Blogs im Trend

In vielen Zeitungen ist das Thema Web2.0 zur Zeit ganz oben auf der Agenda. In der letzten Woche erschienen im Handelsblatt (12.3.07) “Lernen am Arbeitsplatz” und “Der Computer wird zum Kollegen”, in der Wirtschaftswoche (9.3.07) “Das Web 2.0 drängt aufs Handy”, im Spiegel (12.3.07) “Fernsehen war gestern”, in der FTD (14.3.07) “Google stößt im Web2.0 an Grenzen”. Natürlich hat die Meldung von der Kooperation der Bayerischen Stabi mit Google Books die Medien stark beschäftigt.

Einen Artikel zum Blogs möchte ich näher erwähnen: am 13.3.07 erschien in der taz ein Interview “Das muss man aufschreiben” mit den Bloggern Katharina Borchert und Stefan Niggemann. Gesprochen wird viel über den Kernnutzen vieler Weblogs: die direkte Kommunikationsmöglichkeit der Nutzer/Kunden/Leser, die neben den klassischen Medien jetzt boomt und ohne die wiederum vieles gar nicht bekannt würde.
Lesenswert!

Auf dem Bibliothekskongress werde ich in in meinem Vortrag “Informationsspezialisten suchen besser – Dienstleistungen im Web2.0″ (Dienstag, 20.3.2007, 16-18 Uhr, Saal 2) einiges zu Weblogs erzählen.

Kirsten Heinrich

USA: Bibliotheken und Wirtschaftsentwicklung

Library Web UK und das D-Lib Magazine berichten über die spannende und aktuelle neue Studie des US-amerikanischen Urban Libraries Council mit dem Titel “Making Cities Stronger – Public Libaries Contributions to Local Economic Development“. Ziel der Studie ist es, den ökonomischen Einfluss von öffentlichen Bibliotheken auf ihr direktes lokales Umfeld darzustellen. Inhaltliche Felder sind Leseförderung und die Vorbereitung auf die Schule, der Beitrag von Bibliotheken zum Aufbau eines effektiven Arbeitsmarktes mit kompetenten Arbeitnehmern, die Unterstützung von Existenzgründern durch Bibliotheken – in den USA ein deutlich akzentuiertes Tätigkeitsfeld der Kolleginnen und Kollegen – sowie die Rolle der Bibliothek als Standortfaktor.

Jedes Kapitel schließt mit den Abschnitten “Outcomes” und “Conclusions”, die Studie endet insgesamt mit einer eingängigen Tabelle der jeweiligen Aktivitäten öffentlicher Bibliotheken in den o. g. Tätigkeitsfeldern und den jeweils dazu gehörenden “Economic Development Contributions“. Daran angefügt findet sich eine Liste mit Empfehlungen, wie Bibliotheken ihren Einfluss in diesen Feldern noch verbreitern können. Ein exzellentes Dokument, dass Bibliotheken überzeugend in einen wirtschaftlichen Kontext stellt und damit die Bildungs- und Kulturfunktion ergänzt. Die Publikation bildet eine inhaltliche Brücke zu den Arbeiten von Glen E. Holt aus St. Louis zur Kosten-Nutzen-Relation von Bibliotheken sowie der entsprechenden Untersuchung von Prof. Hans-Christoph Hobohm.

Link: http://www.urbanlibraries.org/files/making_cities_stronger.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Grüne Wochen in Denver

Die Denver Public Library in Colorado (USA) unterstützt die “Fresh City Life“-Initiative der Stadt Denver und führt jetzt eine sogenannte “Installation” mit dem Namen “Green” durch. Dahinter verbirgt sich ein attraktives Veranstaltungsprogramm, zu dem u. a. eine Serie mit Filmdokumentationen zu Umweltthemen, Events zum ökologischen Gärtnern, Podiumsdiskussionen oder ein Workshop zum Energiesparen gehören. Darüber hinaus gibt es Tipps zum global verantwortlichen Essen und Trinken (“Think globally, eat locally”), Kochkurse oder die Veranstaltungsserie “Eco-Kids”.

Bemerkenswert sind das starke Engagement und die Einbindung des Bürgermeisters, der auf der exzellenten Veranstaltungsseite mit einem Interview vertreten ist. Als Höhepunkt des Programms kann der “Earth Day” am 22. April bezeichnet werden.

Link: http://denverlibrary.org/programs/fresh/index.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Noch ein Wettbewerb: Business in Brooklyn

Die Business Library der Brooklyn Public Library in New York (USA) schreibt in Zusammenarbeit mit der Citigroup Foundation zum vierten Mal einen Wettbewerb um den besten Business Plan aus. Angesprochen sind junge Unternehmen mit Sitz in Brooklyn, die noch Startkapital benötigen. Ungewöhnlich am Wettbewerb ist die gute Vorbereitung, die den Kandidaten zuteil wird – in einem Vorbereitungsseminar (das selbstverständlich in der Business Library stattfindet :-)) lernen die jungen Unternehmer bereits, wie man enen Business Plan schreibt, Marketing betreibt und weitere Grundlagen für Existenzgründer.

Der fertige Plan muss bis zum 27. September eingereicht werden. Den Gewinnern winken nicht nur Preise bis zu 15.000 Dollar, sondern darüber hinaus auch Beratung im Wert von bis zu 5000 Dollar. Die letzte Stufe vor dem möglichen Gewinn ist allerdings eine Präsentation vor einer Jury von Experten. Die Sieger werden im Januar 2008 gekürt.

Link: Wettbewerbsbeschreibung Business Plan

Beitrag von Andreas Mittrowann

Zukunftswettbewerb in Houston

Die Houston Public Library in Texas (USA) veranstaltet einen Aufsatzwettbewerb für Jugendliche zu Thema “Library of Tomorrow“. Eingeladen sind Schüler der Mittel- und Oberstufe zwischen 11 und 18 Jahren. Kernthema des Aufsatzes soll die globalisierte Welt von morgen mit ihren fortgeschrittenen technologischen Möglichkeiten sein – welche Services soll die Bibliothek der Zukunft anbieten, um den Schülern zum Erfolg zu verhelfen?

Der Text soll nicht mehr als 500 Wörter enthalten und muss bis zum 28. März eingesendet werden. Als Preise winken ein Laptop, zwei iPods und Buchgutscheine in Höhe von 25 US-Dollar, die im Rahmen einer Veranstaltung am 28. April verliehen werden. Eine exzellente Idee nicht nur zur Schülerbindung, sondern auch zur Strategieplanung und als Instrument der Zielgruppenforschung.

Link: http://www.houstonlibrary.org/about/news/20070301-essay.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Update: Hier der Link zum Aufsatz des Gewinners: http://www.houstonlibrary.org/about/news/20070430-essay-1h.html 

Arbeitstreffen zur bibliographische Kontrolle: Google, Bibliotheken und Wissenschaft

Karen G. Schneider, Autorin und Bibliothekarin, hat in ALA Techsource einen wichtigen und interessanten Brief an die Library of Congress geschrieben. Anlass ist es, die erlesenen Personen, die an dem heutigen Treffen zwischen Google und anderen Infospezialisten aus Wissenschaft, Forschung, Bibliotheken und Medien an etwas zu erinnern.

Nämlich daran, dass es zwar schön sei, sich über bibliographische Kontrolle zu unterhalten, aber dass die Vertreter der Bibliotheken doch bitte bedenken sollen, dass sie gar nicht unbedingt die erste Wahl sind, wenn Leute Infos suchen. Hier das exakte Zitat: ” We are not even close to being the first service of choice for information seekers; we are pretty much down there with asking one’s mother. Libraries across the country are increasingly asked to justify their existence in order to receive continued funding, and some have been unable to do so.

Weiterhin schreibt sie, dass gedruckte Buch sei doch bereits eine Metapher, Bücher würden heutzutage digital geboren, wie auch Zeitungen. Sie bittet die Teilnehmer darauf zu achten, dass es zwar wichtig sei, sich über Metadaten und bibliographische Kontrolle zu unterhalten, aber sie sollten doch bitte nicht das wichtigste Gebot vergessen: das “Recht auf Lesen”.

Ich bin gespannt, ob wir von dem Treffen etwas internes zu hören bekommen!

Beitrag von Kirsten Heinrich

Roselle führt neuartige Audiobooks ein

Die Roselle Public Library in Illinois (USA) führt ein neues Format von Audiobooks ein, den sogenannten “Playaway“. Dahinter verbirgt sich ein handliches kleines Gerät, auf dem ein bereits “vorbespieltes” digitales Hörbuch fest installiert ist. Über eine Standardbuchse kann ein handelsüblicher Kopfhörer angeschlossen werden, das Gerät ist sofort abspielbereit und verfügt über die notwendigen Knöpfe für Stop, Start, Vorlauf etc. Auch die Möglichkeit zur Veränderung der Sprecher-Geschwindigkeit sowie die Option, elektronische Lesezeichen zu setzen, sind vorhanden. Der Player wendet sich somit offensichtlich eher an “PC-ferne” Nutzer. In Roselle versteht man diese Bestandserweiterung ganz offensichtlich als gute Ergänzung zu den bisher vorhandenen “klassischen” Angeboten im Audiobereich sowie der Möglichkeit, Hörbücher online über die dort angebotene Netlibrary-Plattform herunterzuladen.

Laut einem ersten Test im Focus-Blog soll die Klangqualität des Playaway “grottenschlecht sein. Auf der Playaway-Website gibt es spezielle Angebote für Bibliotheken und erste Pressestimmen. Weitere Bibliothekskunden sind lt. Website die Chicago Public Library sowie die Clark County Public Library.

Fazit: Als ergänzendes Angebot vielleicht sinnvoll – da aber mittlerweile mehr als ein Viertel der deutschen Haushalte über einen DSL-Anschluss verfügt und diese Zahl weiterhin rasant steigt, liegt die Zukunft des Hörbuchs mit hoher Wahrscheinlichkeit eher im Online-Bereich.

Link: http://www.roselle.lib.il.us/Newsletter/PressReleases.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann