Schweden für das Lesen

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet in ihrer heutigen Ausgabe auf Seite 12 unter der Überschrift „Der Norden liest“ von einer neuen schwedischen Offensive zur Leseförderung mit dem Namen „litteraturproposition“ („Literaturvorschlag“). Dabei handelt es sich um ein staatliches Programm im Umfang von rund 51 Millionen Kronen. Ausgangspunkt war dem Bericht nach eine Untersuchung zum Leseverhalten, nach der Lesekompetenz und Literaturkenntnisse als wichtige Kernfunktionen einer demokratischen Gesellschaft nicht hinreichend entwickelt sind.

Profitieren werden von dem Projekt unter anderem die Volkshochschulprogramme für Leseförderung sowie die Königliche Bibliothek, die bessere Zugänge für das E-Book schaffen soll. Besonders interessant aber ist eine Initiative, die zusätzlich zum „Literaturvorschlag“ beschlossen wurde. Faktisch handelt es sich um ein Bibliotheksgesetz, denn jede schwedische Kommune und jede Schule sind demnach nun verpflichtet, eine gebührenfreie Bibliothek zu unterhalten und gleichzeitig für eine optimale Kooperation der Institutionen untereinander zu sorgen.

Zitat aus dem Schluss der Artikels von Autor Stephan Opitz: „An gesellschaftlich gut begründetem Geldmangel in Bibliotheken, Literaturinstitutionen und Schulen mangelt es hierzulande gewiss nicht – man könnte sich deswegen die Papiere aus dem Norden ja mal anschauen.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 7. Oktober 2013, Seite 12

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

 

Ein Gedanke zu “Schweden für das Lesen

  1. Passend dazu ein Beitrag auf Spiegel Online vom 8. Oktober 2013: „OECD-Bildungsstudie: Jeder sechste deutsche Erwachsene liest wie ein Zehnjähriger!“ In diesem Beitrag wird auch der Ländervergleich der Lesekompetenz abgedruckt. Auf den europäischen ersten Plätzen liegen Finnland, die Niederlande, Schweden und Norwegen, alles Länder mit einem vorbildlich ausgebauten öffentlichen Bibliothekswesen – Deutschland rangiert im hinteren Mittelfeld – sollte da vielleicht gar ein Zusammenhang bestehen? Solange selbst in den reichsten deutschen Bundesländern die Förderung der öffentlichen Bibliotheken weitaus weniger wichtig ist als die übermäßige Substitutierung der sog. Hochkultureinrichtungen wie Opernhäuser, Konzertsäle, Theater, Museen usw. vor allem in den Ballungsräumen, solange wird auch keine Bildungsrechtigkeit herrschen, in Bayern hat sich jetzt fünf Jahre lang gerade auf diesem Sektor ein FDP-Kunstminister „profiliert“… Buchstabieren lernt man in der Schule, den Spaß am Lesen gewinnen die Kinder aber dort, wo in gut ausgestatteten attraktiven Büchereien viele und auch altersgerechte Bücher stehen, in die sich die aufgeregten Kleinen mit roten Ohren „hineinlesen“ können.

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