Free Harry – oder was OPAC und Google nicht gemeinsam haben.

Im ALA TechSource Blog ist ein weiterer Artikel von Karen G. Schneider zum Thema erschienen „why our data suck“ erschienen. Sie zitiert darin Karen Coyle’s und Diane Hillmann’s Artikel: Resource Description and Access (RDA) aus dem D-Lib Magazine  January/February 2007 Volume 13 Number 1/2. Coyle und Hillmann schreiben, die Bibliotheken hätten den Wettlauf um den ersten Platz der Informationsbeschaffer gegen Amazon und Google verloren, weil die Kataloge der Bibliotheken noch nicht einmal im 20. Jahrhundert angekommen sein (vom 21. gar nicht zu reden).

Schneider bestreitet nicht die Notwendigkeiten und Erfolge, die Katalogregeln und die Katalogisierung hatten und haben. Und doch kommt ihr – und da bin ich ganz ihrer Meinung – der Opac wie ein eingemauerter Garten vor, der selbst von Insidern nur schwer zu erobern ist, vor den Benutzern aber gänzlich verschlossen bleibt. Warum braucht man Haupt- und Nebeneintragungen, wenn in der online-Welt alle Worte gleich erschlossen sind?

Ein Kind dass nach einem Harry Potter  Buch in seiner Bibliothek sucht, sollte dieses im Web- mit Verweis auf die lokale Bibliothek finden können und nicht erst den Bibliotheksopac öffnen – sich womöglich anmelden – die Signatur … aufschreiben müssen. Schneider schlägt vor, den Katalog ganz in das Web zu stellen – jedem Buch eine Webseite zu bauen – das semantische Web miteinzuweben.

How do we get Harry Potter out of the garden and onto the Web?“ Die RDA/Dublic Core Initiative in den USA geht diesen  Weg.

Die Süddeutsche schreibt am Wochenende in ihrem Artikel „Google scannt die Welt“: „Das bedeutet nun einstweilen nicht, dass die Bibliothekare bald ihre Schätze einstampfen und ihre Räume den Filmcrews überlassen können. … die digitale Kopie ersetze das Buch nicht … “ (SZ 30. Juni/1. Juli, Feuilleton, S. 16)

ABER Google’s allgemeine Mission : „das Wissen der Welt leichter zugänglich zu machen“ ist mit der Verfilmung der Oxford Library ein Stück mehr Realität geworden.

Man vergleiche in Google’s book search die Webseite des Buches „Harry Potter and the Order of Phoenix “ mit Referenzen, Kritiken, Verweisen etc. mit der Seite, die sich über den Worldcat öffnet. Und ich möchte mich hiermit Karen G. Schneider anschließen „FREE HARRY„!

Beitrag von Kirsten Heinrich 

Ein Gedanke zu “Free Harry – oder was OPAC und Google nicht gemeinsam haben.

  1. Zitat „Warum braucht man Haupt- und Nebeneintragungen, wenn in der online-Welt alle Worte gleich erschlossen sind?“
    Weil ich nicht eine lange Liste mit irgendwas finden möchte, sondern etwas Bestimmtes. Deswegen möchte ich nicht die Titel angezeigt bekommen, in denen ein von mir gesuchter Name als Illustrator, Herausgeber, Übersetzer, Verlagsname oder in sonst einem Feld auftaucht, wenn ich einen Autor suchen. Natürlich kann ich meine Anfrage auf „Autor“ einschränken (wenn der Katalog gut ist und nicht alle beteiligten Personen in einen Topf wirft), aber dazu müssen diese Personen entsprechend unterschieden werden. Ob man das nun als Haupt- und Nebeneintragung bezeichnet, oder als Funktionsbezeichnung ist dabei zweitrangig.
    Außerdem ist in ÖBs niemand gezwungen, den OPAC zu benutzen. Man kann auch stöbern – viele Bibliotheken bieten zumindest einen Teil ihrer Bestände in Kabinetten oder als Interessenskreise an – oder jemand fragen.
    Hier ist für mich die kryptische Aufsstellungssystematik ein größeres Hindernis als ein OPAC – in den man statt einer Signatur auch auf einem Übersichtsplan Raum und Regal für einen gesuchten Titel anzeigen kann.

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