Twittern in britischen Bibliotheken

25. Januar 2010

Die britischen Bibliothekskolleginnen und -kollegen engagieren sich immer stärker im Rahmen des Kurznachrichtendienstes „Twitter“. Die Website „LibraryWeb“ wies jetzt auf die Liste „British Librarians on Twitter“ beim Service „TweepML“ hin, auf der bereits 171 bibliothekarische Kolleginnen und Kollegen verzeichnet sind. Die Bandbreite reicht dabei von Schulbibliothekaren über Kolleginnen aus dem Gesundheitswesen bis hin zur Leiterin der Digitalen Bibliothek an der University of Edinburgh.

Zusätzlich wird in einer weiteren Meldung auf den Dienst „ListLeagues“ Bezug genommen, in dem bereits mehr als 50 twitternde Bibliotheken in Großbritannien mit ihrem offiziellen „Tweet“ gelistet sind. Dazu zählen neben Manchester, Newscastle oder Edinburgh auch die bekannten Idea Stores sowie eine Bibliothek auf den Orkney Islands.

Link: http://tweepml.org/100-British-Librarians-on-Twitter/
Link: http://listleagues.com/ricaird/uk-public-libraries

Beitrag von Andreas Mittrowann


Japan, Skandinavien und das soziale Kapital

18. Januar 2010

In der aktuellen Online-Ausgabe von Scandinavian Public Library Quartely berichtet Prof. Yuko Yoshida über den japanischen Bibliothekssektor und seinen persönlichen Blick auf die skandinavischen Bibliotheken. Er schildert zunächst in einem groben Überblick die Entwicklungen in seinem Heimatland seit den 60er Jahren und unterstreicht dabei, dass die wesentlichen Entwicklungsschritte vor allen Dingen auf eine Bürgerbewegung zurückzuführen sind, die sich für bessere Bibliotheken eingesetzt hat. Zu deren Zielen gehört es auch,  die Bibliothek als Ort des Lernen zu verankern. Hier sah Prof. Yoshida starke Parallelen zur Bibliotheksentwicklung in den skandinavischen Ländern und unternahm aus diesem Grund eine Studienreise in die nordischen Länder.

Von besonderer Bedeutung war dabei schließlich die gefundene Verbindung zwischen Bibliotheken und sozialer Entwicklung in der Gemeinde: „It should be noted that these projects create sound social capital constructing a network for social activities in the community in cooperation with local groups. Using local libraries as their bases, participants try to achieve empowerment and at the same time have feeling of belonging to community. These activities show the new model of citizens’ participation to public libraries.”

Prof. Yoshido ist Associate Professor an der Graduate School of Library, Information and Media Studies an der Universität von Tsukuba. Interessant ist auch sein Hinweis, dass in Japan seit 2003 private Organisationen das Management öffentlicher Institutionen übernehmen dürfen.

Link: http://splq.info/issues/vol42_4/09.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann


Britische Bibliotheken mit Hausaufgabenhilfe

7. Dezember 2009

Die sogenannten „Homework Clubs“ in den Bibliotheken des Londoner Westminster-Bezirks liegen im Trend und werden von mehr und mehr Menschen aufgesucht, die sich private Hausaufgabenhilfe nicht (mehr) leisten können. Aktuelle Zahlen belegen, dass in 2008 und 2009 ingesamt mehr als 3.200 Kinder die Homework Clubs der Bibliotheken genutzt haben. Dies ist gegenüber dem Erfassungszeitraum 2007 und 2008 eine Steigerung um 30 Prozent. Das Angebot wird von Schülern aller Altersgruppen genutzt und wird in neun Bibliotheken an fünf Abenden angeboten. Eine „Session“ dauert rund zwei Stunden und ist kostenlos.

Bibliotheksleiter Ed Argar sagt dazu: “Unsere Hausaufgabenclubs werden immer beliebter, besonders vor dem Hintergrund des aktuellen wirtschaftlichen Klimas, und sie leisten vielen Kindern der Stadt einen wertvollen Dienst“.

Quellen:
http://www.londoninformer.co.uk/london-news/london-local-news/2009/10/28/library-after-school-classes-cheaper-than-tutors-113489-25038645/

http://www.westminster.gov.uk/services/libraries/children/homeworkclubs/

[Via http://www.libraryweb.info]


Toronto positioniert sich mit lokaler Musik

22. November 2009

Wie schaffen es Bibliotheken, sich in der aktuellen Medienwelt mit eigenen, unverwechselbaren Angeboten zu positionieren? Eine Möglichkeit ist das aktive Einbringen in bestehende Services wie Facebook, so wie es dänische Bibliotheken in der jüngsten Zeit aktiv betreiben – dazu gehören beispielweise die Kollegen in Nørrebro, Gladsaxe und Aabenraa. Ein weiterer Weg sind Angebote, um sich mit den aktuellen Entwicklungen im Web 2.0 kritisch auseinanderzusetzen, wie es beispielsweise die Stadtbücherei Stuttgart mit ihrem Festival zum Datenschutz tut: http://www5.stuttgart.de/stadtbuecherei/MeineDaten/

Die Toronto City Library hat sich für eine weitere Möglichkeit über die direkte Verknüpfung mit den “klassischen” Medienangeboten entschieden: Das Blog “Make some noise” ist ein digitales Begleitangebot zum gleichnamigen Festival, das sich auf lokale Musik konzentriert. Auf diesem Weg werden klassische Bibliotheksangebote mit digitalen verbunden: “Toronto Public Library’s Local Music Collection includes music from across Canada, with a focus on the Toronto area. CDs are located in 20 branches and can be reserved for pick up at your local library.”

Gleichzeitig bearbeitet die Bibliothek damit die Aufgabenstellung, sich in der veränderndern Musikmedienwelt zu behaupten: An vielen Orten wandern immer mehr junge Kunden zu digitalen Angeboten ab – die lokale Musikszene ist ein wichtiger Ankerpunkt für die Bibliothek. Die Toronto City Library arbeitet zur Qualitätssicherung mit dem Anbieter Soundscapes zusammen, der wiederum Communities in MySpace, Facebook, Twitter und YouTube betreut. Ein schönes Beispiel für ein Konzept, bei dem alle gewinnen: Bands, Hörer, Bibliothek und lokaler Anbieter.

Link: http://torontopubliclibrary.typepad.com/make_some_noise/about.html

Beitrag von Andreas Mittrowann


Australier entwickeln eine gemeinsame Bibliotheksvision

11. November 2009

Der australische Verband für Bibliotheken und Information (ALIA) ruft seine Mitglieder via Web dazu auf, eine gemeinsame Bibliotheksvision und eine Rahmensetzung für Australiens öffentliche Bibliotheken zu entwickeln. Hintergrund sind eine Diskussion und ein Entscheidungsprozess auf dem ALIA Public Libraries Summit vom Juli 2009, auf dem eine solche gemeinsame Vision zur Stärkung klar eingefordert wurde. ALIA stellt nun auf seiner Website ein “Consultation Paper” zur Verfügung, in dem die Ziele klar genannt werden:

“The aim of a shared vision and national framework is to provide the Federal Government with proof that public libraries, although managed locally, are able to speak with one voice at a national level and can be invited to take a seat at the table. We need to ensure that politicians and ministers at the highest level have a clear understanding of how public libraries currently contribute to government priorities, and provide a well-structured, considered and itemised proposal for investment in national programs, which will enable public libraries to increase their contribution to these government priority areas.”

Als wichtige Elemente für die gemeinsame Vision werden unter anderem die Begriffe “United”, “Common goals and ambitions”, “Sharing best practice”, “Strong communities”, “Valued by people”, “Valued by governments” sowie “Universal free access” genannt. Das Papier beinhaltet verschiedene Fragen, die von den Mitgliedern beantwortet und an eine zentrale E-Mail-Adresse gesendet werden können.

Link: http://www.alia.org.au/governance/committees/public.libraries/summit09/

Beitrag von Andreas Mittrowann


Dating in der Bibliothek

30. Oktober 2009

Die öffentliche Bibliothek im dänischen Odense hat mit „Speedlit“ eine bibliothekseigene Variation des „Speed Dating“ eingeführt. Dazu findet in der Bibliothek eine Abendveranstaltung statt, bei der jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ein Buch mitbringen muss, das als Anlass für den Beginn einer Unterhaltung dient. Motto des Konzeptes: „YES to stepping out of the safe-zone and try something new. YES to experiment when it comes to communicating literature”. Die ursprüngliche Idee zu der Veranstaltung stammt aus Belgien und Australien.

Quelle: Postersession der IFLA-Konferenz in Mailand 2009

Links:
http://benita.urbanblog.dk/2009/02/25/speed-lit/
http://splq.info/issues/vol42_2/14.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

Dating mit der Bibliothek

Die öffentliche Bibliothek im dänischen Odense hat mit „Speedlit“ eine bibliothekseigene Variation des „Speed Dating“ eingeführt. Dazu findet in der Bibliothek eine Abendveranstaltung statt, bei der jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ein Buch mitbringen muss, das als Anlass für den Beginn einer Unterhaltung dient. Motto der Veranstaltung: „YES to stepping out of the safe-zone and try something new. YES to experiment when it comes to communication literature”. Die ursprüngliche Idee zu der Veranstaltung stammt aus Belgien und Australien.

Quelle: Postersession der IFLA-Konferenz in Mailand 2009.

Links:

http://benita.urbanblog.dk/2009/02/25/speed-lit/

http://splq.info/issues/vol42_2/14.htm

Beirag von Andreas Mittrowann


Richtlinien für gute Bibliotheken veröffentlicht

19. Oktober 2009

Das Panlibus-Weblog der Firma Talis berichtet: Bob McKee, der Geschäftsführer des britischen Bibliotheksverbands CILIP, gab auf der Public Libraries Authority-Conference (PLA) vergangene Woche in Bristol die Veröffentlichung einer neuen Sammlung von „Richtlinien für gute Bibliotheken“ bekannt.

Ziel sei es gewesen, eine übersichtliche und gut vermittelbare Sammlung von Grundsätzen statt traditioneller Richtlinien zu präsentieren. Ein Beispiel für die klare Sprache der neuen Initiative sei die Forderung nach permanenter Aktualisierung und Auffrischung der Bibliotheksbestände: “Continually refreshed and improved to respond to the adapting needs of local communities” oder das Gebot gut gestalteter Gebäude und Infrastruktur: “Library buildings, equipment and ICT facilities should be well-designed and kept up-to-date.” Die Richtlinien können von der CILIP-Website heruntergeladen werden.

Link: http://www.cilip.org.uk/policyadvocacy/publiclibraries/goodlibraries.htm
[Via: http://www.libraryweb.info/]

Beitrag von Andreas Mittrowann


Teenquake in San Francisco

19. Oktober 2009

Am 16. Oktober wurde die San Fransisco Public Library nach der offiziellen Öffnungszeit plangemäß von Teenagern übernommen.  Die Veranstaltung „Teenquake“ ist auf 13 bis 19jährige Jugendliche ausgerichtet und bietet Livemusik, DJs, Sprachperformances und auch Möglichkeiten zum Tanzen. Der Event bildet einen Bestandteil des Literaturfestivals „Litquake“, das bereits im zehnten Jahr stattfindet. Jugendbibliothekarin Jennifer Collins sagte zu der Veranstaltung: „Die Bibliothek ist für Teenager ein Ort, um sich frei auszudrücken, und diese Veranstaltung feiert die Myriaden von kreativen Ausdrucksformen in dieser Altergruppe“.

Link: http://sfpl.lib.ca.us/news/releases/teenquake.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann


Großbritannien: Zusammenarbeit zwischen Bibliotheken und Amazon gefordert

12. Oktober 2009

RessourceShelf berichtet über einen Artikel in der Zeitung „Daily Mail“, nach dem die britische Kulturministerin Magaret Hodge angeregt hat, die Bibliotheken mögen sich doch mit Amazon zusammentun, um Bücher auf dem gleichen Weg auszuleihen, wie Amazon es bereits mit DVDs macht: via gelber (bzw. roter) Post.

Schon seit längerer Zeit bietet Amazon die Ausleihe von DVDs auf diese Weise an. Titel können bekanntlich über die Amazon-Website bestellt werden und erreichen den Kunden dann per Post. Hodge regte weiter an, die Anstrengungen im Bereich der frühkindlichen Förderung ebenfalls zu verstärken.

Link: http://www.dailymail.co.uk/news/article-1219007/Libraries-join-forces-Amazon-deliver-books-homes.html?ITO=1490

Beitrag von Andreas Mittrowann


Barnes and Noble plant E-Book-Ausleihe

10. Oktober 2009

Die New York Times berichtet auf ihrer Website, dass der amerikanische Buchhandelsgigant Barnes and Noble für den 20. Oktober die Veröffentlichung eines eigenen E-Book-Readers plant. Darüber hinaus sei zusätzlich die Realisierung einer Ausleihfunktion vorgesehen: “The bookseller also hopes to make e-book lending a centerpiece of its device, according to two people in publishing who asked not to be named because talks were confidential.” B&N strebe ein digitales Modell an, nach dem ein Buchkäufer den erworbenen Titel an einen Freund “ausleihen” könne. Die Verleger seien mit diesem Modell allerdings überhaupt nicht glücklich und die Diskussionen dazu würden momentan andauern.

Barnes and Noble ist auf dem Weg, neben Amazon zu einem der größten E-Book-Anbieter weltweit zu werden und bietet E-Books in mehreren Formaten an. Der Artikel in der NYT ist ein Indiz dafür, dass der E-Book-Markt in diesem Herbst deutlich in Bewegung geraten wird.

Link: http://bits.blogs.nytimes.com/2009/10/09/barnes-noble-e-reader-could-come-october-20th-will-feature-lending-options/?ref=technology

Beitrag von Andreas Mittrowann