Andreas Mittrowann

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2 Gedanken zu “Alexa, übernehmen Sie!? Künstliche Intelligenz und Bibliotheken (1)

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