13. Mai 2008
Das US-amerikanische “Library Journal” berichtet von einer Studie der Friends of the San Francisco Library, nach der die Kosten-Nutzen-Relation eines ausgeliehenen Buches bei 3,34 US-Dollar Nutzen für jeden investierten Dollar liegt. Die Studie wurde von der Fa. Berk & Associates durchgeführt, die eine ähnliche Untersuchung bereits für die Seattle Public Library vorgelegt hatte.
Die aktuelle Darstellung mit dem Titel “Providing for Knowledge, Growth and Prosperity: A Benefit Study of the San Francisco Public Library,” folgt den Aussagen früherer, vergleichbarer US-amerikanischer Berichte, allen voran die Untersuchung “Worth their weight”, die hier bereits vorgestellt wurde.
Und auch San Franciscos Bürgermeister Gavin Newsom kann sich den Schlussfolgerungen der Studie nicht entziehen und merkt an: “Die Bibliothek repräsentiert nicht nur auf perfekte Weise die Prinzipien unseres Gemeinwesens; sie beantwortet die Bedürfnisse jedes einzelnen Bürgers von San Francisco. Sie ist öffentlich im besten Sinne des Wortes: von und für alle Menschen.”
Link: http://www.friendsandfoundation.org/press_release.cfm?id=41
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Verfasst von globolibro
30. September 2007
Die Website „Friends of Libraries Australia“ (FOLA) hat ein Beitrag des anerkannten Bibliotheksexperten und –praktikers Alan Bundy mit dem Titel „Sex, Lügen und Politik: die Zukunft der Finanzierung öffentlicher Bibliotheken“ veröffentlicht. Das Papier basiert auf einem Vortrag auf der Konferenz „Brücken zum Wissen bauen“ der Queensland Public Library Association am 17. September 2007.
Bundy stellt in seinem Vortrag fest, dass die Aufwendungen für öffentliche Bibliotheken weltweit steigen und dies auch aufgrund des mittlerweile bewiesenen „return on invesments“ für Bibliotheken gerechtfertigt ist (siehe Globolibro vom 1. Juni 2007). Beklagt wird hingegen die Tatsache, dass in Australien bisher nur 8 australische Cent pro Einwohner für Bibliotheken aufgewendet werden. Für angemessen hält der Autor hingegen 60c pro Einwohner.
Was aber sind die Gründe für die chronische Unterfinanzierung der Bibliotheken? Bundy nennt hier insbesondere die „alten Männer in der Kommunalpolitik“, die aufgrund ihrer Geschlechts und ihres Status kein Interesse an Bibliotheken haben. Zudem sieht Bundy eine Ursache darin, dass viele dieser Entscheider in Staat und Politik eher einen privatwirtschaftlichen als einen „öffentlichen“ Hintergrund haben. Diese Fakten müssen dem Autor nach zusammen mit der Tatsache gesehen werden, dass der weitaus größte Teil der Mitarbeiter/innen öffentlicher Bibliotheken weiblich ist und dieser Bereich von den Politikern auch deshalb zuwenig gewürdigt wird.
Vor diesen Hintergründen deckt Alan Bundy in seinem spannenden Aufsatz im weiteren Verlauf auf, wie systematisch und ungerecht die Unterfinanzierung von Bibliotheken ist und wie negativ sie sich auf die Gesellschaft auswirkt. Interessante Thesen, die auch für die deutsche Diskussion interessant sind!
Link: http://www.fola.org.au/pdfs/Bundy%20paper.pdf
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Verfasst von globolibro
12. Juni 2007
Die Wellesley Free Library in Massachusetts (USA) bietet auf ihren Webseiten einen persönlichen Finanzkalkulator für die Bibliotheksnutzung an. Ziel ist es, den Bibliothekskunden den finanziellen Gegenwert ihrer individuellen Inanspruchnahme von Services deutlich zu machen. Konkret kann der Nutzer u. a. die Zahl der entliehenen Bücher, Magazine, Filme oder Hörbücher eingeben, darüber hinaus die Nutzungsformen vor Ort oder besuchte Veranstaltungen. Bücher werden beispielsweise mit 15 US-Dollar pro Exemplar berechnet, Magazine mit zwei USD, Filme mit vier USD. Der Besuch einer Veranstaltung für Kinder schlägt mit sechs Dollar zu Buche. In der Summe wird schnell deutlich, wie lohnend der Bibliotheksbesuch für den invididuellen Kunden ist, vom Mehrwert für das persönliche Leben ganz abgesehen.
Das verwendete Online-Formular ist keine eigene Kreation der Bibliothek, sondern wurde übernommen von einer Vorlage der Massachusetts Library Association aus dem Jahr 2004, auf das ein gesonderter Link verweist. Eine exzellente Idee, um eine wichtige Facette des Nutzens von Bibliotheken zu verdeutlichen!
Link: http://www.wellesleyfreelibrary.org/about/calculator.asp
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1. Juni 2007
Das Americans for Libraries Council hat jetzt die Studie “Worth Their Weight: An Assessment of the Evolving Field of Library Valuation” (sinngemäß: “Ihres Gewichtes wert: eine Einschätzung des Entwicklungsfeldes der Bibliotheksbewertung”) veröffentlicht. Ziel des Berichtes ist es, das noch junge Feld der Wertmessung von Bibliotheken und ihrer Dienstleistungen wissenschaftlich und praktisch auszuloten. Dabei wird vor allem das Anliegen in den Vordergrund gestellt, den tatsächlichen und potentiellen Förderern und Finanziers von Bibliotheken den Nutzen dieser Kultur- und Bildungseinrichtung auch (!) mit konkreten Zahlen belegen zu können.
Dazu gliedert sich die Studie in zwei Teile: Im ersten Abschnitt werden zunächst die derzeit bekannten verschiedenen Ansätze zur Berechnung des “Wertes” von Bibliotheken dargestellt und diskutiert - dazu zählt beispielsweise die auch in Deutschland bekannte Kosten-Nutzen-Rechnung. Im Anschluss daran werden konkrete Anwendungsbeispiele vorgestellt, unter anderem aus dem Suffolk Cooperative Library System im Staat New York , aus Seattle und aus Florida. Darüber hinaus erörtert dieser Teil auch Methoden, die sich von den vorher disktutierten wirtschaftsorientierten unterscheiden und den sozialen Mehrwert von Bibliotheken in den Vordergrund stellen, so beispielsweise das Konzept des “Social Return on Investment“.
Der zweite Teil der Studie beschäftigt sich mit 17 konkreten Studien aus allen Teilen der USA, die eindrucksvoll den Umfang der bisher erstellten Analysen dokumentieren. Fazit: Das ALC hat mit dieser Studie den derzeitigen State of the Art in diesem Themenbereich vorgelegt.
Link: http://www.actforlibraries.org/alcreports.php
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6. Mai 2007
Die Burlington Public Library in Kanada führt vom 1. Mai bis zum 16. Juni die Sponsoring-Aktion “Garten der Bücher” durch. In der Kinderbibliothek und in eine Filiale finden die Kunden farbenfrohe Körbe mit Papierblumen. Jede der Blumen ist mit einem Buchtitel und dem entsprechenden Kaufpreis beschriftet. Die Besucher können auf Wunsch eine der Blumen auswählen, zur Informationstheke bringen und mit einer Spende die ensprechende Blume - und somit den Titel für die Bibliothek - kaufen.
Die Großzügigkeit der Spender wird mit einer Plakette auf dem Titel sowie einer Spendenbescheinigung durch die Bibliothek belohnt. Der Kunde erhält außerdem die Möglichkeit, das gekaufte Buch als erster zu entleihen. Die entsprechende Informationsseite auf der Website der Bibliothek wird mit einer kleinen Linkliste zum Thema “Gärten” aufgewertet.
Link: http://www.bpl.on.ca/siteweek/siteweek.htm
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14. März 2007
Library Web UK und das D-Lib Magazine berichten über die spannende und aktuelle neue Studie des US-amerikanischen Urban Libraries Council mit dem Titel “Making Cities Stronger - Public Libaries Contributions to Local Economic Development“. Ziel der Studie ist es, den ökonomischen Einfluss von öffentlichen Bibliotheken auf ihr direktes lokales Umfeld darzustellen. Inhaltliche Felder sind Leseförderung und die Vorbereitung auf die Schule, der Beitrag von Bibliotheken zum Aufbau eines effektiven Arbeitsmarktes mit kompetenten Arbeitnehmern, die Unterstützung von Existenzgründern durch Bibliotheken - in den USA ein deutlich akzentuiertes Tätigkeitsfeld der Kolleginnen und Kollegen - sowie die Rolle der Bibliothek als Standortfaktor.
Jedes Kapitel schließt mit den Abschnitten “Outcomes” und “Conclusions”, die Studie endet insgesamt mit einer eingängigen Tabelle der jeweiligen Aktivitäten öffentlicher Bibliotheken in den o. g. Tätigkeitsfeldern und den jeweils dazu gehörenden “Economic Development Contributions“. Daran angefügt findet sich eine Liste mit Empfehlungen, wie Bibliotheken ihren Einfluss in diesen Feldern noch verbreitern können. Ein exzellentes Dokument, dass Bibliotheken überzeugend in einen wirtschaftlichen Kontext stellt und damit die Bildungs- und Kulturfunktion ergänzt. Die Publikation bildet eine inhaltliche Brücke zu den Arbeiten von Glen E. Holt aus St. Louis zur Kosten-Nutzen-Relation von Bibliotheken sowie der entsprechenden Untersuchung von Prof. Hans-Christoph Hobohm.
Link: http://www.urbanlibraries.org/files/making_cities_stronger.pdf
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11. Februar 2007
Die Toronto Public Library in Kanada veranstaltet am 15. Februar den jährlichen “Book Lover’s Ball“. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, interessante Autoren und andere Buch- sowie Bibliotheksliebhaber zu treffen. Alle Einnahmen gehen in den Bestandsaufbau der Bibliothek und Projekte zur Leseförderung.
Highlights der Veranstaltung sind u. a. eine durch Literatur inspirierte Modenschau und die Starköche Michael Stadtländer sowie Angie McRae gemeinsam mit der Sommelière Stacey Metulynsky. Last not least erweist Margaret Atwood den Teilnehmern der Veranstaltung die Ehre - via LongPen, einem interaktiven Videobildschirm - aus Tokyo. Gäste sind gebeten, mit einer schwarzen Krawatte oder als literarische Figur verkleidet zu erscheinen. Ein Ticket für einen Tischplatz gibt es ab 350 kanadische Dollars (= ca. 230 €).
Was meinen Sie, wäre das nicht auch mal eine Idee für Deutschland? Analog zum Bundespresseball endlich mal der Bundesbibliotheksball!
Link: http://www.bookloversball.ca/index.html
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2. Februar 2007
Die Carnegie Library of Pittsburgh (Pennsylvania, USA) hatte im Jahr 2004 mehr Besucher als das lokale Baseball-Team (Pittsburgh Pirates) - und das soll was heißen bei den Baseball-verrückten Amerikanern! Ein anderer schöner Vergleich aus der spannenden Studie: “Economic Impact Study“, die soeben erschienen ist: es besitzen fast ebensoviele Bewohner einen Bibliotheksausweis wie es Abonnenten der lokalen Zeitung: “Pittsburgh Post-Gazette” gibt, nämlich 228.288 von 322.450 (2004)
Weitere beeindruckende Fakten:
• Carnegie Library of Pittsburgh (CLP) is the area’s most visited regional asset. The Main Library in Oakland alone is the second most visited destination in the City.
• Carnegie Library of Pittsburgh serves customers well beyond the borders of the City. In fact, CLP reaches customers in nearly every ZIP Code in Allegheny County.
• Annually, CLP generates a return of more than $91 million in combined economic output ($63 million) and customer value ($28 million) and sustains more than 700 jobs. During its current capital improvement program, the numbers are even higher due to jobs and spending generated by renovations and construction.
• For every dollar provided by the City of Pittsburgh and the Allegheny Regional Asset District, the library provides more than $6 worth of benefits.
• The library provides more than $75 worth of benefits per capita for every resident of Allegheny County.
Beitrag von Kirsten Heinrich
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28. Januar 2007
Die “Bill and Melinda Gates Foundation” legt ihr Förderprogramm für öffentliche Bibliotheken in den USA neu auf. Im Fokus der Initiative stehen dabei dieses Mal Breitbandzugänge zum Internet sowie neue, leistungsfähige PCs. Die im vergangenen Monat neu begonnene Förderserie im Umfang von 11,5 Millionen US-Dollar ist auf 32 US-Bundesstaaten ausgerichtet und setzt damit die Aktivitäten aus dem vorhergehenden Jahr für die anderen 18 Staaten fort.
Jill Nishi - die zuständige Projektleiterin in der Stiftung - gab an, dass mehr als 40 Prozent der US-amerikanischen Bibliotheken Probleme hätten, die Mittel für eine angemessene IT-Ausrüstung und die erforderlichen Highspeed-Zugänge aufzubringen.
Der Schwerpunkt des Programms ist auf Städte fokussiert, in denen mindestens zehn Prozent der Bevölkerung als arm gelten. Hintergrund ist eine von der Gates Foundation im letzten Jahr finanzierte Studie der Florida State University, nach der 37 Prozent aller US-amerikanischen öffentlichen Bibliotheken keinen Breitband-Zugang anbieten.
Link: Pressemeldung Bill and Melinda Gates Foundation
Beitrag von Andreas Mittrowann
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24. Oktober 2006
Unter der Überschrift “Doing Business with the Library” erläutert die Indianapolis Marion County Public Library in Indiana (USA) auf ihrer Homepage die Chancen und Möglichkeiten für Wirtschaftspartner, mit der Bibliothek ins Geschäft zu kommen. Als rechtliche Basis dient dabei das “Indiana Public Purchasing Law“. Danach müssen Geschäfte bis 75.000 US-Dollar öffentlich ausgeschrieben und von 25.000 bis 75.000 US$ drei Mitbewerber um ein Angebot gebeten werden. Unter 25.000 US$ kann die Bibliothek auf dem freien Markt eigenständig Angebote einholen.
Besonders interessant ist dabei eine Auflistung der Kategorien, mit denen die Bibliothek potentielle Wirtschaftspartner anspricht. Dazu zählen unter anderem Personalakquise, Fortbildungsanbieter, Bibliotheksausbauten, Renovierung sowie Möblierung und natürlich Technologie sowie Rechtsberatung. Das eröffnet sicher für viele - insbesonders lokale - Anbieter von Dienstleistungen eine neue Perspektive auf die Bibliothek und für die Bibliothek selbst eine selbstbewusste Positionierung als interessanter Partner - späteres Sponsoring nicht ausgeschlossen…
Link: http://www.imcpl.org/about/doingbusiness.html
Beitrag von Andreas Mittrowann
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