Großbritannien: E-Book-Ausleihe ein großer Erfolg für Bibliotheken und Verlage

Ein kürzlich in Großbritannien durchgeführtes Pilotprogramm zur E-Ausleihe zeigt deutliche Erfolge auch für den Verkauf von E-Books. Das Projekt wurde im März 2014 in vier Landesregionen durchgeführt. Dabei erhielten Bibliothekskunden Zugriff auf andernorts bisher nicht verfügbare digitale Verlagstitel inklusive der Neuerscheinungen.

Nach einem Bericht des Weblogs “Good E-Reader” sind die Ergebnisse positiv und sehr ermutigend. So zeigen die Ergebnisse dieses Versuches und weitere Pilotprojekte, dass in Folge der E-Ausleihen auch die Verkaufszahlen der angebotenen E-Books steigen:

“In almost every aspect, these studies have shown that publishers benefit when their books are readily available for borrowing. The click through rate in library lending is fairly high, with many of the patrons purchasing titles before even finishing the book. As in the Sourcebooks experiment, sales of that author’s other titles – not related in a series to the title that was made available – also increased, as did his social media following as readers sought him out online.”

Link:
http://goodereader.com/blog/e-book-news/uk-ebook-lending-program-a-success-for-libraries-publishers

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

Typisch finnisch mit einer Sauna: die neue Zentralbibliothek Helsinki

Unter der Überschrift „Now we know what it looks like!” werden auf der Website der Helsinki Public Library die Gewinnerentwürfe  der Architekturausschreibung präsentiert. Janne Teräsvirta und Antti Nousjoki, zwei der Gründungsmitglieder von ALA Architects stellen das Gebäude mit dem Namen “Käännös“ („Übersetzung“ / „Wendung“) vor.

„Wir wollen die Bibliothek in ein visuelles Kontinuum integrieren und gleichzeitig neue Verbindungen in verschiedene Richtungen herstellen“, sagt Janne Teräsvirta mit Blick auf das zentrale Gelände in der Innenstadt, in der das Gebäude platziert werden soll. „Die Bibliothek hat verschiedene Eingänge hin zum Kansalaistori Platz, dem nahen Park und der belebten Straße Mannerheimintie.“ Er betont darüber hinaus den einladenden, aktivierenden und funktionalen Charakter des Gebäudes. Das Gesamtkonzept verfolgt einen dreigeteilten Ansatz: Einerseits sollen eine traditionelle und zweckorientierte Bibliothek sowie eine konsequente Verbindung mit dem öffentlichen Raum realisiert werden.

Darauf bauen andererseits die drei Hauptstockwerke der Bibliothek auf: Die erste Ebene besteht aus einer offenen, raumgreifenden Lobby, zu dem auch eine Halle, Ausstellungsraum sowie ein Restaurant und eine Sauna gehören werden. Der zweite Stock hat eher einen intimen Charakter mit zahlreichen Möglichkeiten zum Lernen und kreativen Gestalten. Und die dritte Ebene? „The third floor, the top of the box, is another extensive, light, breathing and tranquil library space.”

Weitere Informationen und Gestaltungsentwürfe:
http://keskustakirjasto.fi/en/2014/01/17/kaannos-is-here/

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

 

 

 

 

Schweden: Öfter mal einen Kochtopf anschreien

In der Printausgabe der Zeitschrift “brandeins” vom Februar 2014 mit dem Schwerpunkt “Werbung” findet sich in der Rubrik “Mikroökonomie” ein Artikel mit der Überschrift “Eine Bibliothekarin in Schweden”. Das lesenswerte Portrait der Kollegin Marta Ondrus aus Kristianstad umfasst neben Aspekten ihrer Lebensgeschichte auch den Rahmen und Verdienst ihrer Arbeit in der Stadtbibliothek, die persönliche Bedeutung der Tätigkeit als Bibliothekarin sowie die Beschreibung des größten Problems bei der Arbeit, das in “unflätigen Kunden” besteht.

Aber Marta Ondrus hat für sich ein entsprechendes Rezept gefunden: “Wenn es ganz schlimm kommt, rufe ich eine Kollegin, gehe in die Küche und schreie einen Kochtopf an.” Insgesamt ein lesenswerter und motivierender Text!

Breitrag von Andreas Mittrowann

Kalifornien: Entscheider und Interessensgruppen in die Bibliotheksplanung einbeziehen

In der kalifornischen Stadt Brentwood lässt sich aktuell der Einbezug der Kommune in die Planungen für eine neue Bibliothek beobachten. So begutachteten kommunale Entscheider neun Außengestaltungen für eine neue Bibliothek gemeinsam mit den Vertretern der Bibliotheksstiftung, um möglichst früh eine Fundraising-Kampagne vorbereiten zu können. Das Komitee für Stadtentwicklung engte die Auswahl dann anschließend auf vier Konzepte ein und diese werden von einem Architekten dann weiter modifiziert.

Stadtentwickler und -berater Kwame Reed wies darauf hin, dass es sich zunächst lediglich um allgemeine Designkonzepte handele, die vornehmlich dem Marketing dienten und um zu zeigen, wie die Bibliothek künftig aussehen könnte. Gleichzeitig begutachtet der Verein der Freunde der Bibliothek aus Brentwood neuere Bibliotheken im Umfeld, um sich ein Bild von den Gestaltungsmöglichkeiten zu machen und sich beraten zu lassen. Insgesamt ein interessantes Beispiel für den Einbezug verschiedenster Interessensgruppen und Entscheidergremien in den Vorbereitungsprozess für einen Neubau, um das Projekt zu einem nachhaltigen Erfolg zu machen.

Link:
http://www.contracostatimes.com/east-county-times/ci_25028514/brentwood-library-planners-get-community-involved-process

Beitrag von Andreas Mittrowann

Studie: Chicago Public Library ist die beste Bibliothek der USA

Die Website ABC Local weist in einer Meldung darauf hin, dass die US-amerikanische Chicago Public Library nach einer deutschen Studie zur besten öffentlichen Bibliothek in den USA und hinter Vancouver und Montreal zur drittbesten der Welt gekürt wurde. Um welche Studie es sich dabei genau handelt, konnte Dr. Johannes Fansa von der Berliner Zentral- und Landesbibliothek in einem E-Mail-Dialog beantworten: Die Studie „Public Libraries in the Knowledge Society: Core Services of Libraries in Informational World Cities“ von Informationswissenschaftlern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf untersuchte bereits im letzten Jahr 31 „Weltstädte“ und führt zu den Bibliotheken aus: „Public libraries play an important role as parts of the digital, smart, knowledge and creative infrastructures of these Informational Cities. Libraries have economic value as location factors in the two spaces of Informational Cities, the physical and the digital.”

Bei den untersuchten Bibliotheken wurde jeweils der “physische” und der “digitale” Arbeitsbereich untersucht, allerdings lediglich auf Basis der Webseiten. Im Fokus standen die sozialen Medien, freie digitale Angebot wie E-Books und Dienstleistungen wie Auskunftsdienste per E-Mail oder webbasierten Formularen. Bei der physischen Bibliothek flossen Daten zu Lernbereichen, Kinderbibliotheken, Gruppenräumen, WLAN oder der Einsatz von RFID-Technologie ein.

Die Kurzbeschreibung der Studie resümiert:
“The prototypical public library in the knowledge society has two core services:
(1) to support citizens, companies and administrations in their city and region with digital services, namely e-resources as well as reference services, and to communicate with their customers via social media; and
(2) to provide physical spaces for meeting, learning and working, as well as areas for children and other groups, in a building that is a landmark of the city.”

Aus Deutschland wurden Berlin, Frankfurt/Main und München in die Untersuchung berücksichtigt. Die beste deutsche Platzierung ging an die untersuchte Zentral- und Landesbibliothek Berlin mit Platz 18.

Meldung ABC Local:
http://abclocal.go.com/wls/story?section=news/local/chicago_news&id=9400375

Webseite der deutschen Studie:
http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/infowiss/mitarbeiter/professor/wolfgang-g-stock/publikationen/publikationen/publikationen-2013/259/

Download der Studie:
http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/fileadmin/Redaktion/Institute/Informationswissenschaft/siebenlist/Lehre/PS_I2/libri-2013-0024_63-4-295-319_Mainka_Stock.pdf

Beitrag von Andreas Mittrowann

Studie: Knapp 70 Prozent bleiben beim gedruckten Buch

Obwohl nach einer Meldung des Weblogs goodereader.com große US-amerikanische Verlage wie Penguin, Hachette oder Simon and Schuster bereits 24 Prozent ihrer Umsätze mit E-Books erzielen, sagen 70 Prozent der Verbraucher in den Vereinigten Staaten, dass sie das Lesen gedruckter Werke weiterhin bevorzugen werden. Grund ist die emotionale und haptische Bindung an das klassische Buch.

Quelle:
http://goodereader.com/blog/e-book-news/readers-resist-the-allure-of-ebooks?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=readers-resist-the-allure-of-ebooks

 

USA: Die Amerikaner lieben ihre Bibliotheken

Das Pew Research Center’s Internet Project hat wieder einmal interessante Aspekte der Bibliotheksnutzung in den USA aufgedeckt:

  • “95% of Americans agree that the materials and resources available at public libraries play an important role in giving everyone a chance to succeed.
  • 81% of Americans ages 16 and older say that public libraries provide many services people would have a hard time finding elsewhere.”

Quelle:
http://goodereader.com/blog/e-book-news/strong-news-about-library-use-by-pew-internet?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=strong-news-about-library-use-by-pew-internet