Diskussion um Bibliothekstantieme in der Schweiz

In einem sehr interessanten Beitrag für die „Neue Zürcher Zeitung“ nimmt Hans Ulrich Locher, Geschäftsführer des Schweizer Bibliotheksverbandes SAB/CLP, zur Forderung der Schweizer Autoren nach einer Bibliothekstantieme Stellung. Dr. Locher betont, dass allein bereits über den Kauf von Büchern im Wert von 120 Millionen Franken durch die Schweizer Bibliotheken rund 12 Millionen Franken an Autorenhonoraren finanziert werden und führt weiter aus:

„Die Bibliotheken sind die grössten Förderer des Lesens und der Literatur; sie sind die geistigen Fitnesszentren unserer Gesellschaft. Sie werden jährlich von rund 20 Millionen Personen besucht und haben somit zehnmal mehr Publikum als die oberste nationale Fussballliga – publikumsmässig spielen sie in der Champions League“.

Der Kommentator weist ausdrücklich darauf hin, dass die geforderten Zahlungen letztlich die Budgets der Kantone belasten und damit zu einer Reduzierung der Bibliotheksetats führen werden – das dürfte eher nicht im Sinne der Autoren sein. Dr. Locher zeigt auch das von Amazon angestrebte Marktmodell auf und macht seine Einschätzung deutlich, dass vor dem Hintergrund dieses „digitalen Tsunamis“ die Forderung nach einer Bibliothekstantieme „ins letzte Jahrtausend und nicht in die Gegenwart“ gehört.

Link: http://www.nzz.ch/meinung/debatte/keine-lesesteuer-1.18272179

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

2 Gedanken zu “Diskussion um Bibliothekstantieme in der Schweiz

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