IFLA-Impressionen 2014 (Teil 1)

Vom 16. bis zum 22. August 2014 fand im französischen Lyon der Weltbibliothekskongress der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) statt. Insgesamt hatten sich nach Angaben des Veranstalters 3900 Fachbesucher registriert, davon u. a. 1100 Franzosen, 400 US-Amerikaner und als drittstärkste Gruppe die Deutschen mit 180 Teilnehmern. Kongress und Messe fanden im modernen, großzügigen Veranstaltungszentrum „Cité International“ im Norden Lyons statt, das Ende der 1980er Jahre von Renzo Piano gestaltet worden war.

Einen schönen Auftakt bildete das Caucus-Meeting der deutschprachigen Teilnehmer/innen mit Gästen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Barbara Lison. Vorsitzende des deutschen IFLA-Nationalkommitees, führte versiert und mit heiterer Grundnote durch das Programm, das unter anderem mit Grußworten und Berichten von Fréderic Blin vom französischen IFLA-Nationalkommittee, Mag. Gerald Leitner von der IFLA Sektion MLAS und Dr. Hans-Ulrich Locher, Geschäftsführer des Verbandes Bibliothek Information Schweiz bestückt war. Besonders wichtig: Alle Teilnehmer und auch die deutsche Bibliothekscommunity sind aufgefordert, sich mit der Lyon Declaration on Access to Information and Development zu befassen und diese zu zeichnen bzw. geeignete Unterzeichner zu finden und zu kontaktieren! Den gut gelaunten Ausklang des Abends unterstützen einerseits das von der ekz-Gruppe gesponserte kleine Buffet sowie eine eigens von Dr. Locher aus der Schweiz importierte Schokoladenbibliothek.🙂

Die Eröffnungsveranstaltung im großen Amphietheater der Cité am Folgetag setzte einerseits den Akzent auf Lokalkolorit durch Originalfilme der in Lyon geborenen Brüder und Kino-Erfinder Lumière, andererseits auf Grußworte der französischen Spitzenpolitik. Im Programm sah das gut aus, in der Realität fanden sich die Gäste mit diversen im Vorfeld aufgezeichneten Videobotschaften konfrontiert sowie bereichert durch einen Vortrag des Philosophen Bernhard Stiegler, der den Fokus auf die Unterschiede des Lesens sowie der Medienrezeption in der physischen und der digitalen Welt legte und sich dabei unter anderem auf Kant, Horkheimer, Adorno („Dialektik der Aufklärung“) und Wolfgang Iser („Der Akt des Lesens“) bezog.

Sehr professionell und mitreißend gestaltete der weltweite Datendienstleister OCLC sein Industriesymposium im Rahmen des Kongresses unter dem Titel „Links and Entitites: OCLC and the Library Data Revolution“. Der neue CEO Skip Prichard zeigte souverän, wie man zweidimensionale Themen in den dreidimensionalen Raum transportieren kann. Er sprach zunächst über die Vorteile einer weltweiten Bibliotheksgemeinschaft wie OCLC und konzentrierte sich anschließend auf zentrale Zukunftsherausforderungen für Bibliotheken, unter anderem „Connected Living“, „Connected Education“ und natürlich „Connected Libraries“ sowie die Themen mobiles Lernen und E-Learning. Dabei erinnerte er auch an ein zentrales Ergebnis aus einer aktuellen Studie des Pew Reseach Center: 83 Prozent aller Online-Lerner in den USA sagten aus, dass die Bibliothek sie bei der Erreichung ihrer Lernziele erreicht habe.

OCLC-Kollege Ted Fons sprach anschließend über Daten-Entitäten (Wenn Sie eine Google-Suche mit dem Suchbegriff „Umberto Eco“ durchführen, stellt der „Ergebniskasten“ mit den zentralen biographischen Daten und dem Foto des Autors eine solche „Entität“ dar) und Anwendungsfälle für solche strukturierten Datenkonglomerate in der OCLC-Welt. Runde Tische und eine freundlich-professionelle Atmosphäre trugen zum Erfolg dieser Veranstaltung bei.

Fortsetzung folgt…

Beitrag von Andreas Mittrowann

7 Gedanken zu “IFLA-Impressionen 2014 (Teil 1)

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