Moderne Bibliotheksarbeit in Italien

Viele Öffentliche Bibliotheken in Europa stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Der digitale Wandel erfordert eine veränderte Positionierung beim Bestandsmanagement, die Bedeutung als öffentlicher Ort nimmt zu und die demografischen Entwicklungen inklusive Migration machen eine Reflexion der Zielgruppenarbeit erforderlich. Hinzu kommen veränderte Arbeitsformen in der Schule wie verstärktes teambasiertes Lernen und generell die Entwicklung hin zur Wissensgesellschaft, in der lebenslange, persönliche Fortbildung eine größere Rolle als in der Vergangenheit spielt.

Alles dies ist auch in Italien spürbar, in dem der Autor in der vergangenen Woche eine Reihe von Bibliotheken im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit besuchen durfte. Ziele waren u. a. die LibriKa im Südtiroler Ort Bruneck sowie die Biblioteca „Il Pertini“ in Cinisello Balsamo, die Biblioteca San Giorgio in Pistoia sowie die Biblioteca Collina della Pace in Rom. Der überwiegende Teil der ausgewählten Häuser zeichnet sich durch eine einladende Atmosphäre, moderne Raumgestaltung sowie Innovationen wie Makerspaces, Hometrainer (!) oder QR-gestützte Leitsysteme aus. Auffällig war der hohe Anteil an Lernplätzen in vielen Häusern, die überwiegend von jungen Menschen intensiv in Anspruch genommen werden. Visuelle Eindrücke aus den genannten Bibliotheken finden Sie unter www.bibliowelten.de.

Bedrückend war insbesondere in Rom der starke Rückgang des Bibliotheksbudgets in den vergangenen Jahren – keine gute Entwicklung für die engagierten Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die sich einen ganzen Tag Zeit für die Besucher nahmen. Insgesamt waren wir von der ungetrübten, großartigen Motivation der italienischen Bibliotheksmitarbeiter/innen begeistert!

Weitere Informationen zu Bibliotheken in Italien finden Sie auch hier: http://www.bibliotheksportal.de/bibliotheken/bibliotheken-international/bibliotheksarbeit-weltweit/italien.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Niederlande: Positiver Trend für Bibliotheken

Die Website DutchNewsNL berichtet: Aktuelle Daten aus einer Studie des holländischen Bildungsministeriums zeigen, dass die Ausleihzahlen in den Bibliotheken des westeuropäischen Nachbarn wieder steigen. Von den 770 Bibliotheken im Land wurden im Jahr 2015 rund 75 Millionen Medien ausgeliehen und damit die Werte des Vorjahres übertroffen. Besonders interessant ist die Tatsache, dass die Zahl der Nutzer im Kindesalter um 2 Prozent stieg und damit einen Gegentrend zu sonstigen Rückgängen bei der Zahl der Bibliotheksausweise bildete. Der Anteil der Kinderbücher lag bei rund der Hälfte der ausgeliehenen Titel und erfreulicherweise um zwei Millionen höher als in 2015.

Als Hauptgrund für den positiven Trend macht die Untersuchung die hohe Zahl an Veranstaltungen aus: So fanden im Jahr 2015 rund 82.000 Veranstaltungen in Bibliotheken statt und damit 10.000 mehr als im Vorjahr. Ein entsprechendes Lob gab es von der Bildungsministerin Jet Bussemaker.

Der Ansatz, Bibliothekerfolge auch im 21. Jahrhundert noch über den Faktor „Ausleihen“ zu bewerten, muss allerdings kritisch betrachtet werden. Der profilierte Fachkollege John Pateman von der kanadischen Thunder Bay Library wird in der Publikation „Public Libraries in the 21st Century“ zu diesem Thema wie folgt zitiert: „I think visitor’s numbers are the best indicators of library use, better than issues for example because people coming through the door use us for all kinds of things, they don’t even have to join and have ticket.“

Ob Lerngruppe, WLAN-Nutzung, Sprachcafé oder Referatecoaching – heute gibt es mehr denn je eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Bibliothek auch ohne einen Ausleihvorgang zu nutzen. Innovative holländische Bibliotheken wie Amsterdam, Amersfoorth, Delft oder Arnheim haben das in den letzten Jahren überzeugend demonstriert.

Link: http://www.dutchnews.nl/news/archives/2017/01/a-turn-up-for-the-books-young-readers-drive-increase-in-library-borrowing/

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

 

USA: Zukunftsrollen für Bibliotheken

Welche Möglichkeiten sehen öffentliche Bibliotheken in Kommunen mit rund 25.000 Einwohnern für die Ausgestaltung ihrer näheren konkreten Zukunft? Zwei aktuelle Beispiele aus den USA können dafür als Beispiel dienen: Myrtle Beach ist eine Stadt im Nordosten von South Carolina mit rund 27.000 Einwohnern, Ridgewood liegt im Norden von New Jersey und hat rund 25.000 Einwohner.

Während es in Myrtle Beach bereits konkrete Planungen für eine neues Bibliotheksgebäude gibt, arbeitet man in Ridgewood noch an einer Vision, die allerdings bereits auch schon Veränderungen bei der Raumgliederung vorsieht.  Ratsmitglied Mary Jeffcoat aus Myrtle Beach äußert sich zum Paradigmenwandel in Bibliotheken und führt aus, dass moderne Bibliotheken als Treffpunkt genutzt würden, als Punkte für den freien Zugriff auf das Internet sowie Computer und als moderne Dienstleister, die natürlich nach wie vor auch einen Buchbestand anbieten würden.  Bibliotheksleiterin Jennifer Nassar fügt hinzu, dass Programme für Jugendliche und frühkindliche Leseförderung im Fokus der Arbeit stünden, aber andere, neuartige Angebote von der Rechtsberatung bis hin zu Kursen zum smarten Fahrverhalten reichen könnten.

Die Pläne in Ridgewood sind noch unbestimmter, nehmen aber einen ähnlichen Weg in Richtung „Aufenthaltsqualität“. Bibliotheksleiterin Nancy Greene sprach gemeinsam mit der Präsidentin des Bibliothekausschusses vor kommunalen Entscheidern über die von ihr bemerkten Veränderungen: Die Besucher würden die Bibliothek auf einer andere Art und Weise beanspruchen seit der letzten Renovierung im Jahr 1998: Sie blieben für einen längeren Zeitraum, um die angebotenen Technologien zu nutzen oder Konzerte, Lesungen und andere Programme zu besuchen. Aktuell würde man das Haus als zu „überfüllt“, zu dunkel und das Design als zu veraltet empfinden. Eine moderne Vision für ein neu gestaltetes Haus sei es, sich die Bibliothek als Ort vorzustellen, um eine Lesung zu hören, eine Sprache zu lernen, sich in einer Diskussionsgruppe zu engagieren, ein Projekt im lokalen Makerspace zu beginnen oder sich mit Stadtgeschichte und Familienforschung auseinanderzusetzen. Der Start für eine neue Bibliothek in Ridgewood ist auf jeden Fall gemacht und weitere, konkretisierte Präsentationen für den Rat sollen folgen.

Die entwickelten Pläne und Visionen wurden in beiden Kommunen also genutzt, um den Rat und die Bürger auf dem Weg hin zu einer neuen Bibliothek mitzunehmen und dem Vorhaben somit weiteren Schwung zu verleihen.

Beitrag und Übersetzungen von Andreas Mittrowann

Links
http://www.myrtlebeachonline.com/news/local/article129243269.html

http://www.northjersey.com/story/news/bergen/ridgewood/2017/01/26/ridgewood-library-presents-preliminary-renovation-proposal/97078726/

 

 

USA und anderswo: Bibliotheksausweise werden digital(er)

Ein Bibliotheksausweis bietet den zentralen Zugang zu den Ressourcen einer Bibliothek. Im Zeitalter der Digitalisierung unterliegt aber auch dieses Werkzeug den Bedingungen des Zeitenwandels. Das American Libraries Magazine widmet dem Thema „The Future of Library Cards“ einen ausführlichen Artikel.

Als konkretes Beispiel für einen digitalen Bibliotheksausweis nennt der Artikel die „iKnow Digital Access Card“ der Harris County Public Library in Texas. Die Karte kann online erworben werden, sofern der Nutzer seinen Wohnsitz im Postleitzahlenbereich des County hat. Bereits rund 50.000 Nutzer verfügen bereits über diese innovative Möglichkeit, die direkten Zugriff auf alle digitalen Ressourcen bietet. Auch die Rowan Public Library in North Carolina bietet ihren Kunden eine ähnliche Möglichkeit an.

Den nächsten logischen Schritt auf diesem Weg stellt die Smartphone-App dar, die zunächst den Barcode des Bibliotheksausweises abbildet und mancherorts schon länger Realität ist wie beispielsweise in Boulder, Colorado. Während Miguel Figueroa vom Center for the Future of Libraries eine verlässliche Zukunft für den physischen Bibliotheksausweis sieht, nimmt Randy Maxey von der Firma Boopsie – die sich auf Bibliotheksapps spezialisiert hat – einen Trends zur immer stärkeren Digitalisierung von Bibliotheksausweisen wahr.

Ein weiterer Schritt wird vermutlich die Möglichkeit sein, auch physische Medien mit dem Smartphone direkt am Regal auszuleihen. Vielleicht kennt jemand der Globolibro-Leser*innen bereits ein konkretes Beispiel?

Link:
https://americanlibrariesmagazine.org/2017/01/03/future-library-cards/

Beitrag von Andreas Mittrowann

STEAM und STEM in öffentlichen Bibliotheken

Wissenschafts- und Technologieprojekte in Bibliotheken gewinnen weltweit immer mehr  an Bedeutung. Unter den Akronymen „STEAM“ (Science, Technology, Engineering, Art and Math) oder „STEM“ (Science, Technology, Engineering and Math) werden kontinuierlich neue Angebote eingeführt. So bieten beispielsweise drei Zweigstellen der Houston Public Library sogenannte „STEAM“-Kits für unterschiedliche Altersgruppen an. Dazu gehören Sets oder Boxen mit Mikroskopen, Teleskopen, Magneten, Exponaten zum menschlichen Körper oder Sets zur künstlerisch-handwerklichen Bildung wie Nähen, Origami oder Architektur.

Ziel dieser Projekte ist es, den Bildungsauftrag der öffentlichen Bibliotheken über das Feld der Medien hinaus auszuweiten und damit zu sichern. Einen guten Überblick über entsprechende Aktivitäten beispielsweise in Australien bietet Elisabeth Swan in ihrem Vortrag „STEM for Children in Public Libraries“, den sie im Rahmen einer Veranstaltung des Victorian Public Library Networks im Sommer 2016 hielt. Darin führt sie unter anderem aus: „My interest in STEM started when the Australian Chief Scientist issued his report Science, Technology, Engineering and Mathematics: Australia’s Future. Canberra, Australian Government, 2014 http://tinyurl.com/hy585p6

His report begins with these words:

  • The global economy is changing. New technologies and smart companies lead.
  • New industries and new sources of wealth are emerging.
  • New skills are required for workers at all levels.
  • Australians must decide whether we will be in the forefront of these changes or be left behind. We have a choice.“

Einen sehr guten Überblick zum Thema bieten auch die Quellen https://showmelibrarian.blogspot.de/p/all-things-steam.html sowie http://www.libraryasincubatorproject.org/?tag=steam

Auch auf der Tagung des bibliothekarischen Weltverbandes IFLA in Columbus/Ohio 2016 war das Thema präsent, unter anderem in diesem Vortrag: http://library.ifla.org/1360/1/080-allen-en.pdf.

Wer sich zu diesem Programmschwerpunkt öffentlicher Bibliotheken mit weltweiten Kollegen austauschen möchte, kann sich übrigens zur kommenden Konferenz „STEAM into Sydney“ anmelden, die von der Public Libraries Section der IFLA im März 2017 veranstaltet wird. Weitere Informationen dazu finden sich hier:  https://steamintosydney.wordpress.com/program.

Beitrag von Andreas Mittrowann

USA: 80.000 Schüler erhalten digitale Bibliotheksausweise

Um mehr Kinder zum Lesen zu bewegen, haben die Bibliotheken und Schulen im Anne Arundel County im Bundesstaat Maryland der USA 80.000 digitale Bibliotheksausweise ausgegeben. Im County wohnen insgesamt rund 500.000 Menschen. Die Ausweise ermöglichen es den Schülern, E-Books und andere digitale Medien auf Smartphones, Tablets und Computer herunterzuladen.

Bei den Inhalten handelt es sich vorwiegend um Online-Bibliotheken zur Fachrecherche („Online Research Libraries“) und E-Kurse, eine digitale Hausaufgabenhilfe sowie den Zugang zu Rosetta Stone, einem bekannten Anbieter von Sprachkursen.

http://goodereader.com/blog/digital-library-news/80000-students-receive-digital-library-card

Beitrag / Übersetzung: Andreas Mittrowann

 

Die Mehrheit der US-Amerikaner hält Bibliotheken für wichtig

Drei Viertel aller Bürger gaben in einer Befragung an, dass Bibliotheken sie mit den von ihnen benötigten Ressourcen versorgen, zwei Drittel stimmten darüber hinaus der Aussage zu, dass eine Schließung der lokalen Bibliothek einen negativen Effekt auf ihre Kommune hätte.

An der Befragung des Pew Research Instituts hatten mehr als 1.600 Bürger ab 16 Jahren teilgenommen. 80 Prozent davon wünschten sich eine Beratung zu digitalen Werkzeugen wie Computern und Smartphones, 57 Prozent erwarten komfortable Bereiche zum Lesen und Arbeiten.

http://goodereader.com/blog/digital-library-news/the-majority-of-americans-think-libraries-are-important

Beitrag / Übersetzung von Andreas Mittrowann

 

„Leih‘ Dir eine Erfahrung aus“: Perspektiven auf die Bibliothek der Zukunft

Bibliotheken werden in 50 Jahren Zentren sein, die Lernen, Aufnehmen, Teilen, Kreieren und Erleben an einem Ort verbinden. Zu ihrem Angebot werden auch riesige Datenbanken gehören, mit deren Hilfe Erlebnisse und Lernerfahrungen mittels neuer Technologien „ausgeliehen“ und „nacherlebt“ werden können – sei es das Erklimmen des Mount Everest oder ein Nachmittag als Hund. Dies berichtet die Website „UK Business Insider“ auf Basis der Aussagen von David Pescovitz, dem Mitherausgeber der US-Website „Boing Boing“ und Forschungsdirektor am Zukunftsinstitut in Palo Alto.

Um überhaupt Aussagen für einen so langen Zeitraum machen zu können, müsse man zuerst einmal die grundlegende Aufgabe von Bibliotheken verstehen, so Pescovitz. Und die bestünde, so der Forscher weiter, im Kern darin, den Zugriff auf Wissen zu ermöglichen. Das besondere Kennzeichen für die Bibliothek der Zukunft sei Hyperkonnektivität, die unsere weiter voranschreitende Bindung an soziale Medien, Streaming und Daten aus öffentlichen Quellen reflektiere (siehe hierzu auch http://trends.ifla.org/hyper-connected-societies). Das Makerspace in der Bibliothek der Zukunft sieht der Experte beispielsweise im Schaffen genetisch manipulierter Mikroben.

Beständigkeit sieht Peskovitz jedoch bei der Notwendigkeit einer Beratung und Begleitung in der Bbliothek 2056, lässt aber offen, ob diese Aufgabe durch Menschen wahrgenommen werden wird: „Pescovitz suspects that humans will always need some sort of guide to make a foreign landscape more familiar. Whether humanity turns that job into one for artificial intelligence is another matter, he says.“

„Wir reden sehr viel über Informationen und das Informationszeitalter. Ich denke jedoch, Menschen in der Zukunft werden eher nach Wissen und Weisheit Ausschau halten“, so die Einschätzung des Forschers.

Link: http://uk.businessinsider.com/libraries-of-the-future-2016-8?r=US&IR=T

Beitrag / Übersetzungen von Andreas Mittrowann

Aus Chicago: Impressionen vom IFLA Satellite Meeting „Collaborative Strategies for Successful Library Design and Innovative Use“

Wissen Bibliothekar/innen auf Basis ihrer Erfahrungen, was „richtig“ für ihre Besucher ist? Reichen die Erfahrungen von Architekt/innen seit dem Bau der Bibliothek von Alexandria bis heute nicht aus, um die perfekte Bibliothek zu gestalten? Unsere Welt ist so viel komplexer geworden, die Gesellschaft deutlich facettenreicher, die Technologie dynamischer und unsere Werte unterliegen einem deutlichen Wandel, wie man beispielsweise in der Kindererziehung deutlich beobachten kann. 

Für den Bau und die Gestaltung von Bibliotheken bedeutet dies, dass unter anderem der Einbezug der KundInnen oder BenutzerInnen eine deutlich wichtigere Rolle spielt als in vergangenen Zeiten. Da wir das Zeitalter der Universalgenies hinter uns gelassen haben und heute jeder nicht mehr „alles“ wissen kann, ist es umso notwendiger, möglichst viele Perspektiven und Erfahrungen in den Designprozess einfließen zu lassen. Genau diesem Thema widmet sich das aktuell in Chicago durchgeführte IFLA Satellite Meeting „Collaborative Strategies for Sucessful Library Design and Innovative Use“, das in der Galvin Library des Illinois Institute for Technology stattfindet. Unter der Regie der wunderbaren Gastgeberinnen Sharon Bostick und Diane Koen standen am ersten Konferenztag die Schwerpunkte „Student engagement and collaboration“, „Stakeholder engagement“ sowie „Collaboration for a successful master plan“ und „Inkrementeller Opportunismus / User driven design“ (Letzteres mit Olaf Eigenbrodt aus Hamburg) im Mittelpunkt. Dabei ist es den Organisatorinnen gelungen, gleichermaßen Menschen aus wissenschaftlichen sowie öffentlichen Bibliotheken und aus der Architekturprofession auf die Bühne der Galvin Library zu bringen.

Ein paar Kernaussagen des ersten Tages (so wie ich sie verstanden habe) von den hervorragenden Referentinnen und Referenten:

  • Bibliothekar/innen müssen viel aggressiver ihre Sache in den Gremien vertreten! Seien Sie mehr involviert, sitzen Sie an jedem (Entscheidungs)Tisch, machen Sie mehr Lobbyarbeit! Wissen Ihre Entscheider eigentlich, wo genau die Bibliothek ist und wie es darin aussieht? „Advocacy is the top competency librarians must have“
  • Schaffen Sie durch den Einbezug der Kunden und durch die Gestaltung der Bibliothek einen Sinn für Gemeinschaft
  • Es ist ein gutes Zeichen, wenn man einen Raum betritt und nicht sofort klar ist, welche Funktion wo vorgesehen ist
  • Machen Sie Bibliotheken zu dem Ort, wo die „Action“ ist
  • Erwerben Sie ein grundlegendes Verständnis dafür, was Lernen heute für Schüler und Studenten bedeutet
  • Es werden nur zwei Typen von Gebäuden überleben: Der sehr „einfache“ Typus und der hochentwickelte Typus
  • Gutes Design vermittelt den Bibliotheksbesuchern Wertschätzung (!!!)
  • Studenten heute wollen sozial orientierte Räume für projektbasiertes Arbeiten
  • Das heutige Analogon für Bibliotheken ist eher das Labor, das Studio, der Kreativitätsraum als die Mediensammlung, BIbliotheken sind und bleiben aber auch Orte der „intellektuellen Kontemplation“
  • Immer mehr Bibliotheken reduzieren den Raum für Medien zugunsten von Raum zum Lernen und Begegnen
  • Schaffen Sie Bereiche für das „Ich“ (individuelles Lernen), das „Wir“ (Gruppenlernen) und das „Uns“ (plenare Veranstaltungen)

Die zahlreichen Beispiele, die für den Einbezug von Nutzergruppen präsentiert wurden, lassen sich im Programm hier nachvollziehen: http://docdro.id/x9wFU8q

Ein Highlight der Veranstaltung war der nachmittägliche Workshop mit Marie Østergard vom DOKK1 in Aarhus sowie Elif Tinaztepe von Schmidt Hammer Lassen Architects. Unter ihrer Moderation schufen die Teilnehmer in Dreiergruppen zunächst „Personas“. Eine Persona stellt einen Prototyp für eine Gruppe von Nutzern dar, mit konkret ausgeprägten Eigenschaften und einem konkreten Nutzungsverhalten. Anschließend wurde der Gang der geschaffenen Persona durch einen vorgegebenen Bibliotheksgrundriss simuliert und sowohl die vermuteten positiven als auch negativen Effekte nachvollzogen. Durch die vielen geschaffenen Personas entsteht ein eindrucksvoller Prozess des „systematischen Hineinversetzens“ – die Bibliothek wird aus Sicht der Kunden erlebt. Diese Methode kann beispielsweise hervorragend in Workshops mit Bürgern eingesetzt werden – nicht nur bei Neubauten, sondern bei allen geplanten Veränderungen in der Innenraumgestaltung. Ein wirklich sehr lohnender Tag!

Mit herzlichen Grüßen aus Chicago

Ihr Andreas Mittrowann

Die Armidale Library und der Wandel

Wenn unendlich viele Informationen im Internet verfügbar sind, was ist dann die Rolle der öffentlichen Bibliothek? Diese Frage stellt sich auch Martin Mantle von der Armidale Library in Australien, einem kleinen Ort mit rund 20.000 Einwohnern. Im Interview mit dem „Armidale Express“ bekräftigt er seine Einschätzung, das eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der öffentlichen Bibliothek die eines „Community place“ sein wird.

„From the inclusion of maker spaces to collection points for charity organisations like Wraps with Love, Martin said libraries were no longer just about the books.“ Dabei betont der Bibliothekar, dass er nach wie vor Bücher wegen ihres barrierefreie Zugriffs und der Informationseffizienz dem Internet für überlegen hält.

Mantle sieht die Bibliothek zwischen ihrer Informationsfunktion und dem Zentrum für die Kommune: „For libraries, Martin said the future is about finding the middle ground between old and new. While he said libraries, like the local one, will always be a repository of information, they are increasingly a community space.“ Der Artikel zeigt auf schöne Weise, dass auch kleine Bibliotheken vom großen Wandel betroffen sind und ihm mit Mut und guten Konzepten erfolgreich begegnen können.

Link: http://www.armidaleexpress.com.au/story/4069767/librarian-tells-why-the-internet-will-never-roll-the-greatest-invention-humans-ever-made

Beitrag von Andreas Mittrowann