Schwedische Kista Public Library als internationale Bibliothek des Jahres ausgezeichnet

Die Dänische Agentur für Kultur und die Softwarefirma Sytematic haben in Kooperation mit dem Weltverband der Bibliotheken IFLA die schwedische Kista Public Library als internationale Bibliothek des Jahres auf der IFLA-Jahrestagung im südafrikanischen Kapstadt ausgezeichnet.

“Schweden hat die beste öffentliche Bibliothek, wenn es nach Architektur, Innenraumgestaltung, der Nutzung digitaler Technologie sowie der lokalen Bürgerbeteiligung geht”, so die Jury. Insgesamt waren fünf Bibliotheken aus Spanien, Kenia, Australien, Neuseeland und Schweden nominiert.

Morten Lautrup-Larsen, der stellvertretende Direktor der Dänischen Agentur für Kultur ist sehr zufrieden mit der Schaffung des neuen Preises, mit dem Dänemark die Verbreitung fundamentaler demokratischer Werte durch Bibliotheken fördern will. In diesem Jahr wird der Preis in Zusammenarbeit mit der Public Library Section der IFLA verliehen und ist mit 5000 US-Dollar dotiert.

Link: http://modelprogrammer.kulturstyrelsen.dk/det-sker/public-library-of-the-year-award-2015/#.VdCw25eHqf-

Ein paar schöne Fotoimpressionen finden sich hier: https://www.flickr.com/photos/stockholms_stadsbibliotek/albums/72157646602157123

Danke an die Kollegen von www.bib-info.de für den Hinweis!

Beitrag von Andreas Mittrowann

Eine nationale Strategie für Schottlands Öffentliche Bibliotheken

Am 2. Juni wurde das Dokument „Ambition and Opportunity: A Strategy for Public Libraries in Scotland 2015-2020“ vom Scottish Library & Information Council mit Unterstützung des Carnegie UK Trust veröffentlicht. Das 48seitige Paper legt seinen Fokus zunächst auf die Ausgangslage: Öffentliche Bibliotheken sind in Schottland gut genutzte und angesehene Institutionen – 61 Prozent der Schotten nutzen sie regelmäßig. Bibliotheken müssen sich aber über ein „Lagerhaus für Bücher“ hinaus entwickeln. Das reicht von der Anpassung der Öffnungszeiten über die Einbindung digitaler Medien und der entsprechenden Geräte bis hin zur gesellschaftlichen Dimension (bspw. Familien und Inklusion) sowie der Aufenthaltsqualität.

Als Vision wird nun neu definiert: „Schottlands Öffentliche Bibliotheken sind zuverlässige Führer, die alle Bürger mit den Möglichkeiten und Chancen dieser Welt verbinden“. Dem zur Seite wird eine klare Mission gestellt: „Schottlands Öffentliche Bibliotheken sind Teil eines gemeinsamen bürgergesellschaftlichen Strebens, das Potenzial Einzelner und der Gemeinschaft zu entfalten“. Damit es nicht bei allgemeinen Absichtserklärungen bleibt, werden in Strategieprozessen im nächsten Schritt üblicherweise strategische und operative Ziele sowie Handlungsfelder und dazu passende Schritte formuliert. So auch hier: Die schottische Strategie leitet aus Vision und Mission sechs strategische Ziele bzw Felder ab:

  1. Lesen, Lesefähigkeit und Lernen
  2. Digitale Inklusion
  3. Wirtschaftliches Wohlergehen
  4. Soziales Wohlergehen
  5. Kultur und Kreativität
  6. Exzellente öffentliche Services

In der Folge wird daraus eine Vielzahl konkreter Handlungsempfehlungen entwickelt, so unter anderem „Ensure access to library services for all citizens using new technology“, „Test and replicate provision of co-working spaces for small businesses“, „Pilot a collaborative venture to provide access to eBooks from Scottish publishers“ oder „Develop and implement a learning and development programme for all library staff“.

Insgesamt ein lesenswerter, inspirierender und zeitgemäßer Rahmen für eine nationale Bibliotheksstrategie!

Direkter Link zum Paper: http://scottishlibraries.org/wp-content/uploads/2015/01/Strategy.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

 

 

 

Österreichischer Bibliothekartag: PreConference zum Thema Bibliotheksbau

Am Dienstag, den 15. September 2015 findet im Vorfeld des Österreichischen Bibliothekskongresses eine Vorkonferenz mit dem Titel “Die Bibliothek als Marke. Bibliotheksbau im 21. Jahrhundert” statt. Die Veranstaltung ist in die Blöcke

  • “Bibliotheksbau als Marketingstrategie”,
  • “Bibliotheksbau als Chance” und
  • “Aktuelle Entwicklungen im Bibliotheksbau”

gegliedert. Referenten sind u.a. Nikolaus Berger vom Library and Learning Center WU Wien, Olaf Eigenbrodt von der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Patrick Lüth  vom Architekturbüro Snøhetta (Oslo), Werner Schlacher,  Universitätsbibliothek Graz
sowie Dr. Klaus Ulrich Werner von der FU Berlin.

Weitere Informationen:
https://bibliothekartag2015.univie.ac.at/preconference/detailprogramm/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Neuer Report „Future Libraries“ erschienen

Das weltweit tätige Ingenieurbüro ARUP hat einen wegweisenden Bericht zur Zukunft der Bibliotheken veröffentlicht. Die Grundlage des Dokuments bildet eine Serie von Workshops zu verschiedenen inhaltlichen Facetten: Während eine Teilnehmergruppe in Sydney den Fokus auf die Rolle und Funktion von Bibliotheken gelegt hat, ging es in San Francisco eher um Fragen des Designs und um das Bibliotheksgebäude. Weitere Veranstaltungen fanden in Melbourne und London statt, wo ARUP auch seinen Hauptsitz hat. Die Teilnehmer der Workshops stammten aus unterschiedlichen beruflichen und gesellschaftlichen Feldern – natürlich auch aus dem Bibliotheksbereich, unter anderem vertreten durch Diana Richards von der Australian Library & Information Association, Vicky McDonald von der State Library New South Wales, Mark Taylor vom britischen Bibliotheksverband CILIP und Jennifer Burrell von der australischen Blacktown Public Library.

Die Verfasser machen zu Beginn deutlich, dass die Unterschiede bei der internationalen Entwicklung von Bibliotheken fundamental sind. Während in Südkorea von 2009 bis 2013 493 Mio. US-Dollar für neue Bibliotheken investiert wurden, stehen viele andere Häuser vor der Herausforderung, mit weniger Mitteln mehr Aufgaben bewältigen zu müssen. Die Stichworte sind hier „digitale Umwälzungen” und „gesellschaftliche Veränderungen”. Der Report arbeitet mir vier großen Themenfeldern, die gemeinsam ein „Ecosystem for Future Libraries“ beschreiben sollen:

  1. Participatory Knowledge Preservation
  2. Enabling Collaboration and Decision-making
  3. Hubs for Community Wellbeing
  4. Seamless Learning Experiences

Anhand von fiktiven Fallbeispielen werden die Felder anschließend mit Leben gefüllt: Wir lernen die australische Schauspielerin Caitlin kennen, die im Ruhestand lebt und einen Beitrag für die Erhaltung von Filmmaterial leisten möchte. Sie unterstützt die Filmbibliothek bei der Digitalisierung von Material (Participatory Knowledge Preservation). Die 27-jährige Architektin Susan hat den Auftrag, eine „Grüne Mauer“ für Singapur zu projektieren und wird vom Bibliotheksteam mit einer Liste der dafür 20 passenden Pflanzenarten sowie vom Roboter mit möglichen Materialien für den Bau beliefert – die Bibliotheksdrone räumt dann abends den gemeinsamen Arbeitsbereich auf, den Susans Team in der Bibliothek für die Ideenentwicklung genutzt hat … (Enabling Collaboration and Decision-making).

Der Bibliothekar Loh Ki aus Taipei wird demnächst mit seiner Bibliothek umziehen und möchte ganz sicher gehen, dass der neue Ort den Erwartungen der künftigen Kunden entspricht. Der Report beschreibt einen Kunden-Workshop und die positiven Folgen (Hubs for Community Wellbeing). Schließlich lernen wir auch den Finnen Pete kennen, der sich aufgrund seiner Lebenssituation eine berufliche Auszeit nimmt und mit Unterstützung der Bibliothek Programmieren lernt – von der Nutzung der entsprechenden Lernressourcen und einer digitalen Community bis hin zu einer abendlichen Lernrunde  gemeinsam mit anderen Kursteilnehmern in der lokalen Bibliothek (Seamless Learning Experiences).

Fazit der Autoren: „The role of libraries will significantly change in the coming years, driven by demographic changes, rising urban migration and technological advances. In the future, libraries will serve more culturally diverse and physically dense communities under the pressure of limited resources. Integrating a wider range of public and commercial services in their offering will help libraries remain vital and relevant to their communities, especially in more isolated contexts. Physical interaction will remain a key demand of users, despite the opportunity for ubiquitous and constant information access offered by technology.“

Fazit des Verfassers dieses Blogbeitrags: Sehr lesenswert!

Link: http://publications.arup.com/Publications/F/Future_Libraries.aspx

Beitrag von Andreas Mittrowann

British Library: Bibliotheken können das Internet überdauern

Roy Keating, der Direktor der British Library, äußerte in einem Interview mit dem britischen „Telegraph“ sein Erstaunen darüber, wie viele „smarte Menschen“ immer noch hinterfragen, ob Bibliotheken im digitalen Zeitalter Bestand haben werden. Bibliotheken zu bewahren sei mit zahllosen Werten verbunden, die es zu verteidigen gälte. Dazu zählte insbesondere Vertrauen, denn Bibliotheken könnten beweisen, dass sie über das mächtigste und belastbarste Netzwerk überhaupt verfügten. Diese Werte seien dem Internet vorausgegangen und würden es – so Keating – „wenn wir es richtig machen, auch überdauern“.

Keating sprach auf dem „Hay Festival“, um über die Pläne seines Teams in den kommenden Jahren zu sprechen und unterstrich dabei die vitale Bedeutung von Bibliotheken in den Kommunen sowie ihre steigende Bedeutung für wahrheitsgetreue Informationen im digitalen Zeitalter.

„Wenn wir über Bibliotheken sprechen, dann wird mir von ihren alten und traditionellen Werten berichtet. Einige denken nun, diese werden von neuen Werten wie mehr Offenheit, Vernetzung und Virtualität ersetzt. Unsere leidenschaftliche Überzeugung in der British Library ist es jedoch, an beides zu glauben. Und dies ist der großartige Reichtum der Bibliotheken und was sie künftig sein können“, so Keating. Er führte weiter aus, dass Bibliotheken im Zeitalter des Internet für Freiheit, Schutz der Privatsphäre sowie Schutz der Suche und des Ausdrucks, für Sicherheit und bei Bedarf auch für Zurückgezogenheit stünden. Wichtig seien insbesondere auch Angebote in Kommunen mit einem hohen Anteil von Armut.

http://www.telegraph.co.uk/culture/hay-festival/11627276/Libraries-could-outlast-the-internet-head-of-British-Library-says.html

Beitrag und Übersetzung der Zitate von Andreas Mittrowann

Kanada: Interview mit Lyn Rice über die Bibliotheksarchitektur der Zukunft

Das Architekturbüro Rice+Lipka hat unter anderem vor kurzem das Hamilton Grange Library Teen Center in New York gestaltet – die erste Bibliothek in New York, die der Zielgruppe ein komplettes Stockwerk widmet. Grund genug für die Website „Ottawa Citizen“, ein Gespräch mit Rice über die anstehende Planung in Ottawa und die Gestaltungsprinzipien für die Bibliotheksarchitektur der Zukunft zu führen.

Er betont darin insbesondere die Bedeutung der Bibliothek als „civic hub“ und unterstreicht, dass es von diesen öffentlichen Begegnungsräumen immer weniger gäbe. Teilweise hätten auf dem nordamerikanischen Kontinent Starbucks oder die Buchhandelskette Barnes and Noble diese Funktionen übernommen. Hinzu komme der nach wie große Bedarf nach zusätzlicher unterrichtsbezogener Betreuung, Programmen zur Leseförderung, Angeboten für ältere Menschen und einem Ort für Treffen der Gemeinschaft. Über das klassische medienbezogene Angebot hinaus sieht Rice Raum für die Unterstützung bei der Erforschung des Internets und Gaming.

Weitere Informationen und Statements direkt im Interview:
http://ottawacitizen.com/news/local-news/q-and-a-shedding-light-on-the-library-of-the-future

Beitrag von Andreas Mittrowann

Digital Storytelling: Drei Plätze zu vergeben!

Die Bill und Melinda Gates Foundation hat im Rahmen ihrer weltweiten Unterstützung öffentlicher Bibliotheken auch immer wieder Bibliotheken in Osteuropa gefördert. Im Kontext dieser Programme habe ich auf der NextLibrary-Conference 2013 in der Session „Innovative approaches to technology training: Meeting patrons needs from e-book to email“ auch Camelia Crişan von Biblionet Romania kennengelernt. Camelia ist inzwischen Executive Direktor bei der Progress Foundation in Rumänien und trägt am 27. April am Institut für Journalismus und Public Relations an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen-Recklinghausen-Bocholt vor.

Thema: The Power of Digital Storytelling in  Advocating Change of Local Institutions (The case of Romanian Libraries)

Für diesen Vortrag sind noch drei Plätze für Kolleginnen oder Kollegen aus Bibliotheken zu vergeben! Wer Interesse hat, darf sich gern direkt melden bei: camelia.crisan[at]progressfoundation.ro.

Beitrag von Andreas Mittrowann

Nachtrag: Frau Dr. Crisan hat mir den Beitrag zur Verfügung gestellt und ich darf ihn den Globolibro-Leserinnen und Lesern als Anhang zu diesem Beitrag als Download anbieten: Power of DS in advocating change

Kanada: Edmonton Public Library mit digitalem Archiv für Lokalmusik

In den deutschen Öffentlichen Bibliotheken sind vielerots die Ausleihen mit Musik-CDs rückläufig,
da insbesondere jüngere Menschen Musik über YouTube oder Streamingdienste wie Spotify oder
Simfy hören. Firmen wie Apple und Amazon stehen mit ähnlichen Diensten in den Startlöchern.
Wie können Bibliotheken mit dieser Situation umgehen? Soll man künftig ganz auf ein CD-Angebot
verzichten oder vielleicht wie die Delfter Bibliothek in den Niederlandern lokale Spotify-Plätze anbieten?

Die Edmonton Public Library geht einen anderen Weg: Sie bietet ab Ende April die Musik
lokaler Bands und Künstler über einen kostenlosen Streamingdienst auf der Seite
http://www.capitalcityrecords.ca an. „Dies ist eine Gelegenheit für uns, um Vorteile aus einer coolen,
neuen Technologie zu ziehen die Menschen dabei unterstützen kann, sich mit kultureller Geschichte
in anregender Weise zu beschäftigen“, so Alex Carrtuhers, die bei der Edmonton Public
Library für „Digitale Spaces“ verantwortliche Bibliothekarin.

Bürger mit Bibliotheksausweis werden freien Zugriff auch auf die Möglichkeit zum Herunterladen
der Songs haben, während Nichtnutzer lediglich streamen dürfen. Musiker erhalten – je nach Länge
des Albums – bis zu 200 kanadische Dollars (rund 140 Euro). Auch die Toronto Public Library hat ein digitales Angebot lokaler Musik für ihre Kunden erarbeitet, weitere Informationen dazu finden sich hier.

Link: http://www.edmontonjournal.com/touch/story.html?id=10767915

Beitrag von Andreas Mittrowann

Australien und NRW: Social Media in Bibliotheken

Soziale Medien und insbesondere die Facebook-Plattform finden weltweit in zahlreichen öffentlichen Bibliotheken Verwendung. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel wurden seit dem Start des Projektes Lernort Bibliothek vielfältige Aktivitäten seitens der beteiligten Bibliotheken realisiert. Konkret haben zunächst zwei Jahre lang 15 Bibliotheken und seit 2014 zwölf weitere, kleine Häuser in Verbünden jeweils eine Facebook-Seite aufgebaut. Zum Schluss dieses Projektes ist nun für den 9. Februar 2015 in Essen eine Abschlussveranstaltung geplant. Dieses Event zum “Zweijährigen” soll auch durch eine Social Media-Kampagne begleitet werden. Start ist im Januar, enden wird die Kampagne Ende März. Ab Januar werden Beiträge der vergangenen zwei Jahre aus allen Verbünden noch einmal geteilt und kommentiert,  in der Mitte des Monats werden dann die Facebook-Fans gebeten, den fünf Verbünden zum zweiten „Geburtstag“ ihre Tipps für die Facebook-Zukunft zu schenken. Dies kann ein Gruß in Form eines Fotos, eines kleinen Videos oder einfach als Text sein. Ein exzellentes Beispiel für eine strategisch orientierte Landesförderung im Bibliotheksbereich sowie für die  Verknüpfung von digitalen mit konkreten Dienstleistungen sowie mit einer voraussichtlich spannenden Veranstaltung. Laufende Informationen zur Kampagne können im entsprechenden Weblog abgerufen werden: https://oebib.wordpress.com.

Gibt es ähnliche Beispiele für den erfolgreichen Einsatz sozialer Medien in anderen Ländern oder Erdteilen? Die Autorinnen Kathleen Smeaton und Kate Davis haben in der jüngsten Ausgabe 38/2014 der Zeitschrift „Library and Information Research“ unter dem Titel “Using social media to create a participatory library service: an Australian study“ die Ergebnisse einer interessanten Studie veröffentlicht. Ziel der Untersuchung war es, die Facetten des Einsatzes sozialer Medien in öffentlichen Bibliotheken „down under“ auszuloten. Wichtig war es darüber hinaus, die Rolle der „partizipatorischen Bibliothek“ stärker zu erforschen, bei der Kundenmeinungen und -bedürfnisse durch den Einsatz von Facebook, Twitter und ähnlichen Medien stärkere Berücksichtigung bei der Gestaltung der Bibliotheksarbeit finden sollen. Neben den untersuchten 24 Bibliotheken fanden die Yarra Plenty Regional Public Library (geleitet der profilierten Kollegin Christine Mackenzie) und die City Libraries in Townsville besondere Berücksichtigung.

Die Autorinnen unterscheiden beim Einsatz sozialer Medien wie Facebook, Twitter, Pinterest, Flickr, Blogs oder Youtube zwischen den folgenden vier Funktionen:

  • Broadcast“ (“The purpose of a broadcast message is to encourage use of a service, resource or attendance at an event“),
  • Information sharing“ (Informationen, die sich entweder auf allgemeine Ereignisse beziehen  oder Botschaften, die sich imagebildend für die Bibliothek auswirken sollen),
  • Information sharing to engagement“ (Nachrichten, auf die Nutzer mit einer Antwort reagierten) sowie
  • Engagement“ (Inhalte, die bei den Lesern eine Diskussion auslösten, beispielsweise zum Thema „Urlaub“).

Fazit in Auszügen:

  • Auch in Australien gilt Facebook als das verbreitetste soziale Medium in öffentlichen Bibliotheken;
  • Nach D. L. King gilt ein Beitrag (“Posting”) pro Tag gilt als ausreichend, die meisten Bibliotheken blieben jedoch unterhalb dieses Wertes;
  • Soziale Medien sollten von Bibliotheken mit einer klaren, strategischen Zielrichtung eingesetzt werden. Die Anwender sollten sich im Klaren darüber sein, dass jeder soziale Kanal individuell bedient werden sollte: “On each channel the library needs to define a personality that will engage their users, making their voice unique and appealing through the content that they post, the relationships they develop and the way that they respond to their users in a particular space.

Insgesamt ziehen die Autorinnen den Schluss, dass die Notwendigkeit des Einsatzes sozialer Medien durch öffentliche Bibliotheken in Australien klar erkannt worden ist, die bisherige Form der Anwendung jedoch eher dem nüchternen Einsatz eines Werkzeuges gleicht als erkennen lässt, dass der größere, potenzielle Nutzen dieser neuen Instrumente realisiert wird. Eine Schlussfolgerung, die vielleicht auch für die Projektbibliotheken in Nordrhein-Westfalen interessant ist. Als herausragende Beispiele werden die bereits oben erwähnte Yarra Plenty Regional Library sowie die City Libraries in Townsville gewürdigt (letzte kann übrigens auch hier von innen angesehen werden).

Link: http://www.lirgjournal.org.uk/lir/ojs/index.php/lir/article/view/593/632

Beitrag von Andreas Mittrowann, im ersten Absatz mit Textbausteinen des Dezernates 48
Öffentliche Bibliotheken der Bezirksregierung Düsseldorf

 

Erste öffentliche digitale Bibliothek eröffnet in Nebraska

Im US-amerikanischen Omaha wird im Herbst 2015 die erste rein digitale öffentliche Bibliothek des Staates Nebraska eröffnen. Dabei wird es sich – ähnlich wie im texanischen San Antonio – um ein ergänzendes Angebot zur bereits vorhandenen klassischen Bibliotheksstruktur handeln. In Omaha wird die neue Bibliothek vom Community Information Trust der Heritage Services, einer eigens für diesen Zweck gegründeten Non-Profit-Organisation, finanziert und betreut werden. Die Stadtbibliothek Omaha und das lokale Community College beraten bei der Gründung, Durchführung und der Ausbildung des ehrenamtlichen Personals.

“Menschen wünschen sich Zugang zu nutzbringender Technologie und als Gemeinschaft sollten wir den Zugang zu den entsprechenden Ressourcen schaffen”, so Walter Scott, der Vorsitzende der Heritage Services. “Die digitale Bibliothek, eine Bibliothek des 21. Jahrhunderts, wird Omaha zu einer der führenden Kommunen beim Verständnis der digitalen Welt machen, in der wir alle leben”.

Die digitale Bibliothek Omaha wird sich in einem ehemaligen “Borders-Bookstore” befinden und soll für alle Altersgruppen Services bieten, von Menschen ohne Zugang zu Technologie bis hin zu Existenzgründern, die Unterstützung brauchen, um ihre Ideen auf den Weg zu bringen. Beispiele für die geplanten Angebote sind individuelle PC-Stationen mit Zugriff auf weltweite Bibliotheksdatenbanken, spezielle Kinderzonen für interaktive Geschichtenstunden, Innovationslabore für die Erstellung digitaler Inhalte sowie 3D-Drucker.

Link: http://www.infodocket.com/2014/12/03/plan-to-open-omahas-first-digital-library-announced-omaha-public-library-will-be-a-partner/

Beitrag von Andreas Mittrowann