Kleiner IFLA-Rückblick (1): Maija Berndtson – „Die Bibliothek der Zukunft gestalten“

Jede IFLA-Konferenz ist natürlich auch immer ein Marktplatz für bibliothekarische Zukunftskonzepte. In Helsinki stellte Bibliotheksleiterin Maija Berndtson die aktuellen Überlegungen zu einer neuen Zentralbibliothek für die finnische Hauptstadt vor. Sie bestritt die Veranstaltung unter dem Namen „Designing the Library of the Future“ gemeinsam mit Architekten für eine neue Fakultätsbibliothek sowie für die Renovierung der historischen Nationalbibliothek.

Der Architekturwettbewerb für das neue Haus hat bereits begonnen und im Jahr 2013 soll der Gewinner ausgezeichnet werden. Im besten Fall würde die neue Bibliothek 2017 zum hundertjährigen Jubiläum der finnischen Unabhängigkeit eröffnet.

Zu Beginn des Vortrages stellte die Direktorin die Mission der Bibliothek in den Mittelpunkt: “The library is an enricher of ideas and thoughts, where by sharing knowledge, skills and stories we together create a new civic society” – die Bibliothek also als Förderin der Bürgergesellschaft durch das Anreichern von Ideen und Gedanken sowie das Teilen von Wissen, Fähigkeiten und Geschichten. Was aber zeichnet die Bibliothek der Zukunft konkret aus? Dazu hatte Maija Berndtson verschiedene Thesen parat:

  • Der Kunde ist der „Macher“  – vom Medienkonsumenten zum Produzenten
  • Ein deutlich verschiedenartigeres Bibliothekspublikum als in der Vergangenheit
  • Die Bibliothek als kreative Umgebung für jedermann
  • Persönliche Beratung von Angesicht zu Angesicht
  • Die physische Form des Bibliotheksangebotes verliert seine Bedeutung
  • Neue Architektur für ein digitale Universum: Metadaten, Verfeinerung „offener Daten“, E-Books, Cloud Computing, Treffpunkt, nationale digitale Bibliothek, Schaffung neuen Wissens, hybride Medien, Ausstellungs- und Wissenszentrum, klassische Literatur sowie Musik und Filme, offenes Lernen
  • Die deutlich wachsende Bedeutung von Teamarbeit und Interaktion
  • Gleichzeitig steigende Bedeutung von Aktivitäten in geschützten Bereichen
  • Die zunehmende Wichtigkeit der Unterstützung sozialer Gleichberechtigung
  • Die Bibliothek als Ort und die persönliche Begegnung sind weiterhin bedeutsam
  • So unterschiedlich wie die Kunden werden auch die Angebote sein

Fazit: Neben einer deutlich veränderten Bibliotheksarchitektur ist eine veränderte Auffassung von der Bibliothek an sich notwendig – mit allen Konsequenzen für die Raumgestaltung, Angebot, Personalentwicklung und Kommunikation.

Link: http://www.helmet-kirjasto.fi/helsinki/annualreport2011/

Beitrag von Andreas Mittrowann

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