Wie verbreiten Sie Ihre Nachrichten?

Die Tennessee Library Association (USA) hat in einem Feature auf ihrer Webseite exzellente Hinweise für die Verbreitung von Bibliotheksnachrichten veröffentlicht. Die Autorin Bess Robinson von der Universität Memphis untersucht in ihrem Beitrag “Newsletters, Blogs, or RSS: How Does Your Library Spread the News?” gemeinsam mit weiteren Kollegen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kommunikationskanäle.

Darin erfahren wir beispielsweise, dass – bezogen auf Forschungs- und Institutsbibliotheken – 40 Prozent aller Bibliotheks-Newsletter in den USA im Papierformat erscheinen, 32 Prozent im PDF-Format und 20 Prozent in HTML. Auch die Erscheinungsweise variiert: Während 29 Prozent der Newsletter halbjährlich erscheinen, wird ein Viertel monatlich veröffentlicht – eine wöchentliche Erscheinungsweise wurde bei diesem Bibliothekstypus nicht gefunden.

Besonders nützlich an Robinsons Beitrag sind aber die vielen konkreten Hinweise: Welches Layout und Design hat sich bewährt? Wie schreibt man eigentlich für einen Newsletter, wie sollte der Stil sein? Was sind die Vorteile eines Blogs? Diese Tipps sind sicher auf alle Bibliothekstypen übertragbar und insofern auch für öffentliche Bibliotheken hilfreich. Hinweise auf weiterführende Quellen und Links runden den Beitrag ab, der auf einer Präsentation zur letztjährigen nationalen Konferenz der Spezialbibliotheken basiert.

Link: http://www.tnla.org/displaycommon.cfm?an=1&subarticlenbr=50

Beitrag von Andreas Mittrowann

Bibliothek plus Museum = Lernerfolg

Die Jefferson County Public Library in Colorada (USA) kooperiert mit dem Denver Museum für Natur und Wissenschaft und bringt interaktives Lernen in die Bibliothek. Ziel ist es, Schülern u. a. das Phänomen der Elektrizität durch Experimente und anschauliche Versuchsanordnungen im Rahmen der Ausstellung “Benjamin Franklin: Auf der Suche nach einer besseren Welt” nahezubringen. Damit holt die Bibliotheksleitung ein Stück Museum in ihr Haus und greift einen wichtigen Faden in der neueren Bibliotheksentwicklung speziell für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche auf – weg von der reinen Bereitstellungsfunktion durch Medien hin zu einer Lernumfeld-Funktion durch Kombination von Experimenten, interaktiven Objekten, Online-Medien und Printprodukten.

In einigen neu eröffneten öffentlichen Bibliotheken in Singapur kann man bereits ähnliche Konzepte besichtigen und in der Stadtbibliothek Arhus in Dänemark fand im letzten Jahr eine Konferenz zum Thema “Interaktive Kinderbibliothek” statt (Globolibro berichtete). Die Jefferson County Public Library ist die zweitgrößte Bibliothek in Colorado, fast 400.000 Menschen aus der Region besitzen einen Bibliotheksausweis.

Link: Bericht über die Kooperation Bibliothek & Museum

Beitrag von Andreas Mittrowann

Nachtrag: Die Zeitschrift “Buch und Bibliothek” berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über das neue “Experimentarium” der Stadtbibliothek Paderborn, das die oben beschriebene Idee gezielt aufnimmt und erfolgreich umsetzt. Eine tolle Leistung für die Paderborner Bibliothekskunden – Glückwunsch!

Event-Dokumentation in Connecticut

Die Brookfield Public Library in Connecticut (USA) stellt Fotos ihrer Veranstaltungen ins Internet und nutzt dabei das Web 2.0-Werkzeug “Flickr“. Auf der Homepage der Bibliothek findet sich ein entsprechender Button mit der Beschriftung “Sehen Sie sich alles an, was in der Bibliothek stattgefunden hat” (“Look at all that’s been going on in the library”). Beim Klick darauf wird der Besucher direkt zum Flickr-Konto der Bibliothek weitergeleitet, die dort einfach einen Account mit dem Namen “brookfieldlibrary” angelegt hat.

Flickr bietet die Möglichkeit, Fotos bis zu einer Obergrenze von 100 Megabyte pro Monat kostenlos hochzuladen und mit Bildunterschriften zu versehen. Darüber hinaus können diese auch in einzelnen Gruppen zusammengefasst werden. Es ist ganz einfach, ein Konto anzulegen! Flickr gehört auch zu den Werkzeugen, die in den “23 Things-Workshops für Mitarbeiter in Bibliotheken weltweit angeboten werden. Dort lernen Kolleginnen und Kollegen, einzelne Web 2.0-Werkzeuge wie Blogs, Feeds oder eben Flickr handzuhaben. Die Nutzung von Flickr ist vielleicht auch deshalb interessant, weil die Bibliotheksarbeit nicht nur für die Kunden, sondern auch für die lokale Presse dokumentiert werden kann.

Link: http://brookfieldlibrary.org/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Pendler ahoi in Kanada

Die Kleinstadt Gibsons mit 4000 Einwohnern liegt im südwestlichen Teil des kanadischen British Columbia und direkt an der Küste am sogenannten “Strait of Georgia”. Dieser Wasserweg wird von den dortigen Bewohnern auch gern der “Golf von Georgia” genannt. Gesellschaft und Wirtschaft sind vom Leben am und mit dem Wasser geprägt.

So ist es vielleicht auch kein Wunder, dass die Gibsons & District Public Library sich konsequent an den Bedürfnissen ihrer Kunden orientiert und ihre Services seit einem halben Jahr auch für Pendler auf der regelmäßig verkehrenden Fähre anbietet. Einmal pro Tag fahren Mitarbeiter der Bibliothek mit und bieten Bibliothekskunden DVDs und Bücher an, die Besitzer eines Bibliotheksausweises sofort mitnehmen können. Ein schönes Beispiel dafür, dass Bibliotheken sich verstärkt auf den Weg zu ihren Kunden machen sollten, wenn sie diese langfristig an sich binden wollen.

Link: http://www.gdpl.scrd.bc.ca/library/brochure/sept06bookshelf.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Kanada: Lyrikmonat April

Die Greater Victoria Public Library in Kanada hat den April zum Lyrik-Monat erklärt und schließt sich damit einem regionalen Programm an, das sich auf Poeten aus der Umgebung konzentriert. Als eigenes Projekt in diesem Kontext präsentiert die Bibliothek die Aktion “Capital Verse“, bei der lokale Autoren auf der Website der GVPL vorgestellt werden.

Für die Initiative werden interessante externe Quellen herangezogen: Neben dem “Planet Earth Poetry at Black Stilt Blog“- einem Blog, dass die regionalen Aktivitäten im Lyrik-Monat zusammenfasst und darüber berichtet – findet sich auf der Bibliotheks-Website ein Hinweis auf das höchst interessante “Poetry Archive“, das Gedichte zum Anhören bietet. Darüber hinaus wird auf das Online-Werkzeug “Poetry Tool” hingewiesen, mit dem sich Gedichte englischsprachiger Autoren aufspüren lassen.

Link: http://www.gvpl.ca/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Schlaues Webdesign in Christchurch

Die Christchurch City Libraries in Neuseeland setzen mit ihren neuen “Web Editions” Maßstäbe. Parallel zur “eigentlichen” Website der Bibliothek wird ein monatliches “Magazin” mit einem eigenständigen Design zu einem interessanten Schwerpunktthema angeboten. Im Monat April liegt der Fokus auf “Anderen Welten” – dazu gehören neben Hinweisen und Tipps zu einem nachhaltig gestalteten Alltag in Christchurch und einer Anleitung für ein “Gutes Leben” auch ein Feature zu neuem Denken  (“Thinking Differently”) sowie Artikel zu einem gesunden Lebensstil. Die Seite ist bunt, griffig und übersichtlich gestaltet – sie regt zum Klicken, Blättern und Lesen an.

Auf intelligente Art und Weise werden hier bereits vorhandene Inhalte der Website mit neuen Themen und über die verschiedenen Zielgruppen der Bibliothek hinweg verknüpft. So bildet die “Web Edition” einfach ein neues “Fenster” auf die Inhalte der Bibliotheks-Homepage und erschließt sie somit für potentielle, neue Kunden. Durch die monatlich wechselnden Themen und das poppige Design werden Besucher zur Wiederkehr animiert. Besonders schön in der aktuellen Ausgabe: Im oben erwähnten Feature zum neuen Denken mit dem Titel “10 ways of thinking differently” (“Think positive”, “Think tolerant”, “Think green”…) lautet der letzte Punkt: “Think Library“!

Link: http://library.christchurch.org.nz/Editions/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Fairfax: ein Lob den Freiwilligen

Die Fairfax County Library in Virginia (USA) wurde im Jahr 2006 von 3000 freiwilligen Helfern mit insgesamt 140.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit unterstützt. Die USA wären natürlich nicht die USA, wenn es nicht auch sogenannte “Star Volunteers” gäbe, denen jedes Jahr im April die “Star Volunteer Awards” verliehen werden. Neben den Menschen selbst gehören dazu aber auch Firmen wie Datatel oder Exxon, die ihre Mitarbeiter motivieren konnten, bei Bibliotheksveranstaltungen wie Bücherflohmärkten mitzuwirken oder Bücher für den Sommerleseclub zu spenden.

Will man Menschen für Bibliotheken begeistern, muss man ihnen konkrete Ansatzpunkte geben: Auf der umfangreichen Webseite für Freiwillige im Rahmen der Bibliotheks-Homepage können interessierte Bürger erfahren, wie genau sie der Bibliothek helfen können. Unter “Volunteer Openings” finden sich gerade gesuchte Aufgabenbereiche (“Teach MS Office Suite”; “keep the area free of litter and debris”; “Offer computer instruction”) und unter “Volunteer Position Descriptions” kann jede/r nachvollziehen, welche Positionen für Freiwillige existieren. Ist das Interesse erst einmal geweckt, können Anwärter sofort ein Online-Formular mit Ihren Wünschen, Interessen und Zeitvorstellungen ausfüllen, die Bibliothek nimmt anschließend Kontakt mit ihnen auf. Vorbildlich!

Link: http://www.fairfaxcounty.gov/library/volunteer/

Beitrag von Andreas Mittrowann