„Leih‘ Dir eine Erfahrung aus“: Perspektiven auf die Bibliothek der Zukunft

Bibliotheken werden in 50 Jahren Zentren sein, die Lernen, Aufnehmen, Teilen, Kreieren und Erleben an einem Ort verbinden werden. Zu ihrem Angebot werden auch riesige Datenbanken gehören, mit deren Hilfe Erlebnisse und Lernerfahrungen mittels neuer Technologien „ausgeliehen“ und „nacherlebt“ werden können – sei es das Erklimmen des Mount Everest oder ein Nachmittag als Hund. Dies berichtet die Website „UK Business Insider“ auf Basis der Aussagen von David Pescovitz, dem Mitherausgeber der US-Website „Boing Boing“ und Forschungsdirektor am Zukunftsinstitut in Palo Alto. 

Um überhaupt Aussagen für einen so langen Zeitraum machen zu können, müsse man zuerst einmal die grundlegende Aufgabe von Bibliotheken verstehen, so Pescovitz. Und die bestünde, so der Forscher weiter, im Kern darin, den Zugriff auf Wissen zu ermöglichen. Das besondere Kennzeichen für die Bibliothek der Zukunft sei Hyperkonnektivität, die unsere weiter voranschreitende Bindung an soziale Medien, Streaming und Daten aus öffentlichen Quellen reflektiere (siehe hierzu auch http://trends.ifla.org/hyper-connected-societies). Das Makerspace in der Bibliothek der Zukunft sieht der Experte beispielsweise im Schaffen genetisch manipulierter Mikroben.

Beständigkeit sieht Peskovitz jedoch bei der Notwendigkeit einer Beratung und Begleitung in der Bbliothek 2056, lässt aber offen, ob diese Aufgabe durch Menschen wahrgenommen werden wird: „Pescovitz suspects that humans will always need some sort of guide to make a foreign landscape more familiar. Whether humanity turns that job into one for artificial intelligence is another matter, he says.“

„Wir reden sehr viel über Informationen und das Informationszeitalter. Ich denke jedoch, Menschen in der Zukunft werden eher nach Wissen und Weisheit Ausschau halten“, so eine der zentralen Aussagen.

Link: http://uk.businessinsider.com/libraries-of-the-future-2016-8?r=US&IR=T

Beitrag / Übersetzungen von Andreas Mittrowann

Aus Chicago: Impressionen vom IFLA Satellite Meeting „Collaborative Strategies for Successful Library Design and Innovative Use“

Wissen Bibliothekar/innen auf Basis ihrer Erfahrungen, was „richtig“ für ihre Besucher ist? Reichen die Erfahrungen von Architekt/innen seit dem Bau der Bibliothek von Alexandria bis heute nicht aus, um die perfekte Bibliothek zu gestalten? Unsere Welt ist so viel komplexer geworden, die Gesellschaft deutlich facettenreicher, die Technologie dynamischer und unsere Werte unterliegen einem deutlichen Wandel, wie man beispielsweise in der Kindererziehung deutlich beobachten kann. 

Für den Bau und die Gestaltung von Bibliotheken bedeutet dies, dass unter anderem der Einbezug der KundInnen oder BenutzerInnen eine deutlich wichtigere Rolle spielt als in vergangenen Zeiten. Da wir das Zeitalter der Universalgenies hinter uns gelassen haben und heute jeder nicht mehr „alles“ wissen kann, ist es umso notwendiger, möglichst viele Perspektiven und Erfahrungen in den Designprozess einfließen zu lassen. Genau diesem Thema widmet sich das aktuell in Chicago durchgeführte IFLA Satellite Meeting „Collaborative Strategies for Sucessful Library Design and Innovative Use“, das in der Galvin Library des Illinois Institute for Technology stattfindet. Unter der Regie der wunderbaren Gastgeberinnen Sharon Bostick und Diane Koen standen am ersten Konferenztag die Schwerpunkte „Student engagement and collaboration“, „Stakeholder engagement“ sowie „Collaboration for a successful master plan“ und „Inkrementeller Opportunismus / User driven design“ (Letzteres mit Olaf Eigenbrodt aus Hamburg) im Mittelpunkt. Dabei ist es den Organisatorinnen gelungen, gleichermaßen Menschen aus wissenschaftlichen sowie öffentlichen Bibliotheken und aus der Architekturprofession auf die Bühne der Galvin Library zu bringen.

Ein paar Kernaussagen des ersten Tages (so wie ich sie verstanden habe) von den hervorragenden Referentinnen und Referenten:

  • Bibliothekar/innen müssen viel aggressiver ihre Sache in den Gremien vertreten! Seien Sie mehr involviert, sitzen Sie an jedem (Entscheidungs)Tisch, machen Sie mehr Lobbyarbeit! Wissen Ihre Entscheider eigentlich, wo genau die Bibliothek ist und wie es darin aussieht? „Advocacy is the top competency librarians must have“
  • Schaffen Sie durch den Einbezug der Kunden und durch die Gestaltung der Bibliothek einen Sinn für Gemeinschaft
  • Es ist ein gutes Zeichen, wenn man einen Raum betritt und nicht sofort klar ist, welche Funktion wo vorgesehen ist
  • Machen Sie Bibliotheken zu dem Ort, wo die „Action“ ist
  • Erwerben Sie ein grundlegendes Verständnis dafür, was Lernen heute für Schüler und Studenten bedeutet
  • Es werden nur zwei Typen von Gebäuden überleben: Der sehr „einfache“ Typus und der hochentwickelte Typus
  • Gutes Design vermittelt den Bibliotheksbesuchern Wertschätzung (!!!)
  • Studenten heute wollen sozial orientierte Räume für projektbasiertes Arbeiten
  • Das heutige Analogon für Bibliotheken ist eher das Labor, das Studio, der Kreativitätsraum als die Mediensammlung, BIbliotheken sind und bleiben aber auch Orte der „intellektuellen Kontemplation“
  • Immer mehr Bibliotheken reduzieren den Raum für Medien zugunsten von Raum zum Lernen und Begegnen
  • Schaffen Sie Bereiche für das „Ich“ (individuelles Lernen), das „Wir“ (Gruppenlernen) und das „Uns“ (plenare Veranstaltungen)

Die zahlreichen Beispiele, die für den Einbezug von Nutzergruppen präsentiert wurden, lassen sich im Programm hier nachvollziehen: http://docdro.id/x9wFU8q

Ein Highlight der Veranstaltung war der nachmittägliche Workshop mit Marie Østergard vom DOKK1 in Aarhus sowie Elif Tinaztepe von Schmidt Hammer Lassen Architects. Unter ihrer Moderation schufen die Teilnehmer in Dreiergruppen zunächst „Personas“. Eine Persona stellt einen Prototyp für eine Gruppe von Nutzern dar, mit konkret ausgeprägten Eigenschaften und einem konkreten Nutzungsverhalten. Anschließend wurde der Gang der geschaffenen Persona durch einen vorgegebenen Bibliotheksgrundriss simuliert und sowohl die vermuteten positiven als auch negativen Effekte nachvollzogen. Durch die vielen geschaffenen Personas entsteht ein eindrucksvoller Prozess des „systematischen Hineinversetzens“ – die Bibliothek wird aus Sicht der Kunden erlebt. Diese Methode kann beispielsweise hervorragend in Workshops mit Bürgern eingesetzt werden – nicht nur bei Neubauten, sondern bei allen geplanten Veränderungen in der Innenraumgestaltung. Ein wirklich sehr lohnender Tag!

Mit herzlichen Grüßen aus Chicago

Ihr Andreas Mittrowann

Die Armidale Library und der Wandel

Wenn unendlich viele Informationen im Internet verfügbar sind, was ist dann die Rolle der öffentlichen Bibliothek? Diese Frage stellt sich auch Martin Mantle von der Armidale Library in Australien, einem kleinen Ort mit rund 20.000 Einwohnern. Im Interview mit dem „Armidale Express“ bekräftigt er seine Einschätzung, das eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der öffentlichen Bibliothek die eines „Community place“ sein wird.

„From the inclusion of maker spaces to collection points for charity organisations like Wraps with Love, Martin said libraries were no longer just about the books.“ Dabei betont der Bibliothekar, dass er nach wie vor Bücher wegen ihres barrierefreie Zugriffs und der Informationseffizienz dem Internet für überlegen hält.

Mantle sieht die Bibliothek zwischen ihrer Informationsfunktion und dem Zentrum für die Kommune: „For libraries, Martin said the future is about finding the middle ground between old and new. While he said libraries, like the local one, will always be a repository of information, they are increasingly a community space.“ Der Artikel zeigt auf schöne Weise, dass auch kleine Bibliotheken vom großen Wandel betroffen sind und ihm mit Mut und guten Konzepten erfolgreich begegnen können.

Link: http://www.armidaleexpress.com.au/story/4069767/librarian-tells-why-the-internet-will-never-roll-the-greatest-invention-humans-ever-made

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

 

Wie australische Bibliotheken den Wandel gestalten


In einem Online-Artikel auf der Website der Australien Broadcasting Commission (ABC) schildert die Autorin Jana Black den Wandel in australischen Bibliotheken am Beispiel Canberra. Dabei wird deutlich, wie vergleichbar die Situation vieler Bibliotheken in westlichen Demokratien ist. Auch in Canberra sind die Ausleihen physischer Medien in den letzten Jahren zurückgegangen, das Interesse an E-Books hingegen gestiegen. Bibliotheksdirektorin Vanessa Little betont, dass dies aber nur eine der vielen Möglichkeiten ist, in einem sich wandelnden Umfeld relevant zu bleiben. Dabei unterstreicht sie insbesondere die Rolle als Lernort: „Libraries emerged out of the mechanics institutes that were built around Australia [and] other places as a way of educating people so that they could participate in the industrial revolution. So people have always used libraries as places to learn.“

Daher wird in Canberra mit einem breiten Bildungsbegriff gearbeitet – „Lernort“ umfasst somit auch das Programm „CycleJam“, bei dem die Reparatur und Instandhaltung von Fahrrädern im Mittelpunkt stehen. Wichtig dabei sei der Fokus auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger vor Ort („community needs“), so Little – „[…] we know that people don’t always learn by reading, people learn by doing and listening and watching.“

Mehr Programmarbeit, weniger Print“ – so könnte das Motto lauten. Ein weiteres Beispiel dafür ist „Giggle and Wiggle“ („Kichern und Wackeln“), ein Programm zur Leseförderung, bei dem junge Familien angesprochen werden, um die Liebe am Erzählen von Geschichten mit Tanz- und Singelementen zu wecken – eines der beständigen Kernelemente von Bibliotheksarbeit heute.

Link:
http://www.abc.net.au/news/2016-07-16/act-libraries-turn-to-new-programs-as-loans-decline/7579120

Beitrag von Andreas Mittrowann

Bibliotheken bauen mit Social Media: Surrey City Centre Library in Kanada

Die Architektur-Website Dezeen.com stellt die Surrey City Centre Library des Architektenbüros Bing Thom in einem Beitrag mit eindrucksvollen Fotos vor. Dabei ist sofort erkennbar: Diese Bibliothek in der Nähe von Vancouver macht ein Statement! Der schiffsartige Bug aus Beton wird in seiner Dynamik und schwungvollen Eleganz durch gebogene, große Glasflächen unterstützt. Dabei erinnert er ein wenig an die Filiale „The Shard“ der britischen Birmingham Public Library mit ihrer ebenfalls prägnanten „Nase“.

Das Innere des Gebäudes wird dominiert von weißen Regalen, Flächen aus Naturholz bei den Sondermöbeln sowie einem terrakottafarbenen Teppich. Die kurvenreiche Linienführung der Außengestaltung setzt sich hier fort in der Gestaltung der Treppenaufgänge und Formensprache der verschiedenen Ebenen. Die Verfasser betonen als Besonderheit den starken Einbezug der Bevölkerung über die sozialen Medien bei dem bereits im Jahr 2011 fertiggestellten Gebäude und etikettieren es als „first public building in the world to be designed with the aid of social media.“

http://www.dezeen.com/2016/05/18/bing-thom-architects-surrey-library-vancouver-canada-concrete

 

Bitte mitmachen! Europäische Studie zum Lernen in öffentlichen Bibliotheken

Das European Bureau of Library, Information and Documentation Associations (EBLIDA) führt eine Studie zum nicht-formellen und informellen Lernen der europäischen öffentlichen Bibliotheken durch. Alle öffentlichen Bibliotheken sind eingeladen, sich an der Online-Befragung bis zum 17. Juni zu beteiligen!

Worum geht es dabei? In Europa existieren rund 65.000 Bibliotheken. Viele von Ihnen bieten nicht-formelle bzw. informelle Lernmöglichkeiten an und haben darüber hinaus in vielen Jahrzehnten Expertenwissen dazu aufgebaut – allerdings liegen bisher noch keine empirisch basierten Studien in diesem Umfeld vor. EBLIDA führt nun im Rahmen des „Library Advocacy for EU“-Projektes gemeinsam mit dem lettischen Bibliotheksverband LLA eine Befragung zu diesem Thema durch. Die Ergebnisse sollen als Input für die „EU Education and Training Strategy 2020“ verwendet werden.

Der Online-Fragebogen ist in englischer Sprache, die Verfasser raten außerdem dazu, die Ergebnisse der jeweiligen Jahresstatistik 2015 zur Hand zu haben. Als ungefähren Zeitrahmen für das Ausfüllen geben die Verantwortlichen 30 bis 45 Minuten an, die allerdings auf mehrere Sessions am gleichen oder am nächsten Tag aufgeteilt werden können. Bei Fragen oder Problemen kann ein Mail an liba4eusurvey@gmail.com gesendet werden.

Hier geht es zum Fragebogen: https://www.surveymonkey.com/r/LibA4EU_survey

Beitrag von Andreas Mittrowann
auf Basis einer Übersetzung des entsprechenden EBLIDA-Aufrufes

 

 

Fotos aus Bibliotheken weltweit

Ob Madrid, Birmingham oder gerade eben erst Genf: In den vergangenen Jahren hatte ich die Möglichkeit, vorwiegend öffentliche Bibliotheken weltweit und natürlich auch in Deutschland zu besuchen. Einige der Fotoimpressionen aus diesen Bibliotheken habe ich jetzt auf der Plattform Flickr unter dem Link www.bibliowelten.de für Sie zusammengestellt, liebe Fachkolleginnen und -kollegen.

Vielleicht sind ein paar Inspirationen für Ihr nächstes Einrichtungsprojekt dabei oder Ideen für eine angenehmere Raumatmosphäre in Ihrer Bibliothek?
Direktlink: https://www.flickr.com/photos/67365955@N02/albums

Viel Spaß beim Betrachten und Umsetzen wünscht Ihnen
Ihr Andreas Mittrowann

P.S. Zum Thema „Flickr“ siehe auch http://www.bibliotheksportal.de/themen/web20/flickr.html#c5002

Daten- und Wissensvisualisierung in Bibliotheken

Im Zeitalter von „Big Data“ nimmt die Visualisierung von Daten auch in Bibliotheken einen immer größeren Raum ein. Bibliotheken bauen dies im wissenschaftlichen Bereich teilweise zu einem Serviceangebot aus und bieten ihren Kunden Unterstützung bei diesem Thema an, beispielsweise die North Carolina State Libraries  oder die Harvard Law School Library in den USA.

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) hat in Zusammenarbeit mit dem Diplom-Medieninformatiker Mirko Clemente für ihr Foyer eine ganz andere, spannende Form der Datenvisualisierung entwickelt. Das Weblog der SLUB berichtet zu einer entsprechenden, neuen Installation in ihrem Foyer: „Auf der großen Projektionsfläche sehen Sie, wie sich aus den Recherchen im Katalog live ein Sternensystem von Fachdisziplinen und Themenbereichen entwickelt. Jeder Aufruf im SLUB-Katalog wird zu einem Teilchen in der Galaxie. Wir nennen das „Wissenskosmos“. Wenn Sie die in Dauerrotation laufenden Fachdisziplin-Sternbilder eine Weile beobachten, dann gewinnen Sie ein Gefühl dafür, was am heutigen Tag in der SLUB recherchiert wird.“

Weitere Informationen:
http://blog.slub-dresden.de/beitrag/2016/01/25/live-visualisierung-im-foyer-wissenskosmos/

http://mirkoclemente.net/installation/wissenskosmos.html

 

 

Bibliothekszukunft gestalten: Praxisbeispiel aus Cedar Rapids

Auf welche Bedarfe müssen Bibliotheken künftig reagieren? Wie können Ressourcen wirksam eingesetzt werden? Einer der „Königswege“, um diese Fragen zu beantworten, ist immer noch das direkte Gespräch mit den Bibliothekskunden in Form von sogenannten „Fokusgruppen“. Diesen Weg beschritt nun auch die y Cedar Rapids Public Libray im Bundesstaat Iowa in den USA. Die Stadt mit rund 130.000 Einwohnern gehört zu 23 Orten in den USA, die einen intensiven Dialog mit ihren Nutzern zur Zukunftssicherung begonnen haben.

Die Situation vor Ort ist nicht untypisch für eine Bibliothek in einem westlichen, demokratischen Land: Aufgrund eines gescheiterten Wählervotums im vergangenen Jahr (in den USA werden lokale Budgeterhöhungen für Bibliotheken häufig über eine Bürgerabstimmung zur Erhöhung bspw. der Grundsteuer entschieden) stand die Bibliothek vor Budgetkürzungen und einer Reduktion der Öffnungszeiten. Wie damit umgehen? Offensichtlich passen die Angebote und das Programm nicht mehr so gut wie früher zum Bedarf der Bürger.

Als Antwort darauf führte die Bibliothek in Abstimmung mit den kommunalen Entscheidern eine Interviewrunde vor Ort mit mehr als 40 Bürgern durch, in denen Fragen wie „Was sind die wichtigen Schritte, um die Bibliothek erfolgreich zu machen“ oder „Welche Faktoren machen die Kommune lebenswert?“ eine Rolle spielten. Kernfrage der Gruppeninterviews: Warum ist die Bibliothek für mich persönlich wichtig? „Ich wünsche mir, dass die Bibliothek mehr nach Außen geht, um sich bei den Menschen bekannt zu machen und für ihren Service zu werben“, so bspw. Hassan Selin. „Ich denke, ein Teil des Problems ist die Tatsache, dass einfach zu wenig Menschen die Bibliothek kennen und wissen, wie großartig sie ist“, führt er weiter aus.

Dara Schmidt, die Leiterin der Bibliothek: „In Zeiten mit begrenzten Ressourcen müssen wir schwierige Entscheidungen darüber fällen, was wichtig ist“. Sie drückt darüber hinaus ihre Überzeugung aus, dass der Prozess der Bürgerbeteiligung zu neuen Partnerschaften, einer verbesserten Effizienz und eine großartigen Vision der Bibliothek als kommunaler Ressource führen wird.

Das „Library Board of Trustees“ wird die aus den Fokusinterviews gewonnenen Informationen für ein Treffen zur strategischen Zukunftsplanung nutzen. Ein Video auf der Webseite unter dem angegebenen Link illustriert den Bericht und zeigt Ausschnitte aus den Gruppenarbeiten.

http://www.kcrg.com/content/news/Library-uses-community-input-to-shape-future-361356241.html

Eine Hilfestellung zur Durchführung von Fokusgruppen findet sich unter dem folgenden Link ab Seite 69 ff.

http://www.bildungspartner.schulministerium.nrw.de/Bildungspartner/1.-Ebene-Material/Lesekompetenz/kooperation_macht_staerker.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann
Übersetzungen vom Autor

San Francisco und Omaha: Entdecke Deinen inneren Ingenieur

Die Stadtbibliothek im kalifornischen San Francisco liefert bei ihrem aktuellen Veranstaltungsprogramm mit der Überschrift „Entdecke Deinen inneren Ingenieur“ ein gutes Beispiel für den Wandel bei bibliothekarischen Programmangeboten. Unter dem Titel „Rock the Bike and Magna-tiles“ wird mit einem E-Bike Strom erzeugt, der dann für die Erzeugung gesunder „Smoothies“ genutzt wird. Anschließend gibt es Spaß am Bauen mit den dreidimensionalen Puzzle-Magneten „Magna Tiles“. Bei der Freude am Konstruieren darf der ewige Spielzeug-Klassiker „Lego“ natürlich nicht fehlen – hier in Gestalt des LEGO WeDO Programms, mit dem bspw. nicht nur gebaut wird, sondern anschließend die Fahrweise der kleinen motorisierten Fahrzeuge auch noch programmiert werden kann.

Den Trend zum „Lernen durch Machen“ unterstreicht eindrucksvoll der neue „Do Space“ in Omaha und zeigt, dass es sich dabei um keinen regional beschränkten Trend in den USA handelt. Der Do Space beschreibt sich selbst auf diese Weise: „Do Space is a one-of-a-kind concept: it’s a community technology library, a digital workshop and an innovation playground filled with new opportunities to learn, grow, explore and create. Our every action, from working with the Omaha community to setting a new technology education standard, is based on four core principles:

  • We’re a technology equalizer, giving people from all walks of life access to software, computing and emerging technology.
  • We’re a technology enabler, empowering everyone with the tools and guidance needed to learn, create, explore and invent with technology.
  • We’re a technology educator, creating a new path for technology literacy and understanding its potential while providing opportunities for advanced learning.
  • We’re a technology innovator, changing the shape of technology education and actively playing a role in technology advancement and creation.“

Weitere Informationen zu den genannten Initativen finden sich hier:
http://sfpl.org/index.php?pg=1021488401
http://www.dospace.org/

Übrigens: Programmarbeit für junge Ingenieure kann man auch in kleinen Bibliotheken realisieren, siehe http://www.techsoupforlibraries.org/blog/of-makerspaces-and-media-labs-tales-from-two-small-libraries