Archiv für den Monat März 2006

Hat die Bibliothek Ihr Leben verändert? Teil 2

Die New York Public Library wartet nicht auf das Ergebnis der Initiative von „Woman’s Day Magazine“, um etwas über den Einfluss der Bibliothek auf das Leben ihrer Kunden zu erfahren. Auf ihrer Homepage gibt sie Menschen die Gelegenheit, über ihre Erlebnisse in der Bibliothek zu berichten: Wir erfahren von der Lehrerin Mary, wie sie ihr „Sommerinstitut in der Bibliothek“ über fantastische Literatur geliebt und genossen hat oder von Sheina, die über ihren Mann berichtet. Sein trübes Dasein als Immigrant mit fünf anderen Männern in einem Appartment hat in der ersten Zeit nur die Bibliothek mit ihren Angeboten erleuchtet. Heute ist er dabei, dank der Bibliothek seinen Master’s Degree zu erwerben. Das sind die Geschichten, die uns als Bibliothekare stolz auf unseren Beruf machen.

Link: http://www.nypl.org/university/peoplesuniversity.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

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Kauf einen Stein!

Die Fairfield Public Library in Connecticut, USA, verkauft zur Finanzierung ihres Neubaus individuell gravierte Mauersteine an ihre Bibliothekskunden. Dabei haben Interessierte die Möglichkeit, beim Freundesverein der Bibliothek einen Mauerstein in verschiedenen Größen und mit bis zu vier Zeilen vom Kunden vorgegebenen Text zu kaufen. Ein Beispiel könnte dabei lauten: „In Memory of Mary Smith and John Smith“. Macht vier Zeilen, kostet 200 US Dollar (für Vereinsmitglieder 170). Der Stein wird nach Fertigung im Bereich des Haupteingangs der neuen Bibliothek gut sichbar angebracht.

Ein schönes, klassisches Beispiel für US-amerikanisches Marketing, von dem ich hierzulande vor dem Hintergrund der öffentlichen Finanzmisere gern mehr sehen würde.

Link: http://www.fairfieldpubliclibrary.org/friends-brick.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

Wie hat die Bibliothek Ihr Leben verändert?

Das US-amerikanische „Woman’s Day Magazine“ bittet seine Leserinnen vom 14. Februar bis zum 10. Mai um Artikel mit maximal 700 Wörtern zum Thema „How has the library changed your life?“. Bis zu vier Einsendungen können gewinnen und werden veröffentlicht. Die Aktion ist offensichtlich in einer Kooperation mit der American Library Association entstanden und mehrere Bibliotheken – u.a. die Phoenix Public Library und die Minneapolis Public Library – werben auf ihren Homepages für den Wettbewerb. Zugelassen sind Frauen mit Wohnsitz in den USA ab 18 Jahren. Die Zeitschrift „Woman’s Day Magazine“ erscheint im Hachette Filipacchi Media U.S Verlag.

Gute Idee, kann man prima auch auf Deutschland übertragen – und im Übrigen haben Bibliotheken auch schon das Leben von Männern verändert (s. d. Verfasser) 🙂 .

Link: http://www.womansday.com/article.asp?section_id=7&article_id=10148

Link: http://www.ala.org/ala/pio/campaign/sponsorship/wdchangelives.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

Rechtsberatung in der Chicago Public Library

Die Chicago Public Library bietet auch in 2006 wieder ihre Veranstaltungsserie „Law at the library“ an. Dabei handelt es sich jeweils um eine Präsentation durch einen erfahrenen Anwalt mit einer anschließenden Frage- und Diskussionsrunde. Die Themen in der Vergangenheit umfassten Adoptions- und Vormundsrecht, Scheidungen, Änderungen im aktuellen Finanzrecht, Immobilienplanung oder Informationen zur Existenzgründung.

Die für 2006 geplanten Veranstaltungen finden auch in ausgewählten Filialen des Bibliotheksnetzes statt und umfassen Vorträge zur Schuldenberatung, zum Hauskauf oder zum Arbeitsrecht. Eine gute Alternative oder Ergänzung zur altbekannten literarischen Autorenlesung!

Link: http://www.chipublib.org/003cpl/partners/law/lawlib.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

One Book One Brisbane

Das Brisbane City Council, Australien, startet auch in diesem Jahr wieder die erfolgreiche „One Book One Brisbane“ Kampagne. Die Kernidee ist simpel: Für einen festgelegten Zeitraum wird ein Buch zum zentralen Lesestoff für die gesamte Stadt erkoren und in Bibliotheken, Buchhandlungen und Schulen mit einem unfangreichen Veranstaltungs- und Unterrichtsprogramm versehen. Die Idee wurde bereits auch in Städten anderer Länder (u.a. Los Angeles, USA) erfolgreich umgesetzt, auch wenn die Bibliothekare über diese literarische Monokultur nicht immer glücklich sind. In Brisbane steht in diesem Jahr der Debütroman „The Kingdom Where Nobody Dies“ von Kimberly Starr im Zentrum, der seinen Handlungsschwerpunkt auch in Brisbane hat.

Die Aktion ist nach Angaben der Brisbane Libraries-Website eine der erfolgreichsten Lesekampagnen Australiens und mit einem Kurzgeschichten-Wettbewerb verbunden. Die besten zehn short stories werden ausgezeichnet und in einer Anthologie veröffentlicht, die Prämierung erfolgt durch eine prominent und kompetent besetzte Jury.

Trotz mancher Kritik also offensichtlich eine Aktion, die das Lesen zum großen Thema in einer Stadt machen kann – um das Problem der „Monokultur“ zu schmälern, wurde eine Shortlist mit dem Wettbewerb verbunden, die weitere Titel enthält sowie professionelle didaktisch-methodische „Readers and teachers notes“ veröffentlicht.

Link: http://www.brisbane.qld.gov.au/BCC:STANDARD::pc=PC_1772

Link: http://www.brisbane.qld.gov.au/bccwr/community/documents/obob_2005_%20teacher_notes_year11.pdf

Link: http://www.brisbane.qld.gov.au/bccwr/community/documents/obob_reader_notes.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Familienwoche in Dunedin

Orientierung an Zielgruppen wirkt immer wieder Wunder – die Dunedin Public Libraries in Neuseeland starten in der Zeit vom 21. bis zum 26. März eine Woche für Familien unter dem Motto „Free Family Week Fun“. Allseits bekannte Maßnahmen wie Vorlesestunden, Lesenacht, eine Magieshow, freie Filmvorführungen und CD-Präsentationen werden kombiniert mit der Trennungsberatung (!) „Relationship Property“ und Beratungsstunden zum ewig jungen Thema „Was mit den Kindern unternehmen, wenn’s draußen regnet?“. Entscheidend ist wohl die Signalwirkung für junge Familien, von denen Neuseeland derzeit mehr als Deutschland hat. Schönes Gegenstück in Deutschland: die Elternbibliothek in Gütersloh.

Link: http://www.dunedinlibraries.co.nz/home/?page=news_familyweek

Link: http://www.stadtbibliothek-guetersloh.de/Node_2005091416142351564000.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Strategischer Plan Cork City Library

Man muss keine Bibliothek in einer Millionenstadt betreiben, um strategisch zu planen. Das beweist eindrucksvoll die Cork City Library aus Irland mit ihrem Strategieplan 2005 – 2009. Neben einer umfangreichen Analyse der aktuellen Situation unter Einbezug der lokalen Bibliotheksgeschichte und einer Stärken-/Schwächen-Diskussion werden im Plan Kernziele, die Grundlagen eines qualitätsvollen Service sowie die Wichtigkeit der sozialen Inklusion diskutiert. Das Kernstück des Dokuments sind 62 Aktionsziele, die sich auf Felder wie Zielgruppen, Servicedimensionen, Kooperation oder Infrastruktur beziehen.

Link: http://www.corkcity.ie/ourservices/rac/library/pdf/Library_Strategy.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Bibliotheksnamen bei eBay versteigern

Nach den Sportstadien jetzt auch die öffentlichen Bibliotheken? Die Womelsdorf Community Library in Philadelphia, USA, hat versucht bei eBay ihren Bibliotheksnamen an die meistbietende Person oder Firma zu versteigern. Als Grund gab die Leiterin des Bibliotheksboards, MaryAnne Beamesderfer, den begrenzten finanziellen Spielraum der Bücherei an, die mit gut 11.000 Medieneinheiten 2.600 Einwohner in Womelsdorf sowie die zwei nächstgelegenen Gemeinden versorgt. „Wir hoffen, dass es dort draußen jemanden gibt, der über die notwendigen Mittel verfügt und eine Bibliothek nach sich oder einer geliebten Person benennen möchte“, sagte Beamesderfer. Die Erträge sollen für die geplante Renovierung der Bibliothek mit veranschlagten Kosten in Höhe von 220.000 US-Dollar verwendet werden.

Die Website www.wmfz.com berichtet im Nachgang zu dieser Meldung in ihrer Ausgabe vom 10.2.2006, dass die Bibliothek schließlich ein anonymes Angebot in Höhe von 325.000 Dollar erhalten hat. Am 24.2. berichtet WMFZ schließlich, dass der Bieter sich offensichtlich nie gemeldet hat und die Bibliothek mit einem zweiten Versuch erfolglos war. Vielleicht doch lieber mit klassischem Sponsoring arbeiten?

Quelle: PLA Blog, http://www.plablog.org/2006/01/local-library-news_31.html

Link: http://www.philly.com/mld/philly/news/13750029.htm

Link: http://wfmz.com.ldh0105.fast.net/cgi-bin/tt.cgi?action=viewstory&storyid=13383

Übersetzung Zitat: d. Verfasser (s. „Über den Autor“).

Beitrag von Andreas Mittrowann

Race Relations Day in Wellington

In der Stadt Wellington in Neuseeland findet am 21. März der „Race Relations Day“ mit dem Ziel statt, die Integration von Einwanderern und die damit verbundenen Lebensgeschichten stärker zum Thema zu machen. Die Wellington City Libraries nehmen dies als Anlass, daraus eine ganze Serie von entsprechenden Aktionen in der Zeit vom 13. – 24. März zu machen. Eine herausragende Idee ist dabei die Einladung an Migranten, ihre Geschichte in einem kleinen Kurzfilm bzw. Videoclip zu erzählen. Im Kern stehen dabei die Fragen, auf welche Weise Neuseeland zum neuen Zuhause geworden ist und welche Rolle die Bibliothek dabei gespielt hat. Ausgesuchte Filme werden in der Aktionswoche in mehreren Bibliotheken in Wellington auf Plasmabildschirmen gezeigt.

Link: http://www.wcl.govt.nz/about/news/index.html

Beitrag von Andreas Mittrowann