Bibliothekare gegen den Rest der Welt?

Das Web 2.0 bietet durch seine Möglichkeiten des gemeinschaftlichen Erschließens von Informationsquellen („Tags“, „Social Bookmarking“) ganz neue Wege zum Auffinden gesuchter Inhalte. Über so genannte „Tag Clouds“ lassen sich Begriffe sogar graphisch anzeigen und einordnen. Werden durch diese Erschließung „von unten“ Bibliothekare mit ihren monohierarchischen Klassifikationssystemen obsolet? Mit dieser und anderen Fragen setzt sich David Weinberger vom „Berkman Center for Internet and Society“ der Harvard University in seinem neuen Buch „Everything is Miscellaneous“ auseinander, auf das die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in ihrer heutigen Ausgabe auf Seite 33 hinweist.

Autor Harald Staun unterstreicht in seinem Beitrag, dass die „klassischen Ordnungssysteme“ „aus der Perspektive des heutigen Informationschaos im besten Fall hilflos wirken, vom Alphabet bis zu Melvin Deweys Dezimalsystem“, und beendet seine Analyse – nach der Beschreibung einiger denkwürdiger Ergebnisse von „User Rankings“ bei Nachrichten-Sites – mit der Schlussfolgerung: „Die Neuordnung des Wissens mag ein Zeichen für die Demokratisierung sein, doch angesichts solcher Effekte fällt es schwer, den Ruf nach autoritären Auswahlverfahren zu unterdrücken“. Werden Bibliothekare also doch nicht so schnell überflüssig?

Die Lektüre des neuen Titels von Weinberger dürfte auf jeden Fall spannend sein – das Buch erscheint im März 2008 in deutscher Sprache im Hanser-Verlag. Wer bis dahin nicht warten will, kann es bereits jetzt im Original bestellten, zum Beispiel hier.

Beitrag von Andreas Mittrowann

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