Archiv für den Monat Juli 2006

Bauen Sie gerade eine Bibliothek?

Planen Sie gerade einen Bibliotheksbau? Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Team, was genau zum Ausschreibungsprozess gehören sollte und welche Kategorien dabei wichtig sind? Die Kollegen aus der Burlington Public Library in Kanada waren im Jahr 2003 in der gleichen Situation wie Sie und haben alle relevanten Hintergrundinformationen zu ihrem Bauvorhaben ins Netz gestellt.

Dazu gehören Ausschreibungsdokumente für Kontraktoren, Angebote für den Umzug in das neue Gebäude, Projektberichte zum aktuellen Status sowie die notwendigen Finanzkalkulationen.

Das Projekt wurde im Jahr 2005 erfolgreich beendet. Das fertige Gebäude gehört sicher nicht in die Kategorie der Produkte von Stararchitekten á la Rem Kohlhas, bietet als konkretes Fallbeispiel aber viele praktische Hilfen für die ersten Planungsschritte. Allen Interessierten sei auch der Strategieplan 2005 – 2007 empfohlen.

Link: http://www.bpl.on.ca/whatsnew/building/buildingCTdocs.htm

Strategieplan: http://www.bpl.on.ca/whatsnew/building/buildingStrat.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Erinnerungen an die erste Bibliothek

Die Bexley Libraries in Großbritannien geben die Publikation „I Remember My First Library“ heraus. Die Autoren und Bibliothekare William Cooban und Leslie Sutton haben Erinnerungen von Leserinnen und Lesern an „ihre“ erste Bibliothek gesammelt.

Dabei stehen die Reminiszenzen an Ledereinbände, polierte Holzfußböden und die „erzwungene Stille“ im Mittelpunkt vieler Beiträge. Besonders häufig aber erinnern sich die Leser an den Bibliotheksausweis, der ihnen als Eintritt in die wunderbare Welt der Autoren galt.

Die Publikation kann in allen Filialen der Bexley Libraries für 5,99 Pfund erworben werden. Auf der Website kann auch ein Poster für das Buch heruntergeladen werden.

Link: http://www.bexley.gov.uk/service/library.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Punkte für das Lesen

Die Wellington City Libraries in Neuseeland beginnen am 30. Juli mit der Aktion „SubTxt ’06“, bei der junge Bibliothekskunden im Alter von 13 bis 17 Jahren Punkte für das Lesen auf einem Konto sammeln können. Ab 350 Punkten winken im Rahmen einer Ziehung Preise wie ein iPod, ein Play Station Portable oder ein Handy. Interessierte Teenager können sich beim offiziellen Start der Aktion in der Central Library registrieren und so gleich die ersten 50 Punkte gewinnen. Auch später ist jederzeit ein Registrierung in den Filialen oder online möglich. Punkte gibt es für das Lesen von Büchern, Ansehen von DVDs oder Hören von CDs. Die Teilnehmer müssen anschließend jeweils einen Online-Fragebogen ausfüllen und Fragen zu den gelesenen, gehörten oder gesehenen Medien beantworten. Ganz wie im kommerziellen Leben kann jeder Jugendliche weitere Freunde für SubTxt anwerben und damit 50 Punkte auf einen Schlag ernten.

Das Programm läuft bis zum 26. September. Auf der Schlussveranstaltung zum Wettbewerb kann das Guthaben ab 350 Punkten auf verschiedene Weise verwendet werden: Neben der Teilnahme an der Verlosung für die genannten High-Tech-Spielzeuge kann das restliche Punktkonto für das Mitsteigern bei einer Auktion aufgebraucht werden. Eine schlaue Aktion für Kundenbindung und -gewinnung unserer neuseeländischen Kollegen.

Link: http://www.wcl.govt.nz/teens/subtextmain.html

Eine ähnliche Aktion führen die öffentlichen Bibliotheken in British Columbia, Kanada, durch: http://www.teensrc.ca/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Wie bring ich’s meinem Kunden bei?

Natürlich sollten Bibliotheken soweit wie möglich selbsterklärend sein. Kundenorientierte Nahbereiche mit nach Genres geordneten aktuellen Angeboten („Bestseller“) kommen der Nachfrage entgegen und helfen beim schnellen Zurücksortieren. Trotzdem lässt sich gerade in größeren Häusern eine systematische Aufstellung natürlich nicht vermeiden, um die Kunden bei der gezielten Suche nach Informationen zu unterstützen. Das aber erfordert eine Erläuterung der Bibliothekssystematik für die Kunden. Darüber hinaus sind die wenigsten Datenbanken und gedruckten Informationsquellen schnell und einfach zu verstehen. Nutzerschulung ist also notwendig und viele Bibliotharinnen sowie ihre männlichen Kollegen haben über die Jahre hilfreiche Materialien für diesen Zweck erstellt. Aber können wir das wirklich gut? Haben wir die fundierten pädagogischen Kenntnisse dazu?

Die dänischen Kollegen haben mit Hilfe der Danish National Library Authority für diese Herausforderung die Datenbank BibTeach entwickelt. Ziel war es, eine digitale Leitlinie und einen Werkzeugkasten auf pädagogisch abgesicherter Basis für das Kundentraining zu erstellen. Im Zuge des Projektes wurden 79 Trainingsmaterialien von insgesamt 36 Bibliotheken eingereicht – daraus wurden mehr als 20 qualifizierte und getestete Trainings-Handbücher entwickelt. Sie sind unter http://www.bibteach.dk/ abrufbar, leider nur in dänischer Sprache – die Themen kann aber auch jeder Nicht-Däne anhand der Titel gut erahnen. 🙂

Quelle und Link: http://www.splq.info/issues/vol38_3/08.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

Experimentalbibliothek in Västeras (S)

Die Stadtbibliothek Västeras in Schweden plant die Einrichtung einer Experimentalbibliothek in einem Kulturzentrum. Ziel ist es, neben klassischen Dienstleistungen Erlebnisse zu kreieren, Neugier zu wecken und die Nutzer zur Entdeckung ihrer eigenen kreativen Möglichkeiten anzuregen. Darüber hinaus sollen sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Besucher neue Arbeitsmethoden ausprobiert werden können. Standort wird das vor wenigen Jahren neu eröffnete Kulturzentrum CuLTUREN in Västeras sein, da in einem Stadtteil mit dem Namen „Kupferhain“ liegt (Cu = chemisches Zeichen für Kupfer).

Die als „Der Generator“ bezeichnete neue Bibliothek soll sich speziell an ein junges Publikum richten. Die Angebote sollen sich im Kern auf innovative Multimediaservices sowie interaktive Formate und Events mit kommunikativem Charakter konzentrieren. „Klassische“ Angebote wie das Ausleihen von Medien soll es nicht geben. Besonders interessant ist die strategische Zusammenarbeit bei Planung und Realisierung der neuen Bibliothek zusammen mit der Västmanland County Library sowie der Universität in Uppsala, um insbesondere jungen Nachwuchsbibliothekarinnen und -bibliothekaren attraktive Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Damit soll auch ein Beitrag zum Generationswechsel im Bibliothekswesen geleistet werden.

Dem Verfasser fallen beim Schreiben dieser Zeilen spontan weitere Beispiele dieser Art ein: Von der Mediothek in Stuttgart, der Medien@tage in Dresden, über die library@orchid in Singapur bis hin zu den Teen Libraries in Los Angeles und Phoenix, Arizona. Eine gute Entwicklung für die Bibliothekswelt!

Quelle und Link: http://www.splq.info/issues/vol35_3/11.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

Bücher per E-Mail

Die Hennepin County Library und die Fulton County Public Library gehören zu einer wachsenden Zahl von öffentlichen Bibliotheken in den USA, die ihren Kunden die Zusendung von Lesehappen aus Büchern via E-Mail anbieten. Dabei handelt es sich um den landesweiten Service http://www.supportlibrary.com, mit dem Kunden via kostenlosem Abonnement zwei bis drei Buchkapitel pro Woche per E-Mail erhalten können. Ziel ist es, mit den Leseproben Appetit auf das Ausleihen des echten Buches zu machen.

Bibliothekskunden können zwischen verschiedenen „Buchclubs“ wählen und erhalten aus diesen dann Auszüge. Dazu gehören bspw. der „Fiction Club“, der „Teen Club“, „Business Club“ oder der „Romance Club“. Anschließend bekommen die Kunden jeden Tag eine „5-Minuten-Portion“ aus dem gewünschten Themenbereich serviert. Jeden Montag gehen neue Titel an den Start. Das Projekt wurde in Kooperation mit http://www.dearreader.com auf den Weg gebracht.

Link: http://www.supportlibrary.com/su/su.cfm?x=58564&T1=Books%20in%20Your%20E-mail

Beitrag von Andreas Mittrowann

The Love Libraries guide to great libraries

Ein Netzwerk aus Bildungseinrichtungen, Verlegern, Bibliotheken und Verlegern hat sich in England gebildet, um eine Kampagne zu starten „to get everyone excited about what public libraries can do for readers“.

Zu finden unter: http://www.lovelibraries.co.uk

What can you expect from your local library service?

  • Free books to browse and borrow
    At least 6 free books per person
  • A wide range of reading resources
    From bestsellers to new and older titles, books you won’t find in your bookshop, talking and large print books, magazines, newspapers and text books
  • Any book from anywhere
    Order any book through your library (even out of print books)
  • A community of readers
    Connect to other readers through reading groups and recommendations
  • Modernised, customer friendly services, right for the community
    Convenient opening hours to suit local people Easy to join, get answers to questions and borrow books, CDs and DVDs
  • Internet for all
    Every library has computers and staff trained to help you use them
  • 24 hour access
    Through your library’s online catalogue, online reference and other services
  • Expert, helpful staff
    To answer your questions and offer advice on reading and information
  • Free, independent information
    From a trustworthy source
  • Events programme
    Regular events, including activities for readers and author visits
  • Family activities
    Family reading and learning activities – baby rhyme time, homework clubs, holiday reading challenges…
  • A place for young people
    A safe local space with things to do
  • Help with learning
    Resources and advice for learning, including improving reading and writing skills
  • A well maintained and equipped building
    A safe, accessible, local community space that’s a pleasure to visit
  • Have your say and get involved
    The best libraries have a lot to offer you. To find your local library go to
    http://www.peoplesnetwork.gov.uk

Beitrag von Kirsten Heinrich