Archiv für den Monat November 2006

Zu weit entfernt vom Kunden: der Opac

Am 4.Juli hatte ich schon auf Karen G. Schneiders Blog-Artikel über Ihren Vortrag „The user is not broken“ geschrieben – nun hat sie den ganzen Vortrag, den Sie auf der Special Libraries and Information Services Konferenz in Süd-Afrika im Oktober 06 gehalten hat, veröffentlicht – einfach wunderbar!

Ein paar Ihrer Aussagen von mir übersetzt (und Sie sollten erstmal die Bilder dazu anschauen …)

  • Jede Technologie, die Du im Studium erlernt hast, wird irgendwann aussterben
  • Du bist kein Programm- Du bist der Service
  • Aber manchmal, wenn Benutzer Schwierigkeiten haben, unser System zu benutzen, versuchen wir die Benutzer zu reparieren, als wären Sie schlecht programmiert
  • Der Benutzer ist kein „broken link“
  • Dein System/Programm ist kaputt – bis zum Beweis des Gegenteils
  • Der Opac ist nicht die Sonne – höchstens ein weit entlegener Planet, der sich jedes Jahr weiter entfernt
  • Der Benutzer ist die Sonne!
  • Der online-Benutzer hat sich nicht entfernt – Du – der Bibliothekar hast Dich entfernt und es ist Deine Aufgabe, diese Lücke zu schließen
  • Es ist einfacher ein Kamel durch ein Nadelöhr zu bekommen, als eine Bibliothekswebseite zu finden, die benutzerfreundlich ist und Service bietet anstatt Bibliotheksjargon
  • Information findet den Weg mit dem geringsten Widerstand – wenn Sie Ihren Benutzern Informationen vorenthalten, werden diese sich abwenden
  • usw….

Auch wenn es etwas unbescheiden ist, möchte ich doch an dieser Stelle auf meinen Vortrag: „Besser als Google?“, den ich auf dem Thüringer Bibliothekstag im Oktober gehalten habe,  aufmerksam machen. Der Geist von Karen G. Schneider hat da ein wenig über mir geschwebt und ich habe einige ihrer Gedanken versucht einzubringen.

Beitrag von Kirsten Heinrich

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Casino goes Neuschwanstein

Heute ein paar kleine Ausschnitte aus dem Veranstaltungsprogramm der Las Vegas-Clark County Library in Nevada (USA) der letzten und der kommenden Monate:

  • Wie könnte es anders sein: Die Autoren Jean Scott und Viktor Nacht stellen ihren neuen Titel „Video Poker für Sparsame“ vor. Sie sind auch die Autoren des Buches „Der sparsame Spieler“, einem Casinoführer für Geizige (!). In Amerika gibt es einfach alles…
  • Die Summerlin Library führt in ihren Räumlichkeiten eine Gesundheitsmesse durch, auf der sich lokale Anbieter aus dem Medizin- und Wellnessbereich einem breiten Publikum vorstellen können. Die Messe wird begleitet von einem vielfältigen Rahmenprogramm, das unter anderem Bauchtanz und Workshops für Kinder vorsieht.
  • Der Autor Brett Harriman stellt sein Buch „Your Traveling Companion – Germany and Austria: Quest for the Bavarian Cross“ vor. Das Werk zeichnet sich unter anderem durch den konsequenten Verweis auf GPS-Daten aus.

Also: Erst das Geld verdienen, dann fit für die Reise werden und schließlich den Trip nach Deutschland antreten (Navigationsgerät nicht vergessen!) 😉 Nichtsdestotrotz: Schön, dass Menschen aus anderen Ländern sich für unser Land als Reiseziel interessieren.

Link: http://www.lvccld.org/index_wa.cfm

Beitrag von Andreas Mittrowann

Auf Schatzsuche in Singapur

Das Thema „Kulturerbe“ hat insbesondere in den europäischen Bibliotheksprojekten der letzten Jahre einen wichtigen Stellenwert eingenommen. In Deutschland bringt der Begriff derzeit eher tonnenschwere Assoziationen und eine Dimension von Jahrhunderten mit sich, die unsere lokale Kreativität nicht immer unbedingt anregen. Das National Library Board in Singapur bringt derzeit mit einer neuen Aktion einen „Kundenkick“ in diese Angelegenheit: Die „Heritage Roadshow„, also eine „Kulturerbe Informationsveranstaltung“, lädt die Kunden ein, historische Briefe, Dokumente oder Landkarten aus ihrem persönlichen Besitz am 11. und 12. November zur Nationalbibliothek zu bringen (die in Singapur in einem sehr attraktiven Gebäude untergebracht ist), um sie dort von einer Expertengruppe bewerten zu lassen.

Die Veranstaltung wird begleitet von einem bunten Rahmenprogramm mit Luftballons für die Kleinen, Ausstellungen und einer sich ständig verändernden „Top 10“ der von den Kunden eingebrachten Schätze.

Die Aktion wird von einer Partnerschaft zwischen National Library Board, National Heritage Board und Media Development Authority getragen. Wäre doch auch eine interessante Idee für eine lokale Aktion in Partnerschaft zwischen öffentlicher Bibliothek und Stadtarchiv!

Link: http://www.nlb.gov.sg, Kategorie „What’s new“
Link: http://dl.nlb.gov.sg/victoria/Heritage%20Roadshow%20Brief.pdf

Fotos von der NLB zum Beispiel hier: http://www.flickr.com/search/?q=National+Library+Singapore

Beitrag von Andreas Mittrowann

Bibliotheks-Blogs

Eine beeindruckende Liste bibliothekarischer Blogs hat der LIS Student Garrett Hungerford von der Wayne State University zusammengestellt: Liszen.com, eine Suchmaschine, die über 500 Blogs listet! Globolibro ist noch nicht drin, werde ich dann aber bald mal nachholen. Einen Blog hat er auch geschrieben: Library Zen: small ideas for the library world
Hat jemand in Deutschland so etwas schon mal zusammengestellt? Vielleicht komme ich ja mal dazu 🙂

Beitrag von Kirsten Heinrich

Australiens größtes Familienalbum

Der Bayside Library Service in Melbourne (Australien) unterstützt die Initiative „Melbourne’s Biggest Family Album„. Ziel ist es, möglichst viele Bibliothekskunden und andere Bürger zu einem Besuch der Beaumarais Library zu bewegen, um dort ihre Familienfotos kopieren bzw. scannen zu lassen. Die Fotografien gehen anschließend in die „Heritage Collection“ des Museums ein, die bereits mehr als 9000 Bilder aus Melbourne und Umgebung ab 1870 beinhaltet.

Das Museum selbst bietet darüber hinaus Trainings und Online-Tutorials für Schüler an, um kompetent mit der Foto-Datenbank arbeiten zu können. Separate Materialien für Grundschüler und Schüler der Sekundarstufe unterstützen diese bei der Nutzung der Fotografien als Informationsquellen für die lokale Geschichtsforschung. Ein sinnvolles und praxisorientiertes Projekt für die Zusammenarbeit zwischen Museum, Bibliothek und Schule – die Einbindung und der aktive Beitrag der Bibliothek scheinen noch ausbaubar.

Link: http://www.bayside.vic.gov.au/library.htm
Link: http://www.museumvictoria.com.au/bfa/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Glendale: Selbstständige Frauen als Zielgruppe

Die Glendale Public Library in Arizona (USA) bietet selbstständigen Frauen die Möglichkeit an, sich gemeinsam im Netzwerk „Women Business Builders“ (WBB) zu organisieren. Das Netzwerk wurde 1995 als weiterer Zweig der kostenlosen Programmarbeit für Existenzgründer von der Bibliothek ins Leben gerufen.

WBB wurde von der Bibliothekarin Kathy Hamel gestartet. Auf ihre Initiative hin erhielt die Glendale Public Library ein Fördervolumen von 44.000 US-Dollar für den Aufbau der zielgruppenorientierten Website (siehe Link), die Durchführung kostenloser Seminare und Workshops, Medien für Existenzgründerinnen sowie den Aufbau eines Mentoring-Programms , um erfahrene Geschäftsfrauen mit Newcomerinnen zu vernetzen. Das Programm wird teilweise von der Arizona State Library im Rahmen ihrer Arbeit für den „Library Services and Technology Act“ gefördert. Dieses Förderprogramm wird vom Institute for Libraries and Museums (IMLS) gesteuert.

Hervorragend gelungen ist der Einbezug strategischer Partner für das Programm. So unterstützen unter anderem die U.S. Small Business Administration, das Maricopa Community Colleges Small Business Development Center und die Handelskammer in Glendale die WBB-Initiative.

Link: http://www.womenbusinessbuilders.org/about.php

Beitrag von Andreas Mittrowann