Britischer Bibliotheksverband wendet sich gegen ehrenamtlich geführte Bibliotheken

Der britische Bibliotheksverband “Chartered Institute of Library & Information Professionals” (CILIP) hat Bedenken zu einem Report über ehrenamtlich geführte Bibliotheken („Community managed public libraries”) geäußert, die vom “Arts Council England” und der “Local Government Association” veröffentlicht wurde.

“Ich bin enttäuscht vom Bericht und der Hektik seitens der Regierung, mehr ehrenamtlich geführte Bibliotheken einzurichten, ohne sich über die Konsquenzen im Klaren zu sein“, sagte CILIP-Präsident Phil Bradley, der auf diese Weise auf das Dokument mit dem Titel „”Community libraries – Learning from experience: guiding principles for local authorities“ reagierte. „Ohne ausgebildete Mitarbeiter/innen ist die Bibliothek ein Schatten ihres früheren Selbst. Sie wird der Gemeinde nicht auf die richtige Art dienen. […] Ich bin tief besorgt, dass dieser Report dazu benutzt werden wird, weitere Bibliotheksschließungen zu rechtfertigen und unseren Kommunen größeren Schaden zuzufügen.“

Weitere Informationen: http://www.cilip.org.uk/news-media/Pages/news130125.aspx

Bericht von Andreas Mittrowann

IFLA/ekz LIS Student Paper Award 2013

Auch in diesem Jahr wird die ekz.bibliotheksservice GmbH sich wieder international engagieren und Studierende der Bibliotheks- und Informationswissenschaft in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Bibliotheken (IFLA) unterstützen.

Der IFLA/ekz LIS Student Paper Award ermöglicht es angehenden Berufskollegen, ein aktuelles Forschungspapier auf dem diesjährigen IFLA-Kongress in Singapur der Fachöffentlichkeit vorzustellen: “The award is open to students from all over the world who are currently enrolled in a cour-se of study for their first professional qualification in LIS. The winner will receive free registration to the IFLA conference, plus a grant of up to 1000 Euro to assist with travel and accommodation costs. In addition, they will have one year’s membership of IFLA.”

Weitere Informationen: http://www.ifla.org/set/student-paper-award

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

Kleine Auswahl aktueller Globolibro-Tweets

Greater Victoria Library bietet “Climate Action To-Go Kits” für einen bewussten Umgang mit Umwelt und Energie an: http://www.crd.bc.ca/media/2012-10-02-climate-action-kits-advisory.htm

Dänische Bibliotheken helfen bei den Hausaufgaben – auch Kopenhagen unterstützt durch Freiwillige:
http://bibliotek.kk.dk/temaer/copenhagen-libraries-in-english/blog/help-with-homework

Bibliotheksnetzwerke weltweit im Trend – Tea Tree Gully neu im “South Australian Public Library One Card Network”:
http://www.teatreegully.sa.gov.au/page.aspx?u=841

Rückgänge bei den Musikausleihen? Die irische Clare County Library unterstützt den Nachweis lokaler Musikquellen und definiert damit für sich neue Aufgaben: http://music.clarelibrary.ie/fotoweb/

Interessiert an RFID in Bibliotheken? Dann ist diese Konferenz vielleicht etwas für Sie:
http://www.cilip.org.uk/rfid2012/pages/default.aspx

Kanada: Nicht neu, aber immer noch eine gute Idee – Burnaby Public Library mit Livechat-Möglichkeit auf ihrer Homepage: http://www.bpl.bc.ca/just-ask

Praktisch für die Bibliothekskunden: Die Broward County Library in Florida akzeptiert jetzt auch Kreditkarten: http://www.broward.org/Library/MyLibraryOnline/AboutUs/Pages/ServiceImprovements.aspx

Die Bournemouth Libraries kombinieren Transparenz mit Marketing und veröffentlichen die Anfragen in ihren Datenbanken:
http://bit.ly/PvyY1k

Großartige Idee: Birmingham Library gibt ihren Fans mit “Faces of Library” ein Gesicht und macht sie zu Botschaftern: http://www.birmingham.gov.uk/rewritingthebook

Großbritannien: Bexley Libraries interessieren sich für die “Bücher des Jahres” ihrer Leser und machen sie öffentlich: http://elibrary.bexley.gov.uk/rooms/portal/page/22415_Bexley_Book_of_the_Year

USA: Die Alameda County Library überträgt die Fernsehdebatten zur US-Präsidentenwahl im Public Viewing:
http://t.co/QdaXnbzo

Beiträge von Andreas Mittrowann

Isländische Bibliothekskonferenz 2012

Durch Vermittlung des Goethe-Instituts Kopenhagen und der dortigen Bibliotheksleiterin Beate Detlefs durfte ich in der vergangenen Woche auf dem zweijährlich stattfindenden isländischen Bibliothekartag „Landsfundur Upplysingar“ des Bibliotheksverbandes „Upplysing“ („Informationsvereinigung“) einen Vortrag zum Thema „Bibliothek der Zukunft“ halten. Meine Schwerpunkte waren dabei die Themen demographischer Wandel, digitale Entwicklungen und die “Bibliothek als Ort”.

In Island mit seinen 320.000 Einwohnern gibt es insgesamt mehr als 550 Bibliothekarinnen und Bibliothekare, von denen knapp 200 an der professionell organisierten Zusammenkunft teilnahmen. Die Tagung fand in Kópavogur statt, einem Vorort von Reyjkjavik mit rund 30.000 Einwohnern. Im Ballungsraum Reykjavik wohnen rund zwei Drittel der Bevölkerung, deren Sprache sich seit rund 1000 Jahren kaum verändert hat. Somit ist im Prinzip jeder Isländer auch heute noch fähig, die Edda und den Codex Regius zu entziffern und zu verstehen. Neue Begriffe werden weitgehend in die Sprache integriert, so heißt “Computer” in der isländischen Sprache “Rechenhexe“. In Island werden Tradition und Innovation hervorragend vereint, das reicht von der Pflege des historischen Erbes bis hin zur Versorgung des Landes ausschließlich mit geothermischer und durch Wasser erzeugter Energie.

Die Konferenz stand unter dem Motto „Gagn og Gaman“ – „zur Nutzung und zur Freude“. Meine Co-Redner waren Ross Todd, Associate Professor an der School of Communication and Information der Rutgers University in den USA mit einem Vortrag zum Thema „Informations- und Medienkompetenz“ sowie Phil Bradley, der Vorsitzende des britischen Bibliotheksverbandes CILIP.

In einer echten „Brandrede“ berichtete Letzterer von der extrem kritischen Situation in Großbritannien: Insgesamt sind bzw. werden 600 Bibliotheken geschlossen und jeden Tag gibt zudem eine Buchhandlung auf – bisher sind es insgesamt 2000. Phil Bradley rief die Kolleginnen und Kollegen auf mitreißende und bewegende Weise zum Stolz auf ihre Profession sowie zur Stärke auf und riet dringend dazu, die Vermittlung von Informationen zum “Kernprodukt” der Bibliothek zu machen. Seine Ausgangsthese lautete, dass klassische Suchmaschinen wie Google bald ihr Ende erleben werden, da mittlerweile einfach zu viel Informationen im Internet verfügbar seien und dies von einer konventionellen Suchmaschine nicht mehr erledigt werden könne. Er brachte zahlreiche Beispiele zum „next big thing“, nämlich der „sozialen Suche“, die Netzwerke wie Facebook, Google+ und Twitter einbezieht. Unter anderem sagte er auch eine Suchmaschine von Facebook für das kommende Jahr voraus. Aufgabe der Bibliothekare sei es demzufolge, so vernetzt wie möglich zu arbeiten, um bei einer Suche alle verfügbaren Kontakte und sozialen Quellen einbeziehen zu können.

Das Publikum nahm die Rede begeistert auf und spendete viel Beifall. In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die dringende Notwendigkeit von Schulungsprogrammen, um die Kompetenzen im Berufsfeld weiterzuentwickeln sowie um die notwendige Verjüngung der Profession. Die Themen der Konferenz habe ich als topaktuell und fachlich sehr relevant empfunden, verbunden mit einer angenehmen, heiteren und professionellen Atmosphäre. Glückwunsch an die isländischen Kolleginnen und Kollegen!

Insgesamt habe ich im Rahmen des Aufenthaltes auch drei Bibliotheken besichtigt, dazu finden sich unter den folgenden Links ein paar kleine Impressionen:
-    Kopavogur Public Library
-    Nordic House Library (Kulturinstitut der nordischen Länder)
-    Reykjavik Public Library

Link zum Konferenzprogramm:
http://www.upplysing.is/displayer.asp?Page=460&p=ASP\Pg460.asp

Beitrag von Andreas Mittrowann

Die Zukunft der italienischen Bibliotheken

Sergio Calderale vom Tropico del Libro hat Stefano Parise, den Vorsitzenden des italienischen Bibliotheksverbandes zu aktuellen Herausforderungen im Bibliothekswesen interviewt. Parise äußert sich unter anderem zu Privatisierungsbestrebungen in Cornwall sowie zu alternativen Betriebsformen, der Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens von Bibliotheken, Buchhändlern und Verlagen vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise, der Notwendigkeit einer E-Book-Ausleihe in Bibliotheken und den Behinderungen durch ein veraltetes Urheberrecht.

Besonders hebt Paris die Notwendigkeit für Bibliotheken hervor, sich auf den Nutzer als Hauptfokus ihrer Arbeit zu konzentrieren und unterstreicht als wichtige Chance die Förderung der IT- und Informationskompetenz durch Bibliotheken.

Das vollständige Interview in englischer Übersetzung durch Cecilia Martini kann hier eingesehen werden:
www.teleread.com/library/the-future-of-italian-libraries-a-conversation-with-stefano-parise-president-of-aib

Beitrag von Andreas Mittrowann

Weltkongress der Bibliotheken mit mehr als 3000 Teilnehmern

Vom 11. bis zum 17. August fand unter dem Motto „Libraries Now! – Inspiring – Surprising – Empowering“ im finnischen Helsinki der 78. Weltkongress der Bibliotheken statt. Der Veranstalter International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) zeigte sich zufrieden mit der Akzeptanz: Präsidentin Ingrid Parent sprach in der Generalversammlung von mehr als 3000 Teilnehmern. In weit über 200 „Sessions“ stellte der Weltverband die Vielfalt der globalen Bibliothekswelt unter Beweis: Leseförderung, multikulturelle Bibliotheksarbeit, digitale Projekte, wissenschaftliche Literaturversorgung im 21. Jahrhundert, neue Standards für Metadaten, Bildungsförderung durch Gefängnisbibliotheken, Bibliotheksarbeit für Obdachlose oder die Bibliothek als Ort waren nur einige der Themen. Nachhaltige Eindrücke haben neben anderen die folgenden Vorträge beim Autor hinterlassen:

Im Rahmen des Kongresses verlieh die Bill and Melinda Gates Foundation erneut den “Access to Learning Award“, mit dem in diesem Jahr die Community Technology Centers in der Dominikanischen Republik ausgezeichnet wurden.

Die Stimmung im durchweg sonnigen Helsinki war überaus positiv und die finnischen Kollegen organisierten die Veranstaltung mit höchster Professionalität.  Auf Wiedersehen 2013 in Singapur! Der IFLA-Kongress 2014 wird übrigens im französischen Lyon stattfinden.

Link: http://conference.ifla.org/ifla78

Beitrag von Andreas Mittrowann

Kanadische Bibliothekskonferenz gewinnt bekannte Persönlichkeiten

Die jährliche Bibliothekskonferenz der Canadian Library Association findet vom 30. Mai bis zum 2. Juni in Ottawa statt und kann sich 2012 mit bekannten kanadischen Journalisten und Buchautoren als Impulsredner schmücken. Evan Solomon, Rob Russo und Lawrence Martin gaben Zusagen für Beiträge zur Veranstaltung. Interessant dabei ist, dass die Beiträge von der Gewerkschaft „Canadian Union of Public Employees“ gesponsert werden.

Der Konferenz gehen „Pre-Conference Sessions“ voraus unter anderem zu den Themen „Advocacy“ – also das systematische Eintreten für Bibliotheksbelange -, Urheberrecht sowie Bibliothekskooperationen. Besonders spannend dürfte die Nachmittagsveranstaltung “CLA on the Hill – Advocacy Afternoon” auf dem Parliament Hill werden: Den Konferenzteilnehmern wird die Chance geboten, Mitglieder des Parlaments sowie Senatoren und ihre Mitarbeiter zu treffen und mit Ihnen die aktuellen Herausforderungen der Bibliothekswelt zu besprechen.

Die Veranstaltung selbst bietet das übliche, breit aufgestellte Konferenzprogramm, unter anderem mit Vorträgen zu den Themen

  • Community Impact: Transforming Lives through Libraries mit Troy Anderson, Customer Education Specialist bei Gale, part of Cengage Learning; Stephen Abram, Vice President, Strategic Markets and Partnerships, ebenfalls bei Gale und Nader Qaimari, Senior Vice President, Marketing, Cengage Learning,
  • Making a Lasting Impression: Building our Brand in our Branches mit Tina Thomas, Director, Marketing and Fund Development, Edmonton Public Library oder
  • E-Book Licensing: Sharing Best Practices and Imagining Future Strategies mit Tara Wong, Coordinator, Digital Services, Ottawa Public Library,  Colleen Neely, Head, Technical Services, Carleton University,  Louise White, Associate University Librarian (Marine, Music & Education) Memorial University of Newfoundland und Scott Wasinger, Senior Director of Sales, eBooks and Audiobooks bei EBSCO Publishing.

Weitere Informationen und das Gesamtprogramm finden sich hier:
http://bit.ly/H9m6qv und http://www.cla.ca/conference/2012/

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

 

Weltkarte öffentlicher Bibliotheken

Die Kolleginnen und Kollegen vom Weblog “Nachrichten für Öffentliche Bibliotheken in NRW” weisen mit Bezug auf den “dbv-Newsletter international” in einem Beitrag auf die neue Weltkarte für Bibliotheken der “International Federation of Library Associations” (IFLA) hin, die mit Unterstützung der Bill and Melinda Gates Foundation erstellt wurde.

Link: http://www.beyondaccesscampaign.org/2012/01/21/public-libraries-around-the-world/

Quelle: dbv-Newsletter International 2012 / 01-02

Via: http://oebib.wordpress.com/2012/03/17/weltkarte-offentlicher-bibliotheken/

Bibliotheksnutzer sind Buchkäufer

Die Website „Digital Book World“ berichtet von einer Studie durch die Zeitschrift „Library Journal“ und die Firma Bowker, nach der ein signifikanter Anteil von Bibliotheksnutzern ihre Besuche dazu nutzen, um Bücher zu entdecken und sie anschließend zu kaufen.

Von 2000 befragten Bibliotheksnutzern in den USA kaufte ein Viertel anschließend das in der Bibliothek entdeckte Buch. Ein weiteres Viertel kaufte Bücher von Autoren, von denen Kenntnis durch einen Bibliotheksbesuch erlangt worden war. Bei besonders intensiven Nutzern lagen die Werte noch höher: Von ihnen kauften 40 Prozent anschließend das in der Bibliothek entdeckte Buch.

Quelle und weitere Informationen:
http://www.digitalbookworld.com/2012/library-patrons-buy-books-they-borrow-study-says/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Library Journal zeichnet „America’s Star Libraries“ aus

Die US-amerikanische Fachzeitschrift “Library Journal” hat erneut ein Ranking unter den öffentlichen Bibliotheken in den USA durchgeführt und die Ergebnisse in ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlicht. Insgesamt erhielten 262 von 7513 Bibliotheken einen Stern als Auszeichnung für ihre Leistungen. Um Eingang in das Ranking zu erhalten, müssen Bibliotheken die Definition einer „public library“ nach dem Kriterien des Institute of Museum and Library Services erfüllen, über ein Gesamtbudget von mindestens 10.000 Dollar pro Jahr verfügen, sich in einer Kommune oder in einem Kreis mit mindestens 1000 Einwohnern befinden und alle vier Pro-Kopf-Indikatoren erheben, auf denen der Library Journal Index beruht – es handelt sich also um ein leistungsbezogenes Ranking mit wenigen Indikatoren, zu denen Ausleihen pro Einwohner, Besuche pro Einwohner, Nutzung öffentlicher Internetplätze pro Einwohner sowie Veranstaltungsteilnahmen pro Einwohner zählen.

Bei den Bibliotheken mit den größten Jahresbudgets mit über 30 Mio. US-Dollars führen Cuyahoga County, Seattle und die Columbus Metropolitan Library die Liste an, während im Mittelfeld bei Budgets von 1 bis 4,999 Mio. US-Dollar Grandview Heights, Avalon und Sanibel punkten konnten. Sehr erfreulich: In fast allen Kategorien wurden bei der Mehrzahl der „Star-Libraries“ Zuwächse bei Ausleihen oder Besuchen verzeichnet. Als eine der Ursachen dafür darf die aktuelle wirtschaftliche Situation in den USA und damit verbunden eine verstärkte Nachfrage nach Bibliotheksleistungen vermutet werden – gerade in den Vereinigten Staaten werden Bibliotheken oft für die Suche nach einem Arbeitsplatz genutzt, zudem bieten viele der größeren Häuser auch gezielte Unterstützung für Existenzgründer an.

Link: http://www.libraryjournal.com/lj/home/892291-264/americas_star_libraries_2011_top-rated.html.csp

Beitrag von Andreas Mittrowann