4. März 2008
David A. Tyckoson, Präsident der Reference and User Association in den USA stellt diese Frage in einem Artikel der Reference and User Quarterly Zeitschrift. Er ist der Ansicht, dass Bibliothekare ihre Arbeit zu stark in Frage stellen. “The success of any library is not measured by how it follows trends in the profession, but by how it serves the members of its parent community”.
Tycskoson wehrt sich gegen alle Anforderungen, die an eine Bibliothek von außen gestellt werden und traut nur den Bibliothekaren vor Ort zu, wirklich beurteilen zu können, was ihre konkreten Benutzer sich wünschen. “Alle Bibliotheksarbeit findet vor Ort statt” paraphrasiert er O’Neill.
Wobei er sich nicht grundsätzlich Neuerungen wie einige Web2.0 basierten Technologien verschließt, sondern diese begrüßt, da sie die Netzwerksarbeit der kommunalen Bibliotheksarbeit ja unterstützen. “Web 2.0 ist gut, nicht weil die Bibliothek sich dem Web angleicht, sondern andersherum das Web den Bibliotheken.”
“Helping and guiding and interacting with users–that thing that we do–will do as much to keep the library relevant and vital as any new technology or program.”
D. Tyckoson: “That thing you do”, in RUSQ vom 6.1.2008
Kirsten Heinrich
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Verfasst von globolibro
15. Januar 2008
Die Zukunft der Bibliothek ist im Moment ein großes Thema in den bibliothekarischen Medien.
In BuB 1/2008 schreiben 15 Experten über ihre Sicht der Dinge. Die Meinungen könnten unterschiedlicher nicht sein und gehen vom klassischen “Ort der Begegnung” über die “Bibliothek mit Bildungsauftrag kraft eines Bibliotheksgesetzes” bis hin zum “Bibliothekars-Avatar a la Second Life”.
OCLC’s neuester Report über das soziale Netzwerken “Sharing, Privacy and Trust in Our Networked World“ kommt zu dem Ergebnis, dass Bibliotheken zur Zeit kein primärer Ort für ein soziales Netzwerk sind: “Die Bibliothek ist ein Ort, wo man sich Bücher ausleihen kann oder manchmal den Computer benutzt, aber nicht für das “soziale Netzwerken” (im Sinne von Schüler/StudiVZ)” sagt ein 15 jähriger Benutzer. “Die Bibliothek ist ein Ort zum Lernen und zum Lesen” so das Ergebnis der Studie. Die Bibliothekare sehen das anders, sie sind der Meinung, man könne Blogs oder Wikis für z.B Buchclubs etablieren. Immerhin gibt es schon 10 000 Blogs von oder über Bibliotheken, die bei Technorati gelistet sind.
Jens Thorhauge, der Direktor der dänischen Library Agency schreibt im neuesten “Scandinavian Public Library Quarterly” einen Artikel zu neuen und alten Bibliothekskonzepten: Das Buch steht nach wie vor für die “Marke” Bibliothek, ist sein Ergebnis.
Auch Herrn Hobohm beschäftigt das Thema: “Bibliothek(swissenschaft) 2.0. Neue Auflage oder Wende in Forschung und Lehre?” in einem Libreas Artikel . Er hört mit Umberto Eco die Bücher in den Regalen miteinander flüstern und befürchtet, dass durch das fehlende Verständnis der Bibliotheken, für wen sie eigentlich da seien, den Bibliotheken noch einiges bevorstehen wird.
Ein wunderbarer, wenn auch ein wenig melancholisch stimmender Artikel!
Dazu fällt nur noch Cornelia Funkes Tintenenwelt-Trilogie ein, vielleicht sollte man eine ideale Bibliothekswelt schaffen, und sich bemühen, diese aus dem Buch herauszulesen …
Beitrag von Kirsten Heinrich
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Verfasst von globolibro
2. Januar 2008
Auch die San Francisco Public Library in Kalifornien (USA) bietet jetzt den Service “Buch einen Bibliothekar” an: Bibliothekskunden können im Voraus eine 30minütige Beratungssitzung reservieren. Für diesen Service stehen insgesamt vier Bibliotheksmitarbeiter/innen zur Verfügung, von denen jeder pro Woche insgesamt eine Stunde für diese Dienstleistung beansprucht werden kann.
Die stärksten Nutzer dieser neuen Dienstleistung sind ältere Menschen, Neubürger der USA sowie Arbeitssuchende. Ähnliche Services werden bereits in Dänemark, Australien, Neuseeland und Schweden angeboten.
Quelle: Library Journal, 19.12.2007
Link: http://www.libraryjournal.com/article/CA6513759.html?desc=topstory
Beitrag von Andreas Mittrowann
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Bibliothek: Kundenorientierung, Bibliothek: Zielgruppen |
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Verfasst von globolibro
8. November 2007
Wieder ist es Karen G. Schneider, die ich mit einem phantastischen Vortrag (“Death to Jargon”) zitieren muss! Ein Vortrag über Jargon - nicht nur den Bibliotheksjargon, den sie “Biblish” nennt. Karen Schneider trifft für meine Begriffe so sehr den Nagel auf den Kopf - Sie fordert Sie dazu auf, sich ihre Webseite anzusehen - “… lesen Sie sie laut, zeigen und fragen Sie Verkäufer, Gärtner und Elektriker, ob Sie Ihre Webseite verstehen!”
Jargon einer großen bibliothekarischen Firma in ihrer Produktwerbung:
“Nutzen Sie unsere führende Marke um proprietäre Inhalte und innovative lösungsorientierte Produkte zu liefern, die Reed Elsevier in Kunden- Arbeitsabläufe einbettet , um die Wertschöpfungskette zu verbessern.”
Karens Übersetzung lautet: “Wir haben Sie da, wo wir Sie schon immer haben wollten, jetzt bitte bezahlen”.
Schneider ruft dazu auf, eine aktive Sprache zu nutzen und einfache Fragen zu stellen, anstatt komplizierter Benutzungsanweisungen: Suchen Sie …? Hier finden Sie … Buch verlängern…
Wer diesen wunderbaren Vortrag hören will oder sich die Folien anschauen kann das auf den Seiten der “Online programming for all libraries”
Beitrag von Kirsten Heinrich
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Bibliothek: Kundenorientierung, Bibliothek: Marketing |
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Verfasst von globolibro
8. November 2007
Unter dem ungewöhnlichen Titel “The old men’s moped” führten finnische Bibliothekare in der Stadt Kiri ein Projekt für und mit Senioren durch. Das Ziel war es die Informationskompetenz der älteren Bevölkerung von Kiri zu verbessern. Der Bibliothek gelang es einen Zuschuss des Bildungsministeriums zu bekommen und so fanden zwischen September 2006 und Februar 2007 19 Kurse zur Informationsvermittlung statt. Nicht nur Senioren nahmen teil, sondern auch Eltern, die ihren Umgang mit dem Internet verbessern wollten, um sich vor ihren Kindern nicht zu blamieren.
In Oulu, Finnland bietet die Stadtbibliothek einen maßgeschneiderten Bibliotheksservice für Senioren an. Von 130000 Einwohnern Oulus sind 7072 über 75 Jahre alt und die Alterspirale setzt sich fort. Das hat die Bibliothek rechtzeitig erkannt. Vorher wurde nur mit den Seniorenheimen zusammengearbeitet, der neue Service bietet Besuche der Senioren in ihrem Zuhause. Die Bibliotheksangestellten erstellen bei ihrem ersten Besuch ein persönliches Profil, um so besser auf die Vorlieben eingehen zu können, anhand dieses Profil wird automatisch im Computersystem festgestellt, wenn ein passendes Buch zur Verfügung steht. Auch Gespräche über Videophone und Lesezirkel für Senioren gehören mit zum Service der Bibliothek.
Über diese beiden Projekte können Sie in Scandinavian Public Library lesen.
Beitrag von Kirsten Heinrich
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Bibliothek: Kundenorientierung, Bibliothek: Zielgruppen |
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Verfasst von globolibro
23. Oktober 2007
Ein neuer OCLC Report mit dem Titel:”Sharing, Privacy and Trust in our networked world“ ist erschienen. Thematisch geht es um die soziale Vernetzung und Partizipation durch das Internet und die Rolle, die Bibliotheken dabei spielen (könnten). Basierend auf einer Umfrage in Canada, Frankreich, Deutschland, Japan, England und den USA.
Kritikpunkt der Bloggerin Jenny Levine ist der Umgang von OCLC mit eben diesem Thema - keine öffentliche Diskussions- oder Kommentar Möglichkeit zum Report ist möglich, kein Blog weit und breit - soweit OCLC zum Thema “soziales Netzwerken”!
Beitrag von Kirsten Heinrich
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Bibliothek: Blog, Bibliothek: Kundenorientierung | Getaggt: OCLC |
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Verfasst von globolibro
2. Oktober 2007
Das Bedürfnis der Kunden und der Bibliotheksnutzer ändert sich! Davon spricht z.B. auch Patricia Seybold in ihrem Buch: “Outside Innovation: How Your Customers Will Co-Design Your Company’s Future”, Collins 2006 ISBN 0061135909 .
Weg von der Serviceorientierung
“Was können wir als Bibliothek dem Kunden bieten”
Hin zum Arbeitsablauf des Nutzers.
“Was brauche ich und finde ich das alles auf dieser einen Webseite?”
Der Kunde hat ein bestimmtes Anliegen, dass er schnell, unkompliziert und exakt zu erledigen wünscht, egal welcher Anbieter dahinter steht.
Dazu entwickelte die Bibliothek der University of Minnesota ein eindrucksvolles Modell: “Multi-dimensional model for assessing support for scholarship and research“: ein multidimensionales Modell, um die Anforderungen der Wissenschaft und Forschung an eine Bibliothek zu beurteilen und zu unterstützen. Ziel war es, eine Bibliotheks-Webseite zu entwickeln, die ganz und gar diesen “outside-inside” Blick hat.
Herausgekommen ist dabei die Website - das Eingangsportal - der”Undergraduate virtual library” der Universität Minnesota. Auf dieser Seite findet der Student (undergraduate=Erstsemester) die Infos, die er wirklich benötigt: Suche nach Büchern und Datenbanken aus seinem Fachgebiet, Login in den personalisierten Bibliotheksbereich, Volltextsuche in Zeitschriften und den “Assignment calculator“, den “Auftragsberechner” = wenn meine Arbeit bis zum 30. fertig werden soll, dann muss ich a … b … c … tun. Weiterhin sind die wichtigsten Verlinkungen zur Uni angegeben, die neuesten Blogeinträge sowie Tipps für den Erfolg und den Umgang mit Quellen.
Wer sich für dieses Thema interessiert, der lese den äußerst interessanten Vortrag “Libraries and the landscape of future”, den Chip Nilges (OCLC) auf dem “Future of integrated Library Systems” am 13. September in Champaign, IL gehalten hat. Fast alle Vortäge der Konferenz sind als ppt Folien abrufbar.
Kirsten Heinrich
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Bibliothek: Kundenorientierung, Bibliothek: Marketing, Bibliothek: Technologie, Bibliothek: Zielgruppen | Getaggt: Bibliothekswebseite, Kundenorientierung, Marketing |
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Verfasst von globolibro
3. Juli 2007
Im ALA TechSource Blog ist ein weiterer Artikel von Karen G. Schneider zum Thema erschienen “why our data suck” erschienen. Sie zitiert darin Karen Coyle’s und Diane Hillmann’s Artikel: Resource Description and Access (RDA) aus dem D-Lib Magazine January/February 2007 Volume 13 Number 1/2. Coyle und Hillmann schreiben, die Bibliotheken hätten den Wettlauf um den ersten Platz der Informationsbeschaffer gegen Amazon und Google verloren, weil die Kataloge der Bibliotheken noch nicht einmal im 20. Jahrhundert angekommen sein (vom 21. gar nicht zu reden).
Schneider bestreitet nicht die Notwendigkeiten und Erfolge, die Katalogregeln und die Katalogisierung hatten und haben. Und doch kommt ihr - und da bin ich ganz ihrer Meinung - der Opac wie ein eingemauerter Garten vor, der selbst von Insidern nur schwer zu erobern ist, vor den Benutzern aber gänzlich verschlossen bleibt. Warum braucht man Haupt- und Nebeneintragungen, wenn in der online-Welt alle Worte gleich erschlossen sind?
Ein Kind dass nach einem Harry Potter Buch in seiner Bibliothek sucht, sollte dieses im Web- mit Verweis auf die lokale Bibliothek finden können und nicht erst den Bibliotheksopac öffnen - sich womöglich anmelden - die Signatur … aufschreiben müssen. Schneider schlägt vor, den Katalog ganz in das Web zu stellen - jedem Buch eine Webseite zu bauen - das semantische Web miteinzuweben.
“How do we get Harry Potter out of the garden and onto the Web?” Die RDA/Dublic Core Initiative in den USA geht diesen Weg.
Die Süddeutsche schreibt am Wochenende in ihrem Artikel “Google scannt die Welt”: “Das bedeutet nun einstweilen nicht, dass die Bibliothekare bald ihre Schätze einstampfen und ihre Räume den Filmcrews überlassen können. … die digitale Kopie ersetze das Buch nicht … ” (SZ 30. Juni/1. Juli, Feuilleton, S. 16)
ABER Google’s allgemeine Mission : “das Wissen der Welt leichter zugänglich zu machen” ist mit der Verfilmung der Oxford Library ein Stück mehr Realität geworden.
Man vergleiche in Google’s book search die Webseite des Buches “Harry Potter and the Order of Phoenix ” mit Referenzen, Kritiken, Verweisen etc. mit der Seite, die sich über den Worldcat öffnet. Und ich möchte mich hiermit Karen G. Schneider anschließen “FREE HARRY“!
Beitrag von Kirsten Heinrich
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Bibliothek: Bestand, Bibliothek: Kundenorientierung |
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Verfasst von globolibro
8. Juni 2007
30 Jahre nach der Einführung von kundenorientierten Themenbereichen (”Nahbereich”) in Bibliotheken wie Münster, Gütersloh und Paderborn verzichtet nun die erste US-amerikanische öffentliche Bibliothek auf eine Präsentation ihrer Medien nach der Dewey Klassifkation. Die Gilbert Public Library in Arizona präsentiert in ihrer neuen Perry-Filiale Bücher ausschließlich nach Themen und Genres wie im Buchhandel üblich.
“Es kommt häufig vor, dass Kunden eine Bibliothek besuchen und es als Versagen empfinden, dass sie die Dewey Decimal nicht verstehen und nicht die Bücher finden, die sie suchen”, sagt Marshall Shore, Koordinator für den Erwachsenen-Service der Bibliotheken im Kreis Maricopa.
Besonders interessant sind die Kommentare der Leserinnen und Leser zu dieser Meldung der “AZCentral”.
Link: http://www.azcentral.com/news/articles/0530nodewey0530.html via LISNEWS
Beitrag von Andreas Mittrowann
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Bibliothek: Bestand, Bibliothek: Kundenorientierung |
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Verfasst von globolibro
27. Mai 2007
Alle Bibliotheken in Bournemouth (Großbritannien) haben den Matrix Standard erreicht. Bei diesem Standard handelt es sich um ein nationales Qualitätszeichen für Organisationen, die Informationen, Beratung oder Hilfen beim Lernen und bei der Arbeit anbieten. Einmal erreicht, ist der Standard drei Jahre gültig und muss anschließend neu von der Bibliothek beantragt und erarbeitet werden.
Die mit der Erreichung des Standards verbundene Inspektion beinhaltet eine strenge Prüfung der Fähigkeiten aller Bibliotheksmitarbeiter sowie der angebotenen Informationsquellen durch einen externen Begutachter, der die in Frage stehenden Bibliotheken über vier Tage lang besucht. Darüber hinaus helfen die Bibliothekskunden bei der Bewertung des Services und geben dem Begutachter eine Rückmeldung zur vorgefundenen Qualität.
Link: http://www.bournemouth.gov.uk/Residents/Libraries/Whats_New/news.asp
Beitrag von Andreas Mittrowann
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Bibliothek: Bestand, Bibliothek: Kundenorientierung, Bibliothek: Mitarbeiter |
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Verfasst von globolibro