90 Prozent aller Stadtbibliotheken in den USA bieten E-Books an

Die American Libraries Association hat jetzt bestätigt, dass mittlerweile 90 Prozent aller öffentlichen Bibliotheken in den USA E-Books anbieten, verglichen mit noch 76 Prozent im Jahr 2012. Die Daten resultieren aus dem “ALA Digital Inclusion Survey“, der die Verfügbarkeit Ende 2013 abgefragt hatte und an dem sich rund 70 Prozent der Bibliotheken beteiligt hatten.

Weitere interessante Daten: 98 Prozent der Bibliotheken bieten kostenloses WLAN an und ebenfalls 98 Prozent offerieren Technologie-Trainings zu Themen wie Sicherheit im Internet oder der Nutzung sozialer Medien. ALA-Präsidentin Courtney Young kommentierte: “Ob es ein Kurs zur Internetsicherheit, ein Unternehmer auf der Suche nach potenziellen Kunden in einer Datenbank oder eine Gruppe zum Thema Erstellung digitaler Inhalte ist: Bibliotheken etablieren sich weiterhin als digitale Wegbereiter in ihren Kommunen. Diese Studie zeigt, wie kommunale Investitionen unseren Bibliotheken und ihren Kunden nützen und unsere Gemeinden voranbringen.”

Quelle: http://www.teleread.com/library/ala-finds-90-percent-u-s-libraries-now-lend-ebooks

Beitrag von Andreas Mittrowann

 

 

IFLA in Lyon: Goethe-Institut veröffentlicht Dossier zur Bibliotheksszene in Frankreich und Deutschland

In diesem Jahr findet die Konferenz des Weltverbandes der Bibliotheken (IFLA) vom 16. bis zum 22. August im französischen Lyon statt. Unter dem Motto “Libraries, Citizens, Societies: Confluence for Knowledge” kommen erneut tausende von Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeitern aus aller Welt zusammen, um über aktuelle Aufgabenstellungen und die Bibliothek der Zukunft zu diskutieren. Ob Management, Marketing, Bestände und Sammlungen, Lernen, digitale Medien oder weltweite Standards zur Qualitätssicherung – die IFLA bietet die komplette Vielfalt der Bibliothekswelt.

Welche Fachthemen beschäftigen eigentlich die Kollegen in Frankreich und Deutschland? Worin bestehen Unterschiede und Gemeinsamkeiten? Die Kolleginnen und Kollegen des Goethe-Instituts in Paris haben aus Anlass der IFLA-Konferenz ein wunderbares Dossier erarbeitet, das sie wie folgt ankündigen:

“Welche Themen beschäftigen Bibliotheken in Deutschland und Frankreich derzeit? In der Rubrik „Bibliotheksszene“ geben wir Ihnen einen Überblick über die Trends im Bibliothekswesen und stellen Ihnen innovative Konzepte aus beiden Ländern vor.”
Zu den vorgestellten Themen gehören u.a. Strandbibliotheken, Gaming, digitale Angebote und Technologietrends sowie Stellungnahmen zur Zukunft der Bibliotheken.

Link: http://www.goethe.de/ins/fr/lp/kul/mag/bsz/deindex.htm

Beitrag von Andreas Mittrowann

Irland: Dublin City Library verstärkt Sprachförderung

Die Stadt Dublin und die dortige öffentliche Bibliothek haben unter dem Titel „Chatter Matters“ („Schwatzen ist wichtig“) ein Projekt zur frühkindlichen Sprachförderung für 0-3jährige Kinder gestartet. Als Grund für die Kampagne wird die durch Forschungsergebnisse gestützte Tatsache angegeben, dass Kinder nie wieder in ihrem Leben so empfänglich für Sprache sind als in dieser Phase.

Im Zentrum des Projektes stehen die folgenden Aktivitäten in der Bibliothek:

  • Sprechen zu und mit den Kindern
  • Spielen
  • Singen, u.a. Kinderreime
  • Stellen von Fragen
  • Wiederholen einzelner Worte
  • Regelmäßiges Vorlesen von Bilderbüchern u.a.

“Childrens education begins long before attending school or even preschool; in fact some of the most important learning for this age group is in the home and the community. Childrens experiences of playing and talking reinforce their skills and create the building blocks required for effective communication and future literacy“, so Dublins Bürgermeister Oisín Quinn.

Link:
http://www.askaboutireland.ie/libraries/irish-library-news/2014/05/21-101607/index.xml

Das erste Video einer Serie zu einer ähnlichen Kampagne in Großbritannien unterstreicht, wie wichtig das Sprechen zu Kleinkindern ist. Die Bibliothek kann bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen, in dem sie beispielsweise einen Ort und ein Forum für junge Mütte anbietet.

Beitrag von Andreas Mittrowann

USA: Nashville Public Library mit „Learning Lab“ für Jugendliche

Studien des Harvard Family Research Projektes haben gezeigt, dass Nachmittagsprogramme für Schüler signifikant dazu beitragen, soziales Verhalten und Bildungserfolg zu verbessern. Das Institute für Museums and Libraries in den USA hat ein entsprechendes Programm aufgelegt, um innovative Lernlabore für Jugendliche zu schaffen, mit denen Kreativität, kritisches Denken und praktisches Lernen unterstützt werden sollen.

CNN.com berichtet auf seiner Website über das Learning Lab in Nashville, dass durch eine lebendige Atmosphäre geprägt ist: Der Raum ist mit farbigen Regalen, PC-Stationen und Gamingkonsolen eingerichtet, die durch einen „Makerspace“ zur kreativen Erstellung von Kunst, Vogelkäfigen oder Brieftaschen ergänzt wird: “We want to provide teens with spaces to explore learning and digital media that they don’t have access to in their homes or at school“, so Elyse Adler von der Nashville Public Library.

Vorbild für das Projekt ist das YOUMedia Center in der Chicago Public Library, dass sich in den USA zum Vorreiter bei der Hinwendung von einem passiven Medienangebot hin zu aktiven Lernmöglichkeiten in der Bibliothek entwickelt hat.

Link:
http://edition.cnn.com/2014/06/02/living/library-learning-labs-connected-learning/

Beitrag von Andreas Mittrowann

Norwegen: Erste „Open Library“ in Stavern eröffnet

In Dänemark werden bereits seit mehreren Jahren positive Erfahrungen mit sogenannten „Offenen Bibliotheken“ gesammelt: Durch den kombinierten Einsatz mehrerer Technologien wie einer Zugangsautomatik sowie Selbstverbuchung können dort in mehr als 100 Bibliotheken die Kunden auch außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten das Angebot nutzen, müssen allerdings auch auf die Betreuung durch qualifiziertes Personal verzichten.

Der Trend verbreitet sich nun in anderen nordischen Bibliotheken und so wurde auch vor einiger Zeit im norwegischen Stavern eine “Offene Bibliothek” eingerichtet. Die südnorwegische Hafenstadt gehört zur Kommune Larvik und hat rund 5.500 Einwohner. Im Sommer können durch den florierenden Tourismus daraus leicht 30.000 bis 40.000 Menschen werden.

Der Bibliotheksausweis dient gleichzeitig als Schlüssel und die Nutzer können das Haus von 18:00 bis 22:00 Uhr das ganze Jahr lang nutzen. Durch das Angebot der „Open Library“ konnte Stavern der Bibliotheksleitung zufolge seine Öffnungszeiten verdreifachen und berichtet von weiteren positiven Konsequenzen: Der Bibliotheksservice wurde sichtbarer in der Kommune und die Mitarbeiter/innen haben stärker daran gearbeitet, den Zugriff auf den Bestand durch attraktive und themenorientierte Präsentation zu vereinfachen. Darüber hinaus sei die konsequentere Bestandsbereinigung ein weiterer Erfolgsfaktor gewesen.

Auch die öffentliche Bibliothek im finnischen Hämeenlinna ist seit mehreren Jahren eine „Offene Bibliothek“ und berichtet von ähnlichen Entwicklungen, genau wie Vadstena, Alingsås and Frillesås in Schweden. Dort wird übrigens der Ausdruck der „noch offeneren Bibliothek“ für das neue Angebot verwendet. Selbstverständlich muss von Einrichtungskosten für den Service ausgegangen werden, dazu zählen ein sicheres Zugangssystem, Selbstverbuchungstechnologie (falls nicht sowieso schon vorhanden) und eine Rückgabemöglichkeit für die Medien sowie natürlich RFID-Etiketten in allen Medien. Auch eine Sicherheitskamera und ein Besucherzähler gehören zur Grundausstattung.

Ein kurzes Video aus Hämeenlinna in finnischer Sprache vermittelt ein paar Eindrücke:
http://areena.yle.fi/tv/1530922

Link:
http://slq.nu/?article=volume-47-no-1-2014-7

Beitrag von Andreas Mittrowann

Neuseeland: Hamiltons Bürger beteiligen sich an der Bibliotheksentwicklung

Die Stadt Hamilton hat 130.000 Einwohner und liegt auf der Nordinsel Neuseelands. Die dortige Stadtbibliothek ruft jetzt die Einwohner auf, sich an der Weiterentwicklung der Institution zu beteiligen. „Wenn die Technologie sich weiterentwickelt“, so Stadtrat Andrew King, „dann sollte das unser Bibliotheksservice auch tun“. Zu den aktuellen Herausforderungen zählen die Initiatoren unter anderem E-Books, den allgemeinen Zugang zu Informationen sowie das Streaming von Audio und Video. Der Stadtrat hat die zentralen Funktionen einer modernen Bibliothek erkannt: “It recognises that libraries are community hubs, information portals and meeting places, embracing modern information technologies as well as traditional library services.“ Einen schönen Einblick in die aktuellen Angebote der Bibliothek gibt Leiterin Su Scott in einem Video:

Zwei weitere Teile des Videos finden sich ebenfalls auf Youtube.

Um die Bibliothek zukunftsorientiert auszurichten, sind jetzt die Bürger gefragt: Sie können sich bis zum 18. Juni an der Diskussion beteiligen, wenn sie einen „Love Your Libraries“-Flyer in der Zentralbibliothek oder eine der sechs Zweigstellen mitnehmen oder direkt den Online-Fragebogen ausfüllen. Weitere Informationen finden sich hier.

Link: http://www.stuff.co.nz/waikato-times/opinion/editorials/10120134/Libraries-of-the-future

Auch in Wichtita in den USA ist aktuell ein ähnliches Verfahren zur Bürgerbeteiligung für eine neue Bibliothek geplant:
http://www.kansas.com/2014/06/08/3497349/community-meetings-to-plan-downtown.html

Beitrag von Andreas Mittrowann

Kanada: Vancouver wird gesünder – und die Bibliothek hilft dabei

Existiert in Ihrer Kommune eine Strategie für die Weiterentwicklung der Gemeinde? Hat die öffentliche Bibliothek bei der Entwicklung eine Rolle gespielt? Die Vancouver Public Library kann auf diese beiden Fragen mit “Ja” antworten. Vor kurzer Zeit hat die kanadische Stadt ihre Strategie “A healthy city for all: Vancouver’s Healthy City Strategy 2014 – 2025″ verabschiedet.  Ausgehend von gesellschaftlichen Aufgabenstellungen wie der älter werdenden Bevölkerung, niedrigen Einkommen in einzelnen Bevölkerungsgruppen und den sich daraus entwickelnden Ungleichheiten bei der gesundheitlichen Versorgung wurde eine “Gesundheitsstrategie” für die Stadt entwickelt.

Die Vancouver Public Library war bei der Entwicklung einer der Orte, in denen sogenannte “Idea Labs” durchgeführt wurden. Auf diese Weise war die Bibliothek präsent und konnte ihre Rolle als Ort für die Gestaltung von Partizpation und Demokratie stärken. Dabei blieb es allerdings nicht: Chefbibliothekarin  Sandra Singh unterstützte aktiv bei der Gestaltung des “Ideenlabors”, in dem sie am Beispiel der Bibliothek zeigte, wie dort Ideen entwickelt und umgesetzt werden. Davon kann man in einem Video einen sehr schönen Eindruck gewinnen:

Auch in Deutschland und weltweit wurde natürlich das Megathema “Gesundheit” von den Städten und Gemeinden schon längst entdeckt: http://www.gesunde-staedte-netzwerk.de/. Ist Ihre Stadt dabei und ist die Bibliothek eingebunden?

Links:
http://vancouver.ca/healthy-city-strategy.aspx
http://bit.ly/1mnTevZ (Direkter Download einer Präsentation im PDF-Format)

Beitrag von Andreas Mittrowann