Archiv für den Monat März 2017

Moderne Bibliotheksarbeit in Italien

Viele Öffentliche Bibliotheken in Europa stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Der digitale Wandel erfordert eine veränderte Positionierung beim Bestandsmanagement, die Bedeutung als öffentlicher Ort nimmt zu und die demografischen Entwicklungen inklusive Migration machen eine Reflexion der Zielgruppenarbeit erforderlich. Hinzu kommen veränderte Arbeitsformen in der Schule wie verstärktes teambasiertes Lernen und generell die Entwicklung hin zur Wissensgesellschaft, in der lebenslange, persönliche Fortbildung eine größere Rolle als in der Vergangenheit spielt.

Alles dies ist auch in Italien spürbar, in dem der Autor in der vergangenen Woche eine Reihe von Bibliotheken im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit besuchen durfte. Ziele waren u. a. die LibriKa im Südtiroler Ort Bruneck sowie die Biblioteca „Il Pertini“ in Cinisello Balsamo, die Biblioteca San Giorgio in Pistoia sowie die Biblioteca Collina della Pace in Rom. Der überwiegende Teil der ausgewählten Häuser zeichnet sich durch eine einladende Atmosphäre, moderne Raumgestaltung sowie Innovationen wie Makerspaces, Hometrainer (!) oder QR-gestützte Leitsysteme aus. Auffällig war der hohe Anteil an Lernplätzen in vielen Häusern, die überwiegend von jungen Menschen intensiv in Anspruch genommen werden. Visuelle Eindrücke aus den genannten Bibliotheken finden Sie unter www.bibliowelten.de.

Bedrückend war insbesondere in Rom der starke Rückgang des Bibliotheksbudgets in den vergangenen Jahren – keine gute Entwicklung für die engagierten Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die sich einen ganzen Tag Zeit für die Besucher nahmen. Insgesamt waren wir von der ungetrübten, großartigen Motivation der italienischen Bibliotheksmitarbeiter/innen begeistert!

Weitere Informationen zu Bibliotheken in Italien finden Sie auch hier: http://www.bibliotheksportal.de/bibliotheken/bibliotheken-international/bibliotheksarbeit-weltweit/italien.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

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