Irland kündigt Investitionsprogramm für Bibliotheken an

Phil Hogan, der irische Minister für Umwelt, Kommunen und Lokalregierung hat am 19. Juli ein so genanntes „Capital Programme“ für Bibliotheken in Höhe von insgesamt 5,8 Millionen Euro angekündigt. Die Initiative wird eine ganze Reihe von neuen und renovierten Bibliotheksbauten sowie mobile Bibliotheken ermöglichen und insgesamt 4,8 Millionen Euro bereitstellen. Hinzu kommt eine Million Euro für ein Programm zur Erweiterung und Erneuerung der Bibliotheksbestände.

Der Minister erläuterte dazu: „Bei Ausgaben für Bibliotheken handelt es sich um gut investiertes Geld, das in den kommenden Jahren eine riesige Dividende in Bezug auf persönliche und kommunale Entwicklungen für Menschen aus allen Altersgruppen und mit allen Hintergründen erzielen wird.“ Gleichzeitig wies Phil Hogan auf die deutlich gestiegene Zahl der jährlichen Bibliotheksbesucher von inzwischen 16 Millionen Menschen hin. Hogan dankte auch allen irischen Bibliotheksmitarbeiterinnen und –mitarbeitern, die durch ihre Professionalität, Hingabe und ihren Enthusiasmus die „Qualität des bürgerschaftlichen Lebens in den Kommunen des Landes“ deutlich verbreitert haben.

Das Programm ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise und der aktuellen Auswirkungen auf Irland. Rechnet man die Investitionssumme auf die Einwohnerzahl Irlands von 4,3 Millionen um und überträgt das Ergebnis auf Deutschland, ergäbe dies eine Fördersumme von mehr als 110 Millionen Euro für die deutschen Bibliotheken.

Link: http://www.library.ie/2011/07/19/e5-8m-new-library-programme-announced

Beitrag von Andreas Mittrowann

Liebhaber digitaler Lesestoffe mögen Magazine

Der Bibliotheksdienstleister OCLC berichtet in seinem Newsletter über eine aktuelle Studie der GFK MRI zum Leseverhalten in den Vereinigten Staaten: Demnach sind Besitzer/innen von E-Readern und Tablet-PCs gleichzeitig starke Nutzer/innen gedruckter Magazine und Zeitungen. Während Eigentümer von Tablet-PCs 66 Prozent häufiger Zeitschriften als der durchschnittliche US-Erwachsene lesen, sind 23 Prozent aller Besitzer von E-Readern den aktuellen Printjournalen zugeneigt. Ähnliches gilt für Zeitungen: Hier sind es 54 Prozent aller Tablet- und 63 Prozent aller E-Reader-Inhaber, die auch das Druckprodukt nutzen.

Interessanterweise lässt sich aus der Studie auch ein geschlechtsspezifisches Nutzungsverhalten ablesen: Frauen neigen weitaus häufiger den E-Readern zu, während Männer viel lieber einen Tablet-PC ihr Eigen nennen. Die Untersuchung geht schließlich auch auf die Entwicklung der Besitzerzahlen ein: Allein durch das Weihnachtsfest 2010 stieg die Zahl von E-Reader-Eigentümern von 2,3 auf 5,1 Prozent aller US-Erwachsenen, während der Wert bei den Tablet-PCs von 1,8 auf 3,5 Prozent stieg.

Link: http://www.gfkmri.com/assets/PR/GfKMRI_063011PR_DigitalUpdate.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

Sieger des „CILIP Libraries Change Lives”-Preises stehen fest

Das Kent County Council gewinnt mit seinem Projekt “Making the Difference” den CILIP Libraries Change Lives Award 2011. Ziel des Preises des britischen Bibliothekverbandes “Chartered Institute for Library and Information Professionals” ist es, innovative Bibliotheksprojekte in ihrer Wirkung und Bedeutsamkeit sichtbar zu machen. Im Fokus des diesjährigen Gewinnerprojektes stehen Menschen mit Lernbehinderungen in Bibliotheken und die damit verbunden Ausrichtung, ihnen ein aktiveres Leben in der Kommune zu ermöglichen.

Seit April 2010 haben mehr als 1000 Menschen an dem Projekt teilgenommen und von der „Informationsbibliothek“ profitiert, die von Menschen mit Lernbehinderungen betrieben wird, die von ihnen ausgewählten Bestände mit niedrigen Zugangsschwellen genutzt sowie die speziellen Möglichkeiten für die freiwillige Mitarbeit und Hospitationen getestet.

Der CILIP Award wird nun im zwanzigsten Jahr vergeben und beinhaltet ein Gewinner-Preisgeld für 4000 britische Pfund und jeweils weitere 1500 Pfund für den zweiten und den dritten Platz.

Weitere Informationen: www.cilip.org.uk/lcla

Beitrag von Andreas Mittrowann

Ein besonderes Café in einer neuen Kopenhagener Bibliotheksfiliale

Die Copenhagen Post berichtet in ihrer Online-Ausgabe über die Kochschule “Glad Mad” und ihr neues Bibliothekscafé in der kürzlich eröffneten Zweigbibliothek Bispebjerg Nordvest der Stadt Kopenhagen. Das Besondere an der gastronomischen Komponente ist das Konzept: Im “Glad Mad” (übersetzt: “Glückliches Essen”) arbeiten Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen nach dem Motto “Up the arse with correctness. LET THE CREATIVITY FLOW” – und so passt das Angebot des Cafés hervorragend zur neuen Bibliothekszweigstelle, die in dem architektonisch herausragenden neuen Kulturzentrum integriert ist.

Ausgangsbasis für das Gebäude war eine Seifenfabrik aus dem 19. Jahrhundert, die von den Architekturbüros COBE und TRANSFORM zu einem spannungsreichen Ensemble mit übereinanderliegenden und gegeneinander verschobenen Rechtecken gestaltet worden ist. Die Bibliothek bildet einen Baustein in der Kombination aus Bürgerzentrum, Theater, Workshopräumen und kulturellem Veranstaltungsprogramm und damit einen wichtigen Schwerpunkt im lebendigen und von Diversität geprägten Stadteil.

Link: http://www.cphpost.dk/culture/culture/122-culture/51889-glad-to-serve-mad-about-food.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Entwicklungstendenzen bei den nordischen Bibliotheken

In einem Artikel für die aktuelle Ausgabe von Scandinavian Public Library Quarterly beschreibt Gitte Smed, Projektmanagerin bei der Danish Agency for Libraries and Media, aktuelle Bibliothekstrends bei unseren nordischen Nachbarn. Grundlage ihrer Aussagen ist eine Umfrage bei 65 entwicklungsorientierten Bibliotheken im Winter 2010/2011. Neben eher allgemeinen Tendenzen wie dem Fazit, dass Bibliotheken immer noch zu den wichtigsten kulturellen Institutionen zählen und sich der Fokus immer mehr auf eine Kombination aus dem Zugang zu elektronischen Materialien und breit angelegten, kulturellen Aktivitäten richtet, beschreibt die Autorin unter anderem Details zu den folgenden Punken:

  • Partnerschaften mit anderen öffentlichen Institutionen gehören zur Norm
  • Vielfältiges Medienangebot: vom klassischen Medienangebot über E-Books bis hin zum Web 2.0
  • Aktivitäten in der Bibliothek als physischer Ort
  • Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter

Sehr lesenswerter Beitrag, der in vielen Punkten auch auf die Entwicklungstendenzen in Deutschland übertragen werden kann.

Link: http://splq.info/issues/vol44_2/04.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann