Archiv für den Monat Juni 2007

Ealing: Starbucks in 17 Bibliotheksfilialen

LISNEWS und die Ealing Times berichten, dass in 17 Filialen der Ealing Public Library in Großbritannien demnächst Cafés der US-amerikanischen Kette „Starbucks“ eröffnet werden.

Diese Planungen sind offensichtlich Bestandteil eines groß angelegten Renovierungsprogramms der Ealing Library Services. Die Größe der einzelnen Starbucks-Filialen ist selbstverständlich an Raumangebot und Lage der jeweiligen Bibliothek angepasst. Zu den Zielen der Umbaumaßnahmen gehören u. a. auch die Erweiterung der Internetplätze, mehr Möglichkeiten für selbstgesteuertes Lernen und bibliotheksbezogene Aktivitäten sowie der Einsatz einer modernen Designsprache in den neuen Zweigstellen.

Auch die öffentlichen Bibliotheken in Singapur bieten in mehreren ihrer Häuser Starbucks-Filialen an. Eine Google-Suche mit „Starbucks“ und „Libraries“ ergibt derzeit 970.000 Treffer und fördert zahlreiche weitere Projekte insbesondere in den USA zutage. Dazu gehört u.a. auch ein Kooperationsprojekt der in New York beheimateten „Books for Kids Foundation“ mit dem erwähnten Kaffeeröster.

Link: Bericht in der Ealing Times

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Denver mit eigener Toolbar

Die Denver Public Library in Colorado (USA) bietet ihren Kunden eine spezielle Werkzeugleiste („Toolbar“) für den Internet-Explorer an.

Das Zusatzprogramm eröffnet die Möglichkeit zur Suche in der Webseite der Bibliothek, in den angebotenen Datenbanken und im Internet mit Suchtechnologie von Google. Darüber hinaus gibt es die Option zum Aufrufen von empfohlenen Informationsquellen sowie einen Button für das eigene Bibliothekskonto.

Link: http://denverlibrary.org/toolbar/index.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Größte britische Bibliothekskonferenz

Das Chartered Institute of Library and Information Professionals (CILIP) führt vom 28. bis 30. Juni seine „Umbrella Conference“ and der University of Hertfortshire in Hatfield durch. Mit bisher rund 650 registierten Teilnehmern wird es sich um eine der bisher größten Veranstaltungen für professionelle Mitglieder der britischen Bibliotheksszene handeln.

Eines der Highlights der Konferenz wird die „Poster Session“ mit 27 Postern zu verschiedensten Bibliotheksprojekten und neuen Initiativen mit einer anschließenden Auszeichnung für die beste Präsentation sein. Das Konferenzprogramm steht unter dem Motto „Beschleuniger des Wandels – einen Unterschied machen“ und fast 100 Redner sprechen über ihre Themen in 3 Plenarsitzungen und 56 Präsentationen.

Zu den inhaltlichen Haupsträngen der Konferenz gehören u. a. Themen wie Personalentwicklung, Management und Führung, Kundenorientierung, elektronischer Content, Informationskompetenz und Technologie.

Link Konferenzsite: http://www.umbrella2007.org.uk/

Link: Konferenzprogramm

Beitrag von Andreas Mittrowann

Globolibro jetzt bei Feedburner

Liebe Leserinnen und Leser,

unser Provider „WordPress“ hat die Feedstatistik abgeschafft. Da der Großteil der Globolibro-Nutzer/innen unsere Artikel über verschiedene Feedreader liest, haben wir Globolibro nun beim Service „Feedburner“ angemeldet. Ziel ist es, auch weiterhin Aufschluss über die Nutzung unseres Blogs zu erhalten. Diesen Service leistet nun Feedburner für uns. Wir würden uns deshalb freuen, wenn Sie unsere neue Feedadresse nutzen:

http://feeds.feedburner.com/globolibro

Einfach die neue Feedadresse in Ihren Feedreader (Netvibes etc.) einkopieren, fertig. Zusätzlich finden Sie in der rechten Marginalspalte jetzt auch ganz oben eine Box mit dem RSS-Symbol, das Sie durch einen Klick darauf verwenden können: auf der Folgeseite wählen Sie einfach Ihren (Online)Feedreader aus. Sollten Sie Globolibro direkt als Webseite über Ihren Browser lesen, ändert sich für Sie nichts: Unsere URLs https://globolibro.wordpress.com und http://www.globolibro.de bleiben unverändert.

Herzlichen Dank und viele Grüße,

Andreas Mittrowann & Kirsten Heinrich

Orange – und verwoben

In Libraries Unlimited (Reader’s Advisor’s News) ist ein wunderbarer Artikel erschienen: Six Degrees von  Sarah Statz Cords, Bibliothekarin in der Madison Public Library.

Sie phantasiert sich „ihre“ Bibliothek, bzw. die Bücher darin, durch orangefarbene Wolle miteinander verwoben. Jedes Buch beziehe sich auf irgendeine Art und Weise auf ein anderes.

Sie kommt auf diese Idee, da in den USA ein bekanntes Teenager Spiel „Six degrees of Kevin Bacon“ heißt. Da geht es darum, die Verknüpfungen des Schauspielers Kevin Bacon zu zahlreichen Schauspieler Kollegen so schnell und gut wir möglich darzustellen.

Im April erscheint nun ein Buch: Degrees, a photographic illustration of the six degrees of Kevin Bacon, by photographer Andy Gotts, darin wiederum sind Bilder von vielen hundert Schauspielern enthalten …

„It features photos of more than one hundred actors connected to Bacon, including Pierce Brosnan, who starred in the movie „The Tailor of Panama,“ based on the book by John Le Carre …

  1. John Le Carre also wrote The Russia House, a novel about espionage during the period of glasnost in Russia;
  2. Espionage is explored in the 2006 nonfiction book The Enemy Within: A History of Espionage, by Terry Crowdy;
  3. Crowdy’s book refers to the network of spies used by Julius Caesar, whose story is prominent in Colleen McCullough’s historical fiction „Masters of Rome“ series, which opens with the title The First Man in Rome;
  4. Colleen McCullough also wrote the novel The Thorn Birds, which was made into a television miniseries starring Richard Chamberlain (who himself has a „Bacon number“ of 2).

to be continued ….

Beitrag von Kirsten Heinrich 

Helsinkis Multicultural Library mit 60 Sprachen

Die Multicultural Library in der Helsinki City Library (Finnland) bietet Medien mittlerweile in 60 Sprachen an. Zusätzlich zu den weniger verbreiteten europäischen Sprachen gehören dazu auch ausgebaute Bestände u. a. in Chinesisch, Arabisch, Persisch oder Vietnamesisch. Die Aktivitäten der MCL bauen auf ihrem Leitbild auf. Dazu gehören die Vermittlung von Medien für Menschen mit einer ursprünglich anderen Muttersprache, der Aufbau von Kontakten zu lokalen und internationalen Kooperationspartnern sowie die Information und die Beratung zu allen seltenen fremdsprachigen Materialien.

Das finnische Erfolgsmodell ist typisch für die nordischen Länder, denn auch Norwegen, Schweden und Dänemark verfügen über ähnliche Projekte und kooperieren untereinander.

Link: The Multicultural Library helps people…

Link: http://www.lib.hel.fi/en-GB/ulkomaalaiskirjasto/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Masterplan bis 2027 in Sacramento

Die Sacramento Public Library in Kalifornien (USA) hat den Facility Master Plan 2007 – 2025 auf ihre Website gestellt. Zu Beginn werden wie in vergleichbaren Dokumenten üblich die Ausgangs- und Reichweitendaten analysiert und beschrieben – dazu gehören unter anderem die 27 Gebäude mit 340 Mitarbeitern und knapp zwei Millionen Medien, die 1,27 Millionen Menschen in der Region zur Verfügung stehen.

Das Dokument dient als Grundlage für alle Erweiterungen des Systems in den nächsten 20 Jahren und ist gedanklich in vier Grundschritte gegliedert:

– Analyse der Bedürfnisse (Needs Assessment)
– Plan der Bibliotheksservices (Library Plan of Service)
– Gebäudeprogramm (Buildung Program)
– Physische Planung (Physical Planning)

Darüber hinaus fließen als weitere Inputs Daten aus Bürgerbeteiligungsprozessen, Trendanalysen, strategische Prioritäten und Vergleichsdaten aus anderen Bibliothekssystemen ein. Konkret gehören dazu u. a. Fakten wie ein erwartetes Bevölkerungswachstum von 40%, eine Verdoppelung des Verkehrsaufkommens und eine weitere Diversifizerung der ethnischen Hintergründe bei Bürgerinnen und Bürgern – es wird also mehr Migranten aus mehr Ländern geben.

Der Masterplan sieht entsprechend mehr neue Filialen in strategisch wichtigen Stadtteilen, erweiterte Öffnungszeiten sowie Vorschläge für neu zu schließende Partnerschaften mit anderen Institutionen vor und stellt die notwendige Kalkulation der zu erwartenden Kosten zur Verfügung. Konkret empfehlen die Verfasser u. a. die folgenden Maßnahmen:

– Renovierung von drei Filialen
– Ausbau von neun Filialen
– Verlegung von sechs Filialen
– Neubau von 16 Filialen
– Plangemäße Ausführung von vier laufenden Projekten
– Weiterführung neu gestalteter Services in sechs Filialen.

Link: http://www.saclib.org/fmp/index.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Persönlicher Finanzkalkulator für Bibliotheksnutzung in Wellesley

Die Wellesley Free Library in Massachusetts (USA) bietet auf ihren Webseiten einen persönlichen Finanzkalkulator für die Bibliotheksnutzung an. Ziel ist es, den Bibliothekskunden den finanziellen Gegenwert ihrer individuellen Inanspruchnahme von Services deutlich zu machen. Konkret kann der Nutzer u. a. die Zahl der entliehenen Bücher, Magazine, Filme oder Hörbücher eingeben, darüber hinaus die Nutzungsformen vor Ort oder besuchte Veranstaltungen. Bücher werden beispielsweise mit 15 US-Dollar pro Exemplar berechnet, Magazine mit zwei USD, Filme mit vier USD. Der Besuch einer Veranstaltung für Kinder schlägt mit sechs Dollar zu Buche. In der Summe wird schnell deutlich, wie lohnend der Bibliotheksbesuch für den invididuellen Kunden ist, vom Mehrwert für das persönliche Leben ganz abgesehen.

Das verwendete Online-Formular ist keine eigene Kreation der Bibliothek, sondern wurde übernommen von einer Vorlage der Massachusetts Library Association aus dem Jahr 2004, auf das ein gesonderter Link verweist. Eine exzellente Idee, um eine wichtige Facette des Nutzens von Bibliotheken zu verdeutlichen!

Link: http://www.wellesleyfreelibrary.org/about/calculator.asp

Beitrag von Andreas Mittrowann

Und? Filtern Sie auch?

Die Australian Library and Information Association (ALIA) hat die Ergebnisse der insgesamt dritten Untersuchung zum Einsatz von Filter-Software in australischen Bibliotheken veröffentlicht. 104 von 548 potenziell antwortenden öffentlichen Bibliotheken haben daran teilgenommen. Ergebnis: 39% von ihnen setzen Filtersoftware ein. Nach 18% in 2002 und 31% in 2005 kann dies als deutliche Steigerung bezeichnet werden. Trotz alledem sind die australischen Kollegen damit nicht zufrieden: Die Mehrheit der antwortenden Mitarbeiter/innen hat eine kritische Sicht auf Internetfilter und sieht diese als nicht förderlich für die Umsetzung bibliothekarischer Grundwerte wie Unabhängigkeit gegenüber Zensur und intellektueller Freiheit an. Kundenschulungen zum verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit dem Internet werden als weitaus wirksamer betrachtet.

Für Deutschland scheinen zu diesem Thema keine validen Zahlen vorzuliegen. Die Ausgabe 3/2003 der (ab 2007 eingestellten) Zeitschrift „ÖBiB“ der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen in Bayern berichtet zu einer Internet-Umfrage bayerischer öffentlicher Bibliotheken: „Damit die Bibliothek den Anforderungen des Jugendschutzes gerecht wird, ist eine Filter-Software zu empfehlen. 76% der befragten Bibliotheken benutzen eine Filter-Software.“

Link: http://www.alia.org.au/advocacy/internet.access/internet.filtering.public.libraries.2007.survey.report.pdf

Link: http://www.lfs.bsb-muenchen.de/publikationen/oebib/Inhalte/2003/03-03-internetplaetze.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Bibliothekare gegen den Rest der Welt?

Das Web 2.0 bietet durch seine Möglichkeiten des gemeinschaftlichen Erschließens von Informationsquellen („Tags“, „Social Bookmarking“) ganz neue Wege zum Auffinden gesuchter Inhalte. Über so genannte „Tag Clouds“ lassen sich Begriffe sogar graphisch anzeigen und einordnen. Werden durch diese Erschließung „von unten“ Bibliothekare mit ihren monohierarchischen Klassifikationssystemen obsolet? Mit dieser und anderen Fragen setzt sich David Weinberger vom „Berkman Center for Internet and Society“ der Harvard University in seinem neuen Buch „Everything is Miscellaneous“ auseinander, auf das die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in ihrer heutigen Ausgabe auf Seite 33 hinweist.

Autor Harald Staun unterstreicht in seinem Beitrag, dass die „klassischen Ordnungssysteme“ „aus der Perspektive des heutigen Informationschaos im besten Fall hilflos wirken, vom Alphabet bis zu Melvin Deweys Dezimalsystem“, und beendet seine Analyse – nach der Beschreibung einiger denkwürdiger Ergebnisse von „User Rankings“ bei Nachrichten-Sites – mit der Schlussfolgerung: „Die Neuordnung des Wissens mag ein Zeichen für die Demokratisierung sein, doch angesichts solcher Effekte fällt es schwer, den Ruf nach autoritären Auswahlverfahren zu unterdrücken“. Werden Bibliothekare also doch nicht so schnell überflüssig?

Die Lektüre des neuen Titels von Weinberger dürfte auf jeden Fall spannend sein – das Buch erscheint im März 2008 in deutscher Sprache im Hanser-Verlag. Wer bis dahin nicht warten will, kann es bereits jetzt im Original bestellten, zum Beispiel hier.

Beitrag von Andreas Mittrowann