Archiv für den Monat Oktober 2010

Großbritannien: Gründung einer Bibliotheksallianz

Der britische Autor Tim Coates hat auf der Konferenz „Libraries in the digital age“ am 14. Oktober zum ersten Mal öffentlich die Gründung einer „Bibliotheksallianz“ verkündet. Ziel dieser Verbraucherorganisation soll die Information, Unterstützung und Verbesserung des Service öffentlicher Bibliotheken im ganzen Land aus Sicht der Öffentlichkeit sein, so Coates auf der eintägigen Veranstaltung. Die neue, gemeinnnützige Organisation soll unter anderem auch Programme durchführen, die eine gleichzeitige Kostenreduzierung und Verbesserung des Bibliotheksservice bewirken. Coates führt in seinem veröffentlichten Redetext aus, dass in den vergangenen Jahren oft vom Wandel, weniger aber von der tatsächlichen Verbesserung von Bibliotheken die Rede war.

Als erstes mögliches Projekt sieht Coates ein Forschungsprogramm im Südosten Londons und führt dazu konkret aus: „The researchers will be asked to identify by market research, the different kinds of needs for public libraries for people living and studying in that area and then to research how effectively the 100 or so libraries that are there now actually meet the requirement. It will be able to identify the strengths and the weaknesses of current provision and share that information in full detail both with the public and with the councillors in the London boroughs who are responsible. It will be entirely neutral in the sense that it will have no other interest to proclaim what libraries are achieving apart from what the public wants them to do. It will hold the mirror up to the service plainly and obviously. There will be none of this ‘well the public doesn‘t understand what libraries do these days’ of the kind we hear constantly at present. It will be a force for improvement.“

Tim Coates hat vor seiner Tätigkeit als Autor die britische Buchkette „Waterstone’s“ geleitet und wurde in den letzte Jahren bekannt für seine Engagement zur Verbesserung der öffentlichen Bibliotheken. Auf die weitere Entwicklung der britischen Bibliotheksallianz dürfen auch die deutschen Bibliothekare gespannt sein.

Link: http://sintoblog.blogspot.com/2010/10/library-alliance.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

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USA: 2100 Teilnehmer auf virtuellem E-Book-Gipfel

Die US-amerikanischen Zeitschriften „Library Journal“ und „School Library Journal“ konnten für ihre virtuelle E-Book-Konferenz „Libraries at the Tipping Point“ 2100 Teilnehmer gewinnen. Grundsätzlich wurde einerseits die Frustration der Bibliothekare deutlich, von den wesentlichen Entscheidungen zur künftigen Entwicklung des E-Book-Marktes ausgeschlossen zu sein. Andererseits wurde die große Bereitschaft der Branche sichtbar, E-Books als wichtige neue Technologie zu akzeptieren und in das Bibliotheksangebot zu intergrieren, so die Website des Library Journal.

Zu den Highlights der Veranstaltung zählte die Präsentation einer E-Book-Studie, nach der bereits 72 Prozent aller öffentlichen Bibliotheken in den USA E-Books anbieten, sowie eine Präsentation des Autors Ray Kurzweil, der einen „exponentiellen Wandel“ für die Bibliotheken vorhersagte und hinzufügte: „Im 21. Jahrhundert werden wir nicht 100, sondern eher etwas wie 20.000 Jahre Fortschritt erleben.“ Kurzweil präsentierte auch die von ihm entwickelte, freie E-Reader-Software Blio, die in Partnerschaft mit dem Bibliotheksanbieter Baker & Taylor entwickelt wurde und sich durch erweiterte Fähigkeiten bei der Darstellung von Farbe und Layout auszeichnen soll.

Weitere Höhepunkte des Programms können unter dem unten genannten Link abgerufen werden.

Link: http://www.libraryjournal.com/lj/home/887063-264/ljsljs_first_virtual_summit_on.html.csp

Beitrag von Andreas Mittrowann