Archiv für den Monat Oktober 2006

Barrierefrei – nicht nur im Internet

Die Dublin City Public Libraries in Irland haben den „NDA Excellence Through Accessibility Award“ gewonnen. Der Preis wurde zum ersten Mal verliehen, drei der vier Gewinner sind öffentliche Bibliotheken. Basisidee der Ausschreibung sind kontinuierlich verbesserte Zugangsmöglichkeiten – nicht nur im Gebäude, sondern auch beim Service.

Bibliotheksdirektorin Deirdre Ellis-King – vielen Kollegen bekannt durch ihre engagierte Arbeit im Rahmen europäischer Bibliotheksprojekte – äußerte sich überzeugt, dass die Anerkennung eine Bestätigung der engagierten Bibliotheksarbeit für verbesserte Zugänge darstellt. Dazu gehören neben Internet-Zugängen, Kursen, Lesungen, Ausstellungen und Trainingsangeboten für Kunden auch spezielle Hilfestellungen für Menschen mit Sehbehinderungen.

Link: http://www.dublincity.ie/living_in_the_city/libraries/press_news/news/

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Sonntags in Neuseeland

Die Upper Hutt City Library in Neuseeland öffnet seit kurzem auch am Sonntag die Pforten für ihre Kunden und nutzt das neue Angebot für das Format „Sunday Funday“ als attraktives Angebot für die ganze Familie.

Mit der Sonntagsöffnung ist die Bibliothek im Land nicht allein: Ob Auckland, Dunedin, Christchurch oder Palmerston North: Auf der anderen Seite der Erde hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass Bibliotheken – ähnlich wie Museen – ihren Auftrag am besten erfüllen können, wenn die Kunden Zeit haben.

Link: http://www.citylibrary.co.nz/whatsnew8.asp 

Bibliotheken in Neuseeland:
http://www.nzlibraries.com/default.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Soviel zu erleben@deinerbibliothek

3 Beispiele:

Die Public Library, Charlotte wird einen virtuellen Bibliotheksservice für Jugendliche anbieten: eine Insel namens: „Eye4You Alliance“. Ein Ort, an dem die kids sich virtuell, aber eben in der Bibliothek treffen.

Msdewey.com ist mal eine andere Art von Auskunftsdienst/Suchmaschine – suchen Sie mal nach „Librarian“ – oder besser suchen Sie nicht, die Dame wird richtig böse!

So much to see – so much to do@your library“ – eine tolle Kampagne wieder aus der Public Library in Charlotte. Ziel ist es, jedem 5-jährigen, die den Kindergarten/Vorschule besuchen, bis Januar 2007 eine Bibliothekskarte zu verpassen. Ein Lied wurde komponiert von Bill Harley, und viele Geschäfte in Charlotte machen mit.
Beitrag von Kirsten Heinrichk-5_card01.gif

Wohin führt die Reise? Web 2.0 und Bibliotheken

Im OCLC Newsletter nextspace  nehmen 5 Bibliothekare Stellung zur Zukunft der Bibliotheken:

Dr. Wendy Schultz erzählt die Reise von der Library 1.0 (Bibliotheken sind Orte an denen der „Rohstoff“ Buch bereit gestellt wird, die aber einen Raum für eine Gemeinschaft der Bürger bietet) über die Stationen 2.0 (die barrierefreie,  immer zugängliche – partizipative Bibliothek) 3.0  – 3D Library (die rein virtuelle Bibliothek) hin zur Library 4.0 (die Gedanken-Turnhalle, das Ideen-Labor, der künstliche Salon) .

Sie ist der Meinung, dass sich genau dort der Kreis wieder schliessen wird. Die Bibliothek wird, nach Ihrer Ansicht ein Ort, der Meditation – des Rückzugs – der Entspannung  – des Luxus  – der Ideen und Gedankensammelns sein. Ein Zufluchtsort – ohne Technikstress – mit gemütlichen Sesseln zum Lesen.

Andere Meinungen zu diesem Thema sind zu lesen von M. Stephens, Bibliothekar und Blogger (auch ein schöner Beruf!), Chip Nilges (Vizepräsident von OCLC), Rick Andereson und John Riemer.

Eine schöne Vi(Illu)sion ist dieser Zufluchtsort – im Moment erscheint es mir, als ob viele vor lauter neuen Entwicklungen schon jetzt dorthin geflüchtet sind…

Beitrag von Kirsten Heinrich

Bibliothekszukunft in Louisville

Die Louisville Free Public Library in Kentucky (USA) plant drei neue Regionalbibliotheken und eine größere Renovierung der Zentralbibliothek. Alle Bürger sind ausdrücklich aufgefordert, sich einzubringen. Auf ihrer Homepage macht die Bibliothek die verschiedenen Planungsschritte transparent:

  • Darstellung der geplanten Örtlichkeiten, Verweis auf Zeitungsartikel und Videos.
  • In einem Workshop mit Experten des MIT, Architekten, Bildungsfachleuten und Bibliothekaren sind Ideen für die Bibliothek des 21. Jahrhunderts erarbeitet worden und werden für die Öffentlichkeit dokumentiert.
  • Für die weitere Bibliotheksentwicklung wurde ein Masterplan entwickelt, der offen zur Diskussion gestellt wird.

Schließlich werden sechs Veranstaltungen für Bürger in verschiedenen Filialen durchgeführt, um Möglichkeiten für den Input und Feedback zu geben. Insgesamt scheint das Verfahren überzeugend und zukunftsweisend.

Link: http://www.lfpl.org/shapeyourlibrary/

Link: http://www.lff.org/documents/CharrettePR9-21-06.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Gute Geschäfte

Unter der Überschrift „Doing Business with the Library“ erläutert die Indianapolis Marion County Public Library in Indiana (USA) auf ihrer Homepage die Chancen und Möglichkeiten für Wirtschaftspartner, mit der Bibliothek ins Geschäft zu kommen. Als rechtliche Basis dient dabei das „Indiana Public Purchasing Law„. Danach müssen Geschäfte bis 75.000 US-Dollar öffentlich ausgeschrieben und von 25.000 bis 75.000 US$ drei Mitbewerber um ein Angebot gebeten werden. Unter 25.000 US$ kann die Bibliothek auf dem freien Markt eigenständig Angebote einholen.

Besonders interessant ist dabei eine Auflistung der Kategorien, mit denen die Bibliothek potentielle Wirtschaftspartner anspricht. Dazu zählen unter anderem Personalakquise, Fortbildungsanbieter, Bibliotheksausbauten, Renovierung sowie Möblierung und natürlich Technologie sowie Rechtsberatung. Das eröffnet sicher für viele – insbesonders lokale – Anbieter von Dienstleistungen eine neue Perspektive auf die Bibliothek und für die Bibliothek selbst eine selbstbewusste Positionierung als interessanter Partner – späteres Sponsoring nicht ausgeschlossen…

Link: http://www.imcpl.org/about/doingbusiness.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Erzähl von Deinem Arbeitsleben

Der Warwickshire Library and Information Service in Großbritannien unterstützt die lokale Aktion „Working Lives“.  Ziel dieses „Oral History Projects“ ist es, Erfahrungen aus dem Arbeitsleben von Menschen aus der Region zu sammeln, zu archivieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Fokus liegt dabei auf handwerklich orientierten oder aussterbenden Berufen sowie Industrien zur Herstellung von Ziegeln und Dachpfannen, Textilien oder der Arbeit im Steinbruch.

Interviewer besuchen dabei die ehemaligen Arbeiter und Angestellten und nehmen ihre Erfahrungen und Erinnerungen auf, um die Aufnahmen späteren Generationen zugänglich zu machen. Ein Newsletter mit aktuellen Informationen kann von der Website der Bibliothek heruntergeladen werden.

Link: http://www.warwickshire.gov.uk/libraries 

Link: http://www.warwickshire.gov.uk/workinglives 

Beitrag von Andreas Mittrowann

Web 2.0 und Bibliotheken

Wenn das Web 2.0 das „Mitmachnetz“ ist (Was du machst ist ganz egal In: Spiegel 25.9.2006 (39/2006)) – dann ist die Library 2.0 die Mitmachbibliothek. Was die zweitere von dem ersten lernen könnte, liest man hier:

(Literaturhinweis aus dem Free Range Librarian Blog von K.G. Schneider)
Web 2.0 and libraries – best practices for social software, von Michael Stephens. Leider ist das Buch im Moment nur über die ALA zu beziehen, kostet 63$.
Was kann/wird die social software (Weblogs, Podcasts, RSS feeds, Instant Messaging , Wikis, flickr) in Bibliotheken ändern? Eine ausührliche (englische) Buchbesprechung finden Sie hier: http://www.techsource.ala.org/ltr/web-20-and-libraries-best-practices-for-social-software.html

(Literaturhinweis aus dem Blog Bibliothek 2.0 und mehr)

Blogging and RSS – A librarian’s guide Michael P. Sauers, ISBN 1-57387-268-7

Beitrag von Kirsten Heinrich

Helden in San Francisco

Die San Francisco Public Library in Kalifornien (USA) führt bis zum 31. Oktober die Aktion „Unsung Heroes“ durch, die sich an Afro-Amerikaner wendet. Gesucht werden „Helden des Alltags“ – Menschen, die selbstlos ihre Zeit und Energie investieren, um anderen zu helfen.

Jede Bürgerin und jeder Bürger kann Vorschläge einreichen und damit andere Menschen als Preisträger empfehlen. Die Gewinner werden durch ein Kommittee aus Mitarbeitern der Bibliothek sowie der Öffentlichkeit ausgewählt und am 19. November in der San Francisco Public Library ausgezeichnet. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählen Aktivisten für die Rechte Behinderter, Menschen aus dem Bildungsbereich, engagierte Bürger aus dem Seniorensektor sowie Fortbildner aus dem Feld Gesundheit.

Link: http://sfpl.lib.ca.us/news/releases/unsungheroes06.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann