Archiv für den Monat Juni 2007

Themenpräsentation in Arizona

30 Jahre nach der Einführung von kundenorientierten Themenbereichen („Nahbereich“) in Bibliotheken wie Münster, Gütersloh und Paderborn verzichtet nun die erste US-amerikanische öffentliche Bibliothek auf eine Präsentation ihrer Medien nach der Dewey Klassifkation. Die Gilbert Public Library in Arizona präsentiert in ihrer neuen Perry-Filiale Bücher ausschließlich nach Themen und Genres wie im Buchhandel üblich.

„Es kommt häufig vor, dass Kunden eine Bibliothek besuchen und es als Versagen empfinden, dass sie die Dewey Decimal nicht verstehen und nicht die Bücher finden, die sie suchen“, sagt Marshall Shore, Koordinator für den Erwachsenen-Service der Bibliotheken im Kreis Maricopa.

Besonders interessant sind die Kommentare der Leserinnen und Leser zu dieser Meldung der „AZCentral“.

Link: http://www.azcentral.com/news/articles/0530nodewey0530.html via LISNEWS

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Suchexperten werden immer gebraucht!

Der Titel des OCLC Newsletter 6/2007 ist: „Search for tomorrow„. Die Artikel beschäftigen sich mit der Entwicklung der Suchmaschinen und der überwältigenden Macht von Google.

Prof. John Battelle, Autor und Journalist und Roy Tennant (OCLC) sprechen über die Funktionen, die Bibliothekare in dieser informationsüberfluteten Zeit übernehmen könnten und sollten.

Tennant sagt: „Bibliotheken sollten Suchservices anbieten, die auf die individuellen Bedürfnisse der Benutzer zugeschnitten sind. Wenn wir die Infobedürfnisse der Nutzer  gut genug verstehen und diese qualitativ hochwertig befriedigen können, werden sie die Bibliothek aufsuchen“.

Battele ist ebenso der Meinung: „Experten werden  immer gefragt sein, wir müssen uns nur effektiv um die Lösung der Informationsprobleme kümmern.“

Den ganzen Artikel kann man im OCLC Newsletter Nextspace nachlesen.

Kirsten Heinrich 

Zukunftsplanung in Chicago

Die Chicago Public Library in Illinois (USA) stellt auf ihrer Homepage das Strategiedokument „Chicago Public Library 2010 – a vision for our future“ zur Verfügung. An der Erstellung dieses Perspektivplans waren neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch die hauseigene Stiftung und eine Lenkungsgruppe beteiligt. Die Boston Consulting Group stellte darüber hinaus kostenlos Beratungsleistungen zur Verfügung.

Der Plan selbst identifiziert 20 Ziele in vier Schlüsselbereichen, konkret bspw. die „Überprüfung der Öffnungszeiten“ im Schlüsselbereich „Einladende sowie sichere Infrastruktur und Präsenz in der Kommune“. Ein anderes beispielhaftes Ziel lautet: „Erweiterung der Maßnahmen im Bereich Personalentwicklung, um die Kenntnis über den Bestand zu verbessern“ im Schlüsselbereich „Aktueller und vielfältiger Bestand“.

Die Gliederung des Reports ist hinsichtlich seiner Qualität als Strategiedokument vorbildlich. Nach einem Einführungstext folgen die Beschreibung des Bibliotheksauftrages („Mission Statement“), eine Analyse der Aktivposten, eine Untersuchung der Kernzielgruppen und Akteure („Stakeholder-Analysis“) sowie eine Stärken- und Schwächenanalyse (SWOT). Die zwanzigseitige Veröffentlichung schließt u. a. mit einer Beschreibung der Stärken sowie den strategischen Optionen für die Zukunft ab. Dazu gehören bspw. die Steigerung bei der Anzahl der Bibliotheksveranstaltungen sowie das Finden strategisch relevanter Partner.

Link: http://www.chipublib.org/strategicplan/StrategicPlan_final.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Der Gärtner in Dir…

Die Roselle Public Library in Illinois (USA) bietet ihren Kunden jetzt kompetente Beratung beim Gärtnern an: Die „DuPage County Master Gardeners“ beantworten von Mai bis August einmal im Monat die Bibliothekskunden bei Fragen rund um den grünen Daumen.

Die „Master Gardeners“ sind eine Gruppe von Freiwilligen, die von der Universität Illinois trainiert wurden, um der allgemeinen Öffentlichkeit Programme für die Gartengestaltung und -pflege zu vermitteln.

Link: http://www.roselle.lib.il.us/Newsletter/2007/05/master-gardener-help-desk.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Was sind Bibliotheken wert?

Das Americans for Libraries Council hat jetzt die Studie „Worth Their Weight: An Assessment of the Evolving Field of Library Valuation“ (sinngemäß: „Ihres Gewichtes wert: eine Einschätzung des Entwicklungsfeldes der Bibliotheksbewertung“) veröffentlicht. Ziel des Berichtes ist es, das noch junge Feld der Wertmessung von Bibliotheken und ihrer Dienstleistungen wissenschaftlich und praktisch auszuloten. Dabei wird vor allem das Anliegen in den Vordergrund gestellt, den tatsächlichen und potentiellen Förderern und Finanziers von Bibliotheken den Nutzen dieser Kultur- und Bildungseinrichtung auch (!) mit konkreten Zahlen belegen zu können.

Dazu gliedert sich die Studie in zwei Teile: Im ersten Abschnitt werden zunächst die derzeit bekannten verschiedenen Ansätze zur Berechnung des „Wertes“ von Bibliotheken dargestellt und diskutiert – dazu zählt beispielsweise die auch in Deutschland bekannte Kosten-Nutzen-Rechnung. Im Anschluss daran werden konkrete Anwendungsbeispiele vorgestellt, unter anderem aus dem Suffolk Cooperative Library System im Staat New York , aus Seattle und aus Florida. Darüber hinaus erörtert dieser Teil auch Methoden, die sich von den vorher disktutierten wirtschaftsorientierten unterscheiden und den sozialen Mehrwert von Bibliotheken in den Vordergrund stellen, so beispielsweise das Konzept des „Social Return on Investment„.

Der zweite Teil der Studie beschäftigt sich mit 17 konkreten Studien aus allen Teilen der USA, die eindrucksvoll den Umfang der bisher erstellten Analysen dokumentieren. Fazit: Das ALC hat mit dieser Studie den derzeitigen State of the Art in diesem Themenbereich vorgelegt.

Link: http://www.actforlibraries.org/alcreports.php

Beitrag von Andreas Mittrowann